IslamfeindlichkeitProduzent des Mohammed-Videos zeigt keine Reue

Der Macher des islamfeindlichen Videos scheint ausfindig gemacht zu sein: ein vorbestrafter Kopte aus den USA. Er überlege, nun den gesamten Film zu veröffentlichen. von afp, dpa, reuters und dapd

Ein Screenshot aus dem umstrittenen Film "Innocence of Muslims"

Ein Screenshot aus dem umstrittenen Film "Innocence of Muslims"  |  © screenshot/You Tube

Der Macher des islamfeindlichen Schmähvideos ist Medienberichten zufolge ein koptischer Christ aus Kalifornien . Justizbeamte hätten bestätigt, dass es sich um einen dort lebenden Mann namens Nakoula Basseley Nakoula handelt, berichtete das Magazin Time . Er bediene sich verschiedener Decknamen und sei unter anderem wegen Bankbetrugs 2010 zu einer Haftstrafe von 21 Monaten verurteilt worden. Dabei sei ihm auch für fünf Jahre der Zugang zum Internet verboten worden.

Am Freitag meldete sich ein Nakoula Basseley Nakoula im arabischsprachigen US-Radiosender Sawa persönlich zu Wort. Er bereue sein Werk trotz der gewaltsamen Proteste nicht. Es tue ihm auch nicht leid, den Film gemacht zu haben, aber der Tod des US-Botschafters in Libyen stimme ihn "traurig", sagte er.

Anzeige

Er habe den 14 Minuten langen Ausschnitt aus dem Film ins Internet gestellt und überlege, "den ganzen Film zu veröffentlichen", sagte Nakoula. Niemand habe an seinem Film "herumhantiert". Nach eigener Darstellung fühlt sich der Mann "schuldig" an den Angriffen gegen US-Vertretungen in muslimischen Ländern. Die USA hätten mit dem Film nichts zu tun.

Der Film über den Propheten Mohammed basiere auf einem Buch, das er 1994 veröffentlicht habe, sagte Nakoula. Er sei dann von "bestimmten Personen" gebeten worden, einen Film aus dem Buch zu machen und dieser Bitte sei er nachgekommen. Er hoffe, dass die Menschen den Film in Gänze sehen, bevor sie ihn beurteilen. Sich selbst bezeichnete er als einen "arabischen Denker", der sich für islamische Themen interessiere.

Bewährungsstrafe dauert an

Dem Time -Magazin zufolge ist Nakoula vorbestraft, weil er Sozialversicherungsnummern gestohlen hat. Mit deren Hilfe habe er dann Geld von mehren Konten abgehoben und es auf eigenen Konten deponiert. Die New York Times bezeichnete Nakoula als "zwielichtigen Tankstellenbesitzer mit einer Geschichte von Festnahmen und geschäftlichen Pleiten". Er sei 55 Jahre alt und lebe gut 30 Kilometer südlich von Los Angeles .

Wegen seiner Strafe prüft der Nachrichtenagentur AP zufolge nun ein Bewährungsrichter, ob Nakoula gegen seine Auflagen verstoßen hat. Die Bewährung dauere noch an, deshalb könne er umgehend wieder ins Gefängnis geschickt werden, sollte ein Verstoß vorliegen.

Filmemacher unter Polizeischutz

Nakoula steht in den USA mittlerweile unter Polizeischutz. "Wir haben eine Bitte erhalten und wir antworten darauf. Wir sind die Garanten der öffentlichen Sicherheit", sagte der Sprecher des Sheriffs von Los Angeles. Offenbar handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die den Filmemacher vor allem vor den Medien schützen soll. "Es gibt keinen Aufstand, kein Verbrechen", sagte der Sprecher. Der Grund für die Anwesenheit der Polizei sei vielmehr die Presse.

Nakoula leitet nach eigenen Angaben die Produktionsfirma des Films und sei damit für die Logistik zuständig gewesen. Er bestritt, jener angebliche Autor des Films zu sein, der unter dem Pseudonym Sam Bacile auftritt. Ein Mann unter diesem Namen hatte Medien mehrere Interviews gegeben, in denen er sich als Israeli ausgab, der Geld von jüdischen Spendern für den Film bekommen habe. Bacile erklärte, Autor und Regisseur des islamfeindlichen Films zu sein.

Eine Handynummer, unter der Sam Bacile ein Interview gab, hatte allerdings direkt zu Nakoula geführt, dessen mittlerer Name zudem Basseley lautet. Die Nummer war von der Nachrichtenagentur AP verfolgt worden, die sie von einem konservativen koptischen Christen namens Morris Sadek bekommen hatte. Sadek hatte auf seiner Website für den Film geworben und ihn dadurch erst richtig bekannt werden lassen.

