Leserartikel

SpanienKataloniens berechtigter Ruf nach Unabhängigkeit

Als Teil Spaniens können die Katalanen nicht würdevoll leben, meint Leser Pere Grau. Die Region sollte als eigenständige Nation in die EU aufgenommen werden. von Pere Grau

Die große Demonstration in Barcelona am 11. September für die Unabhängigkeit Kataloniens hat womöglich bei vielen Deutschen Unverständnis oder sogar Ablehnung hervorgerufen. Viele werden die Forderung der Katalanen als anachronistisch und provinziell bezeichnen. Sie ist aber nur die logische Folge der spanischen Politik der Kränkungen, der Ausbeutung und der Schikanen der letzten 300 Jahre.

Warum Leserartikel?

Text- und Bildbeiträge unserer Leser bereichern unsere Inhalte um zusätzliche Sichtweisen, Erfahrungsberichte und Meinungen. Sie sind von Menschen, die wissen, wovon sie sprechen, weil sie es selbst erlebt haben oder unmittelbar betroffen sind. Oder weil sie sich in einem bestimmten Thema sehr gut auskennen. Erzählen Sie unseren Lesern die Geschichten, die wir nicht erzählen können. Und zeigen Sie ihnen die Fotos und Videos, die sie sehen sollten. Zur Artikeleingabe

Leserartikel schreiben

Grundsätzlich ist jedes Thema für einen Leserartikel geeignet, solange Sie aus Ihrer eigenen Erfahrung und einem persönlichen Blickwinkel darüber berichten und keine Rechte Dritter verletzen. In unseren Leserartikel-FAQ finden Sie Hinweise für das Verfassen Ihres Artikels für ZEIT ONLINE. Bitte senden Sie uns Ihren Artikel bzw. Links zu Fotos und Videos über unser Leserartikel-Formular.

Der ZEIT-ONLINE-Wald

© BeneA / photocase.com

Als Dankeschön schenken wir Ihnen für jeden veröffentlichten Leserartikel einen Baum. Seit 2011 haben wir in Zusammenarbeit mit iplantatree.org knapp 1500 Bäume gepflanzt und geben diese nach und nach an unsere Leserartikelautoren ab. So wächst in Berlin Friedrichshagen ein ZEIT ONLINE-Wald heran, genährt von unseren schreibenden Lesern. Aktuell rangiert das "Team ZEIT ONLINE" auf Platz 19 der aktivsten Baumpflanzer des Projektes. Dafür danken wir Ihnen.

Katalonien war vom 10. bis zum 18. Jahrhundert ein unabhängiger Staat. Vom 12. bis zum 16. Jahrhundert war es mit dem Königreich Aragon und bis zum 18. Jahrhundert mit Spanien konfederiert. Im Zusammenhang des spanischen Nachfolgekrieges eroberten 1714 die vereinten Armeen der bourbonischen Könige Spaniens und Frankreichs Katalonien mit Waffengewalt, lösten alle seine politischen, kulturellen und juristischen Institutionen auf und verboten den öffentlichen Gebrauch der katalanischen Sprache. Seitdem gehört Katalonien zu Spanien, das es oft mit Waffengewalt unterdrückt und wie eine Kolonie behandelt hat.

Anzeige

 
Die katalanische Sprache, das wichtigste Merkmal der katalanischen Nation, wurde auch in den Zeiten bekämpft, in denen sie mit Ausnahme der Justiz und der Verwaltung erlaubt war. Sie wurde als Dialekt des Spanischen, als Bauernsprache und als ungeeignet für Kultur und Wissenschaft diskreditiert.

Pedro Grau

ist katalanischer Schriftsteller. Er lebt in Deutschland.

Im heutigen Spanien wird katalanisch außerhalb Kataloniens nur an drei Universitäten gelehrt, in Deutschland an mehr als einem Dutzend. Die spanischen Beamten, die in Katalonien eingesetzt werden, zum Beispiel Richter, sind nicht verpflichtet, Katalanisch zu verstehen. Unvorstellbar, dass schweizer Richter in Genf oder in Lugano eingesetzt werden, ohne Französisch und Italienisch wenigstens zu verstehen.

