SchuldenkriseSlowenien stemmt sich gegen den Bankrott

Slowenien galt lange als Musterschüler in der EU. Jetzt versucht die slowenische Regierung den Schritt unter den Euro-Rettungsschirm abzuwenden.

Sloweniens Finanzminister Janez Sustersic während eines Interviews

Sloweniens Finanzminister Janez Sustersic während eines Interviews

In der slowenischen Regierung herrscht Uneinigkeit, ob das EU-Land Hilfen des Euro-Rettungsschirms annehmen muss. Während der Regierungschef Janez Janša die Pleite Sloweniens schon für Oktober erwartet, weist Finanzminister Janez Šušteršič derartige Spekulationen zurück.

"Ich möchte klar sagen, dass es keine offizielle Einschätzung gibt, dass Slowenien Hilfe von außen braucht und dass es keinen Druck auf uns gibt, solche Hilfe zu beantragen", sagte Šušteršič der Zeitung Dnevnik in Ljubljana.

Die Äußerungen des Regierungschefs erklärte Šušteršič so: Jansa habe damit lediglich Druck machen wollen zur Annahme der von der Regierung vorgeschlagenen und von der Opposition abgelehnten Reformen des Rentensystems und des Arbeitsmarktes, sagte der Finanzminister.

Die Reform des Rentensystems und des Arbeitsmarktes sowie der Rückzug des Staates aus den vielen Firmen des Landes (Slowenien AG) sind wichtige Maßnahmen, um Sloweniens Finanzierungsschwierigkeiten zu lösen. Die Reform wird durch einen Parteienstreit blockiert.

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Leser-Kommentare
    • gooder
    • 08.09.2012 um 19:37 Uhr

    Es hat den Anschein, als würden diverse Staaten erst dann ins straucheln geraten, nachdem der Euro als Zahlungsmittel eingeführt wurde. Dann kommt es zu "Reformen" z.B. des Rentensystems und des Arbeitsmarktes sowie der vollständigen Privatisierung und des vollständigen staatlichen Rückzugs aus Betrieben und Unternehmen.
    Für die große Mehrheit hat das negative Konsquenzen zur Folge und nur ein paar wenige profitieren davon exorbitant.

    4 Leser-Empfehlungen
  1. Da wird immer von systemrelevanten Banken gesprochen, die man nicht kaputt gehen lassen darf. Da läuft doch im System etwas gehörig falsch. Wenn wir schon Kapitalismus haben wollen, dann aber auch für die Banken. Die müssen dann eben so strukturiert werden, dass die pleite gehen können, ohne viel Schaden anzurichten.

    Es kann doch nicht sein, dass sich Banken an maroden Staatsanleihen und Baukrediten dumm und dämlich verdienen und wenn sie sich verzockt haben, müssen die Ärmsten der Armen herhalten und höhere Steuern ertragen. Dabei geht es nicht nur um Einkommensteuer. Ganz besonders die Mehrwertsteuer trifft die ganz Armen. Und wenn abgewertet wird, kann zwar die Industrie leichter exportieren und freut sich. Die Bürger zahlen die Zeche aber auch über die Heizpreise im Winter.

    So kann das nicht weitergehen. Jedoch hört man von keinem Politiker, dass irgendwas in Richtung Banken geändert werden soll. Und gerade das wäre am Nötigsten. Es werden immer nur "Reformen" verabschiedet und Hilfspakete aufgelegt, die Banken dienen und noch reicher machen.

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    • DDave
    • 08.09.2012 um 19:23 Uhr
    3. Frage

    Gab es nicht in der Zeit einen guten Artikel(Interview) zum Zustands Slowenien und wie ungerecht es eig ist, dass dieser Staat seine Hausaufgaben macht(wie De, NL und andere Staaten) und dafür abgestraft wird, dass es für Griechenland usw blechen darf?!
    Vielleicht sollte man mal schauen, wie viel Geld Slowenien bei den Rettungsprogrammen(ESM, und alle anderen Schirme) zahlen musste... Damit könnte man die Probleme sicherlich verkleinern.
    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/mk

    2 Leser-Empfehlungen
  2. Sämtliches Wachstum in den EU-Staaten war kreditfinanziert. Je größer das Wachstum, desto höher der Kreditanteil. Jetzt wird es auch den letzten "Tigerstaat" Europas erwischen. Was zu erwarten war.

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