BürgerkriegErste syrische Flüchtlinge erreichen Griechenland

Der Bürgerkrieg in Syrien hat erstmals Flüchtlinge nach Griechenland getrieben. Auch Assads Vize wollte angeblich fliehen – soll aber mit Gewalt gestoppt worden sein. von dpa

Ein syrischer Flüchtling schläft in dem Flüchtlingscamp Zaatari in Jordanien.

Ein syrischer Flüchtling schläft in dem Flüchtlingscamp Zaatari in Jordanien.  |  © Khalil Mazraawi/AFP/GettyImages

Erstmals seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges ist eine größere Gruppe syrischer Flüchtlinge in Griechenland angekommen. Vor der Insel Symi in der Südostägäis seien 47 Migranten aufgegriffen worden, teilte die griechische Küstenwache mit. 27 von ihnen stammten aus Afghanistan und 20 aus Syrien .

Die Menschen waren an Bord eines kleinen Bootes von der wenige Seemeilen entfernten türkischen Küste gestartet. Alle seien wohlauf, berichtete ein lokaler Radiosender.

Griechenland baut angesichts der kaum noch zu kontrollierenden Ankunft illegaler Einwanderer Dutzende neue Aufnahmelager. In den vergangenen zwei Jahren waren mehr als 230.000 illegale Einwanderer aufgegriffen worden.

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Im Bürgerkriegsland Syrien soll sich erstmals ein Kommandeur abgesetzt haben, der größere Kampfverbände befehligt hatte. Jordanische Medien meldeten, General Mohammed Mussa al-Chairat habe am Samstag die Grenze überquert.

Der Name des Kommandeurs war im vergangenen Januar auf einer Liste aufgetaucht, die das Koordinationskomitee der Syrischen Revolution in der Stadt Dschasim verbreitetet hatte. Darauf waren all jene Militärs verzeichnet, die dem Komitee zufolge an der gewaltsamen Unterdrückung der Protestbewegung in ihrer Stadt beteiligt waren.

Regierungstruppen wollten angeblich Flucht von Vizepräsident verhindern

Keine Bestätigung gab es für einen Bericht des Nachrichtensenders Al-Arabija, wonach sich auch Vizepräsident Faruk al-Scharaa nach Jordanien abgesetzt haben soll.

Ein Kommandeur der Freien Syrischen Armee hatte erst kürzlich erklärt, al-Scharaa habe sich von Präsident Baschar al-Assad losgesagt. Er halte sich "an einem sehr sicheren Ort in Syrien" auf. Beobachter hatten spekuliert, dass die Regierungstruppen ihre Angriffe auf die Grenzprovinz Daraa in den vergangenen Tagen verstärkt hatten, um eine Flucht des Vize zu verhindern.

Kämpfe an der Grenze zum Irak

In Syrien wurden heftige Kämpfe zwischen Revolutionsbrigaden und Regierungstruppen aus der Provinz Deir as-Saur an der Grenze zum Irak gemeldet. Dabei seien 15 Menschen getötet worden, berichtete die Allgemeine Kommission für die Syrische Revolution. Landesweit zählten die Regimegegner in wenigen Stunden 60 Tote. Am Freitag sollen nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter mehr als 210 Menschen ums Leben gekommen sein, darunter 36 Angehörige der Regierungstruppen.

Auch kritische Intellektuelle und Künstler geraten nun unter Druck des Regimes. Aktivisten meldeten, der beliebte Fernsehschauspieler Mohammed Oso sei nach einer Razzia in seinem Haus in Damaskus zusammen mit weiteren Angehörigen seiner Familie verhaftet worden. Sein Haus liegt im Stadtteil Messe, in dem es in den vergangenen Tagen Kämpfe zwischen Regimetruppen und Revolutionsbrigaden gegeben hatte. Bereits am Donnerstag sei der unabhängige Filmemacher Arwa Najrabija am Flughafen von Damaskus verhaftet worden, als er nach Kairo fliegen wollte.
 

