Die oberste russische Strafermittlungsbehörde hat ein Verfahren gegen den Kreml-Kritiker Alexander Lebedew eröffnet. Ihm werden im Zusammenhang mit einem Fernsehauftritt Rowdytum und Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Behörde mit. In einer Sendung hatte er einen anderen Geschäftsmann geschlagen.

Der Oligarch hatte im August Repressionen durch den Inlandsgeheimdienst FSB beklagt und erklärt, seine geschäftlichen Aktivitäten in Russland einzustellen. Zugleich hatte er angekündigt, eine aktivere Rolle in der Politik einnehmen zu wollen. Als Unternehmer machte der Milliardär sein Geld vor allem im Bankensektor, außerdem gehören ihm ein Anteil an der Fluggesellschaft Aeroflot und die Fluggesellschaft Red Wings. Ferner besitzt er Anteile an der regierungskritischen Zeitung Nowaja Gaseta sowie den britischen Zeitungen The Independent und Evening Standard .

Lebedew war auch im März mit den russischen Machthabern in Konflikt geraten . Zehn Tage vor der Präsidentschaftswahl hatten die Behörden nach Angaben der Nowaja Gaseta Lebedews Privatkonto eingefroren. Mit dem Konto finanziere er die Zeitung, teilte die Redaktion damals mit.