Mohammed-VideoDie größtmögliche Beleidigung für Muslime

In Nahost werden die Ausschreitungen wegen eines anstößigen Films wohl noch zunehmen. Wer steckt dahinter? Und was zeigt das Video eigentlich? von Matthias Sailer

Ausschreitungen vor der US-Botschaft in Sanaa

Ausschreitungen vor der US-Botschaft in Sanaa  |  © Reuters

Unschuld der Muslime lautet der Titel des Films, dessen Trailer eine Welle der Wut und Aggression in der muslimischen Welt ausgelöst hat. In zahlreichen Staaten gab es antiamerikanische Ausschreitungen , in Libyen wurden der US-Botschafter und drei Mitarbeiter getötet. Befürchtet wird ein Gewaltausbruch wie 2006 im Zuge der Mohammed-Karikaturen. Der 15-minütige Trailer schlägt so hohe Wellen, weil er den Propheten Mohammed in ungewöhnlich herabsetzender Weise beleidigt.

In konservativen Gesellschaften, beispielsweise der ägyptischen, steht der Islam für viele Menschen über allem anderen. Eine Beleidigung des Propheten kommt damit für sie einer Beleidigung ihrer selbst gleich. Der Film versucht alles, um genau dies zu erreichen. Es handelt sich um eine geschickt zusammengestellte Kombination größtmöglicher Beleidigungen für die Gefühle konservativer Muslime.

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Gleich zu Beginn des Videos brennt ein mit Schwertern bewaffneter muslimischer Mob ein christliches Viertel nieder und schneidet einer Christin die Kehle durch. Ein entkommener christlicher Arzt versucht daraufhin, Familienangehörigen auf einer Schreibtafel in einer absurden mathematischen Gleichung vorzurechnen, dass Islam mit Terror gleichzusetzen sei.

Video war bereits Anfang Juli im Internet

In einer Nachstellung der Geschichte des Propheten wird Mohammed als elternloser "Bastard" dargestellt, der kurz nach der Offenbarung Allahs ängstlich zu seiner Frau rennt. Diese hält ihn für verrückt und befiehlt ihm, seinen Kopf zwischen ihre nackten Schenkel zu pressen und sagt: "Siehst Du immer noch den Teufel?" In religiös konservativen Gesellschaften, in denen Sexualität noch dazu ein Tabuthema ist, ist diese Darstellung eine unfassbare Erniedrigung des Propheten. Hinzu kommt, dass die bildliche Darstellung Mohammeds von den meisten sunnitischen Muslimen ohnehin als verboten angesehen wird.

Schließlich wendet sich Mohammeds Frau an einen verwandten Geistlichen. Dieser verspricht ihr, ein Buch (den Koran) zu schreiben, indem er Verse der jüdischen Tora und der Bibel zu neuen "falschen Versen" zusammenmischt. Damit sagt der Film im Grunde, dass der Islam eine einzige Lüge sei. Doch es kommt noch schlimmer: Die nächsten Minuten zeigen den Propheten als blutrünstigen und plündernden Verbrecher, der bei seinen Feldzügen den sexuellen Missbrauch von Kindern und Sklaverei erlaubt. Gegen Ende äußert einer seiner Begleiter gar, dass Mohammed homosexuell sei.

Das Video ist bereits Anfang Juli ins Internet gestellt worden und fand erst kaum Beachtung. Doch als ein gewisser Morris Sadek es am 5. September auf seinem arabischsprachigen Blog verlinkte, wurde es auch in der muslimischen Welt wahrgenommen. Sadek ist ein in den USA lebender, fundamentalistischer koptischer Christ. Auf seinem Blog bewarb er gleichzeitig eine Veranstaltung von Terry Jones, auf der dem Propheten symbolisch der Prozess gemacht werden und auch besagtes Video gezeigt werden sollte. Terry Jones wurde vergangenes Jahr durch seine breit angekündigte Koran-Verbrennung bekannt, die in Afghanistan und Pakistan zu Aufständen geführt hatte. Am 9. September erschien dann eine Arabisch-synchronisierte Version des Videos auf YouTube, wodurch es der arabischsprachigen Bevölkerung zugänglich wurde.

Leserkommentare
  1. "Video war bereits Anfang Juli im Internet" mehr braucht man nicht sagen und am 11.09 brechen unruhen aus! Wenn das kein Zufall ist.

    "islamfeindlichen Film" ein billiger Trash-Film (obwohl das wohl eine Beleidgung für einen Trash-Film wäre) interessant wäre wieviel er den gekostet hat (5 Millionen werden es nicht sein).

