IslamFranzösisches Satireblatt kündigt neue Mohammed-Karikaturen an

Die Aufregung über den Mohammed-Film hält unvermindert an, da provoziert eine französische Satire-Zeitung: Sie druckt Mohammed-Karikaturen. Die Regierung reagiert nervös. von afp, dpa, reuters und dapd

Unterstützer der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" demonstrierten im vergangenen Jahr für die Meinungsfreiheit, nachdem auf die Zeitung ein Brandanschlag verübt worden war.

Unterstützer der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" demonstrierten im vergangenen Jahr für die Meinungsfreiheit, nachdem auf die Zeitung ein Brandanschlag verübt worden war.  |  © Francois Guillot/AFP/Getty Images

In der muslimischen Welt toben gewaltsame Proteste wegen des anti-islamischen Schmähfilms – dennoch kündigt das französische Satiremagazin Charlie Hebdo an, in seiner heutigen Ausgabe neue Mohammed-Karikaturen zu veröffentlichen.

Auf der Titelseite der Ausgabe ist der Ankündigung auf der Website zufolge ein gebrechlicher Mann mit Turban in einem Rollstuhl zu sehen, der von einem Mann jüdischen Aussehens geschoben wird. "Man darf sich nicht lustig machen", wird den beiden Figuren in einer Sprechblase in den Mund gelegt. Darüber prangt der Titel Intouchables 2 ( Die Unantastbaren 2 ), in Anlehnung an den Titel eines beliebten Films, der in Deutschland als Ziemlich beste Freunde in die Kinos kam.

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Die Zeichnungen würden "jene schockieren, die schockiert werden wollen, wenn sie eine Zeitschrift lesen, die sie sonst nie lesen", sagte Chefredakteur Stephane Charbonnier, der als Zeichner unter dem Künstlernamen Charb bekannt ist, dem Fernsehsender iTélé. "Ist die Pressefreiheit eine Provokation?", fragte Charb. "Ich rufe strenggläubige Muslime ebensowenig auf, Charlie Hebdo zu lesen, wie ich in eine Moschee gehe, um einen Diskurs anzuhören, der meinen Überzeugungen widerspricht."

Regierung appelliert an Verantwortungsbewusstsein

Die französische Regierung äußerte sich besorgt über die Ankündigung. Alles, was in der gegenwärtigen Lage provoziere, müsse verurteilt werden, sagte Außenminister Laurent Fabius. Premierminister Jean-Marc Ayrault teilte seine "Missbilligung jeder Zügellosigkeit" angesichts der aktuellen Ereignisse mit. Er appellierte an ein verantwortungsbewusstes Verhalten aller. Der französische Rat der Muslime teilte seine "tiefe Bestürztheit" angesichts der "beleidigenden Zeichnungen" mit. Der Rat sei besorgt, dieser "unverantwortliche Akt" könne neue Spannungen schüren.

Der Chefredakteur rechtfertigte den Abdruck: "Wir veröffentlichen Karikaturen über jeden und alles jede Woche. Wenn wir es aber mit dem Propheten machen, wird es Provokation genannt", sagte Charb. Als Vorsichtsmaßnahme begann die französische Polizei damit, das Redaktionsgebäude in Paris abzusichern. Die Internetseite der Zeitung war aber bereits betroffen – sie ist derzeit nicht erreichbar.

Es ist nicht das erste Mal das Charlie Hebdo eine Mohammed-Karikatur veröffentlicht. Im November 2011 war es zu massiven Protesten vor der Redaktion gekommen, nachdem das Wochenblatt eine Sonderausgabe dem islamischen Recht, der Scharia, gewidmet hatte und diese Charia Hebdo genannt hatte. Dazu war der Prophet Mohammed als außerordentlicher Chefredakteur "eingeladen" gewesen. Demonstranten hatten damals das Gebäude in Brand gesetzt.