Entgegen manchen Behauptungen sind die Rechte der spanischen autonomen Regionen weit entfernt von denen der deutschen Bundesländer. Die Katalanen haben schon mehrfach versucht, einen Status zu erreichen, der ihnen den würdevollen Verbleib im spanischen Staat ermöglichen würde. Ein neues Autonomiestatut wurde 2005 erarbeitet und mit 90 Prozent der Stimmen des katalanischen Landtags verabschiedet.

Anschließend hat das spanische Parlament das Statut stark beschnitten. Der katalanische Landtag hat die neue Version akzeptiert, die katalanische Bevölkerung hat ihr in einem Referendum zugestimmt, der spanische König hat sie unterschrieben, sodass das es in Kraft treten konnte. Dann aber hat das spanische Verfassungsgericht nach einer Klage der konservativen Volkspartei das Statut noch einmal in einigen Punkten eingeschränkt, die für die Katalanen entscheidend waren. Seitdem ist die Unabhängigkeitsbewegung unaufhaltsam gewachsen.

Als unabhängiger Staat würde Katalonien heute finanziell viel besser dastehen als mit dem jetzigen Autonomiestatus innerhalb Spaniens. Die Region überweist weit mehr Geld an die Zentralregierung als sie von ihr zurückbekommt. Die Differenz in den letzten zwanzig Jahren betrug mehr als 200 Milliarden Euro. Das ist der Grund für die jetzigen finanziellen Schwierigkeiten Kataloniens.

Die Deutschen können also beruhigt sein: Als unabhängige Nation wäre Katalonien kein neues Griechenland. Wenn sie frei über ihre eigenen Mittel verfügen könnten, wären die Katalanen in Europa Nettozahler. Sie würden keine Hilfen Europas benötigen und wären für die Stabilität des Euros kein Problem.

Die Unabhängigkeit Kataloniens würde auch keine Änderung der Lissaboner oder Maastrichter Verträge erfordern. Als provisorische Lösung könnte Katalonien in Straßburg eine Zahl von Abgeordneten zugesprochen werden, die dem Anteil der Katalanen an der Bevölkerung Spaniens entspräche – rund 16 Prozent.

Diese 16 Prozent wünschen sich, in Frieden mit den anderen Nationen Europas zu leben – einschließlich Spanien. Sie wollen in einem unabhängigen Katalonien ein Leben in Würde führen und die Früchte ihrer Arbeit ernten.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Nibbla
    • 17. September 2012 13:04 Uhr

    Scheint ein neuer Trend zu sein.
    Bayern gabs letztens das Buch. Die Schotten melden sich. Norditalien.
    Wenn die Politische Union kommt in der EU könnte man es sich überlegen. So weiss ich nicht ob eine Zersplitterung der Länder nicht zuviel Instabilität bringt.
    Wir haben ja jetzt schon des Problem, dass jedes Mitglied ein Vetorecht hat und es Reformen sehr blockiert. (und es teilweise zu viele protektionistische Tendenzen gibt)

    10 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    All die genannten Nachteile die die Katalanen hatten treffen auch für die Süd-Tiroler zu!
    Seit 1923 hatten sie unter dem Faschismus zu leiden u. viele Gesetze aus damaliger Zeit gelten noch heute. Man mutet ihnen noch heute Denkmäler von Mussolini u.a. Faschisten zu.

    Die Unterdrückung von Minderheiten sollte endlich grundsätzlich ein Ende haben. Wie kann man heute noch Völker in Staaten pressen wo sie nicht sein wollen? Das ist jedenfalls keine Demokratie!

    Los von Rom - Freiheit für Süd-Tirol!

    Die Probleme liegen auf der Hand. Eine wirtschaftlich starke Region kann sich einseitig aus einem Nationalstaat lösen. Dabei schwächt sie den verbleibenden Nationalstaat. Der Finanzausgleich müsste dann über die EU erfolgen, welche dafür aber nicht vorbereitet ist! Die EU hat aber kein Interesse an unsolidarischen Mitgliedern. Deshalb muss eine einseitige Unabhängigkeitserklärung immer zum EU-Austritt führen!

