SyrienAssad lässt Giftgaswaffen in der Wüste testen

Die syrische Armee hat offenbar Trägersysteme für Giftgasgranaten in der Wüste getestet. Einem Bericht zufolge wurden nahe Aleppo mehrere Granaten abgefeuert.

Baschar al-Assad während eines Interviews (Archivbild)

Baschar al-Assad während eines Interviews (Archivbild)  |  © Ballesteros/dpa

Das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad soll Trägersysteme für Giftgasgranaten getestet haben. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf verschiedene Zeugenaussagen. Demnach hätten die Tests nahe eines Forschungszentrums für Chemiewaffen bei Safira östlich von Aleppo stattgefunden. Fünf oder sechs unbefüllte Granaten seien testweise von einem Gelände in der Wüste abgeschossen worden.

Das Forschungszentrum gilt nach den Angaben des Magazins als größtes Versuchslabor für Chemiewaffen in Syrien. Dort sollen syrische, iranische und nordkoreanische Experten laut westlichen Geheimdiensten Sarin, Tabun und Senfgas an Tieren testen. Den Angaben zufolge sind auch für die aktuellen Tests in der Wüste eigens iranische Offiziere zur Unterstützung eingeflogen worden.

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Noch Anfang September hatte die israelische Nachrichtenseite Haaretz berichtet, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass das Regime den Einsatz chemischer Waffen vorbereitet.

US-Sicherheitsdienste warnen vor Giftgasbeständen

Syrien hält nach Expertenmeinungen und Medienberichten einen der größten Giftgasbestände weltweit. Wie die Washington Post unter Berufung auf Informationen westlicher Nachrichtendienste berichtete, besitzt das Regime mehrere Hundert Tonnen chemischer Waffen an über 20 verschiedenen Standorten im ganzen Land. US-Präsident Barack Obama hatte mehrmals gewarnt, militärisch eingreifen zu wollen, wenn das syrische Regime im Bürgerkriegsgeschehen zu chemischen Waffen greifen sollte. Nach Angaben der Washington Post sind US-Sicherheitsbehörden indes zunehmend skeptisch, ob überhaupt die Kontrolle über die Giftgasbestände Assads gewonnen werden könnte. 

Vor allem gilt es als Gefahr, dass radikal-islamistische Gruppen in den Besitz der Waffen kommen könnten oder ein Kampf zwischen den Aufständischen und Assad um die Waffen ausbrechen könnte. Nach Angaben des Spiegels verneinten die Rebellen jedoch diese Absicht. "Wir hoffen, dass amerikanische Truppen die Anlage sichern", sagte ein Offizier der Freien Syrischen Armee. "Wir wollen weder, dass das Regime die Waffen einsetzen kann, noch, dass sie nach dem Sturz in die Hände von Radikalen fallen."

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Leserkommentare
  1. eins auf SPON. Daher werde ich auch mein Posting von dort hier einfügen:

    "Das ist doch irgendwie merkwürdig, hieß es nicht, dass das Gebiet um Aleppo sowie die Stadt selbst von den Rebellen gehalten wird? Und jetzt sind sie nicht in der Lage eine Fabrik, die in ihrem Gebiet lieg,t zu erobern. Wenn dort Trägersysteme getestet werden, dann muss dieses Gebiet vollkommen frei von Rebellen sein. Seltsam ist auch, dass sie die USA brauchen, um die Fabrik einzunehmen.
    Ist es vielleicht möglich, dass die Rebellen besiegt sind und nur noch durch eine offene Intervention siegen können? Trägersysteme für Waffen können im konventionelle Waffen genauso tragen wie chemische."

    Hinzufügen möchte ich, dass es einen Unterschied gibt zwischen Trägersysteme für Waffen und ABC-Waffen ansich. Trägersysteme können auch konventionell genutzt werden.

    Fragen an die Redaktion: "Warum übernimmt man einen kompletten Artikel von einer fremden Zeitung? Sieht es die journalistische Sorgfaltspflicht nicht eigenständige Recherchen durchzuführen?"

    23 Leserempfehlungen
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    • bayert
    • 16. September 2012 11:12 Uhr

    sind die Zeugen Mitglieder der Aktivisten? Sind sie unabhängig?

  2. ... an waaaaas erinnert mich das bloß?? da war doch was... vor ein paar jahren.. auch da in der nähe... hatte auch was mit chemischen waffen zu tun... was ist dann nochmal passier?...