    Jetzt die Frage der Fragen wer organisiert die Proteste in der arabischen Welt?

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    " Am 9. September erschien dann eine Arabisch-synchronisierte Version des Videos auf YouTube, wodurch es der arabischsprachigen Bevölkerung zugänglich wurde."

    zwei Tage vor dem 11.09.

    wenn man daraus etwas schließen kann, dann, dass es eine grosse Internetaffinität im arabisch sprachigen Raum gibt.

    • Bashu
    • 13. September 2012 20:00 Uhr

    Wie einige Vorredner sagten: Die Proteste verweisen auf einen tieferen schwelenden Konflikt, das Video war nur der sprichwörtliche Tropfen.

    Es geht darum, dass die Menschen in den arabischen Ländern jahrelang mit US-Kriegen oder Diktaturen-unter-Washingtons-Gnaden gebeutelt wurden, trotz ihres unglaublichen Öl-Reichtums sind die Menschen bettelarm (wie kommt das?) und nun schließlich zieht man das letze bischen Würde, dass ihnen verblieben ist - ihre Religion - auch noch in den Dreck.
    Ja, da würde wir aber auch der Kragen platzen.

    Nebenbei bemerkt: Wenn alle Muslime nur wegen des Films austicken würden, müsste auch in Deutschland kräftig etwas los sein. Und? Ist mucksmäuschenstill hier.

    • xpeten
    • 13. September 2012 21:47 Uhr

    es geht (natürlich..) nicht darum, wer wo "Proteste organisiert",

    die aus der Sicht dieser Leute übrigens unabdingbar sind, denn diese Leute sind, auch wenn das Vorstellungsvermögen mancher damit überfordert ist, tatsächlich beleidigt, und, wer sich ein wenig mit arabischer Kultur auskennt weiß, dass eine Beleidigung für einen Araber eine unverzeihliche Sache ist, er hat sein Gesicht verloren, schlimmer noch, der Prophet hat sein Gesicht verloren, und für den geht er buchstäblich durchs Feuer.

    (so abwegig ist das gar nicht, auch bei Bewohnern des deutschen Hinterlandes können Beleidigungen leicht zu Exzessen führen)

    Ob das jetzt "fehlende Aufklärung" oder "Rückständigkeit" oder was auch immer für Gründe hat, ist doch völlig egal, fest steht, es wird hier keine Rücksicht auf die besondere Situation der Muslime genommen, oder besser, es wird bewusst beleidigt und provoziert, wahrscheinlich aus Gehässigkeit, Unbildung, Minderwertigkeitskomplexen und Langeweile, und damit, bewusst oder leichtfertig, zu Hass und Gewalt aufgestachelt,

    um dann Ursache und Wirkung umzukehren und die Schuld am entstandenen Chaos den Provozierten zuzuschieben. Derjenige, der die Karrikaturen hochhält oder den Koran verbrennt, kann nichts dafür. Und das glauben die sogar!

    Wir hatten die Aufklärung, die Muslime nicht, trotzdem sind diese durchgeknallten Filmproduzenten und Karrikaturenprovokateure doch mindestens so rückständig, wie sie die Provozierten gerne darstellen.

    Muslimischer Frühling - Dass ich nicht lache. Solange die Menschen auf diese Weise auf eine Provokation reagieren, wird in diesen Ländern niemals Frieden einkehren!

    Eines kann man sich sicher sein - Wenn ein Hund einen Haufen hinsetzt, ist die nächste Fliege nicht weit. Ähnlich verhält es sich mit genannter Gesinnung - legt man ihnen einen Braten vor, springen sie sofort drauf an - Nur dass bei denen dann gleich Köpfe rollen...

    Solange man nicht bereit ist, seine eigene Einstellung auf Kritik hin zu hinterfragen - auch wenn die Kritik unangebracht scharf sein mag - wird man den mittelalterlichen Fehden nicht entkommen. Auge um Auge...

    Also alles kann nun wirklich keine Beleidigung sein,

    wenn eine islamische oder islamistische Gruppe unschuldige Christen im Namen der Religion massakriert, ist das ja eine auch im 21. Jahrhundert vielfach vorkommende Tatsache, keine Beleidigung, das Darstellen von Morden als Beleidigung einzustufen grenzt wirklich an Realitätsbeleidigung,

    höchstens ist es eine Beschämung, wo bleibt eigentlich die Entschuldigung für diese Tatsache? Oder was wird überhaupt dagegen getan?

    spricht die Gleichung mit X doch von Terroristen, seit wann wollen wir denn alle Moslems mit den Terroristen gleichsetzen? Einfach unmöglich solche Interpretationen

    als nichtfundamentalistischer Moslem muss man sich sehr gut überlegen, ob man sich da zu den Tätern rechnen und angesprochen fühlen will oder ob man sich nicht besser von diesen abgrenzen sollte,

    dann wäre eine Kritik an islamistischer Gewalt zu teilen statt zu verwerfen,

    ja wenn man so unaufgeregt an die Sache herangehen könnte …

  2. 2. Zitate

    "Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes."