    Beiderseitige Teilungserklärungen wie bei der Tschechoslowakei können toleriert werden. Ähnliche Verhandlungen finden auch zwischen Schottland und Großbritannien statt. Diese Staaten sind an gemeinsamen Lösungen interessiert und sollen Mitglied der EU bleiben.

    Wenn Bayern ernsthaft eine Separation anstreben würde, dann müssten wir alle Arbeitslosen und einige Rentner nach Bayern schicken. Es wäre billiger für den Rest und Bayern hätte alle Sozialabgaben zu bezahlen und wäre wieder ein armes Empfängerland. Mit obigen Regeln könnten wir uns diesen Quatsch sogar ganz sparen!

    Die Grundprobleme für Separation sind historisch und auch ähnlich. Bayern gegen Preußen. Schotten gegen Engländer. Und Frankos Putsch scheiterte in Madrid, Katalonien und dem Baskenland. Danach folgte der Spanische Bürgerkrieg. Dessen Folgen sind bis heute nicht aufgearbeitet.

    Vor einer Separation sollten die Katalanen das beenden, was Richter Garzon begann. Die Klärung der Verbrechen der Diktatur. Dann können sie sich auch erfolgreich in die EU integrieren!

    • deDude
    • 17. September 2012 13:07 Uhr

    ... unterdrückt?
    ... wegen ihrer Herkunft verfolgt?
    ... an der Ausreise gehindert bzw. in ihrer Reisefreiheit eingeschränkt?
    ... rechtlich gegenüber anderen Staatsbürgern benachteiligt?
    ... in Ihrer Privatsphäre eingeschränkt?

    Nein? Schön, dann sollten Sie mit dem zufrieden sein was Sie haben und Ihre Energie vielleicht auf solche Staaten verwenden in denen es wirkliche Probleme gibt.

    Dieses kleinkarierte, überholte Nationalstaatsdenken in einer globalisierten Welt lässt mich wirklich langsam verzweifeln. Warum nur müssen sich die Menschen immer über Staaten, Religionen und und und von anderen abgrenzen? Fragen Sie mal die Palästinenser und die Israelis ob sie nach 60 Jahren immernoch Spaß daran haben sich wegen territorialen Konflikten gegenseitig die Köpfe einzuschlagen
    oder ob das eigentlich nurnoch etwas für rückwärtsgewandte Hardliner mit Hang zum Extremismus ist. Haben Sie etwa schonmal, abgesehen vielleicht von der Trennung Deutschlands nach '45, erlebt das ein Staat gewaltlos zweigeteilt wird? Jugoslawien, Sudan, die Geschichte bietet genügend Beispiele das immer irgendwelche Idioten Öl ins Feuer gießen werden...

    Außerdem:
    Glauben Sie wirklich ein eigener Staat macht die Menschen auf Dauer glücklicher, oder geht es hier in Wahrheit wie so oft nur um monetäre Interessen einiger weniger die durch eine klug zum Aufstand angestiftete Bevölkerung vertreten werden sollen?

    justmy2cents
    deDude

    26 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • wll
    • 17. September 2012 14:31 Uhr

    "Haben Sie etwa schonmal, abgesehen vielleicht von der Trennung Deutschlands nach '45, erlebt das ein Staat gewaltlos zweigeteilt wird?"

    Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Tschechoslowakei? Und die Trennung Deutschlands nach 1945 war mitnichten "gewaltlos", da sie durch den 2. Weltkrieg und die resultierende Besetzung Deutschlands durch die Siegermächte induziert wurde. Was die Menschen in Deutschland selbst davon hielten, haben sie ja bereits 1953 deutlich gemacht - nämlich nichts...

    • xpeten
    • 17. September 2012 17:06 Uhr

    dieses gestrige Nationalstaatsgetue ist doch ein deutliches Zeichen dafür, die Ausgaben für Bildung nicht weiter zusammenzustreichen, sondern sie dringend zu erhöhen.

    Ab- und Ausgrenzung, Nationalstolz - und ehre, Regionaldenken, Separatisten Klein-Klein, Entsolidarisierung mit leistungsschwächeren Regionen, alles umgekehrt proportional zu Bildung und Aufklärung.