    16 Leserempfehlungen
  3. 3. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  4. Die Munition für ein Rohrwaffensystem muss schon aus inneballistsichen Gründen sehr änhlich in den Eigenschaften sein.

    Für die Außenballistik gilt das um so mehr (Schusstafeln & BEW)!

    Was soll uns also diese "Nachricht" vermitteln, deren Inhalt nur vom Hörensagen stammt?

    - Blindfüllung ist nur etwas für Schusstafelkorrekturen und dann reichen 6 Schüsse definitiv nicht aus!

    - Etwaige Kampfstofffreisetzung läßt sich hervorragend mit FT-IR und ähnlichen Sensoren per Fernerkundung detektieren (kann also ausgeschlossen werden).

    - "Trägersystem" kann jede Rohr- oder Raketenwaffe mit ausreichender Reichweite und Geschossvolumen sein.

    -Selbst für einen Funktionstest von Zünder und Zerleger oder dem Mischsystem bei Binärmunition sind 6 Schuss viel zu wenig.

    - Warum sollten fortgesetzt teils jahrzehnte alte Bestände "Getestet" werden? Da reicht üblicherweise eine Konzentrationsbestimmung bei einphasigen (nicht binären) Kampfstoffen, un dbei den Binären reicht eine simple Reaktionskinetik der Edukte!

    Tierversuche sind hierzu völlig überflüssig....

    Für die lybischen C-Bestände hat sich auch niemand interessiert, warum wohl nicht? Es waren Bulkmengen Lost und 100te to Vorprodukte einfahc zugänglich!
    Genauso wie niemand schrottreife Manpads klaut (außer Schrotthändler), nur ein weiteres Horrormärchen zur Stimmungmache!!!

    MfG KM

    24 Leserempfehlungen
  5. ... das, was man da Assad nachsagt.
    Wir erinnern uns: die U.S.A. haben den Einsatz von Chemiewaffen gegen die syrische Bevölkerung als DEN Anlass für Interventionen genannt. Und voila! da haben wir's,
    Assad testet Chemiewaffen.
    Wobei man sich ja schon verwundert fragt:
    - "Fünf oder sechs unbefüllte Granaten seien testweise von einem Gelände in der Wüste abgeschossen worden." Wenn die Granaten unbefüllt waren, wie kann man mit Sicherheit behaupten, es handelt sich um einen "Test von Chemiewaffen"? Warum tested man JETZT, und in dieser Form, Trägersysteme, die man - hat man ein Chemiewaffenprogramm - schon längst erprobt haben dürfte? Außerdem: Granaten mit Chemiewaffen, das ist jetzt nicht gerade ultramoderne Technologie, das kennt man seit dem Ersten Weltkrieg.
    - Für den Test von fünf oder sechs Giftgasgranaten fliegt man Offiziere aus dem Iran ein? Wozu denn sowas? Das passt schön zu dem Bild vom bösen Iraner, dabei sind die Iraner Opfer irakischer Giftgaskriegsführung geworden... aber mal ehrlich, um Giftgas mit Artillerie zu verschiessen, dazu braucht Assad keine Iraner.

    Also, bei aller Abneigung gegen Assad, ....

    22 Leserempfehlungen
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    Sie haben es ja schön dargelegt.
    In dem Artikel wird alles wichtige erwähnt:
    Assad - check!
    Giftgas - check!
    Iraner - check!
    Rebellenoffiziere - check!

    Dass da paar leere Granaten in die Wüste geschossen wurden ist so dermaßen Belanglos... aber wenn man alles "wichtige" erwähnt, kann man einen Artikel draus machen!

  6. 6. [...]

    Entfernt. Verzichten Sie auf unterstellende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    Eine Leserempfehlung
  7. hat vor Gericht den Beweiswert Null.
    Das wurde aus guten Gründen, die aus der gerichtlichen Praxis kommen, so geregelt.

    Und "Einem Bericht zufolge" ist genau das: ´Hörensagen.

    In meinen Augen wird hier Propaganda für eine Seite betrieben.

    Und ich bin mir sicher, dass das bewusst geschieht.

    9 Leserempfehlungen
    • bayert
    • 16. September 2012 11:12 Uhr
    8. Zeugen

    sind die Zeugen Mitglieder der Aktivisten? Sind sie unabhängig?

    4 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Barack Obama | Geheimdienst | Post | Spiegel | Test | US-Präsident
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