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Leserkommentare
  1. "Griechenland baut angesichts der kaum noch zu kontrollierenden Ankunft illegaler Einwanderer Dutzende neue Aufnahmelager."

    Wer baut/hilft Gemeinsam, ein neues Griechenland auf Beine.
    Weshalb Hilft Griechenland in Ihrer eigenen Not, Syrischen Flüchtlingen ?

    Die Griechen haben ein Warmes Herz in ihrer Brust.

    pfui Deibel,diese Beckmesser, die Erbsenzähler, die Scharnagel, Söder, Dobrindt's.

    Es geht um eine Landeswahl.
    Die CSU schickt die Griechen in die Wüste, und schmeißt die Drachme Hinterher.

    Für einen billigen Wahlsieg.

  2. 2. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  3. Was den aufgeklaerten Menschen in aller Welt von fanatischen Unholden angetan wurde und wird, ist entsetzlich. Gewalttaetige Steinzeitmenschen, bewaffnet mit Raketen und Kalashnikovs, stellen eine Bedrohung fuer uns alle dar. Daher sollten wir unsere Einwanderungsbeschranekungen temporaer aufheben, um den religioes verfolgten Syrern eine neue Heimat zu geben. Denn letzendlich sitzen wir im gleichen Boot, und sind Brueder und Schwestern.

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    nicht die kommen, die sie unterstützen wollen und das dürften sie auch wissen.

    Finde die Idee jedoch auch spannend, das wird zu einer Destabilsierng in Europa führen, die denn 'Eliten' nur entgegenkommt.

    Wir sind keine Brüdern und Schwestern, denn nahe Verwandte sind sie nicht.

    Es wäre sinnvoller die Syrer in Länder zu geleiten, die ihrer Kultur entsprechen. Denn hier käme zu den erlebten Kriegswirren auch noch der Kulturschock. Wir haben mit diesen Gruppen bislang fast ausschließlich negative Erfahrungen gemacht und sie haben keine Qualifikationen, um sich in unserer technisierten Welt zu ernähren.

  4. nicht die kommen, die sie unterstützen wollen und das dürften sie auch wissen.

    Finde die Idee jedoch auch spannend, das wird zu einer Destabilsierng in Europa führen, die denn 'Eliten' nur entgegenkommt.

  5. 5. Nein!

    Wir sind keine Brüdern und Schwestern, denn nahe Verwandte sind sie nicht.

    Es wäre sinnvoller die Syrer in Länder zu geleiten, die ihrer Kultur entsprechen. Denn hier käme zu den erlebten Kriegswirren auch noch der Kulturschock. Wir haben mit diesen Gruppen bislang fast ausschließlich negative Erfahrungen gemacht und sie haben keine Qualifikationen, um sich in unserer technisierten Welt zu ernähren.

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    "Wir haben mit diesen Gruppen bislang fast ausschließlich negative Erfahrungen gemacht"

    Mit welchen "Gruppen"? Meines Wissens nach hatte Deutschland bis jetzt noch nicht die Erfahrung gemacht, mit größeren Zahlen an syrischen Flüchtlingen fertig werden zu müssen. Oder ordnen Sie die pauschal in die Schublade 'Muslime' und damit als problembehaftet ein, weil sie aus einem arabischen Land kommen?

    "sie haben keine Qualifikationen, um sich in unserer technisierten Welt zu ernähren."

    Das mag Sie jetzt vielleicht verblüffen, aber auch im arabischen Raum gibt es Schulen und Hochschulen, an denen man sogar (man höre und staune!)zumindest teilweise mit Technik und Wirtschaftswissenschaften in Berührung kommen soll.
    Wenn ich dagegen Ihre Äußerung lese, habe ich den Eindruck Sie schreiben von irgendeinem Volksstamm aus dem hinterletzten Zufluss des Amazonas, der noch mit Pfeil und Bogen auf die Jagd geht. Vielleicht sollten Sie Ihre Vorurteile mal überdenken...

