Ein Gegner Assads verbrennt ein T-Shirt mit dem Konterfei des syrischen Machthabers. © Marco Longari/AFP/GettyImages

Gegner des syrischen Machthabers Baschar al-Assad haben 25 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 19 Millionen Euro) Kopfgeld auf die Ergreifung oder Tötung des Gewaltherrschers ausgesetzt. Dies berichtet die halbamtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Ahmed Hicazi, einen Offizier der Rebellentruppe Freie Syrische Armee (FSA).

Demnach stammt das Geld von syrischen Geschäftsleuten innerhalb und außerhalb Syriens , die die Opposition regelmäßig unterstützten. Sie hätten Angst um ihr Leben, so der Kommandeur zu Anadolu, und könnten deshalb auch nicht namentlich genannt werden.

Ziel des Kopfgeldes sei es, Mitglieder der syrischen Führung um Assad dazu zu bringen, etwas gegen den Präsidenten zu unternehmen. Derjenige, der Assad "tot oder lebendig" der Opposition ausliefere, habe zwar mehr als 25 Millionen Dollar verdient. Doch, so Hicazi weiter, dies sei die Summe, die bisher zusammengetragen worden sei.

Die FSA war für eine Stellungnahme zu dem Bericht nicht zu erreichen. Die Führung der Rebellentruppe lenkt ihre Operationen in Syrien von der Türkei aus.

Bereits Ende Mai hatte ein einflussreicher saudischer Funktionär ein Kopfgeld von 450.000 US-Dollar für denjenigen ausgeschrieben, der "Bashar al-Assad – einen Mörder, wessen Verbrechen gegen Kinder und Frauen die ganze Welt schockiert haben – vernichten kann". Nach Angaben des Imams reagiert er damit auf das Massaker in der syrischen Stadt Al-Hul vom 25. Mai, bei dem 108 Menschen getötet worden sein sollen.

Menschenrechtsorganisationen berichten immer wieder von Massakern an der syrischen Zivilbevölkerung. Nach Angaben der Vereinten Nationen ( UN ) seien allein in der letzten August-Woche rund 1.600 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt gab es im August die bislang meisten Todesopfer binnen eines Monats seit Beginn des Aufstands vor rund eineinhalb Jahren. Zudem seien weitere 100.000 Syrer in die Nachbarländer Türkei, Jordanien , Libanon und Irak geflohen.

Eins der vielen Flüchtlingslager besucht an diesem Dienstag auch der neue internationale Syrien-Gesandte, Lakhdar Brahimi. Er traf am Morgen in der südtürkischen Grenzprovinz Hatay ein. Brahimi hatte in den vergangenen Tagen mit der syrischen Führung in Damaskus gesprochen und sich am Montag in Kairo mit Abgesandten einer Syrien-Kontaktgruppe getroffen, der die wichtigsten Regionalmächte Ägypten , Saudi-Arabien , Iran und die Türkei angehören.

Brahimi hatte den Posten des internationalen Syrien-Vermittlers vom ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan übernommen, der nach dem Scheitern seiner Friedensmission zurückgetreten war.