AfghanistanTote bei Anschlag vor Nato-Hauptquartier in Kabul

Ein minderjähriger Attentäter hat sich im Kabuler Diplomatenviertel in die Luft gesprengt. Dabei riss er mindestens fünf Menschen in den Tod, darunter Kinder.

Afghanische Polizisten am Anschlagsort

Afghanische Polizisten am Anschlagsort

Bei einem Selbstmordanschlag vor dem Nato-Hauptquartier in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens fünf Menschen gestorben. Andere Quellen sprachen von sechs Toten. Fünf weitere Menschen seien bei der Explosion verletzt worden, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums.

Der Attentäter sei etwa 16 Jahre alt gewesen. Unter den Toten befänden sich mehrere Jungen, die vor dem Nato-Hauptquartier als Straßenhändler unterwegs gewesen seien, sagte ein ranghoher Polizist.

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Die Nato bestätigte, dass es eine Explosion vor ihrem Hauptquartier gegeben habe, dieses aber nicht beschädigt worden sei. Bereits kurz nach der Detonation bekannten sich die radikalislamischen Taliban zu dem Anschlag. Ziel sei der US-Auslandsgeheimdienst CIA gewesen, teilte ein Sprecher mit.

Anschlag im Diplomatenviertel

Der Anschlag ereignete sich im Diplomatenviertel von Kabul, in unmittelbarer Nähe der italienischen Botschaft. Auch US-Botschaft und Präsidentenpalast sind nicht weit entfernt. Wegen eines Feiertags zum Gedenken an den vor elf Jahren getöteten Widerstandskämpfer Ahmad Shah Massud waren die Sicherheitsvorkehrungen in Kabul am Samstag eigentlich besonders hoch.

Massud war 2001 von zwei Selbstmordattentätern des Terrornetzwerks Al-Kaida in den Tod gerissen worden. Die Tat hatte zwei Tage vor den Terroranschlägen in den USA am 11. September stattgefunden, die zu dem internationalen Militäreinsatz in Afghanistan führten.

Bombe tötet zwei Stammesführer

Einen weiteren Anschlag gab es in der südlichen Provinz Urusgran. Eine Bombe mit Fernzündung tötete zwei Stammesführer, die der Regierung in Kabul nahe standen, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Die beiden Männer waren auf dem Weg in ihr Bürogebäude in der Provinzhauptstadt Trinkot, als es zu der Explosion kam.

Zwei Söhne eines der Stammesführer wurden den Angaben zufolge verletzt. Bisher hat niemand für den Anschlag die Verantwortung übernommen. In der Vergangenheit hatten die radikalislamischen Taliban-Milizen wiederholt Stammesführer angegriffen, die die Zentralregierung in Kabul unterstützten.

 
Leserkommentare
  1. finden diese Menschen dafür minderjährige in den Selbstmord zu treiben?
    Auch wenn der Afghanistan Krieg verloren scheint - die Taliban zerstören da Land. Dies ist eine Tatsache, die nicht dadurch entkräftet werden kann, dass die USA/NATO auch Zivilisten töten. Drogenhandel, Scharia, Tötung von Andersgläubigen. Diesen selbst ernannten Gotteskriegern ist auch nichts heilig und sie bomben ihre Ideologie am besten herbei. Das haben sie auch schon vor der Intervention 2001 getan - siehe Zerstörung der Buddha Statuten etc.
    Ich denke nicht, dass man mit diesen Menschen vernünftig reden kann, und bin jedenfalls froh nicht unter ihrem Terrorregime leben zu müssen. Ein Privileg, dass die Afghanen nicht haben - leider.

  2. der Demokratisierungs- und Zivilisierungsprozess wird noch lange dauern und jede Einmischung wirft diesen Vorgang wieder zurück. Nur die Afghanen können sich selbst zur Vernunft bringen.
    Ich denke, dass der zivilisatorische Prozess auch vor diesem Land kein Halt machen wird. Der Fortschritt braucht in dieser islamisch-dominierten Region hunderte von Jahren und ist aber darum umso nachhaltiger.
    Es wird bis dahin aber noch viel Blut fließen müssen und die Opfer der Unschuldigen werden unermesslich sein. Das ist bitter, aber nicht zu ändern.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, dapd
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  • Schlagworte Afghanistan | Anschlag | CIA | Kabul | Nato | Botschaft
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