Bedrohung NordkoreaUSA verstärken ihre Raketenabwehr in Japan

Mit dem System soll die Region vor Nordkorea geschützt werden, sagte der US-Verteidigungsminister. Er forderte von Japan zudem eine friedliche Lösung im Inselstreit. von reuters und dapd

US-Verteidigungsminister Leon Panetta und sein japanischer Kollege Satoshi Morimoto

US-Verteidigungsminister Leon Panetta und sein japanischer Kollege Satoshi Morimoto  |  © Larry Downing/Reuters

Die USA und Japan haben sich darauf verständigt, einen zweiten Radarschirm zur Abwehr von Raketen auf japanischem Territorium zu errichten, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta in Tokio. Dort traf er den japanischen Verteidigungsminister Satoshi Morimoto und Außenminister Koichiro Gemba.

Ziel sei es, besser auf eine Bedrohung durch ballistische Raketen aus Nordkorea reagieren zu können. Das System richte sich nicht gegen China , betonten Regierungsbeamte. Über den genauen Stationierungsort wurde noch nicht entschieden.

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Zudem drängte Panetta auf eine friedliche Lösung des Inselstreits zwischen Japan und China . Beide Seiten müssten friedliche Wege zur Beilegung ihrer Differenzen finden. Gute Beziehungen zwischen Japan und China lägen im Interesse aller.

Gemba sagte, das Thema sei bei seinem Treffen mit Panetta nicht angesprochen worden. Beide Länder seien sich aber einig, dass auch im Falle der Inseln der japanisch-amerikanische Sicherheitspakt greife.

Die Spannungen zwischen Japan und China wegen der Inselgruppe im Ostchinesischen Meer nehmen seit Wochen zu . Am Wochenende gab es in zahlreichen chinesischen Städten Proteste. Tausende demonstrierten in Peking und mehr als zwei Dutzend anderen Städten gegen die japanische Politik. Auslöser der aktuellen Proteste war der Kauf der umstrittenen Inseln durch die japanische Regierung, was in China als Affront betrachtet wurde.


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Japan kontrolliert die Inseln seit 40 Jahren, nachdem sie von den USA, die sie im Zweiten Weltkrieg erobert hatten, aufgegeben worden waren. Beansprucht werden die Inseln aber auch von China und Taiwan . Sie sind von reichen Fischgründen umgeben.
 

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Leserkommentare
  1. der europäische ja auch nicht gegen Russland.

    China/Russland/Nordkorea/Iran sollten über die Stationierung von Lan- und Mittelstreckenraketen in Kuba/Syrien/Venezuela nachdenken.

    • Kobuk
    • 17. September 2012 10:09 Uhr

    Klar. Man will sich schützen vor Nordkorea. Genauso wie man sich mit dem europäischen Raketenschild gegen den Iran schützen will. Chinesische und russische Raketen werden natürlich durchgelassen durch den Schirm.

    Das ist eine sehr heikle Provokation, die sich die USA und Japan hier gegenüber China leisten. Immerhin befinden sich die Inseln quasi direkt vor Chinas Küste. Die angeblich dort lagernden Rohstoffe sind da bei einer militärischen Nutzung eher nebensächlich.

    Also ich kann schon verstehen, dass die Chinesen sich da provoziert fühlen. Man stelle sich mal vor, Helgoland würde einer Privarfamilie gehören und diese verkauft z.B. den Russen diese Insel. Daraufhin kündigt Russland dann an, Helgoland militärisch nutzen zu wollen.

  2. Der Westen muss immer größere Aufwendungen machen, um die Ungerechtigkeiten und Konfliktherde im Zaum zu halten.
    Mal sehen, wie lange der überschuldete Westen dieses Prinzip noch durchsteht.
    Vielleicht erlebe ich es noch, dass sich die Völker nach einigen Atompilzchen aussöhnt.
    Sofern ich dabei nicht selber draufgehe.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, Reuters
  • Schlagworte Leon Panetta | China | Japan | Außenminister | Protest | Rakete
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