BürgerkriegIran verstärkt angeblich Militärhilfe für Syrien

Zwei zivile Jumbojets fliegen laut Geheimdiensten tonnenweise Waffen nach Syrien ein. Geliefert würden auch primitive Fässerbomben – bestimmt zum Abwurf auf Wohngebiete. von 

Syrische Truppen bei einer Feuerübung

Syrische Truppen bei einer Feuerübung  |  © Sana/AP Photo/dapd

Im Syrien-Konflikt setzen die Revolutionären Garden des Iran offenbar voll und ganz auf die militärische Karte. Seit Juli hat die paramilitärische Organisation nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste seine Transporte an Waffen und Personal in beispielloser Weise ausgeweitet.

An den Transporten beteiligt sind nach westlichen Erkenntnissen 117 iranische Zivilflugzeuge der Gesellschaften Iran Air, Mahan Air und Yas Air. Den Hauptteil des Nachschubs wickeln vor allem zwei Jumbos 747 von Iran Air und Mahan Air ab, die in dem Geheimreport mit ihrer internationalen Flugkennung identifiziert werden.

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"Nahezu täglich kommen Flugzeuge aus dem Iran via Irak nach Syrien , an Bord sind Revolutionäre Garden sowie tonnenweise Waffen für die syrische Armee und die Regime-Milizen, die gegen die Rebellen kämpfen", heißt es in dem Geheimreport, über den die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Teile der iranischen Machteliten wenden sich von Assad ab

Zusätzlich passierten zahlreiche iranische Lastwagen den Irak in Richtung Syrien, seit die Türkei alle Transporte blockiert. Besonders verheerend sind nach Berichten von Augenzeugen vom Iran gelieferte primitive Fässerbomben, die mit 250 Kilogramm TNT sowie Benzin und Öl gefüllt sind. Sie werden von Hubschraubern über Wohnvierteln abgeworfen , um Artilleriemunition zu sparen.

Beim Besuch des iranischen Außenministers Ali Akbar Salehi an diesem Donnerstag in Damaskus bekräftigten beide Seiten ihre Freundschaft. Der Kampf sei nicht nur ein Angriff auf Syrien, sondern auf die gesamte "Achse des Widerstands", sagte Syriens Präsident Baschar al-Assad. Zu diesem Bund, der sich als Bollwerk gegen Israel und den amerikanischen Einfluss in der Region versteht, zählen sich Syrien, der Iran und die Hisbollah .

Irans Außenminister stimmte ein: "Syrien hat starke, solide Beziehungen mit dem Iran." Allerdings räumte er ein, das Land stehe vor einem Problem, was hoffentlich gelöst werde könne.

Wie sich der Iran die Lösung vorstellt, darin sind die politischen und religiösen Machtzentren der Islamischen Republik offenbar zunehmend gespalten. Dem politischen Establishment scheint zu dämmern, dass das Baath-Regime auf Dauer nicht mehr zu halten ist . So lotete Außenminister Salehi diese Woche in Kairo und Damaskus das ägyptische Angebot einer regionalen Kontaktgruppe von Türkei, Iran, Ägypten und Saudi-Arabien aus, obwohl Ägyptens Präsident Mohammed Mursi kategorisch den Sturz von Baschar al-Assad fordert.

Mehrere Hundert Tote seit Wochenbeginn

Irans Parlamentspräsident Ali Larijani traf sich kürzlich in Teheran mit Vertretern der syrischen Opposition, um sie zu überzeugen, auf ihre Forderung nach dem Sturz Assads zu verzichten. Am Ende musste der Iraner einräumen, bei den Gesprächen mit Vertretern von Muslimbruderschaft, Salafisten und Säkularen sei nicht viel herausgekommen.

Seit Wochenbeginn starben in Syrien nach Oppositionsangaben mehrere Hundert Menschen in den Kämpfen. Allein bei einem Luftangriff auf eine Tankstelle an der Grenze zur Türkei sollen mindestens 30 Menschen getötet worden sein.

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Leserkommentare
  1. Entfernt, bitte verfassen Sie konstruktive Kritik. Danke, die Redaktion/se

  2. Wieder nur ein Aufguß von Missverständnissen!

    Es wird sich, schon aus praktischen Gründen, um 250 l Fässer mit ca. 2/3 Brandstoff un einem TNT-Zerleger sehr viel geringerer Masse Handeln.

