Islam : Französisches Satireblatt kündigt neue Mohammed-Karikaturen an

Die Aufregung über den Mohammed-Film hält unvermindert an, da provoziert eine französische Satire-Zeitung: Sie druckt Mohammed-Karikaturen. Die Regierung reagiert nervös.
Unterstützer der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" demonstrierten im vergangenen Jahr für die Meinungsfreiheit, nachdem auf die Zeitung ein Brandanschlag verübt worden war. © Francois Guillot/AFP/Getty Images

In der muslimischen Welt toben gewaltsame Proteste wegen des anti-islamischen Schmähfilms – dennoch kündigt das französische Satiremagazin Charlie Hebdo an, in seiner heutigen Ausgabe neue Mohammed-Karikaturen zu veröffentlichen.

Auf der Titelseite der Ausgabe ist der Ankündigung auf der Website zufolge ein gebrechlicher Mann mit Turban in einem Rollstuhl zu sehen, der von einem Mann jüdischen Aussehens geschoben wird. "Man darf sich nicht lustig machen", wird den beiden Figuren in einer Sprechblase in den Mund gelegt. Darüber prangt der Titel Intouchables 2 ( Die Unantastbaren 2 ), in Anlehnung an den Titel eines beliebten Films, der in Deutschland als Ziemlich beste Freunde in die Kinos kam.

Die Zeichnungen würden "jene schockieren, die schockiert werden wollen, wenn sie eine Zeitschrift lesen, die sie sonst nie lesen", sagte Chefredakteur Stephane Charbonnier, der als Zeichner unter dem Künstlernamen Charb bekannt ist, dem Fernsehsender iTélé. "Ist die Pressefreiheit eine Provokation?", fragte Charb. "Ich rufe strenggläubige Muslime ebensowenig auf, Charlie Hebdo zu lesen, wie ich in eine Moschee gehe, um einen Diskurs anzuhören, der meinen Überzeugungen widerspricht."

Regierung appelliert an Verantwortungsbewusstsein

Die französische Regierung äußerte sich besorgt über die Ankündigung. Alles, was in der gegenwärtigen Lage provoziere, müsse verurteilt werden, sagte Außenminister Laurent Fabius. Premierminister Jean-Marc Ayrault teilte seine "Missbilligung jeder Zügellosigkeit" angesichts der aktuellen Ereignisse mit. Er appellierte an ein verantwortungsbewusstes Verhalten aller. Der französische Rat der Muslime teilte seine "tiefe Bestürztheit" angesichts der "beleidigenden Zeichnungen" mit. Der Rat sei besorgt, dieser "unverantwortliche Akt" könne neue Spannungen schüren.

Der Chefredakteur rechtfertigte den Abdruck: "Wir veröffentlichen Karikaturen über jeden und alles jede Woche. Wenn wir es aber mit dem Propheten machen, wird es Provokation genannt", sagte Charb. Als Vorsichtsmaßnahme begann die französische Polizei damit, das Redaktionsgebäude in Paris abzusichern. Die Internetseite der Zeitung war aber bereits betroffen – sie ist derzeit nicht erreichbar.

Es ist nicht das erste Mal das Charlie Hebdo eine Mohammed-Karikatur veröffentlicht. Im November 2011 war es zu massiven Protesten vor der Redaktion gekommen, nachdem das Wochenblatt eine Sonderausgabe dem islamischen Recht, der Scharia, gewidmet hatte und diese Charia Hebdo genannt hatte. Dazu war der Prophet Mohammed als außerordentlicher Chefredakteur "eingeladen" gewesen. Demonstranten hatten damals das Gebäude in Brand gesetzt.

Wegen eines islamfeindlichen Videos aus den USA gibt es seit vergangener Woche in mehreren muslimischen Ländern teils gewaltsame Proteste vor US-Einrichtungen und anderen westlichen Vertretungen. Dabei wurden mehrere Menschen getötet, unter ihnen der US-Botschafter in Libyen . Die US-Regierung hat deshalb "aggressive Schritte" zum Schutz ihrer diplomatischen Vertretungen angekündigt. Die Sicherheitsvorkehrungen müssten die Bedrohungen für das Botschaftspersonal der Vereinigten Staaten in der Welt widerspiegeln, sagte Außenministerin Hillary Clinton .

