Freie Syrische Armee : Rebellen verlegen Hauptquartier nach Syrien

Die Freie Syrische Armee bereitet nach eigenen Angaben eine Offensive auf Damaskus vor. Dafür sei das Oberkommando der Rebellen von der Türkei nach Syrien umgezogen.

Die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) hat ihre Kommandozentrale nach eigenen Angaben von der Türkei nach Syrien verlegt. Sie befinde sich nun in "befreiten Regionen", sagte FSA-Chef Riad al-Assaad in einem Video, das Al-Jazeera veröffentlichte . Das sei "eine gute Nachricht für unser freies und heroisches syrisches Volk".

Das Oberkommando sei umgezogen, um eine Offensive auf Damaskus vorzubereiten, sagte al-Assaad. Außerdem wolle man alle Rebellengruppen vereinigen, ergänzte der Vorsitzende des FSA-Militärrates, Mustafa al Scheich. Die Verlegung sei bereits vor einer Woche erfolgt.

Die FSA ist die größte Rebellengruppe, die für den Sturz von Präsident Baschar al-Assad kämpft. Sie hatte sich im Juli vergangenen Jahres aus Deserteuren der regulären syrischen Truppen gebildet. Nach eigenen Angaben hat die FSA Tausende Kämpfer unter Waffen.

Der heutige FSA-Chef Al-Assaad war früher Oberst der syrischen Armee. Er war in die Türkei geflohen, um gegen die gewaltsame Unterdrückung von Demonstrationen in seinem Land zu protestieren.

Gefechte an einer Flüchtlingsroute

An einer Flüchtlingsroute kam es zu heftigen Gefechten. Rebellen berichteten von Kämpfen mit der Armee in der Gegend um den Grenzort Nasib, an dem die Autobahn von Damaskus zur jordanischen Hauptstadt Amman vorbeiführt.

Zudem wurden Luftangriffe der Regierungstruppen auf Aleppo und Damaskus gemeldet. Mindestens 35 Menschen seien landesweit ums Leben gekommen – zehn Zivilisten, 16 Regimesoldaten und neun Rebellen, teilten Aktivisten mit. Meldungen aus Syrien sind wegen der Medienblockade der Regierung von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

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Kommentare

29 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Krieg ohne Ende

Waehrend in syrien die Vasallen Irans mit dem Ruecken zur Wand kaempfen, ohne Rueckzugsmoeglichkeit und mit dem Bewusstsein, dass ihren Familien bei einer Niederlage vermutlich furchtbare Massaker drohen, sind die Militanten der FSA gut eingebettet in ein sunnitisches Umfeld, das sie militaerisch und finanziell offenbar aufs beste ausstattet.

Daher wuerde ich behaupten die Regierungstruppen seien die besseren Soldaten. So wie die Wehrmacht es im letzen Weltkrieg niemals geschafft hat, Leningrad und Stalingrad vollstaendig zu erobern, weil die dort kaempfenden Sowjettruppen emotional mit dem Ruecken zur Wand standen, so wird es auch den syrischen Vasallen Erdogans und Saudi-Arabiens nicht gelingen, die Zentren Syriens zu erobern.

Eher wird es einen langen zermuerbenden Buergerkrieg geben, so wie seinerzeit in Afghanistan, im Libanon und derzeit im Irak,

Der arabische Fruehling - Teil 2

Es gibt viel zu viele Variablen, um vorherzusagen, wer den laengeren Atemzug hat.

Wenn der Iran im Streit um sein Atomprogramm nachgibt, und so einer Konfrontation mit Israel und dem gesamten Westen entgeht, dann koennte er sich voll und ganz auf die militaerische Unterstuetzung Assads konzentrieren, und moeglicherweise noch andere Fronten eroeffnen. Im Irak und in Bahrain koennten schiitische Kraefte massiv aufgeruestet werden und in Bahrain wuerde es wohl zu einem Buergerkrieg und Sturz der sunnitischen Regierung kommen. Dann haetten die Saudis ein Problem.

Iran koennte auch die Kurden in der Tuerkei bewaffnen.

Direkte Konsequenzen fuer uns waeren steigende Oelpreise, verstaerkte Ruestungsexporte und weitere Fluechtlingswellen von durch Kriege deplazierten Personen.

Na schön, der FSA entgleitet immer mehr die Kontrolle, denn Jihadis spielen inzwischen ihr eigenes Spiel, und bei der Guerilla herrscht inzwischen Kernspaltung. Ob die Verlegung des OK nicht fast zu spät kommt, wird sich wohl zeigen. Es ist doch grotesk, das schon seit Monaten im Forum längst vor einer geschürten Kampagne, in der die Extremisten Oberhand gewinnen gewarnt wird , und die Medien erst jetzt langsam von der Terminologie abrücken , dass der Schlächter nur Assad ist, der kurz davor ist, sein Ende aus der Hand der edlen FSA entgegenzunehmen.
[...]

Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/mak

Heute hat die FSA den Libanon angegriffen...wann folgt der Irak?

Die FSA hat ungefaehr so viel Kontrolle ueber ihre Milizen wie ich ueber meinen Hund und meine Katze. Solange ich Futter und Wasser bereitstelle, und ein warmes Dach ueber dem Kopf, werden sie mich wohl ertragen. Im Zweifelsfall ist dann doch ein anderer Hund interessanter, oder eine Maus.

Gerade heute hat wieder eine Untereinheit der FSA den Libanon angegriffen, zum zweiten Mal in wenigen Tagen:
http://www.cnn.com/2012/0...

Offenbar wird von mancher Seite gezielt versucht, auch die Nachbarn Syriens in diesen Konflikt mit hineinzuziehen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Iran, die Tuerkei und Saudi-Arabien auch ihre jeweiligen Verbuendeten im Irak und Libanon bewaffnen und es auch dort wieder so richtig losgeht mit den Kaempfen zwischen Sunniten und Schiiten.

Die alten Kolonialgrenzen halten den Krieg nicht im Zaum.