Leserkommentare
  1. ... sollte lieber schon mal sein Testament machen.
    Die Ausschreitungen sind schlimm, aber wenn man ehrlich ist, wenn es bei uns nicht die effektiven Polizeieinsätze gäbe, würde es bei diversen Fußballspielen oder Mai-Demos auch Tote geben.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • an-i
    • 14. September 2012 23:04 Uhr

    Entfernt. Verzichten Sie auf polemische und pauschalisierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    • an-i
    • 14. September 2012 23:22 Uhr

    Entfernt. Fragen an die Moderation schicken Sie bitte, falls nötig, an community@zeit.de. Die Redaktion/mak

    "Die Ausschreitungen sind schlimm, aber wenn man ehrlich ist, wenn es bei uns nicht die effektiven Polizeieinsätze gäbe, würde es bei diversen Fußballspielen oder Mai-Demos auch Tote geben."

    Wie anderer Stelle bereits von einem anderen Kommentator geschrieben:

    Das sind nur ein paar vereinzelte Wirrköpfe und Unruhestifter ohne irgend ein Gewicht. In Deutschland gibt es sogar die eine oder andere Partei dafür.

    Gibt es nicht das gute alte Sprichwort:

    Was interessiert es einen Elefanten wenn ein Schwein sich an ihm reibt?

    Wenn irgendwo in der Welt Moslems so unterdrückt würden wie in Ägypten die Kopten und eines der Opfer würde deshalb einen Terroranschlag machen, würde alle Welt entsetzt sein über die Unterdrückung von Muslimen und deren sofortige Beendigung verlangen.

    Wenn die Opfer aber Christen sind und keine Terroranschläge machen sondern einer sich nur mit einem Kritik- oder Schmäh-Video wehrt woraufhin von muslimischer Seite Terroranschläge gemacht werden, ist jedermann entsetzt über das Kritik- oder Schmäh-Video und fordert dessen sofortige Unterbindung, aber über die Unterdrückung der Opfer redet niemand.

    Wäre es nun anders gewesen, wenn der Video-Hersteller besser kein Video gemacht sondern selbst Bomben gelegt hätte? Da müsste man ja erwarten, dass dann über die Gründe für sein Bombenattentat gesprochen und diese Gründe verurteilt würden. Eine schreckliche Vorstellung, dass es immer erst so schlimm werden muss um mittels Gewalt Aufmerksamkeit zu erzeugen, aber ein provokatives Video nicht genügt. Tatsächlich würde die Aufmerksamkeit für Gewalt an Christen durch ein Bomben-Attentat wohl gar nicht entstehen, entweder weil dem Attentäter der irgendwie immer im Recht befindliche Islam-Bonus gefehlt hätte oder weil einem Einzeltäter sowieso nicht so viel Aufmerksamkeits-Recht zugestanden wird, wie gewaltbereiten Massenaufständen wie im islamischen Raum.

    Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/fk.

  2. Das war natürlich nicht abzusehen. So eine Matschbirne. Nicht, dass ich die Reaktionen verstehe, war aber mehr alsvorhersehbar das Ganze.

    • SuR_LK
    • 14. September 2012 19:07 Uhr
    3. [...]

    Entfernt. Verzichten Sie auf pauschalisierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/mak

  3. Es wird Zeit, dass der Islam eine Aufklärung durchmacht.
    Nicht der Westen ist schuld an den Ausfällen des Mobs.
    Vielmehr gibt es im Islam viel zu wenig Theologen, die eine Antwort auf die Herausforderungen der Moderne finden.
    Es wird auch Zeit für eine grundlegende Korankritik.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Naja, allgemein eine neue und globale Kultur der Aufklärung würde der Menschheit ziemlich guttun. Ich würde diese Forderung nämlich nicht auf die islamische Welt beschränken wollen, denn auch im Westen bewegen wir uns teilweise immer weiter von den Werten der Aufklärung weg. Diese ist ja nicht nur auf die Religion beschränkt.

    Nakoula vorbestraft, weil er Sozialversicherungsnummern gestohlen hat. Mit deren Hilfe habe er dann Geld von mehren Konten abgehoben und es auf eigenen Konten deponiert. )

    Anstatt primitive Hass Videos über den Islam und des Propheten zu erstellen soll der vorbestrafte Betrüger sich um sein eigenes Leben kümmern!

