BürgerkriegBan Ki Moon will neuen Friedensplan für Syrien vorlegen

Die UN drängen auf eine diplomatische Lösung für Syrien. Militärisches Eingreifen lehnt Generalsekretär Ban Ki Moon ab und fordert alle Konfliktparteien zum Dialog auf.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon  |  © Fabrice Coffrini/AFP/GettyImages

Die Vereinten Nationen wollen nach Angaben von Generalsekretär Ban Ki Moon in naher Zukunft einen neuen Friedensplan für Syrien vorlegen. Der seit Mitte März 2011 andauernde Konflikt in dem Land werde die UN-Vollversammlung in der kommenden Woche in New York dominieren, auch wenn er nicht offiziell auf der Tagesordnung stehe, sagte Ban. Bis dahin könnte der Syrien-Sondergesandte von UN und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, "eine Strategie haben, die der syrischen Führung vorgestellt werden könnte".

Bei der Vollversammlung sollten die Regierungsspitzen eine gemeinsame Position finden, um den Konflikt zu beenden und den Menschen dort zu helfen, sagte Ban. Die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung der Krise sollten trotz aller Schwierigkeiten weitergehen. Dazu gebe es keine Alternative. Regierungen sollten Druck auf die Konfliktparteien ausüben, um die Kämpfe zu beenden.

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Ban beklagte, dass beide Konfliktparteien in Syrien fest dazu entschlossen seien, die Krise mit Gewalt beenden zu wollen. Sowohl die Regierung von Präsident Baschar al-Assad als auch die Rebellen rief er daher auf, die Friedensbemühungen Brahimis zu unterstützen. Er glaube, "dass militärische Mittel keine Lösung bringen". Stattdessen brauche es einen "politischen Dialog, der die ursprünglichen Hoffnungen und Wünsche der syrischen Bevölkerung berücksichtigt", sagte Ban. Zudem appellierte der UN-Generalsekretär an Länder, die Syrien Waffen zur Verfügung stellen, ihre Lieferungen zu stoppen.

Brahimi hatte Assad am Samstag in Syriens Hauptstadt Damaskus getroffen. Nach Diplomatenangaben konnte dabei keine Annäherung erzielt werden. Am Wochenende wird Brahimi in New York erwartet, wo er Ban und am Montag den UN-Sicherheitsrat informieren soll.

Gewalt gegen Kinder beenden

Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete unterdessen eine Resolution, in der die Mitglieder Gewalt gegen Kinder in bewaffneten Konflikten verurteilten. Die Mitglieder des Sicherheitsrates nahmen die Resolution zum Schutz von Kindern einstimmig an. "Die Situation der Kinder in Syrien ist schrecklich", sagte die UN-Sonderbeauftragte für Kinder und bewaffnete Konflikte, Leila Zerrougui. Sie wies auf Angriffe auf Schulen, die Tötung von Kindern in Bombenangriffen, Folter und sexuelle Gewalt hin. Seit der Veröffentlichung eines UN-Berichts habe ihr Team Beweise für Gewalt durch bewaffnete Gruppen erhalten, auch durch die oppositionelle Freie Syrische Armee, sagte sie.

Seit Wochenbeginn kamen durch die Kämpfe in Syrien Hunderte Menschen ums Leben. Regierungstruppen hätten in Aleppo rund 100 Menschen getötet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Ein Angestellter des Al-Muwasat-Krankenhauses in Damaskus sagte der Oppositionswebsite All4Syria, nach den Kämpfen im Süden der Hauptstadt seien innerhalb von zwei Tagen etwa 300 tote Soldaten und Milizionäre sowie mehr als 150 getötete Zivilisten in die Klinik gebracht worden.

In der Nähe von Damaskus stürzte am Donnerstag ein Hubschrauber ab. Das berichtete das staatliche, syrische Fernsehen. Er ging demnach südöstlich des Vororts Duma nieder. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt. Die Regierung hat zuletzt zur Niederschlagung des Aufstands zunehmend Hubschrauber und Flugzeuge eingesetzt. Die Rebellen haben nach eigenen Angaben mehrfach Helikopter abgeschossen, die Regierung führte solche Vorfälle jedoch auf mechanische Probleme zurück.

Bei zwei Bombenanschlägen in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus kamen am Mittwoch laut einem Bericht staatlicher Medien mehrere Menschen ums Leben. Der erste Sprengsatz explodierte in der Nähe einer Schule in dem Damaszenischen Vorort Kudsajja, der zweite kurz darauf nur 200 Meter entfernt. Es seien keine Schüler unter den Toten, berichtete die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana.

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Leserkommentare
  1. 1. Ban ki

    ist ein Puppe der Amerikaner und bekommt für seine Friedens-Soap eine Bühnengage von 185.000 EUR, jettet von Meeting zu Meeting, speist mit Kofi und Hillary und lebt in 5 Sterne Hotels. Jetzt hat er den genialen Plan, dass beide Seiten die Waffen niederlegen! Taraa! Und das nach 18 Monaten Gemetzel. Wie wäre es mit dem Vorschlag die Opposition zu entwaffnen?? Schließlich hat sie den letzten Waffenstillstand dazu genutz um sich schwer auszurüsten und danach das Schlachten fortzusetzen und die Gewalttaten den Syrern in die Schuhe zu schieben. Was soll der Blödsinn? Obama setzt sich auch nicht mit Bin Laden an einen Tisch und redet mal darüber was der so will (obwohl das für die USA vermutlich besser gewesen wäre). Es gibt hier nur ein Lösung:
    Die Terroristen müssen logistisch ausgetrocknet werden und seine Geldgeber sanktioniert werden. Für jeden weiteren Toten in Syrien sollten Qatar Airways und Emirates einen Tag Landeverbot weltweit bekommen. Was denken sie wie schnell mit dem Morden auf Pump schluss wäre?? Für diesen Plan bekomme brauch ich keine 185.000 EUR Jahressalair und Abendessen mit Angelina Jolie.