    Denn bei 250 kg TNT würde eine wesentlich größere Masse Brandstoff, im Tonnenbereich, nötig sein um nicht schon von der Detonation mitverbrannt zu werden....

    So ein Kokolores!

    Für so ein Faß benötigt man bei eingedicktem Brandstoff 2-4 kg TNT und eine Zündmasse wie Phosphor in geringen Mengen.

    MfG KM

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    Glauben sie denn, das solche Waffen wirklich flächendeckend genutzt werden ?
    Und wie steht es um ihren militärischen Nutzen ?

    Klingt für mich doch ein wenig komisch, so etwas zu machen um "Artilleriemunition zu sparen", oder ?

  3. welche Waffen denn genehm währen, dann gäbe es wahrcheinlich keinen Krieg.

    Das Problem ist, dass der Westen nicht akzeptieren will, dass Assad überlebt und zu allen Mitteln greift, von denen er glaubt, die diesem Ziel zuträglich sind.

    Da geht man über alle Leichen, die notwendig sind, sein Ziel zu erreichen.
    Es ist pure Heuchelei, wenn wir nun den Regierungstruppen "unangenehme" Kriegsführung vorwerfen oder dem Iran Vorwürfe machen, schließlich waren wir zuerst die Brandstifter.

    So schaukelt sich das gegenseitig hoch.

    Das war absehbar.
    Das ist absehbar.

    Da soll man jetzt keiner die Krokodilstränen raushohlen.

  4. "Besonders verheerend sind nach Berichten" ....

    letzes Wochenende war (sogar) auf Arte folgendes zu bestaunen

    "die rebellen von Aleppo"

    http://vimeo.com/49541242

    ZU sehen waren dann nur wieder ein paar Geschniegelte mit netten Waffen, die meist ohne groß zu zielen mal eben um die Ecke halten.
    Angeblich Heckenschützen, Bombardierungen ... und Behauptungen das die Armee gezielt auf Zivilisten schiessen lässt.
    Komisch nur das dort recht wenig zerstört ist.

    Gibt's mittlerweile paar Quellen wo nachweislich zu sehen ist, daß die syr. Luftwaffe Wohngebiete bombardiert?

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    • ommel
    • 20. September 2012 20:04 Uhr

    man sollte mal die filmautorin (ihr hinweis-danke) fragen,
    was die sog. rebellen und söldner mit ihren gefangenen gemacht haben.
    von diesen verbrechen der rebellen (die autorin hat sie begleitet) sind viele videos im internet !

    P.S.
    Ich würde mir auch eine unabhäng. berichterstattung von unseren medien wünschen über die behandlung der gefangenen durch die söldner und sog. rebellen !

    Das Video ist schon irgendwie interessant. Es wird zwar ständig über Explosionen berichtet, aber wirklich sehen tut man sie nicht. Zudem sieht man immer nur eine Seite feueren und richtige Schusswechsel finden auch nicht statt. Auch vom Schnitt her ist es interessant, besonders am Schluss. Plötzlich sitzen sie alle in der Falle- Schnitt- wie ein Wunder haben alle überlebt. An der interviewten Frau konnte man die Angst sehen, daher hat sie geschwiegen oder ausweichend geantwortet. Die Druck konnten aber nicht vom Assad-Regime stammen, sondern musste von den Rebellen ausgeübt worden sein. Ergo, ein netter Propagandastreifen mit sehr starken Schwächen.

    Nun zum eigentlichen Thema. Gibt es zu der Thematik auch unabhänige Quellen und nicht irgendwelche Geheimdienstinformationen? Da steckt zuviel Hörensagen drinnen.

    Entfernt, bitte gehen Sie sachlicher auf andere Beiträge ein. Danke, die Redaktion/se

  5. ...auf die "militärische Karte?!

    Nunja, die sogenannten "Oppositionsaktivisten" (bzw. deren Finanziers) setzten doch schon von Anfang an auf besagte Karte! Der Iran als Bündnispartner handelt hier richtig - und Recht haben sie außerdem:
    der Krieg in Syrien ist das Vorspiel zum Angriff auf den Iran.

    Der "Westen" wollte unbedingt diesen Krieg, und jetzt hat er ihn!

