Hass auf WestenMehrere Tote bei Randalen in arabischen Ländern

Wasserwerfer, Tränengas, Schüsse: In etlichen arabischen Ländern haben Muslime gegen den Westen protestiert. Im Libanon und in Tunesien wurden mehrere Menschen getötet.

Ein Demonstrant neben einem Tränengasbehälter in Kairo

Ein Demonstrant neben einem Tränengasbehälter in Kairo

Aus Wut und Empörung über die Beleidigung des Propheten Mohammed in dem Film Innocence of Muslims ist es in vielen arabischen Ländern zu Protesten und teils gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen.

Im Libanon wurde dabei mindestens ein Mensch getötet, weitere 25 Menschen sollen verletzt worden sein, darunter 18 Polizisten. Die Demonstranten hatten in der nordlibanesischen Stadt Tripoli Filialen der US-Fast-Food-Kette KFC sowie von Hardee's in Brand gesetzt. Danach kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Sicherheitskräfte sollen das Feuer eröffnet und einen der Angreifer getötet haben, als die Menge versuchte, ein Regierungsgebäude zu stürmen. Unter den etwa 3.000 Demonstranten sollen Dutzende bewaffnete Männer sein.

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In Tunesien stürmten aufgebrachte Demonstranten die US-Botschaft in der Hauptstadt Tunis. Sicherheitskräfte versuchten mit Tränengas und Warnschüssen, die Menge zurückzuhalten. Mindestens drei Menschen wurden getötet. 28 Menschen seien zudem verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur TAP unter Berufung auf vorläufige Angaben des Gesundheitsministeriums. Einer Gruppe von Demonstranten gelang es zeitweise, den Sicherheitsring um die Botschaft zu durchbrechen. Sie zündeten ein Auto an und ersetzten eine US-Fahne durch schwarze Fahnen des Dschihads. Über dem Botschaftsgebäude stieg laut Augenzeugen eine dichte schwarze Rauchwolke auf.

Im Sudan wurden die Botschaften Deutschlands und Großbritanniens angegriffen. Mindestens ein Demonstrant kam nach Angaben von Ärzten dabei ums Leben.

Auch im Jemen kam es nach den Freitagsgebeten zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen etwa 2.000 Demonstranten vor, die vor die amerikanische Vertretung ziehen wollten. Die USA entsandten angesichts der Gewalt Elitesoldaten in das Land. Am Donnerstag hatten Hunderte Menschen die US-Botschaft gestürmt und eine US-Flagge verbrannt.

Demonstrationen in Ägypten und Indonesien

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo versammelten sich mehrere Hundert Demonstranten auf dem Tahrir-Platz. "Mit unserer Seele und unserem Blut werden wir dich rächen, unser Prophet", riefen sie. Als sie in Richtung der US-Botschaft ziehen wollten, setzte die Polizei Tränengas ein.

Vor den Protesten hatte der ägyptische Präsident Mohammed Mursi seine Landsleute zur Gewaltfreiheit aufgefordert. "Unsere Religion gebietet es, unsere Gäste, ihre Heime und ihre Arbeitsplätze zu schützen", sagte Mursi in einer siebenminütigen Rede im Staatsfernsehen. "Deshalb rufe ich alle auf, daran zu denken, an das Gesetz zu denken, und keine Botschaften, Konsulate, diplomatischen Missionen oder ägyptisches Eigentum anzugreifen." Es sei zwar legitim, gegen den Mohammed-Schmähfilm zu protestieren. Dabei dürfe man jedoch keine Gewalt anwenden.

Mursi gehört den Muslimbrüdern an, die ebenfalls zu Protesten aufgerufen hatten. Die Demonstrationen vor den Moscheen des Landes blieben aber friedlich. Die Menschen riefen Slogans wie "Das Volk sagt, nur den Propheten darf man nicht antasten" und "Wir opfern uns alle für dich, oh Prophet". Einige Demonstranten forderten die Ausweisung der US-Botschafterin, weil der im Internet veröffentlichte Film in den USA produziert worden war.

Auch in Indonesien, in Malaysia und in Afghanistan demonstrierten Muslime gegen den in den USA produzierten Film. "Tod den Juden" und "Tod Amerika" riefen etwa 200 Indonesier vor der schwer bewachten US-Botschaft in Jakarta.


