BürgerkriegRaketen aus Syrien schlagen in Jordanien ein

Syrien eskaliert den Konflikt mit dem Nachbarland: Geschosse schlugen im Grenzgebiet ein, wo Zehntausende Bürgerkriegsflüchtlinge leben. Jordanien nennt das inakzeptabel. von AFP und dpa

Syrische Flüchtlinge Ende Juli an der Grenze zu Jordanien

Syrische Flüchtlinge Ende Juli an der Grenze zu Jordanien  |  © EPa/Jamal Nasrallah/dpa

Jordanien reagiert mit zunehmend harten Worten auf das Vorgehen syrischer Truppen an der gemeinsamen Grenze. Wie ein Regierungssprecher sagte, schlugen syrische Raketen auf jordanischem Gebiet ein. Ein Mädchen erlitt Verletzungen. Das jordanische Außenministerium habe dem syrischen Botschafter deutlich gemacht, dass dies ein "inakzeptabler" Vorfall sei. Dies ist bislang die stärkste offizielle Reaktion der jordanischen Regierung auf mehrere Schusswechsel in der Grenzregion.

Vor wenigen Tagen hatte die syrische Armee auf Flüchtlinge und desertierte syrische Militärführer geschossen, die im Begriff waren, sich nach Jordanien zu retten. Nach Angaben aus jordanischen Sicherheitskreisen eröffneten Soldaten das Feuer auf eine Gruppe von etwa 500 Flüchtlingen. Die Jordanier schossen zurück, da sich die Flüchtlinge bereits in Jordanien befanden. Es habe einen etwa 30 Minuten dauernden heftigen Schusswechsel gegeben.

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Gescheiterte Mission

Zehntausende Syrer sind wegen der Kämpfe in der Heimat bereits nach Jordanien geflohen.

Auch das Feuer auf die Flüchtenden war nicht die erste Militäraktion Syriens gegen das Ausland: Im Juni hatte die syrische Luftabwehr einen türkischen Militärjet abgeschossen, zudem hatten Assads Truppen auf libanesische Dörfer gefeuert.

In Syrien sterben täglich Menschen im Bürgerkrieg der Rebellen gegen das Militär des Regimes. Die Zahl der Todesopfer schätzten die UN schon vor Monaten auf 10.000. Sanktionen von UN, USA und EU gegen die diktatorische Regierung blieben bisher weitgehend wirkungslos. Ebenfalls eine Beobachtermission, die einen Waffenstillstand überwachen sollte, der aber nie zustande kam.

Reihenweise fliehen Militärangehörige und andere Unterstützer von Präsident Baschar al-Assad aus Syrien, zuletzt der Premierminister. Die von der Opposition verbreitete Nachricht, der Vizepremier habe sich ebenfalls abgesetzt , bestätigte sich bisher nicht.

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Leserkommentare
  1. Interessant. Der Abschuss eines Militärjets, der aus einem Nachbarland kommt, das mit Einmarsch droht, bei einer Grenzverletzung - ist auch eine verwerfliche Aktion, die bestraft gehört?

    Ich komme bei diesen Artikeln irgendwie nicht mehr mit. Die Fakten sind doch längst auch denen bekannt, die neben der Zeit keine anderen Quellen verfolgen?

  2. ohne jegliche Objektivität...
    der Autor eines solchen Artikels ist zu möglichst weitgehender Objektivität verfplichtet. Kommt er dieser nicht nach und hat einen schlechten Job gemacht, genauso wie ein KFZ-Mechaniker, der die Schrauben nicht festzieht...
    Auf Flüchtlinge geschossen? Einfach so und mit Absicht, obwohl sie schon über der Grenze waren?
    Wo sind die Informationen bezüglich der Aktionen der desertierten Militärs? Haben die sich gewehrt, gab es den Schusswechsel schon zwischen Rebellen und Militärs VOR dem Grenzübergang?
    "Militäraktion gegen das Ausland" Das ist doch wirklich hahnebüchen! Nach dem drei Mal rumdrehen der Worte, klingt es nun fast so, als wäre die syrische Flak auf dem tükischen Flughafen eingefallen und hätte das Flugzeug direkt dort abgeschossen.
    Wo ist die Berichterstattung aus der Sicht beider Konfliktparteien?

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    • Isi 1st
    • 20. August 2012 16:50 Uhr

    "...der Autor eines solchen Artikels ist zu möglichst weitgehender Objektivität verfplichtet..." - wirklich? ach wäre das schön!
    Zuerst kommt das Fressen und dann die Moral. Es gibt doch schon lange keinen richtigen Journalismus mehr, den kann/will doch keiner mehr bezahlen.

