Amnesty InternationalSyriens Regime geht wahllos gegen Zivilisten und Kinder vor

Rücksichtslos und willkürlich greift die Armee Zivilisten an. Das berichtet Amnesty International und fordert von der Internationalen Gemeinschaft, den Druck zu erhöhen.

Panzer der syrischen Armee

Panzer der syrischen Armee

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den Streitkräften der Regierung in Syrien routinemäßiges Bombardement von Kleinstädten und Dörfern vorgeworfen. Das treffe Gebiete, in denen sie von der Opposition zurückgedrängt worden seien, sagte eine Mitarbeiterin von Amnesty. Sie schilderte zahlreiche Fälle, in denen Kinder und Erwachsene getötet wurden, während sie zum Beispiel um Brot anstanden. Auch spielende Kinder und flüchtende Menschen seien getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation forderte die Internationale Gemeinschaft auf, dem Regime deutlicher als bisher damit zu drohen, dass sich Kriegsverbrecher später vor dem Internationalen Strafgerichtshof dafür verantworten müssten.

Allein in der ersten Hälfte des Septembers haben Amnesty-Mitarbeiter im Norden beobachtet, wie bei Kämpfen 166 Zivilisten umgekommen sind, darunter 48 Kinder. Hunderte Menschen seien verletzt worden. Die syrische Opposition geht davon aus, dass seit Beginn des Aufstandes gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad vor eineinhalb Jahren mehr als 30.000 Menschen getötet wurden. Die UN nennt für den September noch keine Zahlen, Ende August war von 20.000 Toten die Rede. Allein in der letzten Augustwoche starben demnach etwa 1.600 Menschen.

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Syrische Rebellen brachten einen weiteren Grenzübergang zur Türkei unter ihre Kontrolle. Die Aufständischen vertrieben die Soldaten der Regierungstruppen aus den Gebäuden des Grenzpostens Tell al-Abjad, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Mitwoch. Der TV-Sender CNN Turk zeigte Live-Aufnahmen. Zu sehen war, wie Rebellen auf dem Dach eines Regierungsgebäudes die Landesfahne herunterrissen. Soldaten waren nicht zu sehen. Die betroffene Provinz Al-Rakka stand bislang überwiegend loyal an der Seite von Präsident Baschar al-Assad. Die Rebellen kontrollieren nun drei Übergänge zur Türkei.

Seit dem Vortag hatte es Kämpfe bis unmittelbar an die türkische Grenze gegeben. Im türkischen Grenzdorf Akcakale waren am Dienstag drei Menschen durch Schüsse verletzt worden, darunter ein kleines Kind. Die Behörden schlossen daraufhin die Schulen. Die Einwohner wurden aufgefordert, in Deckung zu bleiben.

Den syrischen Regierungstruppen gelang es unterdessen, die Aufständischen aus einigen Vierteln von Damaskus zu vertreiben. Das meldeten Oppositionelle und die staatlichen Medien übereinstimmend. Während die Nachrichtenagentur Sana über Erfolge im Kampf gegen bewaffnete Terroristen schrieb, berichteten die Aktivisten, die Aufständischen hätten sich nach Kämpfen und Artilleriebeschuss aus dem Viertel Al-Hadschr Al-Aswad zurückgezogen. Im Stadtteil Dschobar wurden nach Angaben der Opposition 20 Leichen von Männern gefunden, die öffentlich hingerichtet worden waren. In einem Vorort von Damaskus kamen mehrere Menschen bei zwei Bombenexplosionen ums Leben. Sana berichtete von "vielen Opfern". Landesweit zählten die Aktivisten 60 Tote, davon alleine 39 in Damaskus und Umgebung.

 
Leser-Kommentare
  1. "Rücksichtslos und willkürlich greift die Armee Zivilisten an." Wie in Afghanistan, nicht wahr? Nur redet man darüber nicht sogerne und ausführlich, denn sonst könnte man ja auf die Idee kommen, das eigene Verhalten sei kein Stück besser als dasjenige Assads. Irgendwie peinlich, finde ich.

    3 Leser-Empfehlungen
  2. http://www.bbc.co.uk/news...

    8 Tote Frauen und Mädchen beim Holzsammeln zerbombt

    http://www.tert.am/en/new...

    Syriesche 'Rebellen' exekutieren 20 syrische Soldaten.

