MassenfluchtAl-Kaida-Kämpfer brechen aus irakischem Gefängnis aus

Etwa 200 Häftlinge haben eine Meuterei in einem Gefängnis in Tikrit zum Ausbruch genutzt. 81 von ihnen sind noch immer auf der Flucht, unter ihnen islamistische Kämpfer. von afp, dpa und dapd

Sicherheitskräfte vor dem Gefängnis von Tikrit (Archivbild)

Sicherheitskräfte vor dem Gefängnis von Tikrit (Archivbild)  |  © Salaheddin TV/AFP/Getty Images

Dutzende Häftlinge, darunter auch mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer , sind in der Nacht zum Freitag aus einem irakischen Gefängnis ausgebrochen. Fünf Häftlinge und zehn Polizisten wurden bei dem Aufstand im Gefängnis der Stadt Tikrit getötet. Insgesamt 45 Menschen wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Mehrere Gefangene brachen demnach am Donnerstagabend in einen Lagerraum ein, erbeuteten Waffen und überwältigten Sicherheitskräfte. Es folgten mehrere Stunden dauernde Kämpfe. Im Büro der Gefängnisleitung zerstörten Gefangene ihre Akten, dann schossen sie sich den Weg zum Haupteingang frei. Erst am Freitagmorgen hätten die Aufseher wieder die Kontrolle übernommen, sagte ein Behördensprecher. Bis dahin sei zahlreichen Häftlingen die Flucht gelungen. Von den 350 Gefängnisinsassen seien etwa 200 geflohen, sagte der Polizeisprecher. Es gab außerdem Berichte, das Gefängnis sei von außen angegriffen werden.

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119 der Geflohenen konnten nach Polizeiangaben durch eine Großfahndung wieder gefangen werden. Zu den 81, die noch auf der Flucht seien, gehöre ein gefährlicher Terrorist , sagte der Sprecher. Er sei früher die rechte Hand des Anführers der Al-Kaida im Irak , Abu Mussab al-Sarkawi, gewesen. Die Polizei dementierte, dass die Ausbrecher Hilfe von außen gehabt hätten. Ministerpräsident Nuri al-Maliki wechselte nach der Massenflucht den Polizeichef von Tikrit aus.

Tikrit liegt etwa 160 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad . Al-Kaida hatte im Sommer damit gedroht, gefangene Angehörige des Netzwerks im Irak zu befreien.

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Leserkommentare
  1. Mir ist ehrlich gesagt schleierhaft, wie es ohne einen äußeren Angriff zu so einer Revolte kommen kann. Ich meine die Gefangenen waren sogar im Waffendepot und im Büro des Gefängnisleiters( mehrfache ausrufezeichen ). Ein Armutszeugnis für die örtlichen Vollzugsbeamten. Das kommt also bei einer "Demokratisierung" raus: Eine allem Anschein nach komplett unfähige Administration.

  2. Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • gooder
    • 28. September 2012 22:50 Uhr

    Wenn sie den Freiheitskampf in Syrien unterstützen sind sie natürlich keine Terroristen mehr, sondern gehören der Demokratiebewegung an.
    Die US-Aussenministerin, möchte nun ja auch die Volksmodjahedin von der Terrorliste streichen,d.h. daß diese ab sofort der iranische Oppositionsbewegung angehört.
    Die Gruppe verzichte schon seit einiger Zeit auf Gewalt und setze sich nun friedlich für eine "laizistische und demokratische Regierung" im Iran ein,so Clinton.
    Die Gruppe gilt allerdings als stalinistisch geführte Organisation,der versuchte Ausstieg aus der Gruppe hat für Mitglieder die Konsequenz sich Strafmaßnahmen wie Zwangsscheidung und öffentlicher Demütigung durch Mitglieder unterziehen zu müssen. Dabei dauern die Repressalien oft bis weit nach dem eigentlichen Austritt an.Das klingt doch schon mal unheimlich demokratisch.

    • gooder
    • 28. September 2012 22:50 Uhr

    Wenn sie den Freiheitskampf in Syrien unterstützen sind sie natürlich keine Terroristen mehr, sondern gehören der Demokratiebewegung an.
    Die US-Aussenministerin, möchte nun ja auch die Volksmodjahedin von der Terrorliste streichen,d.h. daß diese ab sofort der iranische Oppositionsbewegung angehört.
    Die Gruppe verzichte schon seit einiger Zeit auf Gewalt und setze sich nun friedlich für eine "laizistische und demokratische Regierung" im Iran ein,so Clinton.
    Die Gruppe gilt allerdings als stalinistisch geführte Organisation,der versuchte Ausstieg aus der Gruppe hat für Mitglieder die Konsequenz sich Strafmaßnahmen wie Zwangsscheidung und öffentlicher Demütigung durch Mitglieder unterziehen zu müssen. Dabei dauern die Repressalien oft bis weit nach dem eigentlichen Austritt an.Das klingt doch schon mal unheimlich demokratisch.

    • emons51
    • 29. September 2012 8:51 Uhr

    So lange der Westen seine Politik gegenüber diesen Staaten nicht ändert wird das Morden mit Terroristen weitergehen bis dass es zu einem weiteren sinnlosen Waffengang enden wird. Dieses gute Buben/böse Buben Spiel dient keinem von beiden. Man hat es verpasst in den Anfängen sich diplomatisch und ohne Gesichtsverlust dieses Problem zu lösen. Ob es der Irak, Iran, Palestina oder jetzt Syrien ist - frag nach bei Peter Scholl-Latour.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, AFP
  • Schlagworte Gefängnis | Nuri Al-Maliki | Ausbrecher | Hauptstadt | Ministerpräsident | Polizei
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