Wegen eines islamfeindlichen Videos aus den USA gibt es seit vergangener Woche in mehreren muslimischen Ländern teils gewaltsame Proteste vor US-Einrichtungen und anderen westlichen Vertretungen. Dabei wurden mehrere Menschen getötet, unter ihnen der US-Botschafter in Libyen . Die US-Regierung hat deshalb "aggressive Schritte" zum Schutz ihrer diplomatischen Vertretungen angekündigt. Die Sicherheitsvorkehrungen müssten die Bedrohungen für das Botschaftspersonal der Vereinigten Staaten in der Welt widerspiegeln, sagte Außenministerin Hillary Clinton .

Leserkommentare
    • Glik
    • 19. September 2012 7:25 Uhr

    Alle Zeitungen sollten das tun !
    Ein Symbol für UNSERE Werte: Freiheit, insbesondere Mienungsfreiheit. Gegen das Mittelalter.
    Leider sind hier alle zu feige. Fast die komplette Mendienlandschaft und die Politiker sowieso. Duckmäusertum ist keine politische Korrektheit.
    Widerstand regt sich zum Glück beim Durchschnittsvolk. Wieder mal eine der immer öfter zu beobachtenden Diskrepanzen zwischen Medien/Politik-Einheitsmeinung und Volkes Meinung.

    147 Leserempfehlungen
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    Es kann nicht sein, dass wegen Filmen oder Zeichnungen Menschen umgebracht werden, und die Verantwortung bei den den Filmemachern und Zeichnern gesucht wird.

    Als nächstes heißt es wieder, dass Frauen im Minirock Vergewaltigungen provozieren.

    sind doch auf political correctness getrimmt. Da wird nichts in der Richtung kommen. Auch die Titanic ist da zu feige, die traut sich sowas nur bei alten Männern, bei denen sie sich zum einen der Rückendeckung des deutschen Feuilleton sicher sein kann und zum andern weiß, dass das schlimmste ein Gerichtsverfahren sein wird, den sie zur Werbung nutzen kann.

    sie wissen nur wer Ihnen ihr täglich Brot bezahlt, sei es über Waffengeschäfte mit den Demokratien Saudi Arabien, Indonesien, Malaysia oder Qatar, das Öl das die dt. Industrie braucht und auch die Regierung um die Bevölkerung ruhig zu halten, oder besser damit sie die langen Wege zur Arbeit bewältigen können, dann nicht zu vergessen die Beteiligungen an dt. Firmen wie Daimler, Air Berlin, Thor Steinar und nicht zu vergessen große dt. Medienverlage die ihre Geschäfte gern in den Demokratien in Asien und Afrika machen.

    Und nicht zu vergessen diese Diskussion lenkt doch schön von den wahren Problemen (Arbeitslosigkeit, prekkäre Arbeitsverhältnisse, Niedriglohn, Altersarmut, rechtsfreie Parallelgesellschaften) ab.

    [...]

    Bitte verzichten Sie auf pauschale Verunglimpfungen und haltlose Spekulationen. Danke, die Redaktion/fk.

    • DIELOGE
    • 19. September 2012 9:38 Uhr

    "Alle Zeitungen sollten das tun !"

    lassen sie den zeitungen doch die freiheit, gewisse dinge nicht zu tun.

    Glauben Sie wirklich, andere Menschen in der Öffentlichkeit zu demütigen - und genau so wird es eben von Gläubigen empfunden - würde die Welt in irgendeiner Art und Weise besser machen?

    Verteidigung UNSERER Werte? Verteidigen tut man etwas gegen Angriffe von außen. Sind wir etwa angegriffen worden? Wer handelt hier gerade als Agressor?

    Mal ganz abgesehen davon, dass wir besser daran täten, UNSERE Werte mit gerechteren Löhnen, besseren Lebensbedingungen und Einhaltung der Menschenrechte FÜR ALLE zu "verteidigen", aber das ist eine andere Geschichte.