  1. Wie groß ( oder wie klein ) darf eine Organisationseinheit denn eigentlich sein?
    Aus meiner Sicht muss sie so groß sein, dass in toto "Profit" erzeugt wird, also diese Einheit nicht konstruktionsbedingt immer am Tropf von irgendwelchen anderen Geldquellen hängen darf. Daraus würde ich zB die Neuorganisation der deutschen Bundesländer ausrichten, das gleiche gilt dann aber auch für die Staaten Europas. Im Mittelalter hatten wir genügend Kleinstaaterei, zumindest in deutschland. Damals gehörte beinahe jeder Misthaufen zu einer anderen Herrschaft.

  2. "Glauben Sie wirklich ein eigener Staat macht die Menschen auf Dauer glücklicher..."

    Es kommt immer darauf an, wie das Staatswesen mit den Menschen allgemein und mit den Minderheiten umgeht. Luxemburg ist mit 500.000 Einwohnern ein eigenständiger Staat, warum soll es Katalonien mit 7,5 Millionen nicht sein, wenn der Wille vorhanden und die Wirtschaft stark ist?

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wahrscheinlich würden sich einige in den EU-Institutionen an den Kopf fassen, wenn Katalonien (und dann wahrscheinlich auch das Baskenland) die Unabhängigkeit von Spanien und Frankreich ausrufen würden (nicht vergessen, dass diese Regionen unter zwei Staaten aufgeteilt sind). Denn dann würden Restspanien die zwei größten Industriestandorte wegfallen. Das wäre wohl der triumphale Auftakt zu einem zweiten Griechenland und würde von daher auch von EU-Seite nicht erwünscht sein.

    Deshalb pocht man in Madrid so erpicht auf die Einheit. Selbst wenn es gegen den (katalanischen) Volkswillen geht. Aber uns sollte ja inzwischen klar geworden sein, dass in den modernen westeuropäischen Demokratien Geld und Stabilität wichtigere Güter sind als der Volkswille.

    • jkluge
    • 17. September 2012 13:38 Uhr

    In meinen Augen ist der Wunsch nach Unabhängigkeit in vielen Teilen Europas ein Ergebnis der Wirtschaftskrise. Nationalistische Gedanken werden in Zeiten ökonomischer Probleme immer populär. Das liegt daran, dass sich bei diesen Krisen kein Schuldiger ausmachen lässt, aber ein großes Bedürfnis entsteht, eine einfache Erklärung, einen Schuldigen für die Krisen zu finden. Auf diesem Bedürfnis gedeiht Nationalismus (und andere Formen von Schuldzuweisungen innerhalb von Gesellschaften, sei es ethnisch oder religiös).

    Ich halte es für ein Problem und eine kurzsichtige Antwort. Ich glaube nicht, dass Spanien an den ökonomischen Problemen Katalaniens Schuld ist. Warten wir ab, bis die Wirtschaftskrise vorbei ist, dann kann man über den Schutz der katalanischen Kultur oder Identität mit kühlem Kopf sprechen.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • DDave
    • 19. September 2012 23:59 Uhr

    Richtig, sowie es aussieht ist Spanien an den ökonomischen Problemen nicht Schuld, denn die Katalanen haben eine Wirtschaft, die Profit abwirft....
    Nicht Katalonien wird durch die Unabhängigkeit zum Griechenland, sondern Spanien.
    Katalonien soll unabhängig werden und danach sollte man alle Euro-Beitritte einer Überprüfung unterziehen. Staaten, die nicht hineingehören(Griechenland, Spanien, Italien) raus und danach, alle die wollen eng zusammenschweißen, nicht nur mit einer Währung, sondern auch mit einer EU-Bürgerschaft, einer demokratischen Verfassung und einer demokratischen Währungsunion. Danach kann der Rest daszukommen oder es bleiben lassen...

