Right Livelihood AwardsAlternativer Nobelpreis geht erstmals nach Afghanistan

Die Jury ehrt den Kampf für Menschenrechte in Afghanistan und zeichnet die Ärztin Sima Samar aus. Weitere Preise gingen in die USA, die Türkei und nach Großbritannien. von dpa

In Stockholm sind die Träger des Alternativen Nobelpreises 2012 bekanntgeben worden. Erstmals geht ein Alternativer Nobelpreis nach Afghanistan : Die afghanische Ärztin und Politikerin Sima Samar erhielt die Ehrung für "ihren Mut und ihre Entschlossenheit im Kampf für Menschenrechte und die Rechte von Frauen in einer der instabilsten Regionen der Welt". Samar gilt auch seit mehreren Jahren als Anwärterin auf den Friedensnobelpreis.

Eine weitere Auszeichnung geht an den US-Wissenschaftler Gene Sharp, er wurde für seine Strategien zum gewaltlosen Widerstand geehrt. Die Jury zeichnet zudem die Organisation Campaign Against Arms Trade aus Großbritannien aus, die sich gegen den globalen Waffenhandel engagiert. Die drei Laureaten teilen sich das Preisgeld in Höhe von 150.000 Euro.

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Der Ehrenpreis geht in diesem Jahr an Hayrettin Karaca aus der Türkei . Der Geschäftsmann gilt als Mitbegründer der türkischen Umweltbewegung, seine Organisation TEMA setzt sich für den Schutz von Böden und natürlichen Habitaten ein. Die Jury würdigte ihn "für sein lebenslanges Eintreten für den Schutz der Natur, das den eigenen unternehmerischen Erfolg mit dem erfolgreichen Einsatz für die Umwelt verbindet". Der Ehrenpreis ist nicht dotiert.

Preis versteht sich als Kritik an traditionellen Nobelpreisen

Der Alternative Nobelpreis, eigentlich Right Livelihood Awards, soll das Engagement für einen friedlichen Ausgleich sozialer Spannungen, für den Erhalt der Umwelt und die Verteidigung der Menschenrechte würdigen. Die Auszeichnung wurde 1980 vom deutsch-schwedischen Publizisten Jakob von Uexküll gestiftet. Der Preis versteht sich auch als Kritik an den traditionellen Nobelpreisen, die in zwei Wochen vergeben werden.

Im vergangenen Jahr wurde unter anderem der chinesische Solarenergie-Pionier Huang Ming ausgezeichnet . Aus Deutschland erhielt zuletzt die Ärztin Monika Hauser 2008 einen Alternativen Nobelpreis. Sie setzt sich für Frauen ein, die Opfer sexueller Gewalt in Kriegen sind.

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Leserkommentare
  1. Ich finde es etwas irritierend, wenn es um Auszeichnungen für Leistungen von Individuen geht, dann aber immer erstmal das Land vor der Person genannt wird.
    "Weitere Preise gingen in die USA, die Türkei und nach Großbritannien." Wieso dieser Fokus auf die Länder? Klar beeinflusst das Herkunfts- bzw. Wirkungsland die Art der Leistung, aber das ist doch letztlich nur Wirkungsstätte für das entsprechende Individuum, um das es hier geht. Es ist in absolut jedem Land möglich, etwas herausragendes zu leisten und dafür gewürdigt zu werden.
    Das mag auf den Einen oder Anderen etwas kleinkariert wirken, es schadet m.E. aber nicht, da mal ab und an etwas mehr drauf zu achten, wir leben schließlich nicht mehr im 19. Jhd.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Afghanistan | Nobelpreis | Arzt | Auszeichnung | Award | Friedensnobelpreis
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