FriedensgesprächeFarc-Rebellen bitten Kolumbien um Waffenruhe

Der Aufruf kommt kurz vor den Friedensverhandlungen: Die Farc-Guerilla hat Kolumbiens Regierung einen Waffenstillstand angeboten. Die will weiter Militär einsetzen. von afp und reuters

Farc-Kämpfer Ende Mai in einer südkolumbianischen Stadt

Farc-Kämpfer Ende Mai in einer südkolumbianischen Stadt  |  © Luis Acosta/AFP/GettyImages

Die kolumbianische Rebellengruppe Farc will gleich zu Beginn der Friedensverhandlungen mit Regierungsvertretern diesen einen Waffenstillstand anbieten. Den Vorschlag werde die Guerilla machen, sobald beide Seiten in Oslo am Verhandlungstisch säßen, sagte der Farc-Delegationsleiter Mauricio Jaramillo auf einer Pressekonferenz in Havanna . Er unterstrich, dass es um eine "beiderseitige Abrüstung" gehe. Weiter sagte Jaramillo: "Wir haben immer Frieden gewollt."

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos will den Guerillas jedoch keine Einstellung der Kampfhandlungen zugestehen. Beim letzten Versuch vor zehn Jahren, die jahrzehntelange Gewalt zwischen den Rebellen und der Regierung zu beenden, nutzte die Farc die Feuerpause zur Umstrukturierung ihrer militärischen Operationen und zum Aufbau eines milliardenschweren Drogenhandels. Die Armee werde auch während der Gespräche gegen die Rebellen vorgehen, hatte Santos angekündigt . Die Verhandlungen sollen am 8. Oktober in Norwegen beginnen und danach in Kuba fortgesetzt werden.

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Der Farc-Kommandeur Jaramillo sprach sich dafür aus, das derzeit in den USA inhaftierte Farc-Führungsmitglied Simón Trinidad an den Friedensverhandlungen zu beteiligen. Der 62-jährige Trinidad , mit richtigem Namen Ricardo Palmera, war 2004 in Ecuador festgenommen und an die USA ausgeliefert worden. Dort wurde er wegen Beteiligung an Planungen zur Entführung dreier US-Bürger zu 60 Jahren Gefängnis verurteilt. Jaramillo fügte hinzu, dass die Guerilla niemanden mehr verschleppe und nicht in den Drogenhandel verwickelt sei.

Die Farc führt seit 1964 einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung. Die linksradikale Gruppe, die sich selbst als Volksarmee zur Verteidigung der Rechte der Landarbeiter bezeichnet und vor allem über den Verkauf von Kokain und Entführungen finanziert, ist durch eine seit 2002 andauernde Militäroffensive zunehmend in Bedrängnis geraten.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters
    • Schlagworte Juan Manuel Santos | Abrüstung | Drogenhandel | Entführung | Farc | Guerilla
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