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Kommentare

263 Kommentare Seite 1 von 30
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Überfällig !

Alle Zeitungen sollten das tun !
Ein Symbol für UNSERE Werte: Freiheit, insbesondere Mienungsfreiheit. Gegen das Mittelalter.
Leider sind hier alle zu feige. Fast die komplette Mendienlandschaft und die Politiker sowieso. Duckmäusertum ist keine politische Korrektheit.
Widerstand regt sich zum Glück beim Durchschnittsvolk. Wieder mal eine der immer öfter zu beobachtenden Diskrepanzen zwischen Medien/Politik-Einheitsmeinung und Volkes Meinung.

Deutsche Zeitungen...

sind doch auf political correctness getrimmt. Da wird nichts in der Richtung kommen. Auch die Titanic ist da zu feige, die traut sich sowas nur bei alten Männern, bei denen sie sich zum einen der Rückendeckung des deutschen Feuilleton sicher sein kann und zum andern weiß, dass das schlimmste ein Gerichtsverfahren sein wird, den sie zur Werbung nutzen kann.

Nein die sind nicht feige,

sie wissen nur wer Ihnen ihr täglich Brot bezahlt, sei es über Waffengeschäfte mit den Demokratien Saudi Arabien, Indonesien, Malaysia oder Qatar, das Öl das die dt. Industrie braucht und auch die Regierung um die Bevölkerung ruhig zu halten, oder besser damit sie die langen Wege zur Arbeit bewältigen können, dann nicht zu vergessen die Beteiligungen an dt. Firmen wie Daimler, Air Berlin, Thor Steinar und nicht zu vergessen große dt. Medienverlage die ihre Geschäfte gern in den Demokratien in Asien und Afrika machen.

Und nicht zu vergessen diese Diskussion lenkt doch schön von den wahren Problemen (Arbeitslosigkeit, prekkäre Arbeitsverhältnisse, Niedriglohn, Altersarmut, rechtsfreie Parallelgesellschaften) ab.

[...]

Bitte verzichten Sie auf pauschale Verunglimpfungen und haltlose Spekulationen. Danke, die Redaktion/fk.

118 DIELOGE: Sehr richtig, es geht genau darum, den Zeitungen

die Freiheit zu erhalten und nicht vor religiösen Fanatikern einzuknicken, die sich heute durch Karikaturen oder einen Trashfilm und morgen vielleicht durch Schweinefleisch beleidigt fühlen. Es geht darum, der schleichenden Veränderung unserer Gesellschaft und Aufgabe unserer Werte entgegenzutreten.

""Alle Zeitungen sollten das tun !"

lassen sie den zeitungen doch die freiheit, gewisse dinge nicht zu tun."

Cui bono?

Glauben Sie wirklich, andere Menschen in der Öffentlichkeit zu demütigen - und genau so wird es eben von Gläubigen empfunden - würde die Welt in irgendeiner Art und Weise besser machen?

Verteidigung UNSERER Werte? Verteidigen tut man etwas gegen Angriffe von außen. Sind wir etwa angegriffen worden? Wer handelt hier gerade als Agressor?

Mal ganz abgesehen davon, dass wir besser daran täten, UNSERE Werte mit gerechteren Löhnen, besseren Lebensbedingungen und Einhaltung der Menschenrechte FÜR ALLE zu "verteidigen", aber das ist eine andere Geschichte.

Nicht schön aber statthaft

Es ist niemals nobel, andere bewusst zu provozieren; dies geschieht hier nach meiner Auffassung.
Das Zeigen von Filmen und die Veröffentlichung von Karrikaturen mögen nicht den selben Charakter haben. Gemein ist all den Provokationen aber vielleicht das Bedürfnis, dort etwas zu unternehmen, wo die Politik versagt / in Stich lässt.
Der "normale" westliche Bürger ist eher nicht geneigt für seine Ziele (Meinungsfreiheit)auf die Straße zu gehen, Gebäude und Fahnen abzufackeln und andersgläubige zu ermorden.
Mindestens das Drucken der Karrikaturen verstehe ich als Verteidigung der Meinungsfreiheit. Pro Deutschland vermag noch andere Ziele zu verfolgen.
Erst wenn die Politik eine klare und unmissverständliche Position im Sinne der Meinungsfreiheit einnimmt, werden wohl auch die Provokationen aufhören.
Ich denke, dass man solcherlei Provokationen erst dann verbieten sollte, wenn sie zur Gewalt aufrufen und dadurch die öffentliche Ordnung gestört werden könnte.
Der Film und die Karrikaturen (soweit bekannt) rufen weder zum Mord, noch zur Verfolgung oder Unterdrückung frommer Menschen auf.

