Aus Angst vor gewaltsamen Angriffen wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Frankreich werden am Freitag die französischen Botschaften und Schulen in etwa 20 Ländern geschlossen.

Befürchtet werden offenbar Ausschreitungen nach den Freitagsgebeten in muslimischen Ländern. Auch französische Konsulate und Kulturzentren sollten in den betroffenen Ländern geschlossen bleiben, teilte das französische Außenministerium mit.

Das französische Satiremagazin Charlie Hebdo hatte am Mittwoch neue Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Auf der Titelseite der Ausgabe ist etwa ein gebrechlicher Mann mit Turban in einem Rollstuhl zu sehen, der von einem Mann jüdischen Aussehens geschoben wird.

Zahlreiche Zeichnungen

In einer der Zeichnungen ist der Hauptdarsteller des umstrittenen Mohammed-Schmähvideos aus den USA mit einem Schweinekopf in der Hand zu sehen. Er fragt den Filmemacher, ob er sich sicher sei, dass der Prophet mit so etwas Sex gehabt habe. Das Schwein gilt in der islamischen Welt als unrein. Eine andere Karikatur trägt die Überschrift "Mohammed: Ein Stern ist geboren". Sie zeigt den Propheten nackt in Gebetshaltung mit hoch aufgerecktem Hintern. Darüber hat der Zeichner einen großen gelben Stern gesetzt.

Im Blatt finden sich zahlreiche weitere Karikaturen, in denen die Zeichner die Aufregung über das islamfeindliche Mohammed-Video aus den USA karikieren. "Mohammed bringt die Jugendarbeitslosigkeit zum sinken" steht über einer Zeichnung, die brandstiftende Islamisten als Filmkritiker zeigt. Über dem Bild eines wirr wirkenden Islamisten mit Pistole heißt es: "Ein Film über den Islam bringt Fundamentalisten in Rage." Der Islamist selbst sagt: "Zeigt uns einen intelligenten Film, und wir werden den Dritten Weltkrieg auslösen."

Regierung in Sorge

Die französische Regierung hatte besorgt auf die Ankündigung reagiert. Alles, was in der gegenwärtigen Lage provoziere, müsse verurteilt werden, sagte Außenminister Laurent Fabius . Premierminister Jean-Marc Ayrault teilte seine "Missbilligung jeder Zügellosigkeit" angesichts der aktuellen Ereignisse mit. Er appellierte an ein verantwortungsbewusstes Verhalten aller.

Die Veröffentlichung der Karikaturen kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Stimmung in muslimischen Ländern ohnehin schon aufgeheizt ist: Wegen eines islamfeindlichen Videos aus den USA gibt es seit vergangener Woche in mehreren muslimischen Ländern teils gewaltsame Proteste vor US-Einrichtungen und anderen westlichen Vertretungen. Dabei wurden mehrere Menschen getötet, unter ihnen der US-Botschafter in Libyen .