  6. "Wir haben mit diesen Gruppen bislang fast ausschließlich negative Erfahrungen gemacht"

    Mit welchen "Gruppen"? Meines Wissens nach hatte Deutschland bis jetzt noch nicht die Erfahrung gemacht, mit größeren Zahlen an syrischen Flüchtlingen fertig werden zu müssen. Oder ordnen Sie die pauschal in die Schublade 'Muslime' und damit als problembehaftet ein, weil sie aus einem arabischen Land kommen?

    "sie haben keine Qualifikationen, um sich in unserer technisierten Welt zu ernähren."

    Das mag Sie jetzt vielleicht verblüffen, aber auch im arabischen Raum gibt es Schulen und Hochschulen, an denen man sogar (man höre und staune!)zumindest teilweise mit Technik und Wirtschaftswissenschaften in Berührung kommen soll.
    Wenn ich dagegen Ihre Äußerung lese, habe ich den Eindruck Sie schreiben von irgendeinem Volksstamm aus dem hinterletzten Zufluss des Amazonas, der noch mit Pfeil und Bogen auf die Jagd geht. Vielleicht sollten Sie Ihre Vorurteile mal überdenken...

    Antwort auf "Nein!"
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    Aus diesem Grunde gibt es in diese Länden auch so viele Analphabeten, weil die Schulen so gut sind.
    Ein Ausbildungssystem wie unseres kennn sie nicht, die meisten besuchen in der Regel keine Schule oder besuchen eine Art Grundschule. Mit wem sollen sie sich auf unserem Arbeitsmarkt messen? Mit unseren Grundschülern?

    Weil die Menschen in Syrien, dem Irak, Afghanistan etc. so gut gebildet sind, strömen sie oftmals auch in die soialen Netze der Länder, die sie aufnehmen. Klar! Es gibt keine Bildungstradition wie in den meiste westlichen Ländern, Japan etc.

    Schauen Sie sich die meisten Flüchtlinge an, es sind zumeist Bauern. Aber nicht Bauern wie in unserem Land, sprich Menschen die mit hochtechnisierten Geräten umgehen können, zumeist mindestens 3-jährige Ausbildungen nach einer 10-jährigen Schulzeit absolviert haben und riesige Betriebe bewirtschaften, sondern Bauern für den Eigenbedarf. Hier eine Ziege, da ein paar Schafe...

    Was wollen Sie diesen Menschen hier bieten?
    Schauen Sie sich die Einwanderung der türkischen Bevölkerung in dieses Land an. Die meisten kommen aus Ostanatolien, das ist mehr oder weniger mit Syrien zu vergleichen. Wollen wir das wirklich?

    Wir brauchen Mechaniker, Krankenschwestern, Ingenieure etc., keine Menschen, die glatte aus unserem europäischen Hochmittelalter stammen könnten. Und selbst die kannten sich mit Felderwirtschaft, Handwerk etc. aus.

    So Leid mir diese Menschen auch tun, sie sind hier nicht am richtigen Platz.

  7. Aus diesem Grunde gibt es in diese Länden auch so viele Analphabeten, weil die Schulen so gut sind.
    Ein Ausbildungssystem wie unseres kennn sie nicht, die meisten besuchen in der Regel keine Schule oder besuchen eine Art Grundschule. Mit wem sollen sie sich auf unserem Arbeitsmarkt messen? Mit unseren Grundschülern?

    Weil die Menschen in Syrien, dem Irak, Afghanistan etc. so gut gebildet sind, strömen sie oftmals auch in die soialen Netze der Länder, die sie aufnehmen. Klar! Es gibt keine Bildungstradition wie in den meiste westlichen Ländern, Japan etc.

    Schauen Sie sich die meisten Flüchtlinge an, es sind zumeist Bauern. Aber nicht Bauern wie in unserem Land, sprich Menschen die mit hochtechnisierten Geräten umgehen können, zumeist mindestens 3-jährige Ausbildungen nach einer 10-jährigen Schulzeit absolviert haben und riesige Betriebe bewirtschaften, sondern Bauern für den Eigenbedarf. Hier eine Ziege, da ein paar Schafe...