Ergo: Zeigen!

Meine Trennlinie ist mein Verstand...

Dass dieser Film / diese Karrikaturen für einen Großteil der Islamischen Welt eine Beleidigung ist, wussten wir alle - tut mir leid, aber da kann sich niemand rausreden. Viele Muslime halten sich für die direkten Nachfahren Mohammeds und verehren ihn. Ich meine, es gab diese Karrikaturen schon. Beim ersten Mal hätte man noch sagen können: "Oh, ich wusste nicht, dass das dieser Glaubengemeinschaft so nahe geht." Jetzt wissen wir es schon lange und machen trotzdem weiter.

Und zu meiner eigentlichen Frage: Wieso müssen wir unsere Probleme mit Meinungsfreiheit auf deren Rücken austragen?

Sie vergessen ...

... auch die REAKTIONEN auf Ihre "Beleidigung" zu differenzieren.
Von manchen Leuten würden Sie deswegen ignoriert, einige würden mit Ihnen diskutieren, einige Sie vor Gericht anzeigen - und einige würden Sie deswegen einfach umbringen, und Ihre Familie gleich mit. Und DAS ist eben der Kernpunkt der Diskussion. Es geht nicht per se um "Provokation" oder nicht, es geht darum, ob wir deshalb hier im Westen unser Leben ändern und unsere Freiheiten einschränken sollen, oder ob wir gar um unser Leben zu fürchten haben.

@188 Manche Reaktionen sind nicht relativierbar

Das Problem ist nicht, ob sich jemand wegen dieser Äusserungen beleidigt fühlt. Sehr viele können das als Beleidigung, Blasphemie oder was auch immer ansehen.
Die Antwort darauf ist das Wesentliche:
ist sie friedlicher Protest, Anrufung eines Gerichtes oder Gegenkritik - alles o.k.
Mord und Brandstiftung (die in allen Ländern der Erde Straftaten darstellen) als Reaktion - ist das auch o.k.?

Erklären Sie mir, wieso Sie ihre Freiheit einschränken müssen?

Gott, das klingen wie so ein Demonstrant, der Stunde um Stunde den Polizisten provoziert und am Ende, wenn er eins mit dem Gummiknüppel drauf bekommt, heulend wegrennt und empört seine körperliche Unversehrtheit skandiert. Damit versteckt man sich hinter Prinzipien und Gesetzen. Gibt es überhaupt noch dieses Gefühl, diesen Riecher für richtig oder falsch? Man versucht nur etwas zu beweisen, eine Reaktion hervorzurufen um dann sagen zu können: "Da schaut her, hab ich doch gesagt!"

In dem ganzen Text geht es doch nicht um ein Gesetz, dass etwas verbietet. Es geht darum, dass wir, wenn wir so etwas tun auch wissen müssen, dass ein verschwinden geringer Prozentsatz dieser Menschen durchdrehen. Und da nützt kein Diskutieren. Und Tatsache ist, dass (auch in diesem Forum) ein nicht soooo geringer Prozentsatz der aufgeklärten westlichen Welt das zum Anlass nimmt, die gesammte muslimische Glaubensgemeinschaft zu diffamieren. Was machen die Moslems denn bitte falsch? Es gibt 1.57 Mrd. Muslime. Was wollen wir ihnen lehren? Welche Message wollen wir mit der Satire an diese Gemeinschaft bringen? Ich verstehe es nicht. Sind wir so dumm, dass wir nicht verstehen, dass es überall ein paar Idioten gibt? Das könnten wir aber auch langsam gelernt haben.

Was Sie hier schreiben verstehe ich in etwa so: Wir müssen die so lange provozieren, bis sie die gleichen Werte annehmen wie wir sie haben.

