DemokratisierungUS-Kongress ehrt Aung San Suu Kyi mit Goldmedaille

Die Auszeichnung war Aung San Suu Kyi schon 2008 zugesprochen worden, doch damals stand Birmas Oppositionsführerin noch unter Hausarrest. Nun nahm sie den Preis persönlich entgegen. Die USA lockerten zugleich ihre Sanktionen gegen Birma. von afp und dpa

Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi nimmt die Goldmedaille des US-Kongress entgegen.

Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi nimmt die Goldmedaille des US-Kongress entgegen.  |  © Jason Reed /Reuters

Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist mit der Goldenen Ehrenmedaille des US-Kongresses ausgezeichnet worden. Die Friedensnobelpreisträgerin erhielt die höchste zivile Auszeichnung des US-Parlaments vom Chef des Repräsentantenhauses, John Boehner, überreicht. Suu Kyi sprach bei der Zeremonie im Kapitol von einem der "bewegendsten Tage in meinem Leben". Sie bedankte sich zugleich bei den US-Parlamentariern für deren andauernde Unterstützung. "Danke dafür, dass Sie uns in all den dunklen Jahren, in denen Freiheit und Gerechtigkeit unerreichbar schienen, in Ihren Herzen und Gedanken behalten haben."

Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie hatte im Jahr 1990 die Parlamentswahl in Birma gewonnen, die Militärjunta hinderte sie damals jedoch an der Regierungsübernahme. Anschließend verbrachte die charismatische Politikerin bis zu ihrer Freilassung im Jahr 2010 die meiste Zeit in Haft oder unter Hausarrest – und wurde im Westen zu einer Ikone der Demokratiebewegung. Der US-Kongress hatte ihr die Medaille bereits 2008 zuerkannt, als Würdigung für ihren langjährigen Kampf für Demokratie und Freiheit in ihrem Heimatstaat. Viele Parlamentarier, die sich zur Zeremonie versammelten, sagten, dass sie nicht erwartet hätten, ihr die Auszeichnung persönlich verleihen zu können.

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USA lockern Sanktionen gegen Birma

Seit dem Frühjahr 2011 ist in Birma eine formal zivile Regierung unter dem früheren General Sein an der Macht. Sie leitete eine Reihe von Reformen ein und öffnete das Land politisch und wirtschaftlich. Politische Gefangene wurden freigelassen, Suu Kyi inzwischen ins Parlament gewählt.

Suu Kyi war am Montag in Washington zu einer zweieinhalbwöchigen US-Reise eingetroffen. Am Dienstag traf sie US-Außenministerin Hillary Clinton , am Mittwoch auch Präsident Barack Obama in dessen Büro im Weißen Haus. Aus protokollarischer Sicht handelte es sich dabei um ein privates Treffen. Öffentliche Erklärungen gaben beide Politiker nicht ab.

Die USA gehörten lange zu den schärfsten Kritikern der Verhältnisse in Birma und verhängten drakonische Sanktionen. Nun bemüht sich Washington, den Reformprozess zu unterstützen, lockerte seine Strafmaßnahmen und entsandte im Juli erstmals seit 22 Jahren wieder einen Botschafter. Am Mittwoch strichen die USA Staatschef Thein Sein und Parlamentschef Thura Shwe Mann von ihrer Sanktionsliste, wie das Finanzministerium in Washington mitteilte. Die Streichungen von der Sanktionsliste erfolgten einen Tag nachdem sich Suu Kyi für eine Aufhebung der verbleibenden Strafmaßnahmen gegen ihr Land ausgesprochen hatte.

Kurz vor der Reise der Oppositionsführerin hatte die birmanische Regierung erneut knapp 90 politische Gefangene freigelassen . In der kommenden Woche will auch Thein Sein in die USA reisen, um in New York an der Generaldebatte der UN-Vollversammlung teilzunehmen.

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Leserkommentare
  1. Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit entsprechenden Quellen und Argumenten. Danke. Die Redaktion/kvk

  2. Wieso nicht Bradly Manning - ach so, den habt ihr einfach weggesperrt und gefoltert, das geht natürlich nicht, er kam ja nie in die privilegierte Situation eines Hausarrests oder einer Gerichtsverhandlung. Die Ehrlosen verteilen Ehrenmedallien, Farce!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Aung San Suu Kyi | Barack Obama | Hillary Clinton | Finanzministerium | US-Kongress | Auszeichnung
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