    • hairy
    • 14. September 2012 19:38 Uhr

    so funktioniert Aufklaerung einfach nicht. Es geht nur in sehr kleine Dosen, sonst gibts nur wieder Tote.

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." (Voltaire)

    Viel mehr gibt es für einen aufgeklärten Menschen dazu nicht zu sagen.

    • xpeten
    • 14. September 2012 19:54 Uhr

    auch die anderen Religionsgemeinschaften haben eklatante Mangelerscheinungen in Toleranz und Aufklärung,

    sonst würden Menschen nicht auf die Idee kommen, andere gezielt mit Schmähfilmchen und dem Hochhalten von Karikaturen zu Gewaltexzessen zu provozieren, in deren Verlauf unschuldige Menschen zu Tode kommen.

    Fehlende Aufklärung macht doch das Geschäft Religion erst zum Erfolg.

    • ST_T
    • 14. September 2012 19:55 Uhr

    Die Welt entgültig zu säkularisieren!
    Religion ist Privatsache...

    Käme ein ähnliches Video heraus über das Judentum würde es sofort heißen: "Antisemitismus!"
    Man schaue sich nur einmal derartige öffentliche Diskussionen über z.B. Beschneidungen an um zu verstehen, wie krank diese Welt eigentlich wirklich ist.
    Dann predigt man hierzulande ja so großartig die Menschenrechte, aber für Religionsvertreter soll sie bei der Beschneidung nicht gelten?
    Oder kurz gesagt: Diese Religionen kommen ohne Körperverletzung nicht aus?

    Man kann sich darauf hin nur das Ausmaß dieses Wahnsinns denken. Das es Ausschreitungen gibt ist doch nur das Symptom einer überideologisierten Welt in der Religion immer noch einen viel zu hohen öffentlichen Stellenwert hat.

    Bislang dachte ich, dass die penible Unterscheidung von Islam und Islamismus absolut korrekt ist. Doch mir kommen in diesem Fall Zweifel.
    Sogar noch angenommen, dass es sich bei den Gewalttätern ausnahmslos um Islamisten gehandelt hat, frage ich mich, warum kein einziger politischer oder religiöser (Meinungs-)Führer dre muslimischen Welt ganz klar Stellung gegen diese Auswüchse bezieht. Ich habe von keinem Präsident, Ayatollah oder anderen Führeren gehört, dass er die Geschehnisse in Lybien offen als das verurteilt, was sie sind:

    Kaltblütiger Mord aus religiösem Eifer, der durch überhaupt nichts zu relativieren ist!

    • R_B
    • 14. September 2012 20:37 Uhr

    aber fangen Sie dabei am besten bei sich selbst an. Der >Mob<, wie Sie ihn hier bezeichnen, ist eine Gruppe tiefreligiöser Menschen, die sich zu Recht in ihren religiösen Gefühlen zutiefst gekränkt fühlen. Dieses üble Machwerk begeht eine miese Blasphemie nach der anderen; es verhält sich mit der Intensität der Beleidigung wahrscheinlich ungefähr so, als würde man Ihre Mutter dort zeigen, wie sie vergewaltigt und danach massakriert wird. Sollte es sich bei dem Video um eine geplante Provokation handeln, dann waren die Reaktionen vorhersehbar! Vielleicht sollte man sich ersteinmal fragen, warum ein Mitglied der westlichen Zivilisation es nötig hat, sich auf die unterste Ebene der zwischenmenschlichen Beziehung zu begeben, und jegliches Menschenrecht und die Achtung vor dem anderen mit Füßen tritt!

    Wenn man sich die Reaktionen auf die Papst-Veralberung der Titanic von Seiten der Christenheit (bzw. Teilen davon, ebenso wie bei den Randalen) anschaut - inklusive Morddrohungen und Wunsch von Theokratie - so sieht man, daß das Christentum da auch nicht weiter ist.

    Ähnliche Beispiele ließen sich in jeder Glaubensrichtung und bei jeder anderen dogmatischen Weltsicht finden.

    • sf2000
    • 15. September 2012 1:36 Uhr

    ... nur weil wir von den 95 Prozent Vernünftigen auf beiden Seiten nichts hören, die weder bekloppte Filmchen drehen noch deswegen Botschaften stürmen, müssen sie sich doch nicht für eine von beiden Seiten entscheiden. Das ganze hat weder mit Pressefreiheit noch mit Religionsfreiheit zu tun. Wenn überhaupt, sind hier Ärzte zuständig. Und bei den besonders Engagierten erstmal Polizei und Gerichte.