Unsere Nachbarn, die Franzosen:

Ich zitiere aus dem entsprechenden Artikel der ftd :

... die französische Regierung verbietet eine in Paris geplante Demonstration gegen das islamfeindliche Video aus den USA. Es gebe keinen Grund, Konflikte zuzulassen, die mit dem eigenen Land nichts zu tun hätten, sagte Premierminister Jean Marc Ayrault in einem Interview ...

Recht hat er, so sollte man das auch hier handhaben.

Wessen werte, und welche überhaupt?

Auch als Agnostiker gehört es nicht zu meinen Werten auf anderer Menschen Meinung oder Glauben herum zu trampeln.
Ich persönlich glaube nicht das es ein omnipotentes Wesen oder einen "Gott" oder sogar mehrere davon gibt, trotzdem respektiere ich wenn andere daran glauben.

Und was an der Beleidigung und Herabwürdigung von Religionen oder deren Anhänger der Meinungsfreiheit oder deren Verteidigung dienen soll ist mir ein Rätsel.
Meiner Meinung nach ist es eher eine Verletzung der Menschenwürde, die eigentlich bestraft gehört, erst recht wenn man bedenkt was dadurch ausgelöst wurde.

Die Gewaltakte der Islamisten und aufgehetzten Massen in den muslimischen Ländern sind empörend und mehr als unangemessen, dagegen vorzugehen ist Aufgabe der dortigen Regierungen dafür kann auch gern etwas diplomatischer Druck ausgeübt werden.

Darauf aber mit weiteren Provokationen zu Antworten ist kindisch, so ein verhalten erwarte ich von meiner 5 Jährigen Nichte im Sandkasten aber nicht von angeblich rational denkenden Erwachsenen.

Die hohe Anzahl Empfehlungen

auf dieses Ihr Kommentar könnte auch schon über die vielseitige Zustimmung hinaus ein Anzeichen dafür sein, daß die Gewaltbereitschaft der Islamgläubigen schon genügend Angst und Schrecken verbreitet hat, um viele von einem eigenen Kommentar dagegen abzuhalten aus Ängstlichkeit bzw. Todesangst. Das finde ich so schlimm und dafür scheint unsere westliche Politik blind zu sein! Ich frage mich da immer wieder, was der wahre Grund dafür ist! Haben die selber Angst, oder wird ihnen diese übertolerante Haltung gegenüber dem Islam in vielfacher Form vergütet? Unsere demokratische Grundordnung spielt bei denen dabei jedenfalls nicht die erste Rolle, das ist deutlich zu erkennen!
Ich verneige mich vor dem Mut und der politischen Korrektheit dieses französischen Satireblattes!

nett gedacht

"dagegen vorzugehen ist Aufgabe der dortigen Regierungen".
Mag ja sein. Und wenn die das nicht tun?
Die befeuern das sogar.

Das alles ist kein Kindergartenspiel wie Sie glauben machen möchten, sondern ein Aufblitzen der gefährlichsten Konfrontation, der wir seit dem kalten Krieg gegenüberstehen.
Mir scheint, viele dieser 'Verständnisvollen' haben den ganzen Ernst der Lage nicht mal im Ansatz begriffen.
Die ganze Angelegenheit ist hoffentlich ein Augenöffner.
Das Gefahrenpotential dahinter ist nämlich mit oder ohne 'Provokation' vorhanden und wird so für einige Zeit wenigstens wieder offensichtlich.

Sie haben Recht.

Auch wenn das andere Kommentatoren nicht so sehen.

Diese ganzen Provokationen Richtung Islam SIND Kindergartenniveau.

Des Weiteren sollten sich die ganzen "Verteidiger der Meinungsfreiheit" mal gewahr werden, dass es die überwiegende Zahl der Muslime offenbar einen feuchten Kehricht schert. Außer in den üblichen Krawallzentren im Irak und Afghanistan habe ich bisher noch nichts davon mitbekommen, dass andernorts die Muslime mordend und brandschatzend durch die Straßen ziehen. Wegen ein paar Irrer - von denen das Christentum wohl ebenso viele hat - sich dazu berufen zu fühlen, "denen" die Meinungsfreiheit zu lehren zeugt von Ignoranz, Arroganz und Borniertheit. Typische Krankheit für uns Westeuropäer, die wir ja schon immer besser wussten, was das beste für die Welt ist und wie andere Menschen zu leben und zu denken haben.

