NuklearstreitIran gibt Täuschungen über Atomprogramm zu

Der Westen verdächtigt den Iran schon lange, sein Atomprogramm zu verschleiern. Atomchef Abbasi-Dawani hat nun eingeräumt, Geheimdienste falsch informiert zu haben. von dpa

Ferejdun Abbasi-Dawani

Ferejdun Abbasi-Dawani  |  © Herwig Prammer/Reuters

Der Chef der Iranischen Atomenergie-Organisation, Ferejdun Abbasi-Dawani, hat im Interview mit einer arabischen Zeitung die Täuschung westlicher Geheimdienste zugegeben. Der Zeitung Al-Hayat sagte er, sein Land habe manchmal falsche Informationen vorgelegt, um die eigenen Anlagen zu schützen.

Der iranische Chefunterhändler im Atomkonflikt , Said Dschalili, war am Dienstagabend in Istanbul zu Gesprächen mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton zusammengetroffen. Ashton bezeichnete das Treffen anschließend als "nützlich und konstruktiv". Sie rief die iranische Führung zu Bewegung im Atomstreit auf. Bisher hatten mehrere Gesprächsrunden über das iranische Atomprogramm keine Fortschritte gebracht. Der Iran hatte aber vor dem Treffen in Istanbul Interesse an neuen Verhandlungen signalisiert.

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Die internationale Gemeinschaft verdächtigt den Iran, an Atomwaffen zu arbeiten . Teheran bestreitet das, kooperiert aber nur lückenhaft mit der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA . Mit einer Resolution hat die IAEA das Verhalten des Irans in der vergangenen Woche verurteilt. Sie fasst die bisherigen Verfehlungen Irans und die Forderungen des Westens zusammen und soll den Druck auf das Land verstärken.

Israel hat immer wieder indirekt mit einem Angriff auf iranische Atomanlagen gedroht .

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Leserkommentare
  1. "Israel hat immer wieder indirekt mit einem Angriff auf iranische Atomanlagen gedroht"

    Falsch! Israel hat immer wieder direk Angriffe auf iranische Atomanlagen durchgeführt.

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    Gut gesagt. Ermordung von iranischen Atomwissenschaftlern inklusive.

    • Elite7
    • 20. September 2012 16:06 Uhr

    Nachweisen kann man ja nichts, aber der Verdacht ist einfach nicht von der Hand zu weisen. Das ist alles ein einziges Pulverfass, dass endlich mal von einem Bombenkommando entschärft werden müsste. Ich habe jedenfalls keine Lust einen dritten Weltkrieg erleben zu müssen. Und ich bitte Sie, ganz so abwegig klingt das doch eigentlich nicht mal. Erneut ein Riesenkrieg im Osten und diesmal tatsächlich wie befürchtet mit Atomwaffen. Und mit Langstreckenraketen könnten die so ziemlich jedes beliebige Ziel anpeilen. Eine gruselige Vorstellung.

  2. Der Artikel ist nicht aussagekräftig. Im Titel steht: Iran gibt Täuschungen über Atomprogramm zu. Im Text dagegen heißt es nur kurz und knapp: ..."habe manchmal falsche Informationen vorgelegt, um die eigenen Anlagen zu schützen." Ich möchte gerne eine RICHTIGE Übersetzung des gesamten Interviews, aber bitte nicht durch die dpa.

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    • Kelhim
    • 20. September 2012 16:24 Uhr

    Dass hier nicht das gesamte Interview steht (ob übersetzt oder nicht), ist rechtlich einleuchtend, aber das wird schon finden, wer es sucht. Das Misstrauen gegenüber der DPA klingt eher nach Scheuklappen, nach dem Motto: "Ich glaube nur noch, was mir ideologisch in den Kram passt".

    • AndreD
    • 20. September 2012 17:00 Uhr

    wenn sie unseren Qualitätsmedien nicht mehr vertrauen!
    Haben Sie denn Grund zu misstrauen?

    • Coiote
    • 20. September 2012 15:37 Uhr

    "Der Chef der Iranischen Atomenergie-Organisation, Ferejdun Abbasi-Dawani, hat im Interview mit einer arabischen Zeitung die Täuschung westlicher Geheimdienste zugegeben."

    Ich kann diese Nachricht nicht so recht einordnen. Ist das irgendwie verwerflich, wenn man andere Geheimdienste täuscht?

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  3. die Übersetzung bitte nicht durch die dpa. Bekanntlich stirbt im Krieg die Wahrheit zuerst.

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  4. Gut gesagt. Ermordung von iranischen Atomwissenschaftlern inklusive.

  5. Wenn sich die Geheimdienste täuschen lassen, nun denn, es ist ihre Aufgabe, die versteckten Informationen zu destillieren? Der Iran ist ehrlicher, er fragt die IAEA direkt.

    Atomic Energy Organization of Iran (AEOI) Director Fereydoun Abbasi says that he has asked the International Atomic Energy Agency to provide Iran with information about Israel’s nuclear facilities.

    http://www.tehrantimes.com/component/content/article/101549

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    • DgW
    • 20. September 2012 15:52 Uhr

    <strong>Die internationale Gemeinschaft verdächtigt den Iran, an Atomwaffen zu arbeiten.<strong>

    Internationale Gemeinschaft? Es sind nur paar Westliche Staaten!

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    USA, Kanada, Israel, Großbritannien, Frankreich und Israel.

    Und die verdächtigen den Iran nicht, sondern WISSEN 100%, dass der Iran KEINE Bombe baut, aber dass ISRAEL 300 ATOMBOMBEN hat.

    Iran hat aber Öl, sehr viel Öl und das gehört den Iranern, den Iranern allein und nicht den USA, Kanada, Israel, Großbritannien, Frankreich oder Israel.

    Deshalb führt diese Handvoll Industriestaaten unter dem Deckmantel eines Verteidigungsbündnisses Namens NATO einen Angriffskrieg nach dem anderen um das Öl und die Rohstoffe aus diesen bösen, mittelalterichen, extremistischen und unterentwickelten "Terrorregimen" herauszuklopfen.

    Wenn man sich das Symbol der Nato genauer anschaut und die Entstehungsgeschichte und die Führungspersonen der ersten Stunde, dann wird klar, dass NATO nichts mit Verteidigung zu tun hat. Und dass Budespräsidenten, die über die tatsächliche Rolle der NATO reden schnell mal gehen dürfen.

    das wären dann auch die entwickelten, zivilisierten, friedlichen und rationalen.

    Die aber nebenbei für fast alle Konflikte der letzten 60 Jahre verantwortlich waren und für etwa 70.000.000 Todesopfer dieser Rohstoff und Wirtschaftskriege.

  6. Besteht die Internationale Gemeinschaft neuerdings aus dem Westen allein?
    Ich meine, dass Russland und China (und wohl auch andere) da anderer Meinung sind...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Iran | Atomprogramm | IAEA | Atomwaffe | Catherine Ashton | Chef
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