    Was wollen Sie diesen Menschen hier bieten?
    Schauen Sie sich die Einwanderung der türkischen Bevölkerung in dieses Land an. Die meisten kommen aus Ostanatolien, das ist mehr oder weniger mit Syrien zu vergleichen. Wollen wir das wirklich?

    Wir brauchen Mechaniker, Krankenschwestern, Ingenieure etc., keine Menschen, die glatte aus unserem europäischen Hochmittelalter stammen könnten. Und selbst die kannten sich mit Felderwirtschaft, Handwerk etc. aus.

    So Leid mir diese Menschen auch tun, sie sind hier nicht am richtigen Platz.

    Antwort auf "Au weia"
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    "Aus diesem Grunde gibt es in diese Länden auch so viele Analphabeten, weil die Schulen so gut sind.
    Ein Ausbildungssystem wie unseres kennn sie nicht, die meisten besuchen in der Regel keine Schule oder besuchen eine Art Grundschule."

    Dazu ein Zitat von der Website des Auswärtigen Amtes:

    "In Syrien besteht allgemeine Schulpflicht, die für alle Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren gilt (Schulpflicht bis zur 9. Klasse). Die Einschulungsrate im Grundschulbereich liegt bei 99 Prozent (Jungen) bzw. 98 Prozent (Mädchen). Die Analphabetenrate ist auf 17 Prozent gesunken und liegt in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen bei 5,5 Prozent (Männer: 4 Prozent, Frauen: 7 Prozent)."

    http://www.auswaertiges-a...

    Insgesamt sind in Syrien über 200.000 Studenten immatrikuliert.

    "Es gibt keine Bildungstradition wie in den meiste westlichen Ländern, Japan etc."

    Zumindest aus historischer Sicht ist das ziemlicher Unfug. In Syrien gibt es seit Jahrtausenden eine Bildungstradition. Wenn Sie allerdings darauf hinauswollen, dass es dort keine WESTLICHE Bildungstradition gibt im Sinne eines 'organisch gewachsenen' Systems haben Sie zwar teilweise recht (das syrische Bildungssystem orientiert sich am französischen der Mandatszeit), sollten aber auch dann Japan nicht als Beispiel anführen, da auch hier ein vergleichbares System erst mit der Meiji-Restauration im 19. Jahrhundert aufkam.

    Ich will damit eigentlich auch nur darauf hinaus, dass es in Syrien und anderen arabischen Ländern eine nicht geringe Anzahl qualifizierter Leute gibt, die auch bei uns nicht vollkommen unnütz wären, zumal der humanitäre Aspekt ja dabei völlig außen vor bleibt. Natürlich bestreitet niemand, dass es dort auch Ungebildete bzw. Unqualifizierte gibt, die Frage ob wir sie aufnehmen sollten, steht auf einem anderen Blatt. Bei Ihnen hingegen klingt es ein bischen, als dächten Sie jeder Syrer lebte noch in der Steinzeit.

  8. "Aus diesem Grunde gibt es in diese Länden auch so viele Analphabeten, weil die Schulen so gut sind.
    Ein Ausbildungssystem wie unseres kennn sie nicht, die meisten besuchen in der Regel keine Schule oder besuchen eine Art Grundschule."

    Dazu ein Zitat von der Website des Auswärtigen Amtes:

    "In Syrien besteht allgemeine Schulpflicht, die für alle Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren gilt (Schulpflicht bis zur 9. Klasse). Die Einschulungsrate im Grundschulbereich liegt bei 99 Prozent (Jungen) bzw. 98 Prozent (Mädchen). Die Analphabetenrate ist auf 17 Prozent gesunken und liegt in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen bei 5,5 Prozent (Männer: 4 Prozent, Frauen: 7 Prozent)."

    http://www.auswaertiges-a...

    Insgesamt sind in Syrien über 200.000 Studenten immatrikuliert.

    Antwort auf "So leid es mir tut"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Griechenland | Messe | Razzia | Revolution | Syrien | Vizepräsident
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