Wir und die Meinungsfreiheit

Ja. ALLE Muslime sind momentan auf der Straße und geben den mordenen und brandschatzenden Mob. ALLE? Wirklich alle? Nicht nur die paar üblichen Irren im Irak und Afghanistan? Zwei failed states ohne funktionierendes Staatswesen, heraus gefallen aus jeglichen sozialen Strukturen, verarmt, ausgebeutet, belogen und betrogen. Was erwarten Sie denn von den Menschen dort? Es ist ja wohl mittlerweile empirisch bestens belegt, dass Menschen in sozialer Not sehr viel leichter auf extremistische Propaganda anspringen. Sieht man u.a. momentan sehr gut in Griechenland, wo die Nazis seit der letzten Wahl wieder im Parlament sitzen.

Toll. Da rennen nun ein paar tausend Muslime im Irak und Afghanistan durch die Straßen. Und in den anderen Ländern ist es weitgehend ruhig. Und DAS ist dann unsere f***g Enschuldigung dafür, dass wir "denen" mal zeigen müssen, was Meinungsfreiheit ist? Was soll dieser Blödsinn?

Und wenn wir schon bei Meinungsfreiheit gegenüber Religionen sind? Wo bleiben die ehrverletzenden Comics über Jawe, Jesus, Krishna, Buddha und wasweißichnoch. Her damit! Wenn schon, dann sollen ALLE ihr Fett wegbekommen.

Kommentar wiederhergestellt. Die Redaktion/sh

Teils teils

Der Film ist totales Kindergartenniveau, über die Karikaturen kann ich noch nichts sagen, die habe ich noch nicht gesehen...

Aber: durch den Plan, diesen Film zu zeigen wird das ganze auf eine Ebene katapultiert, die ganz und gar nicht mehr Kindergartenniveau hat. Denn wenn man nun nachgibt, lässt sich das als Beschneidung der Meinungsfreiheit auslegen - das gilt es zu verhindern. Wenn man dabei bleibt, den Film zu zeigen, kann es zu Problemen kommen (DIESE Tatsache müsste die Politik eigentlich angehen). Der Wunsch, diesen Film zu zeigen, hätte einfach nie geäußert werden sollen, denn der Film ist wirklich... - jedenfalls war das ein Bärendienst für Deutschland.

[...]

Und ja, ich bin in der Tat der Meinung, dass meine Werte die besten sind - christentum, renaissance, aufklärung, sturm und drang etc. haben einiges dazu beigetragen, dass ich so denke. Wenn ich nicht so denken würden, hätte ich andere Werte.
Es ist typisch arrogant zu meinen, in der Entdeckung des Respekts vor fremden Kulturen den Stein der Weisen gefunden zu haben. Obwohl ich zugeben muss, dass ich selber einmal so gedacht habe.

Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk

Zustimmung

ein Teil der hohen Zustimmung liegt wohl auch daran, dass es der erste Beitrag ist - den lesen eben mehr.
Er scheint aber auch deshalb breite Zustimmung zu haben, weil er die Meinung eines Grossteils der Mitbürger spiegelt (gucken Sie mal in anderen Foren - zB WeltON - da gibt es für entsprechende Beiträge vierstellige Empfahlungszahlen en masse).

Politik (und Medien!) können nicht blind dafür sein, schliesslich haben die auch Augen im Kopf, selbst wenn es manchmal nicht so scheint.
Gründe dafür gibt es schon und die sind prinzipell sogar zu befürworten: Keinen 'unnötigen' Aufruhr stiften.
Meines Erachtens jedoch nicht ungefährlich. Denn die tatsächlichen Probleme kochen weiter - so allerdings in einem Dampfkochtopf, dessen Haltbarkeit nicht endlos ist. Besser wäre es, mal vom Dampf etwas herauszulassen.
Genau so sehe ich die 'hebdo'-Aktion: Weniger als 'Provokation' denn als durchaus wohltuendes Dampfablassen nach innen. Schliesslich ist auch in den westlichen Bevölkerungen die Geduld irgendwann aufgezehrt - obwohl saturiert und träge geworden.

ganz nebenbei und vielleicht zufaellig

haben Sie mit Ihrem Minirock Beispiel die Denkweise des Islamischen Lebens erklaert: Nicht der Mann benimmt sich schlecht wenn er einer unbekannten Frau hinterherpfeift oder dergleichen, denn die Frau soll sich gefaelligst züchtig anziehen.
Das ist nicht allgemeingültig in muslemischen Staaten aber eine durchaus Denkweise. Üblicherweise natürlich tendenziell eher in weniger Gebildeten Kreisen.
(In Deutschland gibt es aehnlich alberne Gedankengaenge allerdings sogar vom Gesetzgeber: mein Auto nicht abschliessen ist ein Vergehen für das ich Strafe zahlen muss.Fehlt nur das der Dieb in so einem Fall gar nicht bestraft wird...)