    "Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewußtsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben oder schon wieder verloren hat."

    Karl Marx

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    • TDU
    • 13. September 2012 18:30 Uhr

    Was hat ads mit Religion zu tun. Fusbballvereine und andere Gefolgschaften mit Polarisierunsgpotential kriegen sowas auch hin. Das Ausmass macht nur die Masse der Gefolgsleute. Und die religiöse Masse ist eben groß.

    Marx ist auch Religion, also keineswegs geeignet, um diese 'Zustände' in ihrer Gesamtheit wenigstens annähernd zu erfassen. Für mich brächte schon die Formel 'gedankenloser Mob' einiges auf den Punkt. Übrigens hat gerade das gewöhnliche, streng-gläubige, religiöser Wörtlichkeit verfallene Volk verhindert, dass dem Islam, der einst Arabisch zur Weltsprache machte vor vielen hundert Jahren, zum Schluss doch keine großen philosophischen Errungenschaften zu verdanken sind. Mehr als ein bisschen kommentieren, was Platon und Aristoteles schrieben, gestattete man nicht den durchaus klugen Köpfen, den er einst hervorbrachte.

    im Grabe routieren, wenn er wüsste, dass er in irgendeiner Form mit dem widerlichen Video-Müll in Verbindung gebracht wird, wie Sie es durch einstellen seines Zitats tun.

    Aha , das übliche : Atheisten glauben an nichts und
    verursachen daher keine Probleme ?
    An nichts zu glauben ist auch eine Religion (für sich) :
    Religionen ablehnen heisst : daran glauben dass
    nichts dahinter steckt ;
    Einziger moralischer Vorteil :
    keine Spekulation auf jenseitige Belohnung .
    weniger Egoismus , immerhin (theoretisch) ;-(
    (wirklich ? )

    Immer dieses triste Religionsbashing. Die Abermillionen von Menschen, die gerade den großen atheistischen Bewegungen - Kommunismus und Faschismus - zum Opfer fielen, übersehen sie dabei natürlich.

    • panjao
    • 14. September 2012 11:38 Uhr

    Unvollständiges Posting entfernt. Danke, die Redaktion/mo.

    • panjao
    • 14. September 2012 11:38 Uhr

    Unvollständiges Posting entfernt. Danke, die Redaktion/mo.

    Mal ganz davon abgesehen, dass Marx selbst mit seinen extremen Ansichten so etwas àhnliches wie eine Religion installieren wollte, die vor allem darin bestand, die bereits bestehenden Religionen zu vernichten denke ich, dass Religion in diesem Fall hier eine sehr kleine Rolle spielt.
    Im Mittelpunkt steht hier vielmehr der Hass eines Wahnsinnigen der vorgibt, religiös zu sein, denn weder das Christentum noch das Judentum noch der Islam legitimieren einen solch abartigen Schwachsinn wie diesen Film der kein anderes Ziel hat als andere zu beleidigen und Hass und Elend zu verbreiten.
    Hier wird Religion aufs übelste mißbraucht, aber sie bildet für nicht Schwachsinnige keinerlei Grundlage für das Machwerk.

    Was Karl Marx da in seiner Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie schreibt, ist rhetorisch unglaublich brillant, aber inhaltlich unglaublich arrogant und anmaßend. Er setzt sich nicht mit dem Christentum oder Islam oder eine Naturreligion auseinander, die vielleicht noch von steinzeitähnlich lebenden Völkern in abgelegenen Regionen praktiziert wird. Sein Target ist "die Religion", also ein menschheitsgeschichtliches Phänomen, von dem selbst der gebildeste Religionsforscher maximal einen kleinen Ausschnitt kennt.

    • TDU
    • 13. September 2012 18:27 Uhr

    Nachteil des Internet. Jeder kann jeden Dreck verbreiten den er will und die Ansteckungsgefahr ist groß zum adaptieren oder instrumentalisieren.