  3. Möglicherweise ist die Unabhängigkeit nicht die richtige Antwort auf die Wirtschaftskrise. Und vielleicht sind einige aus der Bevölkerung nur auf den Unabhängigkeitszug aufgestiegen wegen der Krise.
    Doch wenigstens wären die Entscheidungen selbst gemacht und nicht von Madrid diktiert. Wenn es in der Schweiz und in Slowenien funktioniert, wieso nicht in Katalonien, um 2 Beispiele kleinerer Länder zu nennen?
    Oder sind die Deutschen nur deshalb nicht einverstanden, weil sie Spanien als ein homogenes Gebilde ansehen? Dank der kastilischen Propaganda (Franco's Spanienbild sei Dank)? Aber auch Flamenco und Stierkampf u.A. helfen nicht die Diversität in Spanien darzustellen.
    Spanien hat z.B. mehr als 4 Sprachen, und nur eine davon wirklich offiziell. Die Unterdrückung mag verglichen mit der Franco-Ära längst nicht mehr schlimm sein, doch das heisst nicht, dass Restspanien nicht noch immer Katalonien verdächtigt und schlecht redet. Wieso sollten die Katalanen in einem solchen Klima in Spanien bleiben wollen?
    Immerhin zahlen sie immer noch mehr ein als sie zurück erhalten. Und müssen mit ansehen wie die Stadt Madrid sehr viel an Investitionen aus Staatsgeldern erhält. Weil sie die Hauptstadt ist, wird ihre Infrastruktur auf dem neusten Stand gehalten. Und die Peripherie verfällt, obwohl es Katalonien immer noch nicht so schlimm wie andere Regionen hat: Extremadura oder Castilla La Nueva z.B.

    4 Leserempfehlungen
    • Ferran
    • 17. September 2012 14:20 Uhr

    Die Geschichte Kataloniens ist klar dargestellt. Die Umkehrung und Darstellung der Opferrolle ist offensichtlich. Die Realität der Gegenwart ist eine Andere als sich so manche Nationalkatalanen und Regionalpolitiker sich vorstellt. Derzeit leben in Katlonien gut 7,5 Millionen Menschen, über die Hälfte sind keine Katalanen und die meisten sprechen auch die Sprache nicht. Nun haben es diese Nichtkatalanen heute schwer wenn sie nur mit der spanischen Sprache hier leben wollen. Es gibt keine Schule in der alle Fächer in Spanisch unterrichtet werden, Spanisch gilt als 1.Fremsprache mit 2h /Woche. In katalanischen Firmen wird man ohne Katalanischkenntnisse nicht eingestellt (Diskriminierung oder Nationalstolz?)
    Nahezu ALLE Katalanen die ich kenne, wollen keine Unabhängigkeit, sie wollen mehr Autonomie im spanischem Staat und verdrehen nur die Augen, wenn mal wieder von Extremkatalanen spanische Fahnen, Fotos vom König usw. verbrannt werden. Diese Katalanisten reiten auf der Welle der allgemeinen Welle der Unzufriedenheit in der heutigen Krise und proklamieren ihre absurden Interessen und bringen Unfrieden in die Bevölkerung.
    Tatsache ist: Katalonien ist Teil Spaniens und keiner will den Katalanen weder ihre Autonomie noch ihre Kultur und Sprache wegnehmen.

    9 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Anmerkung:
    Die Behauptung "In katalanischen Firmen wird man ohne Katalanischkenntnisse nicht eingestellt"
    ist schlicht+einfach objektiv FALSCH,
    ich kenne -zig Gegenbeispiele (=Nichtkatalanischsprechende, die von einer katalanischen Firma eingestellt wurden)

    Frage
    ...zu Ihrer Aussage "Nun haben es diese Nichtkatalanen heute schwer wenn sie nur mit der spanischen Sprache hier leben wollen. Es gibt keine Schule in der alle Fächer in Spanisch unterrichtet werden, Spanisch gilt als 1.Fremsprache mit 2h /Woche.":
    ->
    soll das heißen, Größe eines Sprachraumes und Bevölkerungsszusammensetzung haben darüber zu entscheiden, in welchen Sprachen gelehrt wird?
    Kann man natürlich so sehen,
    ich jedoch sehe es nicht so und bin deshalb auch beispielsweise nicht dafür, daß in Deutschland Türkisch offizielle Sprache sein sollte.