Intoleranz

Ähnliche Reaktionen gibt es von Muslimen in Deutschland ja auch. Für mich zeigt sich dadurch ein gerüttet Maß an Intoleranz des Islam. Damit habe ich ansich kein Problem. Den Koran kenne ich nicht und will ihn auch nicht kennenlernen. Wer danach sein Leben ausrichten will, der kann es gerne tun. Wenn die Muslims der Meinung sind, ich sei damit ungläubig und dürfe daher heilige Stätten des Islam nicht betreten, dann habe ich nichteinmal damit ein Problem. Die Welt ist groß genug und hat auch andere schöne Plätze. Die Frage, ob man man sich auf der Grundlage dieses Glaubens gegenseitig die Köpfe abhacken darf, mache ich nicht zu meiner. Ich könnte so etwas nicht, aber ich mache mich hier nicht zum Maßstab aller Dinge.

Gott sei Dank gibt es noch andere Rechts- und Gesellschaftsformen auf dieser Welt. Die westlichen Formen zeichnen sich u.a. durch Freiheit und Toleranz aus. Dafür sind Millionen Menschen in Kriegen gefallen und stehen auch heute noch dafür ein. Unsere Grundrechte gelten für alle, die hier leben - egal welchen Glaubens. Niemand wird gezwungen sich den besagten Film anzuschauen oder sich die Satiremagazine zu kaufen, die sich mal mit dem Papst und mal mit Mohammed auf den Markt zu bringen versuchen. Wer hier mit Verboten vorprischt, zeigt sich intolerant.

Viel interessanter wäre einnmal zu hören, wie der Rat der Muslime die Vereinbarkeit des Koran mit unserer rechtsstaatlichen Verfassung bewertet. Es soll ja viele Parallelen zwischen den Hauptreligionen geben.

Zu 2: Kein Problem für Frankreich

Ja, einige Muslime sind bestürzt und beleidigt. Das dürfen sie auch sein. Vor allem dürfen sie es öffentlich äußern. Das ist ihre Meinungsfreiheit!

Aber der Imam von Bordeaux empfiehlt seinen Gläubigen, die Satire zu ignorieren. Man solle ruhig und gesetzeskonform bleiben. Und vor allem sich nicht aufregen.

Deshalb gibt es in Frankreich wahrscheinlich kein Problem mit der Mehrheit der Muslime. Einige Extremisten wollen vielleicht wieder zündeln und müssen sich dafür verantworten. Die größte Gefahr liegt außerhalb Frankreichs an den Standorten der Botschaften.

Viele Muslime in Europa lieben die Provokationen nicht, aber sie haben mittlerweile gelernt, dass man sie tolerieren muss. Sonst hätten wir schon längst gewaltsame Ausschreitungen in Europa. Und diese Abgeklärtheit der Muslime wird zunehmend zur Aufgeklärtheit des europäischen Islam führen.

Es ist sehr leicht Meinungsfreiheit zu predigen...

...aber wenns drauf ankommt wird leider viel zu oft der Schwanz eingezogen.
(Nicht nur) Die französische Regierung sollte nicht besorgt wegen der Karrikatur sein sondern ganz klar sagen das man in Europa sowas darf. Punkt.
Satire Zeitungen machen Satire über ALLES und ALLE, denen kann man vielleicht schlechten Geschmack vorwerfen, aber sonst nichts. Und soviel ich weis ist schlechter Geschmack nicht gegen europäische Gesetze.

