Bürgerkrieg : US-Geheimdienste unterstützen offenbar Syriens Rebellen

Ein Geheimplan erlaubt der CIA, die syrische Opposition im Kampf gegen die Truppen Assads zu unterstützen. Offiziell finanzieren die USA Funkgeräte und Medizin.

US-Präsident Barack Obama hat laut einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN bereits vor einiger Zeit einen Geheimerlass unterzeichnet, der amerikanische Hilfe für die syrischen Rebellen erlaubt. Wie der Sender unter Berufung auf US-Beamte berichtet, wird damit die heimliche Unterstützung der Aufständischen durch den Geheimdienst CIA und andere Agenturen erlaubt. Um welche Art von Hilfe es sich genau handele, sei nicht klar, heißt es bei CNN.

Offiziell unterstützen die USA die Rebellen in Syrien mit etwa 25 Millionen Dollar (etwa 20 Millionen Euro). Die Summe sei zuletzt um zehn Millionen Dollar erhöht worden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Das Geld ist nach Angaben der Regierung für sogenannte nicht-tödliche Ausrüstung bestimmt, darunter Medizin und Kommunikationstechnik.

Die USA stellen zudem 64 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe durch die Vereinten Nationen und anderen Gruppen zur Verfügung.

Derweil wächst der politische Druck auf die syrische Führung. Die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen werden in der Vollversammlung am kommenden Freitag über einen Text abstimmen, der den Kampf des Präsidenten Baschar al-Assad gegen das eigene Volk scharf verurteilt. Die Sitzung hatten die arabischen Länder beantragt. Der Text dürfte eine Mehrheit der Stimmen erhalten, hieß es aus UN-Kreisen.

Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen waren entsprechende Resolutionen schon mehrmals am Veto Russlands und Chinas gescheitert . Deshalb will Frankreich im Rat jetzt eine Ministerrunde einberufen, kündigte der französische Außenminister Laurent Fabius an. Die Regierung in Paris führt im August den Vorsitz des höchsten UN-Gremiums und hofft, die 15 Ratsmitglieder bis Ende des Monats für eine Syriendebatte auf höchster Ebene gewinnen zu können.

Durch das harte militärische Vorgehen gegen die Regimegegner sind nach UN-Schätzung schon weit mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen. Doch nicht nur seitens des Regimes, auch von der Opposition her nimmt die Gewalt zu.

Rebellen rücken in Aleppo vor

Im Kampf um Aleppo stehen die syrischen Rebellen mittlerweile kurz vor der historischen Zitadelle der Wirtschaftsmetropole. Die auf einem Hügel stehende 800 Jahre alte Festung stand einst als Symbol für arabische Militärmacht und war eine Touristenattraktion. Auf der zur Zitadelle führenden Hauptstraße seien sie in den vergangenen zwei Tagen nur wenige Meter vorangekommen, schilderten Kämpfer. Ihre Angaben sind ebenso wie die des Regimes kaum unabhängig zu überprüfen.

Russland warf beiden Konfliktparteien die Verletzung von Menschenrechten vor. Das belegten Bilder, die offenbar Rebellen beim Töten von Anhängern von Präsident Baschar al-Assad zeigten, sagte Vizeaußenminister Gennadij Gatilow. Alle Beteiligten müssten die Gewalt beenden. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat bereits mehrfach massive Folter beklagt.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

153 Kommentare Seite 1 von 13 Kommentieren

Lieber Miforist Heribert...

...Sie schreiben

Der Iran kocht medial sicherlich sein eigenes Süppchen, aber es ist wenigstens sein eigenes ...

Nein, lieber Mitforist, es sind nicht die Meinungen des iranischen Volkes, denn die werden massiv zensiert, nur die der Mullah-Kaste und des Poizeiapparates, bitte lesen Sie es nach:

http://www.zeit.de/news/2...

http://www.faz.net/aktuel...

http://www.focus.de/polit...

Lieber Mitforist...

