"Innocence of Muslims" : Der Arabische Herbst

Die derzeitigen Unruhen im Nahen Osten beweisen, wie Fundamentalismus und Antisemitismus im Nahen Osten ausgenutzt werden, um Hass zu schüren, schreibt Leser E. Feroz.

Der Arabische Frühling, der angeblich Demokratie und Freiheit in die arabischen Länder brachte, ist mittlerweile Geschichte. Der Arabische Herbst ist angebrochen: Man braucht nur ein einfaches Ereignis, wie die Veröffentlichung eines Films wie Innocence of Muslims, der unter fragwürdigen Umständen produziert wurde, um eine Welle der Unruhe auszulösen – in Ägypten, in Gaza, im Jemen, und am schlimmsten derzeit in Libyen und im Sudan.

Die Herkunft des Filmes ist noch nicht vollständig geklärt. Eine Spur führt zu radikalen Christen. Fakt ist, das der Film über den Propheten Mohammed und über den Islam herzieht, und die Krawalle begannen, nachdem eine arabischsprachige Version synchronisiert worden war.

Die Erstürmung der Botschaft in Bengasi war jedoch bestimmt kein Zufall, sondern von langer Hand geplant. Seit dem Sturz und der Ermordung Gaddafis wurde immer weniger über Libyen berichtet. Das Land befindet sich seit der Intervention der Nato im Chaos. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände schienen aber niemanden mehr zu interessieren, da der Krieg in Syrien stärker in den Fokus gerückt war.

Derzeit werden islamistische Gruppen für die Angriffe in Libyen verantwortlich gemacht. Es sind genau jene Extremisten, die durch die Einmischung des Westens und Saudi-Arabiens erst an Einfluss gewannen, die nun den amerikanischen Botschafter ermordeten. Damit lieferten sie Barack Obama gleichzeitig die perfekte Begründung, um amerikanische Marines nach Libyen zu entsenden.

Ausschreitungen wie in Libyen können wir auch in anderen islamischen Ländern erwarten. Die Prognosen vieler Nahost-Experten und Politologen schlugen fehl: Sie dachten, dass der Arabische Frühling die liberalen Kräfte in der Region stärken würde. Leider behielten sie nicht Recht. Aus einer vermeintlich friedlichen Revolution wurde in der Zwischenzeit ein Chaos, dessen Ende nicht absehbar ist.

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Kommentare

10 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Aufwachen Leute! Empört Euch ! Sprecht es aus! Sagt es weiter!

Straft, die die den Terror unterstützen, mit Verachtung und Protest - auch deren willfährige Kollaborateure!

Senator John McCain in Benghazi, Libya April 22, 2011
"Ich habe mich mit diesen mutigen Kämpfer getroffen, und sie sind nicht Al-Qaida im Gegenteil:.. Sind libysche Patrioten, die ihr Land befreien wollen. Wir sollten ihnen helfen, es zu tun..."
http://landdestroyer.blog...

"Ein libysches Schiff, das die größte Lieferung von Waffen für Syrien ... hat in der Türkei angedockt ", wurde in der Times in einem Artikel am Freitag veröffentlicht.

.... das meiste der libyschen Schiffsladung macht seinen Weg an die bewaffneten terroristischen Gruppen in Syrien."

http://breakingnews.sy/en...

Wer bringt die Waffen an den Terror-Mann?:

CIA unterstützt offenbar Waffenlieferungen an syrische Rebellen
http://www.welt.de/newsti...

Und wer giesst immer mehr Öl ins anfachte Feuer?
"Offenbar hat die Freie Syrische Armee nun Zugriff auf türkische Spezialwaffen - mit US-Lizenz"
http://www.welt.de/print/...

Einige Unermüdliche schreiben sich seit Monaten, unter erschwerten Bedingungen die Finger wund, und sprechen die Ursachen an. Was wurde jenen nicht alles unterstellt. Dieser Leserartikel ist ein kleiner Anfang und sollte in der Redaktion Schule machen.

Etwas Zündstoff zum Nachdenken

*** The "Best of Help" to bring Syria, in "transition to democracy" ***

Imperialer Neoliberalismus:Syrien und die Europäische
Nachbarschaftspolitik
http://www.imi-online.de/...

U.S. secretly backed Syrian opposition groups, cables released by WikiLeaks show
http://www.washingtonpost...

'Israel conspires to destabilize Syria'
http://www.youtube.com/wa...

Wesley Clark - America's Foreign Policy "Coup"
“Seven countries in five years”
"Wesley Clark's new memoir casts more light on the Bush administration's secret strategies for regime change in Iran and elsewhere."
http://www.youtube.com/wa...

Turkish plan for Syria and more -
http://wikileaks.org/gifi...

Muslim Brotherhood establishes militia inside Syria
http://www.telegraph.co.u...
http://en.wikipedia.org/w...

U.S. sends man to Syria to be tortured
http://www.amnestyusa.org...

@Spitzbub - dann fangen Sie mal an zu kombinieren und überlegen Sie sich, nach Durchsicht der dargebotenen Links, wieviel der Probleme, noch "hausgemnacht" sind.

Arabellion war auch Wunschdenken

Wie der algerische Schriftsteller Boualem Sansal sagte: "Es kann in einem religiösen Staat keine Demokratie geben"

http://www.zeit.de/2012/1...

Wirtschaftliche Not wird den Islamismus und die Gewalt zudem weiter befeuern.
Die Ölvorräte im nahen Osten werden zur Neige gehen, während die Bevölkerung weiter rasant ansteigt.
Der Druck des Youth Bulge könnte noch größer werden und ohne wirtschaftliche Entwicklung, funktionierende Institutionen und Bekämpfung der Korruption sind Chaos und Bürgerkriege zu befürchten.

Stellt sich die Allgemeine Frage

ob der Islam überhaupt zu Frieden und Demokratie fähig ist? Vielleicht ist es ein Prozess der ersteinmal in den Köpfen ankommen muss wenn aber Islamschulen zum stürmen von Botschaften aufrufen ist hopfen und malz verlohren.
Ich denke der Islam als Religion an sich lehrt zu wenig über Frieden oder es geht in der Hetze und Hasspredigten unter obwohl ja Jesus auch ein Prophet des Islams sein soll muss er für viele Muslime trotz ihres Glaubens einen eher niedrigen Stellenwert haben. Traurig ist es für jene die Zwischen den Fronten stehen und den Opfern die dieses denken nach sich zieht.

Was ist denn das, 'der Islam`?

Reden wir hier denn nicht eigentlich über ein hochkomplexes Phänomen, daß eben nicht in diesem immer wieder auftauchenden Stereotyp vom bärtigen Fanatiker ausreichend zu beschreiben ist?

Wir reden doch über die Leitkultur einer Region, die große Teile Afrikas, Europas, West- und Zentralasiens, Indiens und Indonesiens umfaßt -- Gebiete, die einen ganz eigene, unterschiedliche Geschichte haben, und in denen Themen wie Post-Kolonialismus, Globalisierung und Perspektivlosigkeit den Diskurs ebenso bestimmen wie Fragen zu Religion und Tradition.