Seit Tagen protestieren Muslime gegen den Anti-Islam-Film Die Unschuld der Muslime. Schon oft zogen Filme und andere Veröffentlichungen oder Reden Gewalt nach sich:

November 2004:

Der umstrittene niederländische Filmemacher Theo van Gogh wird von einem radikalen Muslim auf offener Straße ermordet . Van Gogh hatte einen islamkritischen Film gedreht.

Mai 2005:

Das US-Nachrichtenmagazin Newsweek berichtet, US-Soldaten im Haftlager Guantánamo hätten den Koran in die Toilette geworfen. In mehreren Ländern brechen daraufhin wütende Proteste aus, allein in Afghanistan sterben rund ein Dutzend Menschen. Newsweek zieht den Artikel allerdings später wieder zurück.

September 2005:

Die dänische Zeitung Jyllands-Posten veröffentlicht Mohammed-Karikaturen von Zeichner Kurt Westergaard – es folgt Empörung in der muslimischen Welt. Die Zeitung und Westergaard sind seither immer wieder Ziel von Anschlagsversuchen.

September 2006:

Papst Benedikt XVI . zitiert den byzantinischen Kaiser Manuel II. aus dem 14. Jahrhundert, wonach der Prophet Mohammed "nur Schlechtes und Inhumanes" gebracht habe. Es folgen weltweite Proteste von Muslimen.

März 2008:

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders veröffentlicht im Internet seinen Kurzfilm Fitna , in dem er den Islam als faschistisch beschimpft und ein Verbot des Koran fordert, den er mit Hitlers Mein Kampf gleichsetzt. Es gibt Mordaufrufe, zwei Jahre später wird eine Vorführung des Films im britischen Parlament von heftigen Protesten begleitet.

August 2009:

Eine Liedzeile in der Fan-Hymne des Fußballvereins Schalke 04 sorgt bei Muslimen für Empörung. Die Zeile bescheinigt dem Propheten Mohammed, nichts von Fußball zu verstehen. Es gehen Hunderte Protestmails bei Schalke ein, der Zentralrat der Muslime ruft zur Zurückhaltung auf.

Februar 2012

In Afghanistan bringen US-Soldaten die Einheimischen gegen sich auf. Auf dem Militärstützpunkt Bagram hatten sie Koran-Exemplare verbrannt . Bei Protesten starben mindestens acht Menschen.