Die Vereinten Nationen wollen nach Angaben von Generalsekretär Ban Ki Moon in naher Zukunft einen neuen Friedensplan für Syrien vorlegen. Der seit Mitte März 2011 andauernde Konflikt in dem Land werde die UN-Vollversammlung in der kommenden Woche in New York dominieren, auch wenn er nicht offiziell auf der Tagesordnung stehe, sagte Ban. Bis dahin könnte der Syrien-Sondergesandte von UN und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, "eine Strategie haben, die der syrischen Führung vorgestellt werden könnte".

Bei der Vollversammlung sollten die Regierungsspitzen eine gemeinsame Position finden, um den Konflikt zu beenden und den Menschen dort zu helfen, sagte Ban. Die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung der Krise sollten trotz aller Schwierigkeiten weitergehen. Dazu gebe es keine Alternative. Regierungen sollten Druck auf die Konfliktparteien ausüben, um die Kämpfe zu beenden.

Ban beklagte, dass beide Konfliktparteien in Syrien fest dazu entschlossen seien, die Krise mit Gewalt beenden zu wollen. Sowohl die Regierung von Präsident Baschar al-Assad als auch die Rebellen rief er daher auf, die Friedensbemühungen Brahimis zu unterstützen. Er glaube, "dass militärische Mittel keine Lösung bringen". Stattdessen brauche es einen "politischen Dialog, der die ursprünglichen Hoffnungen und Wünsche der syrischen Bevölkerung berücksichtigt", sagte Ban. Zudem appellierte der UN-Generalsekretär an Länder, die Syrien Waffen zur Verfügung stellen, ihre Lieferungen zu stoppen.

Brahimi hatte Assad am Samstag in Syriens Hauptstadt Damaskus getroffen. Nach Diplomatenangaben konnte dabei keine Annäherung erzielt werden. Am Wochenende wird Brahimi in New York erwartet, wo er Ban und am Montag den UN-Sicherheitsrat informieren soll.

Gewalt gegen Kinder beenden

Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete unterdessen eine Resolution, in der die Mitglieder Gewalt gegen Kinder in bewaffneten Konflikten verurteilten. Die Mitglieder des Sicherheitsrates nahmen die Resolution zum Schutz von Kindern einstimmig an. "Die Situation der Kinder in Syrien ist schrecklich", sagte die UN-Sonderbeauftragte für Kinder und bewaffnete Konflikte, Leila Zerrougui. Sie wies auf Angriffe auf Schulen, die Tötung von Kindern in Bombenangriffen, Folter und sexuelle Gewalt hin. Seit der Veröffentlichung eines UN-Berichts habe ihr Team Beweise für Gewalt durch bewaffnete Gruppen erhalten, auch durch die oppositionelle Freie Syrische Armee, sagte sie.

Seit Wochenbeginn kamen durch die Kämpfe in Syrien Hunderte Menschen ums Leben. Regierungstruppen hätten in Aleppo rund 100 Menschen getötet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Ein Angestellter des Al-Muwasat-Krankenhauses in Damaskus sagte der Oppositionswebsite All4Syria, nach den Kämpfen im Süden der Hauptstadt seien innerhalb von zwei Tagen etwa 300 tote Soldaten und Milizionäre sowie mehr als 150 getötete Zivilisten in die Klinik gebracht worden.

In der Nähe von Damaskus stürzte am Donnerstag ein Hubschrauber ab. Das berichtete das staatliche, syrische Fernsehen. Er ging demnach südöstlich des Vororts Duma nieder. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt. Die Regierung hat zuletzt zur Niederschlagung des Aufstands zunehmend Hubschrauber und Flugzeuge eingesetzt. Die Rebellen haben nach eigenen Angaben mehrfach Helikopter abgeschossen, die Regierung führte solche Vorfälle jedoch auf mechanische Probleme zurück.

Bei zwei Bombenanschlägen in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus kamen am Mittwoch laut einem Bericht staatlicher Medien mehrere Menschen ums Leben. Der erste Sprengsatz explodierte in der Nähe einer Schule in dem Damaszenischen Vorort Kudsajja, der zweite kurz darauf nur 200 Meter entfernt. Es seien keine Schüler unter den Toten, berichtete die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana.