Die Europäische Union hält nicht länger an dem Ziel fest, den Treibhausgasausstoß bis zum Jahr 2020 einseitig um 30 Prozent zu reduzieren. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf die EU-Kommission in Brüssel.

Beim nächsten Weltklimagipfel Ende November wolle sich die EU demnach nur noch dem Ziel verpflichten, den Ausstoß von Gasen wie Kohlendioxid um 20 Prozent, verglichen mit dem Niveau von 1990, zu reduzieren. Man sei weiter bereit, über ehrgeizige Ziele nach dem Jahr 2020 zu verhandeln und habe das auf der heute endenden Doha-Vorbereitungskonferenz in Bangkok auch so mitgeteilt, zitiert das Blatt aus der Kommission.

Schon vor Jahren hat die EU zugesagt, sie werde ihr Reduktionsziel von 20 auf 30 Prozent anheben, wenn andere Staaten mitziehen würden. Auch hat sich die EU-Kommissarin Connie Hedegaard lange dafür stark gemacht, das Ziel einseitig auf 30 Prozent zu heben.

Ende November findet der nächste Weltklimagipfel in Doha, Katar statt. Von den dortigen Verhandlungen erhofft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel die Vereinbarung eines Verhandlungsfahrplans bis 2015. Dann soll, so hat es der 17. Klimagipfel in Durban vor einem halben Jahr beschlossen, ein umfassendes Weltklimaabkommen beschlossen werden, das 2020 in Kraft treten soll.

EU-Länder streiten über Ziele

Innerhalb der EU sind die Klimaziele schon länger umstritten. Mitgliedstaaten wie etwa Rumänien und Bulgarien sperren sich gegen ehrgeizige Ziele. Zuletzt hatte vor allem Polen einseitige Zusagen der EU blockiert. Deutschland zählt zu den Befürwortern.

Die EU-Kommission hat ihre Klimaauflagen in diesem Jahr bereits für Autohersteller aufgeweicht. Hedegaard gab damals zu, der Druck der Industrie sei wegen der Wirtschaftskrise groß gewesen.