    Es ist niemals nobel, andere bewusst zu provozieren; dies geschieht hier nach meiner Auffassung.
    Das Zeigen von Filmen und die Veröffentlichung von Karrikaturen mögen nicht den selben Charakter haben. Gemein ist all den Provokationen aber vielleicht das Bedürfnis, dort etwas zu unternehmen, wo die Politik versagt / in Stich lässt.
    Der "normale" westliche Bürger ist eher nicht geneigt für seine Ziele (Meinungsfreiheit)auf die Straße zu gehen, Gebäude und Fahnen abzufackeln und andersgläubige zu ermorden.
    Mindestens das Drucken der Karrikaturen verstehe ich als Verteidigung der Meinungsfreiheit. Pro Deutschland vermag noch andere Ziele zu verfolgen.
    Erst wenn die Politik eine klare und unmissverständliche Position im Sinne der Meinungsfreiheit einnimmt, werden wohl auch die Provokationen aufhören.
    Ich denke, dass man solcherlei Provokationen erst dann verbieten sollte, wenn sie zur Gewalt aufrufen und dadurch die öffentliche Ordnung gestört werden könnte.
    Der Film und die Karrikaturen (soweit bekannt) rufen weder zum Mord, noch zur Verfolgung oder Unterdrückung frommer Menschen auf.

    Ergo: Zeigen!

    Ich zitiere aus dem entsprechenden Artikel der ftd :

    ... die französische Regierung verbietet eine in Paris geplante Demonstration gegen das islamfeindliche Video aus den USA. Es gebe keinen Grund, Konflikte zuzulassen, die mit dem eigenen Land nichts zu tun hätten, sagte Premierminister Jean Marc Ayrault in einem Interview ...

    Recht hat er, so sollte man das auch hier handhaben.

    Auch als Agnostiker gehört es nicht zu meinen Werten auf anderer Menschen Meinung oder Glauben herum zu trampeln.
    Ich persönlich glaube nicht das es ein omnipotentes Wesen oder einen "Gott" oder sogar mehrere davon gibt, trotzdem respektiere ich wenn andere daran glauben.

    Und was an der Beleidigung und Herabwürdigung von Religionen oder deren Anhänger der Meinungsfreiheit oder deren Verteidigung dienen soll ist mir ein Rätsel.
    Meiner Meinung nach ist es eher eine Verletzung der Menschenwürde, die eigentlich bestraft gehört, erst recht wenn man bedenkt was dadurch ausgelöst wurde.

    Die Gewaltakte der Islamisten und aufgehetzten Massen in den muslimischen Ländern sind empörend und mehr als unangemessen, dagegen vorzugehen ist Aufgabe der dortigen Regierungen dafür kann auch gern etwas diplomatischer Druck ausgeübt werden.

    Darauf aber mit weiteren Provokationen zu Antworten ist kindisch, so ein verhalten erwarte ich von meiner 5 Jährigen Nichte im Sandkasten aber nicht von angeblich rational denkenden Erwachsenen.

    auf dieses Ihr Kommentar könnte auch schon über die vielseitige Zustimmung hinaus ein Anzeichen dafür sein, daß die Gewaltbereitschaft der Islamgläubigen schon genügend Angst und Schrecken verbreitet hat, um viele von einem eigenen Kommentar dagegen abzuhalten aus Ängstlichkeit bzw. Todesangst. Das finde ich so schlimm und dafür scheint unsere westliche Politik blind zu sein! Ich frage mich da immer wieder, was der wahre Grund dafür ist! Haben die selber Angst, oder wird ihnen diese übertolerante Haltung gegenüber dem Islam in vielfacher Form vergütet? Unsere demokratische Grundordnung spielt bei denen dabei jedenfalls nicht die erste Rolle, das ist deutlich zu erkennen!
    Ich verneige mich vor dem Mut und der politischen Korrektheit dieses französischen Satireblattes!

    Ja. ALLE Muslime sind momentan auf der Straße und geben den mordenen und brandschatzenden Mob. ALLE? Wirklich alle? Nicht nur die paar üblichen Irren im Irak und Afghanistan? Zwei failed states ohne funktionierendes Staatswesen, heraus gefallen aus jeglichen sozialen Strukturen, verarmt, ausgebeutet, belogen und betrogen. Was erwarten Sie denn von den Menschen dort? Es ist ja wohl mittlerweile empirisch bestens belegt, dass Menschen in sozialer Not sehr viel leichter auf extremistische Propaganda anspringen. Sieht man u.a. momentan sehr gut in Griechenland, wo die Nazis seit der letzten Wahl wieder im Parlament sitzen.