    Egal wie selektiv Sie "liberale" Presse beteiben wollen -

    das hier ist längst Hitler-Faschismus vom feinsten.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Human Rights Watch und die UN-Menschenrechtskommision machen für den drastischen Anstieg der Mensnchenrechtsverletzungen in den letzten Wochen vor allem AUSLÄNDISCHE Söldner verantwortlich (die kämpfen bekanntlich auf der Seite der Rebellen).

    "Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft den Aufständischen schwere Kriegsverbrechen vor. In den nördlichen Provinzen Idlib und Aleppo sowie der Küstenregion Latakia seien mehr als ein Dutzend Fälle von Massenerschießungen dokumentiert worden ... Sollten die Vergehen systematisch verübt worden seien, könnten sie auch den Tatbestand der Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllen."

    http://www.spiegel.de/pol...

    3 Leser-Empfehlungen
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    keine grossen seitenaufrufe und keine zeit hefte zeitungen mehr.
    egal wie interessant sie sind.
    mfg
    kosmos

    keine grossen seitenaufrufe und keine zeit hefte zeitungen mehr.
    egal wie interessant sie sind.
    mfg
    kosmos

  4. zweifellos sind auch in diesem Konflikt viele Zivilisten zu beklagen. Dass die Regierungsarmee absichtlich Zivilisten beschiesst, halte ich für eine reine Behauptung. Würde man der einseitigen Wahrnehmung und Logik von Amnesty folgen, so müssten schon heute strenge Sanktionen gegen alle NATO-Länder verhängt werden, die in Afghanistan für das Morden von Unschuldigen Zivilisten verantwortlich sind:

    Acht Frauen sterben bei NATO-Luftangriff
    http://www.tagesschau.de/...

    Auch dort gibt es tausende Unschuldige die durch Drohnenangriffe sterben.

    Dass es aber aber schon seit Monaten nachweislich brutale Übergriffe, mit der ganzen Palette von Menschenrechtsverletzungen, von extern unterstützten Terrorbanden("Opposition") gibt, kommt hier mal wieder völlig zu kurz. Ist Amnesty und den Medien eigentlich klar, wen sie hier mit diesen einseitigen nund fragwürdigen Berichten unterstützen!?

    Jetzt da sich in Libyen und anderswo, trotz vielfacher Warnungen, das wahre Gesicht sogenannter "Revolutionen" oder "arabischer Frühlinge" gezeigt hat, sitzen die "Experetn" in Studiosesseln und koloportieren im Chor , "Das hätte man wissen müssen.."

    Auch in Syrien kann man sich ausrechnen, was nach einem gewaltsamen Assad-Sturz kommen würde. Das Ergebnis hätten dann auch viele sogenannte Menschenrechtler mitzuverantworten.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. http://www.tagesschau.de/...

    erwähnt die vorwürfe, die ai im selben bericht gegen die aufständischen erhebt, zumindest in einem nebensatz.

    zu "soviel" journalistischer neutralität sollte sich auch ZEITonline gerade noch aufraffen können

    5 Leser-Empfehlungen
  6. Es ist ein frommer Wunsch, auf mehr internationalen Druck in Syrien zu hoffen. Wie dieses Forum ja zeigt, werden einige aus Gründen des Naiv-Pazifismus zu neuen Weltmeistern im Wegsehen. Schlimm das es sich dabei auch um die alten Weltmeister handelt...

    China und Russland haben zudem aus machtpolitischen wie wirtschaftlichen Gründen kein Interesse, ihre UN Blockade aufzugeben, und verhalten sich weiterhin verantwortungslos. China ist zu beschäftigt, gerade wieder einmal anti-Japanischen Hass zu schüren, und sich in Machtspiele zu verstricken. Und Russland agiert nach wie vor wie der gescheitertere Staat, der es ist, nach dem Motto: "ich nerve, also bin ich".

    So kommt man nie auf Augenhöhe.

  7. man muss den Topf ja am Kochen halten.

    Assads Schergen sind nun mal böse, die metzeln erbarmungslos Zivilisten und auch gerne ein paar kleine Kinder.

    Wenn Sie nicht gerade dabei sind, deren Mütter... oder ist das Viagra alle?

    Eine Leser-Empfehlung
  8. keine grossen seitenaufrufe und keine zeit hefte zeitungen mehr.
    egal wie interessant sie sind.
    mfg
    kosmos

    Antwort auf "Human Rights Watch"

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