  4. Dem könnten dann Regionen wie Bayern, südtirol, Schottland, Korsika, Nordirland, die beiden Sprachregionen Belgiens, Sizilien, Sachsen usw. folgen.
    Statt der Bevormundung aus Brüssel auf Basis der Kabinettspolitik der EU, der EU Ministerräte könnten die Regionen autonom werden. Die guten Errungenschaften der EG und EU könnten ja bleiben.
    Aber der immer breiter werdende Einheitsbrei aus Brüssel, die Fehlkosntruktion Euro, die Schulden-, Banken- und Haftungsunion, die angestrebt wird, ist eine Konstruktion für die Konzerne,nicht für die Menschen.

    Zu keiner Zeit war die Kultur in Deutschland vielfältiger, als zu der Zeit, als Deutschland ein Haufen vieler kleiner Länder war. Das muß ja nicht 1:1 wieder eingeführt werden, aber ein sinnvolles miteinander auf Basis von Regionen, statt Nationen, würde wieder Vielfalt ermöglichen. Nicht nur die Vielfalt der Sprachen, auch der Kultur und der unterschiedlichen Charaktere.

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Suryo
    • 17. September 2012 14:38 Uhr

    "....Dem könnten dann Regionen wie Bayern, südtirol, Schottland, Korsika, Nordirland, die beiden Sprachregionen Belgiens, Sizilien, Sachsen usw. folgen."

    Und wo hört das dann auf? Franken und Schwaben erklären sich für unabhängig von Bayern, Niederbayern fühlen sich von den Oberbayern bevormundet und scheren auch aus, das SPD-nahe München fühlt sich vom CSU-Umland unverstanden und wird zum Stadtstaat...

    Tatsache ist doch, daß Katalanen nun wirklich nicht "unwürdig" leben müssen. Die Argumente Herrn Graus stammen aus der nationalistischen Mottenkiste des 19. Jahrhunderts. Ähnlich wurde auch in Schleswig-Holstein argumentiert - zwar fühlte sich kein Mensch dort von den Dänen unterdrückt, aber "rein aus Prinzip" musste eben deutsch sein und zum Deutschen Reich gehören, was deutsch sprach. Sachliche Argumente? Keine!

    • Sikasuu
    • 17. September 2012 15:08 Uhr

    ... oder besser von 1789? Ne, doch vielleicht von 1648. 850 wäre auch nicht schlecht! 400, mhm oder doch 800 v.Ch......
    .
    Konsequent wäre es, bis zur/ in die letzten Eiszeit zurück zu gehen. Dann wären die "nativ Europäer" wieder die Herren dieses Kontinents!
    .
    Der Neandertaler:-))
    .
    Manchmal erscheint mir diese "nationale" Diskussion wie ein spätes Echo dieser Spezie:-(((
    .
    Denkt Sikasuu
    .
    Ps. Der Neandertaler hatte ganz sicher andere Fragen im Kopf aus GRENZEN und Sprachprobleme. Wir sollten das auch haben!

    das sollte alles nur der anfang sein
    die souveränitätsrechte der eu-bürger sollten nicht durch künstliche gebilde wie nationen, bundesländer, regionen oder gemeinden eingeschränkt werden
    soll doch lieber jeder sein eigener souverän,ob kaiser oder königin sein
    one man - one vote - one crown

    Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/mo.

    waren die deutschen Kleinstaaten aber auch Spielball fremder Mächte, vorneweg Frankreichs... Wenn ich mich recht entsinne, hat "Deutschland" alleine im 30jährigen Krieg etwa 1/3 seiner Bevölkerung verloren (also größere Verheerungen als im 2. Weltkrieg) u. weite Gebiete waren entvölkert. Grund waren die internen Zwistigkeiten unter den deutschen Staaten, im wesentlichen aber auch die Einmischungen von Frankreich und Schweden.

    Ein deutscher, förderaler Nationalstaat, eingebunden in ein eng verzahntes Europa, ist mir da schon lieber!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle Leserartikel
  • Schlagworte Bevölkerung | Europäische Union | Spanien | Ausbeutung | Dialekt | Französisch
Service