Meinungsfreiheit und Verantwortung

"Es ist sehr leicht Meinungsfreiheit zu predigen...
...aber wenns drauf ankommt wird leider viel zu oft der Schwanz eingezogen"

Sehr witzig find ich den aktuell die Interpretation des Begriffs "Freiheit" in Meinungsfreiheit. Aus meiner Sicht gehört zur Nutzung dieser Freiheit auch, Verantwortung zu übernehmen und das eigene Tun angemessen zu reflektieren. Wenn ich die "Freiheit" habe, meine (jegliche) Meinung zu äußern, heißt das noch lange nicht, dass ich automatisch dafür positives Feedback erhalten muss, so nach dem Motto "ach toll, da hat jemand eine Meinung. Wow, und er äußert sie auch noch. Nur dadurch ist er frei!"

Was ist denn passiert? Eine Satirezeitung veröffentlicht Zeichnungen, eine Bevölkerungsgruppe könnte sich dadurch beleidigt vorkommen, der Staat findet dies nicht gut. Solange der Staat diese Meinungsäußerung nicht verbietet, ist die Meinungsfreiheit nicht angetastet.

Mehrere Maßstäbe.

"18. wie sähe es denn z.b. mit....
...satire über den holocaust aus?
wäre das auch nur schlechter geschmack, oder würde das zu weit gehen?"

Eine einsame ernste Stimme im Schlamm. Als Achmadingsbums im Iran diesen Holocaust-Lustigzeichnungen machen ließ, hat keine einzige westliche Zeitung eines der Bilder abgedruckt.

Ich habe den damaligen Wettbewerb nicht verstanden und hatte ihn abgelehnt. Heute bin ich weiter. Er war die Reaktion auf die Beleidigung ihrer Religion. Da der Westen immer mehr ein gottloser Verein ist, hat er sich ein anderes Thema gesucht, das den Westen ähnlich betroffen machen könnte. Dies war eben der furchtbare Holocaust.

@ tipex - Holocaust ist keine Religion!

@Tipex - NEIN - Opfer soll man nicht verspotten!

Über den Holocaust sollte man ganz gewiss nicht scherzen.
Genauso wenig wie man über andere Verbrechen, die irgendeiner Menschengruppe viel Leid gebracht hat, scherzen sollte.

Aber sicher zielt diese provokante Frage von Tipex eher darauf ab, ob denn irgend welche Religionen oder Menschengruppen aus der Satire ausgenommen werden sollten, dürften oder müßten.

Opfer religiösen oder ideologischen Hasses zu verspotten, zeugt von einer niedrigen moralischen Haltung.

Etwas ganz anderes ist es, wenn mit satirischen Mitteln auf die - tatsächliche oder vermeintliche - Gefährlichkeit von fanatischen Religionsanhängern und Ideologen hingewiesen wird.
Hier darf sicher keine einzige Glaubensrichtung für sich in Anspruch nehmen, tabu zu sein - Weder das Christentum, noch der Islam und - ja - trotz des Leids im vergangenen Jahrhundert - auch nicht das Judentum.

Wenn auch nur eine einzige Glaubensrichtung von Kritik und Hinterfragung ausgenommen wird, ist die Meinungsfreiheit - eines der fundamentalen geistigen Güter der aufgeklärten Gesellschaften - früher oder später nicht mehr viel wert.

Generell hätten Sie ja recht....

...aber der Zeitpunkt ist schlecht. Sorry, aber gerade laufen große Proteste gegen den Film "Unschuld der Muslime" und just, welch ein Zufall fällt einem Satire Magazin ein, man könnte mal wieder ne Mohammed Karrikatur bringen. Und das rückt diese Karrikaturen in ein anderes Licht nämlich in den schein der puren Provokation. Und deshalb zieht diese Entschuldigung des Chefredakteurts nicht. Das könnte ich glauben und dem würde ich zustimmen, wenn er jetzt einfach mal 2-3 Monate warten würde und das dann veröffentlicht.

Wie Sie schon schreiben, es ist leicht Meinungsfreiheit zu predigen. Es ist noch leichter, Meinungsfreiheit zu predigen, wenn man in einem Büro in Deutschland sitzt. Es ist schwieriger, Meinungsfreiheit zu predigen, wenn ein Mob mit brennenden Fackeln vor dem Büro steht. Und diese Leute lassen "wir" gerade ganzschön im Stich. Ich wäre sticke sauer, wenn ich Botschafter wäre. Einerseits auf den Mob, aber genauso auf die westlichen Medien. Denn es geht nicht darum die Aufstände zu bewerten - sie werden kommen. Und das ist eine Tatsache. Und es werden wohl wieder Menschen sterben. Und dann können wir, die in ihren Sesseln sitzen sagen: "Wir haben unsere Meinungsfreiheit verteidigt."