    Toll. Da rennen nun ein paar tausend Muslime im Irak und Afghanistan durch die Straßen. Und in den anderen Ländern ist es weitgehend ruhig. Und DAS ist dann unsere f***g Enschuldigung dafür, dass wir "denen" mal zeigen müssen, was Meinungsfreiheit ist? Was soll dieser Blödsinn?

    Und wenn wir schon bei Meinungsfreiheit gegenüber Religionen sind? Wo bleiben die ehrverletzenden Comics über Jawe, Jesus, Krishna, Buddha und wasweißichnoch. Her damit! Wenn schon, dann sollen ALLE ihr Fett wegbekommen.

    Kommentar wiederhergestellt. Die Redaktion/sh

    • snoek
    • 19. September 2012 7:27 Uhr
    2. .....

    „Der französische Rat der Muslime teilte seine "tiefe Bestürztheit" angesichts der "beleidigenden Zeichnungen" mit.“

    Da wird nun schon ein „gebrechlicher Mann mit Turban in einem Rollstuhl“ als beleidigend gewertet. What‘ s next?

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    Ähnliche Reaktionen gibt es von Muslimen in Deutschland ja auch. Für mich zeigt sich dadurch ein gerüttet Maß an Intoleranz des Islam. Damit habe ich ansich kein Problem. Den Koran kenne ich nicht und will ihn auch nicht kennenlernen. Wer danach sein Leben ausrichten will, der kann es gerne tun. Wenn die Muslims der Meinung sind, ich sei damit ungläubig und dürfe daher heilige Stätten des Islam nicht betreten, dann habe ich nichteinmal damit ein Problem. Die Welt ist groß genug und hat auch andere schöne Plätze. Die Frage, ob man man sich auf der Grundlage dieses Glaubens gegenseitig die Köpfe abhacken darf, mache ich nicht zu meiner. Ich könnte so etwas nicht, aber ich mache mich hier nicht zum Maßstab aller Dinge.

    Gott sei Dank gibt es noch andere Rechts- und Gesellschaftsformen auf dieser Welt. Die westlichen Formen zeichnen sich u.a. durch Freiheit und Toleranz aus. Dafür sind Millionen Menschen in Kriegen gefallen und stehen auch heute noch dafür ein. Unsere Grundrechte gelten für alle, die hier leben - egal welchen Glaubens. Niemand wird gezwungen sich den besagten Film anzuschauen oder sich die Satiremagazine zu kaufen, die sich mal mit dem Papst und mal mit Mohammed auf den Markt zu bringen versuchen. Wer hier mit Verboten vorprischt, zeigt sich intolerant.

    Viel interessanter wäre einnmal zu hören, wie der Rat der Muslime die Vereinbarkeit des Koran mit unserer rechtsstaatlichen Verfassung bewertet. Es soll ja viele Parallelen zwischen den Hauptreligionen geben.

    Ja, einige Muslime sind bestürzt und beleidigt. Das dürfen sie auch sein. Vor allem dürfen sie es öffentlich äußern. Das ist ihre Meinungsfreiheit!

    Aber der Imam von Bordeaux empfiehlt seinen Gläubigen, die Satire zu ignorieren. Man solle ruhig und gesetzeskonform bleiben. Und vor allem sich nicht aufregen.

    Deshalb gibt es in Frankreich wahrscheinlich kein Problem mit der Mehrheit der Muslime. Einige Extremisten wollen vielleicht wieder zündeln und müssen sich dafür verantworten. Die größte Gefahr liegt außerhalb Frankreichs an den Standorten der Botschaften.

    Viele Muslime in Europa lieben die Provokationen nicht, aber sie haben mittlerweile gelernt, dass man sie tolerieren muss. Sonst hätten wir schon längst gewaltsame Ausschreitungen in Europa. Und diese Abgeklärtheit der Muslime wird zunehmend zur Aufgeklärtheit des europäischen Islam führen.