    "Kommt er dieser nicht nach hat er einen schlechten Job gemacht,..." - das entscheidet sein Redakteur - wesen Suppe ich esse, dessen Lied pfeif ich
    ;-)

    Da wir geneigten Leser die Zeit online & kostenlos ins Haus bekommen, dürfen wir nicht darüber jammern, was wir zu lesen bekommen...
    ja, die Zeiten in denen man(n) die Zeitung zum Frühstück lass und sich seine Meinung bilden konnte sind vorbei... - die Wahrheit zu finden war nie leicht, sie ist aber auch nicht leichter geworden...
    Der Artikel ist so eindeutig und daher ein wunderschönes Beispiel der immer plumper werdenden Propaganda - und hätte im Volksempfänger vorgelesen werden können.

    Danke für dieses schöne Beispiel.

    • kalle32
    • 20. August 2012 12:25 Uhr

    "Sanktionen von UN, USA und EU gegen die diktatorische Regierung blieben bisher weitgehend wirkungslos."

    ich würde ergänzen: "...da sie nicht auf die Rebellen ausgedeht wurden und die Rebellen weiterhin aus dem Ausland bewaffnet und finaziert werden."

  3. ... und einmal in seinem Leben zum Wohle seines Volkes handeln, Abdanken und einen geregelten Übergang in eine demokratische Regierungsform einleiten.

    Die 40 Jahre währende Unterdrückung und Ausbeutung des Assad-Regimes hat genug Unheil in Syrien angerichtet, irgendwann ist mal Schluß. Schade nur, das die "Vorzeige"-Demokratien Russland, China und der Iran weiterhin fest an der Seite von Assad stehen. Ferner hat Assad noch seine islamistische Hisbollah im Libanon stehen, die er bei Bedarf im Kampf gegen die Rebellen aktivieren kann.

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    Oder die Opposition die seit Über einem Jahr, verwzweifelt versucht Assad zu stürzen... ?? Selbst sogar Terroristen offiziel aus Saudi-Arabien (EL-Kaida-Creator) Gehälter für Gottes-Krieger bezahlt. Die von uns deutschen und Engländern kommandiert werden. Komisch es wurde doch gesagt Assad kämpft gegen seinen Volk ? Was haben da Ausländer überhaupt zu tun ? Gehälter von Saudi-Arabien an El-Kaida ? Schiffe ? Marketing.. Das widert mich an.

    Was würde ein guter Präsident machen ?
    Farbe bekennen und zusehen wie an Nonnen und andere Minderheiten schutzlose Mädchen (collectiv abusing) begannen wird ...
    http://youtu.be/ndz8Q0KH3Xs

    Wie lange soll diese Propagandamaschiene laufen ?
    Spätestens mit dem Massaker-Marketing hört das auf.

    Kriese und Energie und Ressourcen hin und her.
    Was da heute passiert und passiert ist kann der menschliche Verstand nicht mehr tollerieren. Die Fakten kennt jeder.

  4. 1. Es sind Terroristen die angegriffen worden. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch.

    2. Sie schreiben gescheiterte Mission, ja die von Saudi-Arabien und der Nato diese Mission ist gescheitert.

    3. Riad Hidschab der EX-Premierminister, ist eine bedeutungslose Witzfigur war nur 2 Monate im Amt.
    Wohl auch Verantwortlich für den Anschlag. Bei dem Assad seinen Schwager und der Bruder seine Beine verloren hat.
    Verantwortlich dafür dass Deutschland betitelt hat. Operation Volkan etc... Assad ist gestürzt..

    Ich empfehle die Seite von Thierry Meyssan. Französischer Intellektueller, Präsident und Gründer des Réseau Voltaire und der Konferenz Axis for Peace.
    http://www.voltairenet.or...

    Die Tatsache ist, dass Gas die Hauptquelle der Energie des
    21. Jahrhunderts sein wird, sowohl als Alternative zum Rückgang der weltweiten Ölreserven, als auch als saubere Energiequelle.
    www.voltairenet.org/Syrie...

    Und die Nato Niederlage hier zu lesen.
    Zweite Konferenz der « Freunde » Syriens in Istanbul
    Debakel in Syrien
    http://www.voltairenet.or...

    Bleiben die Autoren jetzt lieber Annonym ?
    Weil Sie nicht zu dem stehen worüber Sie schreiben ?

