Nach den Dax-Vorstandschefs machen weitere Unternehmen und Verbände Druck auf die Bundesregierung , die Gesetze gegen Bestechung zu verschärfen. Der Bundestag müsse unverzüglich den Weg freimachen , um das UN-Abkommen gegen Korruption zu ratifizieren. Dies fordern 44 Vertreter von Wirtschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft in einem gemeinsamen Beschluss.

Das bereits vor neun Jahren unterzeichnete und von über 160 Staaten ratifizierte UN-Abkommen verpflichtet Regierungen, gegen korrupte Amtsträger vorzugehen . In Deutschland müsste vor einem Inkrafttreten der Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung neu geregelt werden. Union und FDP lehnen dies bislang ab, weil sie eine Einschränkung der freien Mandatsausübung befürchten.

Deutschland stehe mit seiner fehlenden Ratifizierung im Kreis der G-20-Staaten damit "fast allein da ", kritisierte das nationale CSR-Forum , das die Bundesregierung bei einer Strategie für die soziale Verantwortung von Unternehmen berät. Diese Weigerung erschwere zunehmend die Glaubwürdigkeit deutscher Unternehmen im Ausland.

Deutschland hat bereits eine EU-Frist verpasst

Zu den Unterzeichnern der nun gestarteten Initiative gehören der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Zentralverband des Deutschen Handwerks, die Bertelsmann-Stiftung sowie Firmen wie BASF und Henkel .

Die Staatengruppe gegen Korruption des Europarats (Greco) will im Oktober über mögliche Schritte gegen Deutschland beraten. Sie hatte Berlin eine Frist bis Ende Juni gesetzt, um die Regeln im Kampf gegen Bestechung sowie in der Parteienfinanzierung an international übliche Standards anzupassen. Von deutscher Seite wurde jedoch nichts unternommen.