    @3 Ein bißchen was von "schlachtet sein Volk" MUSS einfach in so einen "Artikel".

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    • emkayyy
    • 21. September 2012 9:46 Uhr

    Knapp ein Jahr lang hat die Opposition friedlich demonstriert, obwohl Assad versuchte diese gewaltsam zu unterdrücken.

    DANN kam es zum Ausbruch der Gewalt. Es war Assad und niemand sonst, der den bewaffneten Konflikt herbeigeführt hat.

  6. So wie die schiitschen Islamisten buchstaeblich Oel ins Feuer der Gewalt giessen, so haelt auch niemand den sunnitischen Islamisten Erdogan davon ab, gegen Kurdendoerfer mit brachialer Militaergewalt vorzugehen.

    Der Konflikt eskaliert. Das war abzusehen.

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    Kurden sind überwiegend Sunniten, dagegen sind 20 Millionen Azeri-Türken Schiiten. Für die Türkei spielen religiöse Konfessionen keine Rolle. Sie haben für den Iran versucht zu vermitteln oder im Irak zwischen Sunniten und Schiiten vermittelt.

    Die Kurden hat Erdogan schon längst auf seiner Seite. Das ist ein traditionelles Bündnis. Zu diesem alten Bund haben sich auch die Ägypter wieder zugesellt.

    Das ist hohe Kunst was da vor sich geht. Man ist auf alles eingestellt. Ganze Volksgruppen greifen nur primitive Gesellschaften an, die am rande der Zivilisation isoliert waren. Die Türkei ist Mittelerde.

    • ommel
    • 20. September 2012 20:04 Uhr

    man sollte mal die filmautorin (ihr hinweis-danke) fragen,
    was die sog. rebellen und söldner mit ihren gefangenen gemacht haben.
    von diesen verbrechen der rebellen (die autorin hat sie begleitet) sind viele videos im internet !

    P.S.
    Ich würde mir auch eine unabhäng. berichterstattung von unseren medien wünschen über die behandlung der gefangenen durch die söldner und sog. rebellen !

    Antwort auf "etwas Hetze gefällig "
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    "Syrische Rebellen werfen Postangestellte in Aleppo vom Dach"

    http://www.youtube.com/ve...

    • FLH80
    • 20. September 2012 20:08 Uhr

    Diese Meldungen geben ganz offensichtlich die nächste Runde der Iran-Sanktionen vor:
    Iran Air, Mahan und Yas Air werden aller Voraussicht nach im Oktober auf die Liste der sanktionierten Unternehmen kommen.
    Folge?
    Sie dürfen in der EU nicht mehr landen.
    Leidtragende?
    Sicher nicht Ahmadinejad oder der oberste Führer (die fliegen ja nicht mit Linienmaschinen...).
    Sondern die Bevölkerung!
    Politischer Ertrag?
    Null! Bzw. MinusX, denn es führt allenfalls dazu, dass der Iran der Lufthansa, Alitalia, KLM, BMI und anderen, die noch dort landen, die Landerechte ebenfalls entzieht.
    Wirtschaftlicher Ertrag?
    Emirates, Gulf, Qatar und Turkish profitieren durch Übernahme der Passagiere. Lufthansa verliert strategisch weiter gegenüber Emirates. Das ist der Preis, den wir dafür zahlen, dass wir "die Guten" sein dürfen.
    Sinn?
    Man hat ja immerhin was getan!
    Berechtigung?
    Unklar, denn "westliche Geheimdienste" dürfen als Quelle für alles herhalten, was "in den Kram passt". Offengelegt wird nichts, gerechtfertigt werden muss auch nichts, behauptet werden darf alles.
    Alles!
    Denn demnächst werden wir sicher hier zu lesen kriegen, dass der Iran die "mobilen B-Waffen-Labors", die er 2003 schnell noch aus dem Irak gemopst hat, damit die USA sie nicht finden, an Syrien geliefert hat.
    Wenn mich nicht alles täuscht, sieht der Lkw auf dem Foto ganz so aus wie das, was uns Colin Powell gestützt auf die Informationen "westlicher Geheimdienste" 2003 als Beweis präsentiert hat. Oder?

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Iran | Bürgerkrieg | Syrien | Ali Akbar Salehi | Hisbollah | Mohammed Mursi
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