  5. 1. Vor wem fliehen die Flüchtlinge? Fliehen sie von dem Militär, aus Angst in Kampfzonen ihr Leben zu verlieren, öder fliehen sie vor den Aufständischen?
    2. War nicht der Flug des türkischen Flugzeugs in Syrisches Hoheitsgebiet eine gezielte Provokation, die natürlich einen Abschuss erforderte?
    3. Ist nicht der 'geflohene' Premierminister in Wirklichkeit einem Angebot Katars erlegen und hat sich seine 'Flucht' bezahlen lassen?
    4. Kann die Flucht von syrischen Militärs nicht auch dadurch begründet sein, dass sie Angst davor haben, ihr Leben im Kampf zu verlieren?
    5. War die UN-Beobachtermission nicht auch deswegen erfolglos, weil die Aufständischen nicht daran dachten, ihren Kampf zu beenden?

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    Zu 1.) Also meine Verwandten haben sich vorletzte Woche in den Libanon abgesetzt, nachdem die Rebellen mit ihren Pick-Ups mit aufgebautem MG durch das Christenviertel gefahren sind und den Leuten empfohlen haben, ihre Wohnungen frei zu machen. Große Angst vor den Regierungstruppen hatte von meinen Verwandten nie jemand. Und das sie besondere Günstlinge der Regierung handelt kann ich ausschließen.
    Zu 3.) In einem Zelt eines Flüchtlingslagers wurde er bisher noch nicht gesehen...
    Zu 4.) Zumindest zwei meiner Cousins haben aus genau diesem Grund ihren Grundwehrdienst nicht angetreten

  6. http://de.wikipedia.org/w...
    Spionageeinsätze wurden verneint.....

  7. Oder die Opposition die seit Über einem Jahr, verwzweifelt versucht Assad zu stürzen... ?? Selbst sogar Terroristen offiziel aus Saudi-Arabien (EL-Kaida-Creator) Gehälter für Gottes-Krieger bezahlt. Die von uns deutschen und Engländern kommandiert werden. Komisch es wurde doch gesagt Assad kämpft gegen seinen Volk ? Was haben da Ausländer überhaupt zu tun ? Gehälter von Saudi-Arabien an El-Kaida ? Schiffe ? Marketing.. Das widert mich an.

    Was würde ein guter Präsident machen ?
    Farbe bekennen und zusehen wie an Nonnen und andere Minderheiten schutzlose Mädchen (collectiv abusing) begannen wird ...
    http://youtu.be/ndz8Q0KH3Xs

    Wie lange soll diese Propagandamaschiene laufen ?
    Spätestens mit dem Massaker-Marketing hört das auf.

    Kriese und Energie und Ressourcen hin und her.
    Was da heute passiert und passiert ist kann der menschliche Verstand nicht mehr tollerieren. Die Fakten kennt jeder.

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    ... und nicht an das Wohl von Assad und seinen Anhängern.

    Sie wissen ganz genau, warum sich das syrische Volk gegen das Assad-Regime auflehnt: Um endlich aus der Spirale der Unterdrückung, Ausbeutung und Bevormundung auszubrechen.

    Der Assad-Clan und seine Günstlinge haben 40 Jahre lang die Mehrheit des syrischen Volkes (ca. 75 % Sunniten) ausgebeutet, unterdrückt und von der politischen Mitsprache fern gehalten. Irgendwann läuft eben jedes Faß über.

    Und kommen Sie nicht mir Gräultaten, die durch die Rebellen verübt wurden. Ein Krieg ist NIE sauber, Gruppierungen aus beiden Seiten verüben Kriegsverbrechen, das läßt sich leider nicht vermeiden, weil auf beiden Seiten Extremisten und Hardliner mitspielen.

    NUR: Assad hatte die Chance, den Bürgerkrieg zu vermeiden, indem er endlich mehr Demokratie in seinem Land gewagt hätte. Statt dessen hat er auf unbewaffnete Demonstranten schießen lassen. Er und seine Getreuen gaben den ersten Schuß ab und zeigten der Mehrheit der Syrer, das mit Ihnen nicht zu reden oder verhandeln ist.

    Die Schuld an der Eskalation in diesem Konflikt trägt hauptsächlich Assad.

    P.S.: Die paar Al-KAida-Kämpfer unter den Rebellen machen aus der Masse der Freiheitskämpfer noch lange keine Islamisten. Die wahren Islamisten und besten Freunde Assads, die Hisbollah, die sitzen jenseits der Grenze im Libanon und warten nur auf ein Zeichen von Assad, um loszuschlagen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Bürgerkrieg | Syrien | UN | Europäische Union | Jordanien | Militär
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