    Was hier auf diversen Wegen an Substanz hineindiskutiert wird in klar als solche zu erkennende Idiotie und kriminelle Energie, bis den Foristen selber der Schaum vorm Mund steht, ist der Triumph der Doofen, und wenn das nicht das Jahrhundert der Doofen werden soll, müssen wir ganz schnell aufhören, dergleichen mit Aufmerksamkeit zu belohnen.

    Hallo Hennig Wehrlich,
    .
    es wird auch unaufgeklärte Versionen des Islam geben, deren Anhänger trotzdem keine US-Botschafter lynchen. Es spielt nur eine Minderheit der Moslems so verrückt. Trotzdem: Wenn das so weitergeht, ist in den Ländern, wo viele Moslems leben, bald die Hölle auf Erden. Der Flächenbrand mag von einigen Leuten aus dem Westen geschürt werden, aber die eigentlichen Ursachen kommen nicht von denen.

    »Es wird auch Zeit für eine grundlegende Korankritik.« Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr. Die Defizite sind zu gewaltig...
    »Hamed Abdel-Samad schaut nüchtern auf die islamischen Gesellschaften überall auf der Welt und beklagt, wie zurückgeblieben die islamischen Staaten im Vergleich zu vielen anderen Gesellschaften sind. Darüber hinaus kritisiert der Verfasser die masochistische Lust an der Kränkung: "Ich bin ein Moslem, also bin ich beleidigt.”« Quelle: http://www.welt.de/kultur...

    Zitat von Hennig Wehrlich: "Nicht der Westen ist schuld an den Ausfällen des Mobs.
    Vielmehr gibt es im Islam viel zu wenig Theologen, die eine Antwort auf die Herausforderungen der Moderne finden."

    Sind Sie da sicher? Vor dem Medienzeitalter, nachdem Fernsehen, Computer und Internet sich weltweit verbreiteten, da kümmerten sich insebsondere die einfältigen Mehrheiten auf der Welt noch um ihre eigenen Probleme, lasen weder Zeitung noch Bücher und lebten hinter dem Mond. Jetzt kann jeder Depp ohne Bildung, der gerade mal lesen und schreiben kann, zu Facebook-Flashmobs im hintersten Zipfel der Welt aufrufen, seine Ideologien, Meinungen und Verschwörungstheorien einem Milliarden-Publikum mitteilen und aufhetzen - wie wir hier auch im Forum.

    Irgendwelche Taliban o.ä. Islamisten hätten vor 60 Jahren hier niemanden interessiert, die wären gar kein Thema gewesen und die hätten es zumindest nicht bekommen, was Deutsche von Muslimen und Islam hielten. Man stelle sich mal vor, die Zeit wäre nur 40 Jahre zurückgedreht, aber es gäbe Computer und Internet, und die kriegten mit, wie Muslime hierzulande häufigst behandelt und geringgeschätzt wurden. Erstaunlicherweise haben die Muslime hierzulande aber sogar schon damals noch Angehörige nachgeholt.

    Der "zivilisierte" Westen kann doch weder vorschreiben, wo die Schmerzgrenze für sich beleidigt fühlende Religionsanhänger zu verlaufen hat, noch was die Religionslehrer in welcher Anzahl zu lehren haben.
    Es gibt Dinge, die man einfach nicht macht, wenn man nur einen Funken Anstand hat. Der Verriss religiöser Figuren gehört in diese Gruppe. Man muss nicht mit Persiphlagen auf den Knopf drücken, der das ohnehin schon (aus welchen Gründen immer) komprimierte Hasspotential zur Explosion bringt!
    Leben und leben lassen - leider aber ist es dafür seit vielen Jahren nun zu spät...

    Es findet bereits eine harte Auseinandersetzung über die Interpretation des Koran und die Gewichtung seiner verschiedenen Begleitschriften statt, aber natürlich INNERHALB der Glaubensgemeinschaft. Zwischenrufe von außen sind da wenig hilfreich.

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die ganze Orchestrierung der letzten Gewaltaufmärsche ein Teil dieser Auseinandersetzung ist, bei der Saudi-Arabien und die anderen Vertreter des extrem konservativen Islam ihre geballte Finanzmacht aufbieten, um die Vertreter eines modernen Islam in die Defensive zu drängen, nach dem Motto: "Wer nicht genau auf unserer Linie ist, muss wohl ein Ungläubiger sein."

    Es wird Zeit, dass auch der moderne Islam wehrhaft wird.

