In Ägypten müssen sich drei Männer wegen Beleidigung des Christentums vor Gericht verantworten. Die ägyptische Generalstaatsanwaltschaft habe entschieden, die Männer anzuklagen, berichtete die Nachrichtenagentur Mena.

Ahmed Mohammed Abdullah soll zusammen mit seinem Sohn während der Proteste gegen den islamfeindlichen US-Film Die Unschuld der Muslime vor der US-Botschaft eine Bibel zerrissen und dann verbrannt haben. Dabei wurde er gefilmt. In dem im Internet veröffentlichten Video soll Abdullah, der auch unter dem Namen Abu Islam bekannt ist, gedroht haben, auf das Buch zu pinkeln, sollten die Beleidigungen gegen den Islam weitergehen.

In einem Interview mit dem Journalisten Hani Jassin Gadallah soll er sich in der Zeitung Al-Tahrir abfällig über das Christentum geäußert haben. Der Reporter muss sich deshalb ebenfalls vor Gericht verantworten.

Bis zu fünf Jahre Haft für Blasphemie

Dass Abdullah und den beiden anderen Männern nun nach den ägyptischen Blasphemiegesetzen der Prozess gemacht werden soll, werten Beobachter als überraschend. In der Vergangenheit haben diese Gesetze häufig nur dann Anwendung gefunden, wenn es sich um mutmaßliche Verunglimpfungen des Islams handelte. Menschenrechtsgruppen haben die Gesetze wiederholt als Einschränkung der Freiheitsrechte kritisiert. Auf Blasphemie stehen in Ägypten bis zu fünf Jahre Haft.

Der Anti-Islam-Film, der in islamischen Ländern teils gewalttätige Proteste ausgelöst hat, war von einem in Kalifornien lebenden ägyptischen Kopten produziert worden. Der Aufruhr gegen das Video schürte bei der Minderheit der koptischen Christen in Ägypten Ängste vor neuer Gewalt und Diskriminierung. Sechs bis zehn Prozent der 82 Millionen Ägypter sind Kopten , sie waren in der Vergangenheit wiederholt Anfeindungen und Verfolgungen ausgesetzt .