    • Gerry10
    • 19. September 2012 7:30 Uhr

    ...aber wenns drauf ankommt wird leider viel zu oft der Schwanz eingezogen.
    (Nicht nur) Die französische Regierung sollte nicht besorgt wegen der Karrikatur sein sondern ganz klar sagen das man in Europa sowas darf. Punkt.
    Satire Zeitungen machen Satire über ALLES und ALLE, denen kann man vielleicht schlechten Geschmack vorwerfen, aber sonst nichts. Und soviel ich weis ist schlechter Geschmack nicht gegen europäische Gesetze.

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    • tippex
    • 19. September 2012 7:51 Uhr

    ...satire über den holocaust aus?
    wäre das auch nur schlechter geschmack, oder würde das zu weit gehen?

    "Es ist sehr leicht Meinungsfreiheit zu predigen...
    ...aber wenns drauf ankommt wird leider viel zu oft der Schwanz eingezogen"

    Sehr witzig find ich den aktuell die Interpretation des Begriffs "Freiheit" in Meinungsfreiheit. Aus meiner Sicht gehört zur Nutzung dieser Freiheit auch, Verantwortung zu übernehmen und das eigene Tun angemessen zu reflektieren. Wenn ich die "Freiheit" habe, meine (jegliche) Meinung zu äußern, heißt das noch lange nicht, dass ich automatisch dafür positives Feedback erhalten muss, so nach dem Motto "ach toll, da hat jemand eine Meinung. Wow, und er äußert sie auch noch. Nur dadurch ist er frei!"

    Was ist denn passiert? Eine Satirezeitung veröffentlicht Zeichnungen, eine Bevölkerungsgruppe könnte sich dadurch beleidigt vorkommen, der Staat findet dies nicht gut. Solange der Staat diese Meinungsäußerung nicht verbietet, ist die Meinungsfreiheit nicht angetastet.

    • Afa81
    • 19. September 2012 9:46 Uhr

    ...aber der Zeitpunkt ist schlecht. Sorry, aber gerade laufen große Proteste gegen den Film "Unschuld der Muslime" und just, welch ein Zufall fällt einem Satire Magazin ein, man könnte mal wieder ne Mohammed Karrikatur bringen. Und das rückt diese Karrikaturen in ein anderes Licht nämlich in den schein der puren Provokation. Und deshalb zieht diese Entschuldigung des Chefredakteurts nicht. Das könnte ich glauben und dem würde ich zustimmen, wenn er jetzt einfach mal 2-3 Monate warten würde und das dann veröffentlicht.

    Wie Sie schon schreiben, es ist leicht Meinungsfreiheit zu predigen. Es ist noch leichter, Meinungsfreiheit zu predigen, wenn man in einem Büro in Deutschland sitzt. Es ist schwieriger, Meinungsfreiheit zu predigen, wenn ein Mob mit brennenden Fackeln vor dem Büro steht. Und diese Leute lassen "wir" gerade ganzschön im Stich. Ich wäre sticke sauer, wenn ich Botschafter wäre. Einerseits auf den Mob, aber genauso auf die westlichen Medien. Denn es geht nicht darum die Aufstände zu bewerten - sie werden kommen. Und das ist eine Tatsache. Und es werden wohl wieder Menschen sterben. Und dann können wir, die in ihren Sesseln sitzen sagen: "Wir haben unsere Meinungsfreiheit verteidigt."

    Na, herzlichen Glückwunsch an all die mutigen Che's im Büro.

    • marv_k
    • 19. September 2012 7:36 Uhr

    Sobald in der westlichen Welt irgendeine Karikatur, Film oder was auch immer über den Islam veröffentlicht wird, muss im nahen Osten nur eine Gruppe leute Krawall machen, schon zuckt der Westen zusammen. Echt armselig.

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    • krister
    • 19. September 2012 9:20 Uhr

    5.5. "Das zeigt, wie leicht sich der Westen einschüchtern lässt
    Sobald in der westlichen Welt irgendeine Karikatur, Film oder was auch immer über den Islam veröffentlicht wird, muss im nahen Osten nur eine Gruppe leute Krawall machen, schon zuckt der Westen zusammen. Echt armselig."

    wenns nur armselig wäre!es ist mit das gefährlichste was in einer Demokratie geschehen kann,dass man die demokraischen Werte verrät/unterdrückt aus Angst vor Gewalt.Dieses Einknicken wird bei Frustireten und Gewaltbereiten als Schwäche ausgelegt,was es ja ist und wird die Spirale weiterhochdrehen.

