Der Wahlkampf des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney hat viele Rückschläge erlitten. Der Grund: der Bewerber selbst. Mit Versprechern und verbalen Ausrutschern sorgte er für Spott und vergraulte viele potenzielle Wähler.

Wählerschelte : Bei einem privaten Empfang für vermögende Unterstützer zog Romney über Wähler des demokratischen Präsidenten Barack Obama her . Viele von ihnen seien Abzocker, zahlten keine Steuern und verlangten Fürsorge vom Staat. Ein linksgerichtetes Magazin veröffentlichte das heimlich gedrehte Video.

Falscher Präsident : Seinen Vizekandidaten Paul Ryan stellte Romney als "nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten" vor. Das Publikum bei einer Kundgebung in Norfolk (Virginia) jubelte, schwenkte US-Flaggen und Ryan setzte schon zu seiner Rede an, da eilte Romney ans Mikrofon zurück, um die Dinge richtig zu stellen. "Ich bin bekannt dafür, hin und wieder einen Fehler zu machen", sagte er. "Ich habe keinen Fehler mit diesem Typen hier gemacht. Aber ich kann euch sagen, er wird der nächste Vizepräsident der USA sein."

Sheik statt Sikh : Ausgerechnet in einer Beileidsbekundung nach der Schießerei in einem Sikh-Tempel Mitte August verwechselte Romney das Wort Sikh mit Sheik (Scheich). Im Englischen werden beide Wörter fast gleich ausgesprochen. Laut Washington Post hatte Romney zuvor bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Illinois korrekt über die Sikh-Religion gesprochen. Nur Stunden später verhaspelte er sich bei einer Abendveranstaltung in Iowa zweimal und sprach von einem " Sheik "-Tempel und dem "Sheik"-Volk.

Hauptstadt Jerusalem : Mit unbedachten Äußerungen über den Status Jerusalems verärgerte Romney bei einer Israel-Visite Palästinenser und die arabische Welt. Der Satz " Jerusalem ist die Hauptstadt Israels " schmeichelte zwar den Israelis, die die Stadt mit ungeklärtem völkerrechtlichen Status zu ihrer "ewigen und ungeteilten" Hauptstadt erklärt haben. Aus Sicht der Palästinenser aber gab sich Romney damit als parteiisch und inkompetent zu erkennen.

Zudem zog er sich mit einer Rede vor Sponsoren in Jerusalem noch den Vorwurf des Rassismus zu. Der viel größere Wohlstand der Israelis im Vergleich zu den Palästinensern sei der "jüdischen Kultur und einigen anderen Dingen" zu verdanken, erklärte er. Die Palästinenser wiesen gekränkt darauf hin, dass zu diesen "anderen Dingen" wohl auch die israelische Besatzung gehöre. Die aber hatte der Wahlkämpfer mit keinem Wort erwähnt.

Olympische Spiele
: Auch in London hinterließ der Multimillionär keinen guten Eindruck – und das ausgerechnet beim sonst eher völkerverbindenden Thema Olympia. Es sei "schwer zu sagen, wie gut es werden wird", verriet er dem TV-Sender NBC . Dann setzte er noch eins drauf: Es gebe "beunruhigende Zeichen", ob Großbritannien in der Lage sei, ein Ereignis dieser Größenordnung auszurichten. Britisch kühl kanzelte Premierminister David Cameron die Bemerkungen ab: "Natürlich ist es einfacher, wenn man Olympische Spiele am Ende der Welt abhält."