SyrienAssads Truppen rücken in Rebellen-Viertel vor

Die Offensive in Aleppo geht weiter, die Rebellen ziehen sich aus Salaheddin zurück. Meldungen, Assads Protokollchef habe sich abgesetzt, bestätigten sich nicht. von afp, dpa und reuters

Kämpfer der Freien Syrischen Armee in der Nähe von Aleppo

Kämpfer der Freien Syrischen Armee in der Nähe von Aleppo  |  © Goran Tomasevic/Reuters

Syrische Regierungstruppen und Aufständische haben sich am Donnerstag erneut heftige Kämpfe um die nördliche Metropole Aleppo geliefert. Die Aufständischen zogen sich nach eigenen Angaben vollständig aus dem umkämpften Viertel Salaheddin zurück. "Wir haben einen taktischen Abzug aus Salaheddin vollzogen", sagte ein Kommandeur der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) der Nachrichtenagentur AFP . Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad rückten nun in das Viertel vor, das bisher als Rückzugsort der Aufständischen galt.

Die Regimetruppen hatten am Vortag einen neuen Anlauf gestartet, die Aufständischen aus der Millionenstadt zu verdrängen. Dabei setzten sie auch schwere Artillerie und Kampfflugzeuge ein. In den vorangegangenen Tagen hatte die Armee an die 20.000 Soldaten um Aleppo zusammengezogen, denen etwa 6.000 bis 8.000 Rebellen gegenüberstehen. Aleppo gilt als entscheidende Stadt im Kampf zwischen den beiden Konfliktparteien. In ihr könnte sich das Schicksal der Führung um Baschar al-Assad entscheiden.

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Assad hat dem staatlichen Fernsehen zufolge am Donnerstag einen neuen Ministerpräsidenten ernannt. Der bisherige Gesundheitsminister Wael al-Halki soll auf Riad Hidschab folgen, der sich vor einigen Tagen auf die Seite der Aufständischen geschlagen und das Land verlassen hatte. Der 1964 geborene Halki stammt aus der Provinz Daraa im Süden Syriens , wo der Aufstand gegen Assad vor 17 Monaten ausgebrochen war.

Assads Protokollchef dementiert Flucht-Berichte

Assads Protokollchef Moheddin Muslimani hat bestritten, zu den Aufständischen übergelaufen zu sein. "Diese Berichte sind ohne Grundlage, ich erfüllen meine Pflicht im Präsidentenpalast", zitierte ihn die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Der saudische Nachrichtensender Al-Arabija hatte berichtet, Muslimani habe sich zu den Rebellen abgesetzt.

Auf Einladung der iranischen Führung wollten am Donnerstag in Teheran mehrere Staaten über die Lage in Syrien beraten. Eingeladen waren Außenminister von Staaten, die nach Einschätzung des Iran eine "realistische Einstellung" zur Krise in Syrien haben, praktisch aber das Assad-Regime in Damaskus unterstützen. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete das Treffen im Vorfeld als "neue Chance für Frieden in Syrien". Von den politisch maßgebenden Protagonisten in der Syrien-Krise hatte zunächst nur Russland zugesagt. Es wollte seinen Botschafter in Teheran schicken.

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge im Nachbarland Türkei ist nach offiziellen Angaben auf mehr als 50.000 gestiegen. Allein in den vergangenen beiden Tagen hätten mindestens 2.000 Syrer wegen der anhaltenden Kämpfe ihre Heimat verlassen, teilte die türkische Katastrophenschutz-Behörde mit. Es werde befürchtet, dass die Zahl der Flüchtlinge insbesondere aus Aleppo weiter ansteigen werde. In dem 17-monatigen Aufstand gegen Assad sind nach Angaben der Opposition mindestens 18.000 Menschen umgekommen. Nachbarländer wie die Türkei befürchten eine Flüchtlingskrise.

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Leserkommentare
  1. Truppen an der jordanisch-syrischen Grenze stationiert?

    Ich kann nichts finden, was darauf hindeuten würde und betrachte Ihre Behauptung daher erstmal als unzutreffend.

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    Einar Vielen sie nennen auch ein Brötchen eine Verschwörungstheorie wenn es nicht belegt ist.

  2. ...auf Ihre Forderung: "So nun geben Sie endlich Ruhe an der Propagandafront!" möchte ich nicht weiter eingehen, Sie werden merken, wenn der eine seine Meinung vertreten darf, sollte es auch der andere dürfen, dass ist aus sich heraus logisch.

    Problematisch ist der Verweis auf die "Terroranschläge".