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    • Lunedi
    • 13. September 2012 18:40 Uhr

    denn darin werden Sachen verbreitet, die oft nicht stimmen oder auch nicht begriffen werden. Der Film scheint wohl unter aller Würde zu sein (ich habe ihn nicht gesehen). Wenn religiöse Eiferer das Internet benutzen, um andere Menschen aufzuhetzen, ist das ebenso verwerflich. Die getöteten Menschen, auch wenn es Amerikaner waren, hatten damit nichts zu tun.

    ist doch nicht verantwortlich dafür, daß sich jemand durch darin verbreiteten Mumpitz angepi*** fühlt!

    Für mich ist das eher ein Beweis für die Überflüssigkeit von Religion.

    Wenn man den Unfug einfach nur als Unfug betrachtet, gibt's überhaupt keinen Grund seine wertvolle Lebenszeit mit Beleidigtsein zu verschwenden...

  3. 4. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten, die zu einer möglichst konstruktiven Debatte beitragen. Danke, die Redaktion/lv

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    "Religiöse Gefühle" denn nun?

    Darauf gibt es bisher keine belastbare Antwort!

    Lediglich Tatsachenbehauptungen, und das ist doch ein bischen wenig, oder nicht?

    MfG KM

    • TDU
    • 13. September 2012 18:30 Uhr

    Was hat ads mit Religion zu tun. Fusbballvereine und andere Gefolgschaften mit Polarisierunsgpotential kriegen sowas auch hin. Das Ausmass macht nur die Masse der Gefolgsleute. Und die religiöse Masse ist eben groß.

    Antwort auf "Zitate"
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    Eine ganze Menge, und das versuchte Herr Marx in seinen Schriften darzulegen. Ob man den Missbrauch selbiger nun durch fehlendes Selbstbewusstsein, oder aber eine AufmerksamkeitsDefizitSyndrom erklärt, erscheint da nebensächlich.

    Verzeihung, den konnte ich mir nicht verkneifen.

  4. Marx ist auch Religion, also keineswegs geeignet, um diese 'Zustände' in ihrer Gesamtheit wenigstens annähernd zu erfassen. Für mich brächte schon die Formel 'gedankenloser Mob' einiges auf den Punkt. Übrigens hat gerade das gewöhnliche, streng-gläubige, religiöser Wörtlichkeit verfallene Volk verhindert, dass dem Islam, der einst Arabisch zur Weltsprache machte vor vielen hundert Jahren, zum Schluss doch keine großen philosophischen Errungenschaften zu verdanken sind. Mehr als ein bisschen kommentieren, was Platon und Aristoteles schrieben, gestattete man nicht den durchaus klugen Köpfen, den er einst hervorbrachte.

    Antwort auf "Zitate"
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    • Ivold
    • 13. September 2012 19:11 Uhr

    1) Marx ist nicht Religion, Marx ist Person, und deswegen theoretisch genauso geeignet wie jede andere Person um Zustaende zu erfassen. Zur Ideologie wurden die Auslegungen manchmal, das spricht aber nur wenig ueber Marx, und umso mehr ueber die Ausleger...

    2) Schonmal von Ibn Khaldun gehoert?

    3) Woher die Gewissheit dass es sich um die "einfachen" Leute handelt? Die unteren Klassen haben wenig Zeit sich um religioese Resentiments zu kuemmern, die sind mit Ueberleben beschaeftigen, in einem durch neoliberale Reformen auf westlichen Druck verarmten Land. Im Gegensatz zu vielen christlichen Laendern, kommen die religioesen Fundamentalisten meist aus der gebildeten Mittelklasse, fuer die der Islamismus ein Gedankengebilde darstellt, das ihre Marginalisierung scheinbar erklaert. Genannte Reformen draengten dann auch den Staat zurueck und schafften Platz fuer die Islamisierung der nahoestlichen Gesellschaften. Voila.

    4) Wieso liest man hier eigentlich fast nie etwas ueber Armut und Leid in der arabischen Welt? Verursacht von aeusserem Druck. Oder Arbeiterstreiks? Der (widerliche und abzulehnende) Angriff auf U.S. Botschaften bekommt 11 Artikel in zwei Tagen; sind die Hungertoten in Aegypten nicht so viel wert wie ein U.S.-Botschafter? Nicht spannend genug?

    Dass der Islam vor vielen Jahrhunderten Arabisch zur Weltsprache machte, ist mir neu. Kann man das irgendwo nachlesen?

    weil er im Gegensatz zu Religionen das Denken nicht einnebelt, sondern exakt in logische Bahnen lenkt und darüber hinaus zum Denken auffordert und es fördert! Jeder Leser kann seine Antithese entwickeln und verbreiten. Marx Lehre animiert keine Gewalt.