..Sie schreiben:

"man muß die iranische Führung nicht mögen, nur wird im Iran anders als z. B. in Saudi-Arabien frei gewählt..."

Das scheint mir der Witz des Tages zu sein, werter Mitforist. Jedenfalls liest sich der Bericht hier ganz anders:

"Seit dem Sommer 2009, als überall im Land Tausende junge Iraner gegen die offensichtlich gefälschte Wahl von Präsident Ahmadineschad protestierten, hat sich im Land einiges verändert, erzählt Omid. Er war damals unter den Demonstranten in Isfahan: "Erst waren wir hundert, am nächsten Tag kamen schon zweitausend – hauptsächlich Studenten – dann konnte man sie nicht mehr zählen."
Doch ebenso schnell, wie es begonnen hatte, war alles wieder vorbei. Die Basiji-Miliz, eine paramilitärische Einheit, prügelte die Demonstranten gnadenlos nieder. Auch Omid bekam Schläge ab, bevor er wegrennen konnte. Laut Amnesty International starben im ganzen Land Dutzende Menschen, über fünftausend wurden im Laufe der Proteste inhaftiert."

http://www.zeit.de/gesell...

Bitte kehren Sie zum konkreten Artikelthema zurück. Danke, die Redaktion/ls

Grün wie der Dollar

Ja ist klar, ein paar Tausend Demonstranten in einem 80 Millionen Land...und die Unterstützung der USA hat auch überhaupt keinen Einfluss gehabt auf die iranische Opposition...

In 2006, the United States congress passed the Iran Freedom and Support Act which directed $10 million towards groups opposed to the Iranian Government.

In 2007, ABC news reported that U.S. president George W. Bush had authorized a $400 million CIA covert operation to destabilize Iran.[143] George W. Bush signed a "nonlethal presidential finding" that puts into motion a CIA plan that reportedly includes a coordinated campaign of propaganda, disinformation and manipulation of Iran's currency and international financial transactions.

In 2008, journalist Seymour M. Hersh reported in The New Yorker that " Congress agreed to a request from President Bush to fund a major escalation of covert operations against Iran" and "the President sought up to four hundred million dollars, were described in a Presidential Finding signed by Bush, and are designed to destabilize the country’s religious leadership."

http://en.wikipedia.org/w...

Bei diesen großflächigen verdeckten Aktitiväten der USA

gegen den Iran scheint es nicht verwegen zu mutmaßen, dass die USA oder ihre israelischen Freunde in Anschlägen gegen iranische Nuklearwissenschaftler verwickelt sind.

http://www.tagesspiegel.d...

Denn wer rasselt doch gleich am lautesten mit dem Säbel, wenn's um iranische Atomenergie geht?

Dazu ein Zitat: "On occasion scientists working on the nuclear program in Iran turn up dead. I think that's a wonderful thing, candidly," said Rick Santorum at a recent campaign stop in Greenville, South Carolina.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die USA unterstützen mehr oder weniger unverhohlen terroristische Aktivitäten gegen Zivilisten. Gleichzeitig bekämpfen sie doch den Terrorismus oder? Dann wäre es Zeit, in den eigenen Reihen anzufangen ...

Interessant

"Die USA unterstützen die Rebellen in Syrien mit etwa 25 Millionen Dollar (etwa 20 Millionen Euro). Die Summe sei zuletzt um zehn Millionen Dollar erhöht worden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Das Geld ist nach Angaben der Regierung für sogenannte nicht-tödliche Ausrüstung bestimmt, darunter Medizin und Kommunikationstechnik."

---------------------------------------------------------

Heist also die rebellen können ihre Mittel dann komplett für Waffen vewenden da sie mit den andeeren ja beliftert werden.

Hilfe für eine Krigspartei ist nun mal Parteiischen eingreifen, so könnte man auch fragen warum wie die armen Regirungssoldaten nicht auch mit Medikamenten versorgen, oder ob deren Leben weniger wert sei, oder ob sie nicht auch Fäter sind und Keinder haben ?

