WikiLeaks-Gründer : Ecuador bietet Assange-Befragung in Schweden an

Ecuador bemüht sich um eine Entschärfung des Streits um WikiLeaks-Gründer Assange. Dieser könnte in der Botschaft in Schweden zu den Vorwürfen befragt werden.
Julian Assange auf einem Balkon der Botschaft Ecuadors (Archivbild) © Chris Helgren/REUTERS

Die Regierung Ecuadors sucht nach Kompromissmöglichkeiten für den diplomatischen Streit mit Großbritannien über den Umgang mit WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Außenminister Ricardo Patiño kündigte an, er werde am kommenden Donnerstag am Rande der UNO-Vollversammlung in New York mit seinem britischen Kollegen William Hague über den Fall beraten.

Patiño schlug vor, Assange in die ecuadorianische Botschaft nach Stockholm zu bringen, damit er zu den Vergewaltigungsvorwürfen, die in Schweden gegen ihn erhoben werden, befragt werden kann. Möglich wäre es auch, Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London befragen zu lassen. In beiden Fällen würde der WikiLeaks-Gründer weiterhin unter dem Schutz des ecuadorianischen Asyls stehen, sagte Patiño.

Assange hält sich seit dem 19. Juni in der ecuadorianischen Botschaft in London auf und genießt seit dem 16. August Asyl . Er kann aber die britische Hauptstadt bislang nicht verlassen, da die britische Regierung angekündigt hat, Assange werde verhaftet, sobald er seinen Fuß vor die ecuadorianische Botschaft setzt. Dann wollen die britischen Behörden Assange an Schweden ausliefern.

Assange befürchtet allerdings , dass er von Schweden weiter an die USA ausgeliefert wird, wo er wegen Spionage und Geheimnisverrats wegen der Arbeit von WikiLeaks angeklagt werden könnte. Die Plattform hatte Zehntausende geheime Depeschen der US-Diplomatie sowie Dokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan veröffentlicht.

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Kommentare

54 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Sie werden es wohl müssen

Solange er wirklich unter dem Schutz einer Botschaft steht kann wohl weder Englanf noch Schweden ihn offen bei der Ein-Ausreise Verhaften.

Aber wir sollen der Botschaft danken die so endlich Bewegung in den Fall hineinbringt. Nach eine Befragung kann dann in Schweden das Verfahren it Anwälten weitergehen oder eingestellt werden, aber dieses nichtstun obwohl man den Protzess weiter laufen lassen könnte, ist einfach nur SChädlich für alle Beteiligten.

Nun ja.....

die Briten hatten angekündigt, Assange umgehend beim
Verlassen der Botschaft zu verhaften.
Auch dann, wenn er als "diplomatischer Mitarbeiter"
ausgewiesen würde.
In Schweden droht ihm, auch bei reiner "Befragung",
ebenfalls eine Inhaftierung...nach schwedischem
Recht möglich lt. seinem schwedischen Anwalt.

OHNE feste , öffentliche Zusagen beider Staaten, auf
Verhaftungen zu verzichten, würde ich an seiner Stelle
keinen Fuß außerhalb der Embassy setzen.

Die Schweden können nicht behaupten...

..es böte sich keine Möglichkeit Assange zu befragen.
Die Beweislage erscheint allerdings reichlich dünn:

" Lawyers for WikiLeaks founder Julian Assange have revealed that a key piece of evidence does not contain his DNA.A torn condom given to Swedish police by one of the alleged victims was examined by staff at two forensic laboratories but they could not find any conclusive evidence of Mr Assange’s DNA on it.(...)The report also appears to cast doubt on the claim made by the second alleged victim, who told police that she was ‘raped’ by Mr Assange when she was asleep.But during a police interview, the woman, now 29, apparently suggests that she did not mind him having unprotected sex with her.The Swedish prosecutor’s office refused to comment on the report but said the case was ongoing." (Daily Mail)

Assange hatte angeboten,

Das er eine schriftliche Aussage einreicht - wurde abgelehnt.
Das er in London befragt wird - wurde abgelehnt.

Und übrigens ist Schweden nicht der unschuldige Staat wie so oft behauptet wird:

http://www.fr-online.de/w...

Eine Auslieferung in die USA käme einer Erklärung zu Folter und darauffolgender Exekution gleich.
Dabei spielt es keine Rolle ob er gesucht wurde oder nicht. Der Patriot Act und viele andere Dinge sorgen auch dafür, dass unschuldige vor Militärgerichte gestellt werden.

Wir sollten aufhören, den Westen immer positiv zu sehen. Viele Staaten haben eben keine weißte Weste.

Einvernehmlicher Sex = Vergewaltigung?

Wer zum Fall Assange jetzt noch über angebliche "Vergewaltigung" schwadroniert, tut dies mutwillig und in verleumderischer Absicht. Obendrein ist das ein Schlag ins Gesicht für tatsächliche Vergewaltigungs-Opfer.

In allen Medien wurde es mehrfach publiziert, dass es sich um einvernehmlichen Sex handelte. Strittig ist nur die Kondom-Frage.