Mit einem Zwei-Stufen-Plan will der Irak zwischen den Konfliktparteien in Syrien vermitteln. Außenminister Hoschjar Sebari sagte, er habe den Vorschlag am Freitag bei einem Ministertreffen der sogenannten Freunde Syriens am Rande der UN-Vollversammlung in New York vorgestellt. Im ersten Schritt sollten sich die Teilnehmerstaaten der internationalen Syrien-Konferenz, die Ende Juni in Genf stattfand, darauf konzentrieren, die dort gefassten Beschlüsse umzusetzen, sagte Sebari.

Im zweiten Schritt sollten Vertreter der syrischen Regierung und der Opposition zu einer Konferenz an einem neutralen Ort außerhalb des Nahen Ostens eingeladen werden. Für eine mögliche Umsetzung des Vorschlags wäre der internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahimi zuständig, sagte Sebari. Auf die Frage nach der Reaktion der anderen Teilnehmer auf den Plan sagte er, sie wollten ihn ernsthaft prüfen, und er sei nicht von vornherein abgelehnt worden. Sebari sagte, er sei im Anschluss mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zusammengetroffen. Er glaube, dass Moskau den Plan unterstützen werde.

Das Treffen der Freunde Syriens in New York sei positiv und pragmatisch verlaufen. Zwar gebe es auch viele andere Vorschläge, darunter eine Militärintervention sowie die Einrichtung von humanitären Korridoren und einer Flugverbotszone. Sie seien jedoch unrealistisch, da es keine internationale Unterstützung für sie gebe, sagte Sebari.

Russland wirft Westen vor, eine Lösung zu blockieren

Nachdem der UN-Sicherheitsrat zuletzt erneut keine Einigung zu Syrien erreichte und der Westen wiederholt Kritik an der Haltung Russlands in dem Konflikt äußerte, warf der russische Außenminister Lawrow dem Westen am Freitag seinerseits vor, eine Lösung zu blockieren. Vor der UN-Vollversammlung sagte er, sein Land habe eine Resolution für einen politischen Übergangsprozess in Syrien vorgeschlagen, die auf dem im Juni in Genf vorgestellten Friedensplan basiere. Dieser Vorschlag sei aber blockiert worden.

"Diejenigen, die die Umsetzung des Genfer Dokuments ablehnen, laden eine enorme Verantwortung auf sich", sagte Lawrow. Der Genfer Friedensplan sei "der schnellste Weg", um das Blutvergießen in Syrien zu stoppen. Zugleich kritisierte er Forderungen nach einem Waffenstillstand, die sich "nur an die syrische Regierung" richteten. Dagegen werde die Opposition "ermutigt, die Feindseligkeiten zu intensivieren", sagte Lawrow.

In dem Genfer Dokument sind die Grundsätze für einen politischen Übergangsprozess in Syrien festgehalten. Der Rücktritt Assads wird allerdings darin nicht verlangt. Aus Sicht des Westens sind vor allem Russland und China für die Lähmung des UN-Sicherheitsrats im Syrien-Konflikt verantwortlich. Beide Länder legten bereits mehrfach ihr Veto gegen Resolutionen ein.

USA zahlen Milliardenhilfen an syrische Opposition

Bei dem Treffen der Freunde Syriens kündigte US-Außenministerin Hillary Clinton zudem an, die finanzielle Unterstützung für die syrische Opposition aufzustocken. Weitere 15 Millionen Dollar sollen an unbewaffnete Gruppen fließen. Zudem soll die humanitäre Hilfe um 30 Millionen Dollar erhöht werden. Auch der britische Außenminister William Hague kündigte eine Aufstockung der humanitären Hilfe um zehn Millionen Euro an.

Die frühere UN-Chefanklägerin für das ehemalige Jugoslawien , Carla del Ponte , soll künftig Menschenrechtsverstöße in Syrien untersuchen. Zusammen mit der früheren UN-Sonderberichterstatterin für Nordkorea , Vivit Muntarbhorn, soll sie nach UN-Angaben die Untersuchungskommission für das Land verstärken.