    3 Leserempfehlungen
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    Anscheinend wurde nicht aus Srebrenica und Ruanda gelernt. Was hat man denn bis jetzt in Syrien erreicht mit den Friedensplänen ?

    Die USA und ihre Untergebenen sind doch selbst tief in diesem Dilemma verstrickt, wer soll ihre Apelle ernstnehmen ?

    In Libyen hat man ja gesehen, wohin die Unterstützung von sogenannten "Freunden" führen kann.

  2. Solange Ban Ki Moon nicht wenigstens den Versuch unternimmt und die mittlerweile überall offensichtliche und auch breit in den Medien kommunizierte Unterstützung von ausländischen Söldnern, Terroristen durch westliche und arabische Staaten benennt und sich daraus ernsthafte Konsequenzen ergeben, ist jeder neue Friedensplan nur Augenwischerei und wird das Leiden der Bevölkerung weiter verlängern.

    "Ban beklagte, dass beide Konfliktparteien in Syrien fest dazu entschlossen seien, die Krise mit Gewalt beenden zu wollen."

    Dies enstspricht einfach nicht den Tatsachen. Allein Assad hat mehrmals Gesprächsbereitschaft signalisiert und zum Dialog aufgerufen. Von FSA und Söldnerseite kommen nur Aufrufe zu weiterer Eskalation und man denkt nicht im geringsten daran die Gewalt zu beenden.

    http://www.youtube.com/wa...

    "Regierungen sollten Druck auf die Konfliktparteien ausüben"

    Welche Regierungen bitteschön sollen Druck ausüben, auf welche Konfliktparteien? Dieser Konflikt spielt sich länsgt auf anderen Ebenen, als nur in Syrien ab. Syrien ist nur das Schlachtfeld. Bitte Namen und Adresse und dann wird ein Schuh daraus.

    Eine Leserempfehlung
    • ommel
    • 20. September 2012 9:54 Uhr
    3. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls

    2 Leserempfehlungen
  3. Anscheinend wurde nicht aus Srebrenica und Ruanda gelernt. Was hat man denn bis jetzt in Syrien erreicht mit den Friedensplänen ?

    Die USA und ihre Untergebenen sind doch selbst tief in diesem Dilemma verstrickt, wer soll ihre Apelle ernstnehmen ?

    In Libyen hat man ja gesehen, wohin die Unterstützung von sogenannten "Freunden" führen kann.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ban ki"
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    • PGMN
    • 20. September 2012 10:11 Uhr

    ... aus Srebrenica und Ruanda lernen, dann wäre der erste Schritt, UN-Truppen nach Syrien zu schicken und die Gewalt beiderseits aktiv zu beenden.

    Die blind antiamerikanische Verschwörungtheorie dagegen verdreht aber lieber die historischen Tatsachen mit dem Voratz, sich ein Gelegenheitsargument gegen die "USA und ihre Untergebenen" zusammen zu phantasieren.

    • PGMN
    • 20. September 2012 10:11 Uhr

    ... aus Srebrenica und Ruanda lernen, dann wäre der erste Schritt, UN-Truppen nach Syrien zu schicken und die Gewalt beiderseits aktiv zu beenden.

    Die blind antiamerikanische Verschwörungtheorie dagegen verdreht aber lieber die historischen Tatsachen mit dem Voratz, sich ein Gelegenheitsargument gegen die "USA und ihre Untergebenen" zusammen zu phantasieren.

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    Antwort auf "Die UN haben versagt"
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    Worin sehen sie denn eine Verschwörungstheorie ?
    Fakt ist doch, dass die UN sich einmal mehr unfähig gezeigt hat Konflikten wie diesen zu verhindern oder wenigstens zu entschärfen wie bei den Beispielen die ich nannte. Die UN wird Instrumentalisiert, vielleicht können sie sich an die "Brutkastenlüge" erinnern. Sicherlich sind auch China und Russland um keinen Schimmel besser, garkeine Frage.

    Aber inzwischen dürfte es doch auch zu Ihnen durchgedrungen sein, dass in Syrien mittlerweile fast alle "Big Player" ihre Finger im Spiel haben.

    Einerseits will man Frieden und andererseits unterstützt man aktiv eine Konfliktpartei, im Falle der USA die Rebellen.

    http://www.sueddeutsche.d...
    Einerseits will man Frieden und andererseits unterstützt man aktiv eine Konfliktpartei, im Falle der USA die Rebellen.

  4. Worin sehen sie denn eine Verschwörungstheorie ?
    Fakt ist doch, dass die UN sich einmal mehr unfähig gezeigt hat Konflikten wie diesen zu verhindern oder wenigstens zu entschärfen wie bei den Beispielen die ich nannte. Die UN wird Instrumentalisiert, vielleicht können sie sich an die "Brutkastenlüge" erinnern. Sicherlich sind auch China und Russland um keinen Schimmel besser, garkeine Frage.

    Aber inzwischen dürfte es doch auch zu Ihnen durchgedrungen sein, dass in Syrien mittlerweile fast alle "Big Player" ihre Finger im Spiel haben.

    Einerseits will man Frieden und andererseits unterstützt man aktiv eine Konfliktpartei, im Falle der USA die Rebellen.

    http://www.sueddeutsche.d...
    Einerseits will man Frieden und andererseits unterstützt man aktiv eine Konfliktpartei, im Falle der USA die Rebellen.

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    Antwort auf "Wollte man..."

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd
  • Schlagworte Bürgerkrieg | Syrien | UN | UN-Sicherheitsrat | Duma | Folter
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