Muslim Protests auf einer größeren Karte anzeigen

Erdoğan verurteilt Gewalt

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan verurteilte den tödlichen Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi, bei dem der US-Botschafter und drei weitere Mitarbeiter getötet worden waren. Der Gewaltausbruch schade Muslimen in der ganzen Welt, sagte der Regierungschef auf einer Konferenz in Jalta.

In Erwartung der Proteste hatten die USA bereits ihre Auslandsvertretungen in Alarmbereitschaft versetzt. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte das Video zudem entschieden verurteilt. "Die Vereinigten Staaten haben absolut nichts mit diesem Video zu tun", sagte Clinton bei einem Treffen mit dem marokkanischen Außenminister Saadeddine Othmani. "Für uns, für mich persönlich, ist dieses Video widerlich und verwerflich." Es habe augenscheinlich nur "das zynische Ziel, eine große Religion zu verunglimpfen und Wut zu provozieren."

 
Leserkommentare
    • Ma-Lu
    • 14.09.2012 um 17:03 Uhr

    Gewalt kann nur dort provoziert werden wo Gewaltbereitschaft vorhanden ist.

    5 Leserempfehlungen
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    ...und das hier IST Gegengewalt.

    Wenn die Artikel beschreiben, dass die Schwarze Flagge geschwenkt wird, können Sie davon ausgehen, dass Gewaltbereitschaft vorhanden ist.

    Bei der Schwarzen Flagge handelt es sich um die Flagge der Al Kaida.
    http://europenews.dk/de/n...

    Nach den Erfolgen in Afghanistan, Libyen und Syrien, sind die Muslime sehr bestärkt in ihrem Glauben und sie sind mehr und mehr bereit für ihre Sache ein zu stehen.

    Diese Flagge steht für das neue Selbstbewusstsein der Muslime.

    ...und das hier IST Gegengewalt.

    Wenn die Artikel beschreiben, dass die Schwarze Flagge geschwenkt wird, können Sie davon ausgehen, dass Gewaltbereitschaft vorhanden ist.

    Bei der Schwarzen Flagge handelt es sich um die Flagge der Al Kaida.
    http://europenews.dk/de/n...

    Nach den Erfolgen in Afghanistan, Libyen und Syrien, sind die Muslime sehr bestärkt in ihrem Glauben und sie sind mehr und mehr bereit für ihre Sache ein zu stehen.

    Diese Flagge steht für das neue Selbstbewusstsein der Muslime.

  1. 2. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/jp

    • calmon
    • 14.09.2012 um 17:14 Uhr

    Warum dreht sich bei den Medien bei all den gewalttätigen Protesten in der muslimischen Welt alles um diesen Film?

    Der Film ist doch nur Mittel zum Zweck für die Islamisten und die Pulverfässer der beeinflussbaren Anhängerschaft.

    Das hätte auch eine Karrikatur, Koranverbrennung oder ein X-beliebiger Mord eines Moslem von einem Christen sein können.

    Das ist alles nicht der Punkt. Der Punkt ist das sowas so weit hochkocht. Im Prinzip sind das alles Pulverfässer die nur darauf warten zu explodieren. Die Auslöser kann die Welt mit 7 Milliarden Menschen gar nicht verhindern da es jede Einzeltat sein könnte.

    Was ich sagen will: Da existieren massive Pulverfässer die Zusammengehörigkeitsgefühl unter dem Deckmantel »Islam« dazu ausnutzt ihren Fanatismus zu verbreiten. So ähnlich hat es schon bei den Nazis mit dem Rassismus funktioniert. Mit der eigentlichen reinen Religion hat das nur noch sehr wenig zu tun.

    6 Leserempfehlungen
  2. 4. [...]

    Entfernt. Die Redaktion/ls

  3. 5. [...]

    Entfernt. Verzichten Sie auf diskriminierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    Eine Leserempfehlung
  4. Wenn man am Abzug zieht geht er los. Der Mohammed - Film war anscheinend die erste Zeit mit arabischen Untertiteln im Netz, damit weltweit auch die Ungebildeten reagieren. Dieser Film hat den Auslöser gedrückt und es ist losgegangen. Was passieren wird, war nach den Erfahrungen mit bisherigen Vorfällen eigentlich klar. Die Reaktion ist völlig meschugge, aber sie war klar abschätzbar.
    Frage: muss man einen Koran verbrennen?
    Muss man so einen Film drehen?
    Diese Leute wissen, was passiert und tun's trotzdem.

    3 Leserempfehlungen
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    • xpol
    • 14.09.2012 um 18:07 Uhr

    ... sondern deshalb.