Russland und chna werden wohl weiterhin mauern da sie so den "Westlichen" Staaten gut eigen können das man sie nicht noch einmal so verarschen sollte wie in Lybien. Wenn wir das durchbrechen wllen bigt es eigentlich nur die Möglichkeit Syrien offen den Krieg zu erklären und dann offen anzugreifen das Regiime zu stürtzen und den Rebellen das Kommando zu übergeben. Nur wären wir dann Moralisch mit der Regirungszeit der Rebellen verbunden was die meisen Politiker ebend nicht wollen.

Also läft es perfect. Unsere Politiker können Stärke zeigen und wuchtige Worte benutzen im wissen das sich nichts ändern wird, und Russland und China können innere Stärke beweisen. Naja nur die Syrer halt .....

Warum dürfen wir uns da sicher sein?

Putin sagte bereits dass "Assad vor der Krise öfter ins Paris war als in Moskau". IdS Assad sieht jetzt was er davon hat sich in Paris anzubiedern. Da werden die Syrer jetzt wohl kaum 'Gelder' aus Russland bekommen. Sie sind ja auch nicht die Angreifer die nun Gelder bräuchten - die Angreifer sind Islamisten und arabische Faschisten, die vom Westen unterstützt werden, um Syrien labil und abhängig zu machen.

Warum dürfen wir uns da so sicher sein...?

...weil es so ist. Im englischen Wikipedia gibt es einen ganz guten Überblick über die russisch-syrischen Beziehungen (http://en.wikipedia.org/w...)
Die ganzen antiamerikanischen Verschwörungstheoretiker können ihnen hieraus bestimmt eine nette Theorie basteln, inwiefern der gesamte Syrien-Konflikt einzig und allein von Russland ausgeht und warum Iran, Syrien und China nichts anderes als Proxies sind, die von den russischen Strippenziehern gesteuert werden.

Millionen für Medizin und Fungeräte

wie nobel.
Auf den Verschiebeeffekt hat Nr. 2 bereits hingewiesen, zumal die saudischen Freunde der USA dann eben die anderen Sachen organisieren und zahlen.
Da sollte Frau Clinton besser keine scharfen Töne machen Richtung Russland und China, denn die Unterschiede sind bestenfalls graduell.

Hoffentlich kein vietnam 2.0

Auch in Indochina hat es einmal ganz klein angefangen.

Mittlerweile ist der Konflikt in syrien bereits deutlich eskaliert und enthaelt auch eine tuerkisch-kurdische Komponente. Wenn Avigdor Lieberman beim Wort zu nehmen ist, dann boete sich ihm jetzt eine Chance, den Kurden in Syrien zur dauerhaften Freiheit zu verhelfen. Aber vielleicht hat er ja bloss heisse Luft abgelassen, bei seinen Gedankenspielen, den Kurden beizustehen.

Auch der Iran soll mittlerweile Truppen in Syrien haben, und wenn es ganz arg kommt, dann sehen wir im zuge des syrien Konfliktes auch einen offenen Krieg zwischen Iran und Syrien einerseits und Saudi-Arabien, der tuerkei und Katar andererseits. Wie die Supermaechte darauf reagieren werden, darauf bin ich gespannt.

Das Syrische Regime zerfällt

und meines Erachtens ist dieser Prozess inzwischen auch durch keinerlei Intervention von außen mehr aufzuhalten. Die Frage ist eher, wie lange geht der Bürgerkrieg noch weiter und was geschieht danach.
Wenn man die jüngere Geschichte des Libanon und die Geschehnisse nach dem Einmarsch der Amerikaner in den Irak als Maßstab nimmt, dann wird das Land auch nicht unbedingt durch die Stationierung von Truppen zu befrieden sein. Die Gewalt zu beenden, dies ist die größte Herausforderung für die Bevölkerung in Syrien und da ist der Einfluss von hier aus naturgemäß sehr begrenzt.