Die griechische Koalitionsregierung streitet weiter über das neue Sparpaket . "Die Gespräche werden weitergehen", sagte der Vorsitzende des kleineren Koalitionspartners, Fotis Kouvelis (Demokratische Linke). Zuvor war ein gut dreistündiges Treffen mit dem konservativen Regierungschef Antonis Samaras und dem Chef der Sozialisten, Evangelos Venizelos, ohne Einigung geblieben.

"Unsere europäischen Partner (...) müssen verstehen, dass bestimmte Maßnahmen nicht ergriffen werden können in einer Gesellschaft, die auseinanderbricht", sagte Kouvelis. "Unter keinen Umständen können unsere schon abgebauten Arbeitsrechte weiter demontiert werden", sagte er, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Wichtigster Streitpunkt des Sparpakets: Die beiden linken Parteien, die Sozialisten und die Demokratische Linke, lehnen die geforderten Entlassungen von 15.000 Staatsbediensteten bis Ende des Jahres sowie Kürzungen für Niedrigverdienende ab.

Troika erhöht Reformdruck

Die Troika aus EU , EZB und Internationalem Währungsfonds fordert zudem weitere radikale Änderungen im Arbeitsrecht, bei Renten und Stellenabbau im Öffentlichen Dienst von der griechischen Regierung. So sollte das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre erhöht werden, hieß es aus dem Arbeitsministerium . Außerdem solle die Sechs-Tage-Woche wieder eingeführt werden. Die Arbeitnehmer sollen bis zu 13 Stunden am Tag arbeiten, wenn der Betrieb dies als nötig einstuft. Kündigungsfristen und Abfindungen sollen halbiert werden. Die griechische Regierung lehnt diese Maßnahmen bislang ab.

Die Regierungsparteien befürchten, dass die neuen Sparmaßnahmen zu sozialen Unruhen führen könnten. Diese könnten die Sparanstrengungen der vergangenen Jahre zunichtemachen. Am Mittwoch kam es zu ersten großen Demonstrationen von Lehrern, Ärzten und sogar Militärs in Athen , die friedlich verliefen.

Sozialisten-Chef Venizelos sagte, die Lage sei schwierig, die Zeit dränge aber. Griechenland brauche so schnell wie möglich Geld. "Entlassungen wird es nicht geben", sagte der Sozialistenchef weiter.

Die Inspektoren der Troika waren am vergangenen Freitag in Athen eingetroffen, um den Fortschritt der Regierung bei der Umsetzung der im Rahmen des jüngsten Hilfspakets vereinbarten Reformen zu prüfen. Von ihrem Bericht hängt ab, ob Griechenland die nächste Hilfstranche in Höhe von 31,5 Milliarden Euro erhält.