    Und das dankenswerterweise, denn nur so rücken die wahren Verhältnisse auch in unseren innenpolitischen Diskussionen wieder mehr in den Mittelpunkt.

    • xpol
    • 14.09.2012 um 18:07 Uhr

    ... sondern deshalb.

    Und das dankenswerterweise, denn nur so rücken die wahren Verhältnisse auch in unseren innenpolitischen Diskussionen wieder mehr in den Mittelpunkt.

  5. Es ist ziemlich paradox, ausgerechnet mittels öffentlich zur Schau gestellten Fanatismus Respekt einfordern zu wollen. Je mehr randaliert wird, desto mehr Verachtung durch Aufgeklärte dürften die Demonstranten auf sich und ihren Glauben ziehen.

    Vielleicht liegt diesem interkulturellen Mißverständnis mal wieder der verschiedene Ehrbegriff zu grunde: Dort mögen sich die Demonstranten Ehre erwerben, in umgekehrt reziprokem Maße, wie sie sich aus aufgeklärter Sicht zu Deppen machen.

    Oder welchen Eindruck machen die Demonstranten in der arabischen Welt? Fühlt man sich ihnen irgendwie nahe oder schüttelt man genauso den Kopf wie hier?

    4 Leserempfehlungen
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    wenn diese offensichtliche provokation von etlichen kommentaren als ein akt aufklärerischer vernunft verklärt wird. was kostet diese pseudokritik ihre urheber? nichts! den zorn bekommen andere ab, die leute, die sich vor ort nicht selten um einen wirklichen dialog bemühen. ernsthafter aufklärungswille stellt sich mit diesem film direkt auf den tahrirplatz und hält die konsequenzen einer live-vorführung aus. alles andere ist gefasel.
    der westen wird den orient nicht zum säkularismus bekehren und auf die tour schon gar nicht. wir sind nicht die mentalcoaches der muslimischen welt und werden es niemals sein. je eher wir das schnallen, umso besser.

    wenn diese offensichtliche provokation von etlichen kommentaren als ein akt aufklärerischer vernunft verklärt wird. was kostet diese pseudokritik ihre urheber? nichts! den zorn bekommen andere ab, die leute, die sich vor ort nicht selten um einen wirklichen dialog bemühen. ernsthafter aufklärungswille stellt sich mit diesem film direkt auf den tahrirplatz und hält die konsequenzen einer live-vorführung aus. alles andere ist gefasel.
    der westen wird den orient nicht zum säkularismus bekehren und auf die tour schon gar nicht. wir sind nicht die mentalcoaches der muslimischen welt und werden es niemals sein. je eher wir das schnallen, umso besser.

  6. 8. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unbelegte Behauptungen und Drohungen. Danke, die Redaktion/jp

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    Natuerlich war der Irak-Krieg ein Fehler und waere ohne das Erdoel im Irak nie gefuehrt worden. Und dass so viele Menschen diesem Krieg zum Opfer fielen ist natuerlich fuerchterlich.
    Aber der Krieg wurde gegen den Diktator Saddam Hussein gefuehrt, nicht gegen den Islam als Religion. Der Western fuehrt meines Erachtens keinen Kulturkampf gegen den Islam. Eine friedliche Koexistenz und Kooperation von westlichen Demokratien und islamischen Laendern ist moeglich.

    Fuer viele US Amerikaner ist die Flagge das Symbol ihrer Identitaet (vielleicht sogar Ersatz-Religion). Vielleicht sagen die dann auch mal: "so nicht mit uns".

    Wohin soll das dann fuehren?

    Natuerlich war der Irak-Krieg ein Fehler und waere ohne das Erdoel im Irak nie gefuehrt worden. Und dass so viele Menschen diesem Krieg zum Opfer fielen ist natuerlich fuerchterlich.
    Aber der Krieg wurde gegen den Diktator Saddam Hussein gefuehrt, nicht gegen den Islam als Religion. Der Western fuehrt meines Erachtens keinen Kulturkampf gegen den Islam. Eine friedliche Koexistenz und Kooperation von westlichen Demokratien und islamischen Laendern ist moeglich.

    Fuer viele US Amerikaner ist die Flagge das Symbol ihrer Identitaet (vielleicht sogar Ersatz-Religion). Vielleicht sagen die dann auch mal: "so nicht mit uns".

    Wohin soll das dann fuehren?

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