    Es gab und gibt in allen Religionen große Denker. Aber die fundamentalistischen Machtinhaber u. Hassprediger waren und sind die Verderber. Jene, die diesen Film herstellten und verbreiteten und jene gemeinten, die prompt wie gewünscht antworten, schlagen sich aber nicht nur die eigenen engstirnigen Religionsschädel ein. Sie sterben in und für ihren Hass, den sie noch im Tod in ihren Herzen und Augen haben. Furchtbar. Aber sie begreifen es nicht.

  5. " Am 9. September erschien dann eine Arabisch-synchronisierte Version des Videos auf YouTube, wodurch es der arabischsprachigen Bevölkerung zugänglich wurde."

    zwei Tage vor dem 11.09.

    wenn man daraus etwas schließen kann, dann, dass es eine grosse Internetaffinität im arabisch sprachigen Raum gibt.

    Antwort auf "Treffer..."
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    allein der Trailer in Englisch hätte ja schon aufsehen unter islamkritischen Publikum finden können und viele dieser würden selbst so einen Trash-Film ablehnen.

    Es erinnert so stark an den Karikaturenstreit. Die Karikaturen wurden auch Monate vorher veröffentlicht, erst als mehrere hinzugefügt wurden (unter anderen Mohammed mit Schweinekopf) erlangten sie in der islamischen Welt für aufsehen!

    P.s. die Zeichner der hinzugefügten Karikaturen aus dem islamischen Raum haben sich bis heute nicht geoutet.

  6. "Nein, es geht nicht um den Film. Die Mehrheit der Leute, die auf die Straße gehen, hat den Film nicht gesehen. Es reicht die Nachricht, dass es einen solchen Film gibt und dass er aus den USA stammt, um die Leute auf die Straße zu bringen und bei islamistischen Organisationen den Plan reifen zu lassen, diese Proteste entsprechend zu nutzen.(...)Die USA haben nach den Anschlägen vom 11. September, besonders in den Jahren unter Präsident George W. Bush, alles falsch gemacht, was man falsch machen kann im Verhältnis zur islamischen Welt. Sie haben auf die Anschläge mit militärischen Interventionen überreagiert, sie haben im Irak einen Krieg begonnen ohne einen akzeptablen Grund. Das hat den Anti-Amerikanismus in der gesamten islamischen Welt enorm befördert.
    Deswegen sind diese Proteste auch in einem größeren Kontext zu sehen. Zum einen haben die Menschen den Eindruck, dass ein kulturell-religiöser Angriff vorliegt, und diese Wahrnehmung verbindet sich mit harten Fakten aus der Tagespolitik. Stichworte wie der Irakkrieg, Guantanamo, Abu Ghraib haben die Amerikaner, die ja ohnehin als Supermacht im Blickpunkt der gesamten Weltöffentlichkeit stehen, noch mehr in den Fokus gebracht."(Guido Steinberg)
    http://www.tagesschau.de/...

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    Was hätten die USA denn nach den Anschlägen am 11.09.01 machen sollen?Den deutschen Weg gehen und sich entschuldigen , dass man eine eigenen Meinug hat, die sich nicht mit der Meinung der islamischen Welt deckt??
    Den Terrorismus offen und verdeckt zu bekämpfen war der einzig richtige Weg.Für den Irak gab es keine Legitimation...für Afghanistan durch Al Quaida schon.
    Oder glauben Sie es hätte nach den ersten Anschlägen der Islamisten nur einen Anschlag weniger gegeben, wenn die USA sich geduckt hätten?
    Zurückzuweichen wird in der islamischen Welt als Schwäche angesehen, die man ausnutzen muss.

    Hm, vielleicht haben auch die Islamisten, wie Bin Laden, etwas "falsch" gemacht als sie u. a. am 11. September 2001 New York und Washington OHNE konkrete Provokation aus heiterem Himmel angegriffen haben.
    Die Wahrheit ist doch, dass die Kriege in Afghanistan und im Irak durch Islamisten selbst ausgelöst worden sind.
    "Denk bei jeder Bombe dran, diesen Krieg fing[en] [die Islamisten] an." (frei nach einem britischen Flugblatt, dass während des 2. Weltkriegs über Deutschland abgeworfen wurde; leicht verändert.)
    Die Logik des Herren, den Sie da zitieren ist schon eigentümlich, macht sie doch aus Tätern Opfer und umgekehrt.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/jp

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  • Schlagworte Film | Allah | Blog | Islam | Sender | Video
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