Der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, Mitt Romney , hat seine Steuererklärung für das Jahr 2011 veröffentlicht. Demnach zahlte Romney auf ein Einkommen von 13,7 Millionen Dollar einen Steuersatz von 14,1 Prozent, teilte sein Wahlkampfteam mit. Das entsprach einer Summe von 1,9 Millionen Dollar.

Außerdem kündigte das Wahlkampfteam eine Zusammenfassung der Steuerdokumente der vergangenen zwei Jahrzehnte an, aus denen hervorgehe, dass der frühere Finanzinvestor im Schnitt einen Satz von 20,2 Prozent gezahlt habe.

Detaillierte Steuererklärungen für die vergangenen Jahre legte er aber – anders als von den Demokraten gefordert – nicht vor. Deshalb spekulierten politische Gegner, dass der Republikaner womöglich Geld am US-Fiskus vorbei in Steueroasen versteckt haben könnte.

Frühere Einnahmen bleiben geheim

Entsprechend wurde kritisiert, dass aus den Unterlagen nicht ersichtlich ist, was Romney mit Investitionen im Ausland verdient, die er vor allem als Chef der Investmentfirma Bain Capital bis 2001 tätigte. "Es ging nie wirklich um seinen Steuerbescheid von 2011, das ist tatsächlich eher eine Ablenkung von den wichtigen Fragen", sagte Rechtsprofessor Edward Kleinbard von der University of Southern California, ein ehemaliges Mitglied des Steuerausschusses des US-Kongresses. "Alle wichtigen Fragen der Steuerpflicht von Romney liegen weiter zurück".

Romney war wegen seiner Verschwiegenheit zu seinen Steuererklärungen im Wahlkampf in die Kritik geraten. Der Multimillionär hatte lediglich offengelegt, im Jahr 2010 auf Einnahmen von fast 22 Millionen Dollar einen Steuersatz von 13,9 Prozent gezahlt zu haben. Außerdem hatte er eine Veröffentlichung der Steuererklärung für 2011 zugesagt, sobald diese vorliege.

Zum Vergleich: 2011 verdiente Präsident Barack Obama 790.000 Dollar und zahlte darauf fast 21 Prozent Steuern. In den USA werden Löhne und Gehälter höher besteuert als Renditen aus Investitionen, die das Gros der Einnahmen von Romney ausmachen.

Wahlkampfthema private Finanzen

Das Wahlkampfteam von Obama hat sich deshalb auf Romneys persönliche Finanzen eingeschossen. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid , behauptete gar, Romney habe mehrere Jahre überhaupt keine Steuern gezahlt, ohne dafür aber Beweise vorzulegen. Die nun angekündigte Zusammenfassung von Romneys Steuererklärungen der Jahre 1990 bis 2009 soll nach Angaben seines Wahlkampfteams dagegen zeigen, dass der Kandidat in diesem Zeitraum nie einen geringeren Steuersatz als 13,6 Prozent gezahlt habe.

Obama und Romney streiten sich auch inhaltlich über die Steuerpolitik. Während der Präsident die Reichen bei der Sanierung des Staatshaushalts stärker zur Kasse bitten möchte, will Romney den Spitzensteuersatz weiter senken. Die Staatsverschuldung soll mit massiven Kürzungen auch bei Sozialprogrammen abgebaut werden. Im August hatte Romney den Abgeordneten Paul Ryan zu seinem Vizekandidaten gemacht, der als Architekt der republikanischen Steuer- und Haushaltspolitik im Kongress gilt.