Jordanien reagiert mit zunehmend harten Worten auf das Vorgehen syrischer Truppen an der gemeinsamen Grenze. Wie ein Regierungssprecher sagte, schlugen syrische Raketen auf jordanischem Gebiet ein. Ein Mädchen erlitt Verletzungen. Das jordanische Außenministerium habe dem syrischen Botschafter deutlich gemacht, dass dies ein "inakzeptabler" Vorfall sei. Dies ist bislang die stärkste offizielle Reaktion der jordanischen Regierung auf mehrere Schusswechsel in der Grenzregion.

Vor wenigen Tagen hatte die syrische Armee auf Flüchtlinge und desertierte syrische Militärführer geschossen, die im Begriff waren, sich nach Jordanien zu retten. Nach Angaben aus jordanischen Sicherheitskreisen eröffneten Soldaten das Feuer auf eine Gruppe von etwa 500 Flüchtlingen. Die Jordanier schossen zurück, da sich die Flüchtlinge bereits in Jordanien befanden. Es habe einen etwa 30 Minuten dauernden heftigen Schusswechsel gegeben.

Gescheiterte Mission

Zehntausende Syrer sind wegen der Kämpfe in der Heimat bereits nach Jordanien geflohen.

Auch das Feuer auf die Flüchtenden war nicht die erste Militäraktion Syriens gegen das Ausland: Im Juni hatte die syrische Luftabwehr einen türkischen Militärjet abgeschossen, zudem hatten Assads Truppen auf libanesische Dörfer gefeuert.

In Syrien sterben täglich Menschen im Bürgerkrieg der Rebellen gegen das Militär des Regimes. Die Zahl der Todesopfer schätzten die UN schon vor Monaten auf 10.000. Sanktionen von UN, USA und EU gegen die diktatorische Regierung blieben bisher weitgehend wirkungslos. Ebenfalls eine Beobachtermission, die einen Waffenstillstand überwachen sollte, der aber nie zustande kam.

Reihenweise fliehen Militärangehörige und andere Unterstützer von Präsident Baschar al-Assad aus Syrien, zuletzt der Premierminister. Die von der Opposition verbreitete Nachricht, der Vizepremier habe sich ebenfalls abgesetzt , bestätigte sich bisher nicht.