Na, herzlichen Glückwunsch an all die mutigen Che's im Büro.

Warum hätte der Westen diesen dreckigen widerlichen Schund

abdrucken sollen?
Damit Menschen hier sich darüber aufregen?
Hier dürften sie's - gab's in Iran Wortmeldungen?
Über einen Ahmdidingsbums regt sich hier niemand auf - da weiß man, was von dem kommt.
Ist das jetzt bedauerlich?

Ich war in Bergen-Belsen; glauben Sie mir, es raubt einem denkenden Menschen die Stimme.
Gehen Sie einmal neben solchen Hügeln - jeder Einzelne ausgeschildert mit Zahlen: 500, 1000, .... 10.000
und dann fragen Sie sich noch einmal, ob sie es bedauerlich finden müssen, dass auf den Schund eines religiösen Ahmdihitler niemand reagiert - sondern ihn das sein läßt, was er ist: die religiöse Ersatzfigur eines Adolf Hitler!

Selbstverständlich ist das Satire....

...denn im Gegensatz zu den Karrikaturen von Mohammed, zielen die meisten verlinkten Karrikaturen nicht auf den Holocaust ab, sondern auf die Art, wie wir darauf reagieren und wie wir damit umgehen.

Der Botschafter, der weinend am Boden liegt, nur weil er das Wort Holocaust hört. Der Touristengruppe die heulend rumsteht und nur heult, weil es sich so gehört und nur sieht, was sie sehen will - das ist genial.

Und wenn wir uns das jetzt einfach etwas inhaltsleerer vorstellen, können wir evtl. nachempfinden, wie sich strenggläubige Muslime fühlen - mit dem Unterschied, dass Holocaustkarrikaturen etwas beschreiben, was mit uns nicht mehr so viel zutun hat und sich einige Muslime als direkte Nachfahren Mohammeds halten.

Ich verstehe über Alles nicht, wieso hier die Meinungsfreiheit in Gefahr ist. Niemand verbietet dem Satiremagazin, die Karrikaturen zu bringen - davon ist in dem kompletten Text in keinem Wort die Rede. Es wäre nur vielleicht nett, höflich, rücksichtsvoll mit der Lustigmacherei über den Islam auch mal ein paar Wochen Pause zu machen - aber das ist natürlich zuviel verlangt.

So lange sich dann keiner Beschwert, dass sich unsere Welten immer weiter voneinander entfernen, ist doch alles in Butter. Is halt nicht so ganz die Welt, wie ich sie mir vorstelle...

Holocaust und Satire

"wie sähe es denn z.b. mit satire über den holocaust aus?"

Ich würde sagen, dass Satire über den Holocaust nicht prinzipiell zu weit geht, aber dieses Thema ist eine sehr schwierige Gradwanderung. Da muss man schon den richtigen Ton treffen, um den Aspekten rund um den Holocaust gerecht zu wwerden, um nicht in Opferverhönung abzugleiten. Da muss man als Satiriker schon sehr gut sein. Diese Gradwanderung würde ich persönlich mir nicht zutrauen.

Das zeigt, wie leicht sich der Westen einschüchtern lässt

Sobald in der westlichen Welt irgendeine Karikatur, Film oder was auch immer über den Islam veröffentlicht wird, muss im nahen Osten nur eine Gruppe leute Krawall machen, schon zuckt der Westen zusammen. Echt armselig.

Gefährlich

5.5. "Das zeigt, wie leicht sich der Westen einschüchtern lässt
Sobald in der westlichen Welt irgendeine Karikatur, Film oder was auch immer über den Islam veröffentlicht wird, muss im nahen Osten nur eine Gruppe leute Krawall machen, schon zuckt der Westen zusammen. Echt armselig."

wenns nur armselig wäre!es ist mit das gefährlichste was in einer Demokratie geschehen kann,dass man die demokraischen Werte verrät/unterdrückt aus Angst vor Gewalt.Dieses Einknicken wird bei Frustireten und Gewaltbereiten als Schwäche ausgelegt,was es ja ist und wird die Spirale weiterhochdrehen.

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