  1. Zivilisierte Menschen dürfen sich nicht einschüchtern lassen durch solche "Gotteskrieger" die Unschuldige Personen einfach mal so töten. [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf herablassende Kommentare. Danke, die Redaktion/ds

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    "....diesen Lebewesen dort...."

    ...na Bravo für diese Demonstration von "Aufgeklärtheit"

    Anmerkung: Der betreffende Kommentar wurde gekürzt. Danke, die Redaktion/ds

  2. Solange Ungläubige alia Atheisten sich von Gläubigen Minderwertigkit vorwerfen lassen müssen (das geschieht auch von christlicher Seite, nicht nur von muslimischer Fanatikerseite), müssen die Religionen bzw. ihre Angehörigen auch mal beissenden Spott aushalten.
    In sofern "Go Charlie Hebdo"!
    Der Aufruhr, der u.a. den US-Botschafter das Leben gekostet hat, ist meines Erachtens weniger auf billige Videos oder ähnliches zurückzuführen. Der mangelnde Respekt gegenüber dem Leben der Bürger der muslimischen Länder (Beispiel Afghanistan, "Kollateralschäden" bzw. die vor ein paar Tagen getöteten Frauen) ist meines Erachtens entscheidend, für den Hass. Alles andere ist nur noch der Zündfunke.

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    Es ist völlig unstrittig, daß Satire im Westen üblich ist und selbstredend unter Meinungsfreiheit fällt. Für Charlie Hebdo übrigens unter allerhand an Einbußen http://de.wikipedia.org/w...

    Die Diskussion aber ausschließlich so zu führen, als würde übermorgen die Demokratie in westlichen Ländern abgeschafft, wenn die Karikaturen etwa nicht veröffentlicht würden oder das bescheuerte Video nicht gezeigt, halte ich für extrem schräg. Für wie schwächlich werden denn Demokratie und Meinungsfreiheit gehalten?

    Mir fehlt in der Diskussion aber der Akzent auf die Zündfunken. Darunter fällt u.a. die Entrechtung der Palästinenser, der völkerrechtswidrige und unter Lügen initiierte Angriffskrieg auf den Irak, das Satteln eines weiteren Kriegs in Afghanistan auf mehr als 20 Jahre blutige Gewalt, ganz generell auf die Kriege des Westens, die mitnichten dem vorgeschobenen Bau von Mädchenschulen, sondern reinen Wirtschaftsinteressen dienen. Darunter fällt der 'war on terror', der nichts bewirkt, außer mehr Terror hervor zu bringen.

    Es ist in hohem Maße doppelmoralisch, Demokratie und Meinungsfreiheit in den eigenen Ländern darauf zu gründen, andere Länder wirtschaftlich auszubeuten und Diktatoren zu diesem Zweck zu begünstigen/jahrzehntelang begünstigt zu haben.

    Und es fehlt mir noch ein Aspekt: nicht nur Islamisten fühlen sich provoziert, wenn ihr Prophet bildlich dargestellt wird. Auch für friedliebende, bestens integrierte Muslime ist die bildliche Darstellung ein Tabu.

    • Nero11
    • 19. September 2012 10:16 Uhr

    Einen Humanismus wie in der Renaissance hat die arabische Welt nie erfahren.

  3. Für Meinungsfreiheit - auch gegenüber Kirche und Religion - haben viele Menschen ihr Leben gelassen. Das lassen wir nicht mehr von religiösen Fundamentalisten zurückdrehen.

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  4. Was soll das für eine Meinungsfreiheit sein, wenn man aus "Verantwortung" darauf verzichten soll?
    Man kann doch nicht ständig auf die subjektiven Empfindlichkeiten der Muslime Rücksicht nehmen.

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    Ich meine, es geht hier auch gar nicht um Empfindlichkeiten, sondern um die Demonstration von Macht.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, DAPD
  • Schlagworte Google | Islam | Königshaus | Libyen | Protest | Scharia
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