Eastwood-Nummer"Da war dieser Stuhl"

Clint Eastwood und der leere Stuhl: Der US-Star hat erklärt, wie er auf die Idee zu seiner Parteitagsrede kam. Romney sei begeistert gewesen: "Wir haben alle gelacht." von dpa und dapd

Clint Eastwood mit Stuhl auf dem Republikaner-Parteitag

Clint Eastwood mit Stuhl auf dem Republikaner-Parteitag  |  ©REUTERS/ERIC THAYER

Clint Eastwood hat seine ungewöhnliche Rede beim Parteitag der Republikaner verteidigt. Die Idee zu der Nummer mit einem leeren Stuhl sei ihm erst kurz vor seinem Auftritt gekommen, sagte der Oscar-Preisträger der Zeitung The Pine Cone in Carmel, wo Eastwood einst Bürgermeister war.

Bei seinem Auftritt auf dem Parteitag der Republikaner am 30. August hatte der Schauspieler und Filmemacher zu einem imaginären Barack Obama gesprochen, verkörpert durch einen leeren Stuhl. Die Reaktionen auf die Rede reichten von Häme bis Applaus.

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Zwölf Minuten lang sprach Eastwood, er stockte immer wieder, um den US-Präsidenten dann wahlweise als größten Volksbetrüger in der amerikanischen Geschichte zu beschimpfen oder ihm die Nichteinhaltung seiner Wahlversprechen vorzuwerfen. Die Republikaner feierten den Auftritt des 82-Jährigen mit frenetischem Jubel, die Demokraten verspotteten den Schauspieler als alt, böse und realitätsfern.

Nun zog Eastwood eine positive Bilanz. Er habe sein Ziel erreicht, drei Dinge zu vermitteln: "Dass nicht jeder in Hollywood links steht, dass Obama eine Menge Versprechen gebrochen hat und dass die Leute das Recht haben, jeden Politiker abzusetzen, der keine gute Arbeit leistet."

"Sehr unorthodox"

Auf die Idee mit dem imaginären Obama sei er gekommen, als man ihm hinter der Bühne einen Stuhl angeboten habe. "Da war dieser Stuhl und jemand fragte mich dauernd, ob ich mich nicht setzen wolle." Das habe ihn zu dem Auftritt inspiriert, den der Hollywoodstar selbst als "sehr unorthodox" bezeichnete. "Ich werde einfach den Stuhl da draußen hinstellen und dann werde ich mit Herrn Obama sprechen und ihn fragen, warum er nicht all die Versprechen, die er allen gegeben hat, gehalten hat."

Ursprünglich sei ihm gesagt worden, dass er fünf Minuten Redezeit habe, sagte Eastwood. Allerdings sei es schwierig gewesen, die Zeit abzuschätzen, weil ihm keinerlei Signale gegeben worden seien. Eastwoods Auftritt, der nicht zuletzt online für viel Spott sorgte , dauerte am Ende zwölf Minuten.

"Wir haben alle gelacht"

Eastwood sagte, er sei sich bewusst gewesen, dass er einige Male ins Stocken geraten sei. Aber so sei das eben, "wenn du keine ausgearbeitete Rede hast". Anschließend hätten ihm der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und dessen Vize Paul Ryan jedenfalls gedankt. "Sie waren sehr begeistert, und wir haben alle gelacht", sagte Eastwood.

Mitarbeiter von Romney hätten zuvor noch versucht, ihn zu fragen, was er denn in dieser eigentlich streng durchchoreographierten Veranstaltung zu sagen gedenke. Aber er habe gesagt: "Nicht mit mir, denn ich weiß noch nicht, was ich sagen werde", sagte Eastwood.

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Leserkommentare
  1. and make my day ;-)

    • Taranis
    • 08. September 2012 17:31 Uhr

    Ich fand den Auftritt herrlich, ebenso wie die folgenden (teils Tier-)Parodien.
    Ich bin beileibe kein Fan der Republikaner, eher im Gegenteil, dennoch war Clint eine angenehme Erfrischung in dem sonst so akribisch durchorganisierten US-Wahlkampf. Ich finde auch Obama hat darauf viel besser reagiert als seine Parteikollegen, die gleich die große Beleidigungskeule auspacken mussten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, dpa
  • Schlagworte Barack Obama | Clint Eastwood | Recht | Hollywood | Hollywoodstar | Mitt Romney
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