    Warum ? Nun, wenn die Freiheitskämpfer oder Aufständischen oder wie man sie nennen mag, schwere Waffen hätten, statt Gewehre und Sprengstoff als Mittel der Wahl, bedürften sie dieser Mittel nicht, aber ich gehe davon aus, dass Sie es nicht unterstüzen würden, wenn man ihnen schwere Waffen liefern würde, habe ich recht ?

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    Wenn man sieht wie sogar hier in Deutschen foren gegen Oppositionelle vorgegangen wird mit dem Wort braucht man sich in Syrien wo es nur so von der Geheimpolizei und den Apperat wimmelt nicht zu wundern wenn Menschen zu den Waffen greifen da sie einfach dieser Staatlichen Verfolgung nicht gewachsen sind und sicher auch keine Chance bekommen eine Stimme zu erhalten. Das sind verhältnisse wie im 3.Reich ein Volk ein Reich ein Führer und wer dagegen ist wird halt aussortiert.
    Normal ist das nicht das Foren wie dieses hier nur so von loyalisten wimmelt anscheinend versucht sich Assad überall gehör zu verschaffen anstatt es an der Hausnummer der UN zu versuchen. Schade das im dort nicht so viel gehör geschenkt wird nach 20000Toten Folter und Mord braucht sich auch keiner zu wundern das Assad in der Gesamten UN unten durch ist.

    "Problematisch ist der Verweis auf die "Terroranschläge"."

    1. Verlangte der Forist belege für die Behauptung, dass ein Grossteil der Anschläge auf das Konto von Islamisten geht.

    Geliefert!

    dann kommen Sie mit (Zitat oben)
    und noch schlimmer Sie verharmlosen Terroristen, indem Sie sie als Rebellen ohne schwere Waffen darstellen, die ja keine andere Wahl haben! [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/au.

  3. wie viele foristen hier für Assad arbeiten und den von ihm gemachten Staatsterror unterstützten. Mit Sicherheit sind es zum Großteil keine Deutschen Staatsbürger aber als die Meinung des Volkes kann man sich ja als Agent der falschen Seite ausgeben. Deutschland unterstützt nicht Assad und das aus gutem Grund da können nochsoviele lügen und Propaganda von den Regimegünstlingen verbreitet werden. Schämt euch damit ihr das Ansehen eures Landes so beschmutzt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...deutscher Staatsbürger, und "unterstütze" nicht unbedingt Assad*, aber ich unterstütze diejenigen Syrer (und das sind wohl eine ganze Menge) die nicht von den USA/NATO UND den Golfstaaten "demokratisch missioniert" werden wollen.

    Ich stelle mich bewußt gegen den "Meinungs-mainstream" in Deutschland - und schäme mich nicht!

    *ich arbeite nicht für ihn ;-)

    Nun ja, vielleicht...

    -möchte ein Großteil der Leserschaft nicht ständig einseitige Berichte über die ach so edlen Rebellen vorgesetzt bekommen?

    -möchten die meisten Menschen lieber einen unbeliebten, doch berechbaren Diktator, als eine Meute streng(st)gläubiger Fanatiker an der Macht?

    -sind Terminologien wie "Freiheitskämpfer" nicht immer zutreffend, Freiheit zum unbegrenzten Konsum wie in Gods own country? Sie meinen mit Sicherheit nicht Freiheit für Christen, Schiiten und Frauen die sich NICHT verhüllen möchten

    -ziehen die langweiligen 3.Reich Vergleiche nicht mehr, nein wir sind nicht empört (gähn...)

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/kvk

  4. keine Belege vorweisen können.

  5. 45. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au.

    Antwort auf "[...]"
    • WiHi
    • 09. August 2012 16:52 Uhr

    Der übergelaufene Gesundheitsminister ist zum Ministerpräsidenten ernannt worden, während der nicht übergelaufene Protokollchef des Präsidentenpalastes Muhi al-Din Maslamani übergelaufen ist?
    Nun gut, vielleicht gibt es ja noch einen Anderen.

    Jedenfalls hat der laut FSA in Aleppo getötete russische General Vladimir Kuzheyev in Moskau als Pensionär ein Interview gegeben und ist empört über die Meldungen seines Ablebens.

    MfG WH

  6. 47. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Danke, die Redaktion/au.

    Antwort auf "Illusion"
  7. wie unsachlich und einseitig, mit welchen unbewiesenen Behauptungen und Unterstellungen die Diskussion hier teilweise geführt wird.

    Kann man sich nicht wenigstens darauf verständigen, dass dies ein schrecklicher Krieg ist, unter dem (wie immer) die Zivilbevölkerung am meisten leidet, egal, von welcher Seite sie dieses Leid nun gerade erfährt?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
  • Schlagworte Mahmud Ahmadinedschad | AFP | Gesundheitsminister | Syrien | Iran | Russland
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