    • Azenion
    • 14. September 2012 19:09 Uhr

    Irgendeine Kleinigkeit, notfalls auch ein Gerücht, findet sich immer, um den Mob in Wallung zu versetzen.

    Ist doch auch aus der europäischen Geschichte bekannt: Pogromstimmung braucht nie einen angemessenen Grund.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    so sehe ich es auch, allerdings würde ich nicht so leicht den "Mob" mit seiner "Pogromstimmung" verurteilen, sondern vielmehr intensiv danach fragen, welche angestaute, unbändige Wut sich da eigentlich entlädt und wo sie herkommt.

    Der Film war m.E. nur ein Tropfen, der das große Fass zum Überlaufen gebracht hat.

    das ist wohl nicht ihr ernst?

    Ich habe die verschiedenen Trailer gesehen. Dieses 'Werk' ist von der allerübelsten Sorte - schlimmer geht es nicht. So etwas DARF es nicht geben!

    Die Produzenten gehören verwahrt in einer psychiatrischen Klinik!

  4. Ja der Film ist Qualitativ mies, nicht mal ein Trash Film!

    Jetzt kommt das aber! Ist es wert für den Film Menschen umzubringen? Ist es wert für diesen Film Meinungsfreiheit aufzugeben?

    Der Film hat niemanden verletzt und hätte auch gerichtlich verboten werden können.

    Think about it.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...erklären sie das mal einem armen Schlucker, der (z.B.) im Sudan lebt und wahrscheinlich fast überhaupt nichts über Deutschland, die USA oder Europa weis.

    Das ganze sind auch probleme die aus fehlender Bildung und Armut heraus entstehen.

    Im übrigen muß man sich vor Augen halten, das es eben wirklich nur eine Minderheit ist, die sich hier auf extreme Art und Weise gehöhr verschafft und randaliert.

    Ich vermute dieses Gewaltpotential steckt auch in der westlichen Gesellschaft. Sie äußert sich nur anders.

    Das das Video unter aller Sau ist, darüber sind wir uns ja sicher einig.

    MfG

    Religion ist der Meinungsfreiheit ausgesetzt.

    Ich bin zwar sehr dafür, dass die Meinungsfreiheit geschmackliche und moralische Grenzen gegenüber Andersdenkenden, z.B. Religiösen, einhält. Aber mir will einfach nicht in den Kopf, dass bestimmte Angehörige einer bestimmten Religion hier für sich eine Extrawurst zu reklamieren scheinen. Als "Life of Brian" in die Kinos kam, gab es m.W. jedenfalls deutlich weniger Ausschreitungen wütender Katholiken.

    • toyak
    • 15. September 2012 13:36 Uhr

    Länder zu überfallen und hunderte tausende Menschen zu ermorden, weil man seinen wirtschaftlichen oder geopolitischen Interessen verfolgt, siehe Irak, Afghanistan, Syrien usw.?

  5. Der Film ist ein Medium, jeder benutzt es, das Dritte Reich tat es, die Sowjetunion tat es, ja sogar jeder islamistische Hassprediger darf seine Videos auf Youtube online stellen, Videos in dem unter anderem Christen und Juden als wertlos dargestellt werde, gefolgt von Mordaufrufen.
    Und nun sorgt ein drittklassischer Low-Budget Streifen so für Furore das Menschen starben.

    Man htte ihn ignorieren können, ein Film den keiner kennt, von einem Mann den bis gestern niemand kannte, aber nein, der Stolz und "Ehre" stehen da im Weg.

    Statt ihm von der eigenen Medizin zu geben und einen richtig abgedroschenen Film über Jesus und co. zu drehen, antwortet man anders, Standard-Programm: Botschaften stürmen und Flaggen verbrennen.

    Nächsten Monat hat man ihn vergessen, denn kommt jemand anderes, der macht vielleicht ein Hörbuch über Mohammed, oder zündet ein Bild von ihm an, das wäre sogar ein doppelter Schlag.

    Religionsfreiheit in allen Ehren, aber man muss nicht wirklich auf jede Provokation reinfallen, denn nun haben die konservativen Amerikas das Bild vor Augen, was sie ohnehin predigten.

    Gott ist nun wirklich nicht alles in der Welt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • sane
    • 14. September 2012 20:02 Uhr

    Hätten Sie das in das 2. Klasse auch schon gekonnt? Auf dem Bildungsniveau ist da eben eine Vielzahl. Vorwürfe an den dortigen "Pöbel" gehen fehl, sie werden dumm und arm gehalten, um es mal unverblümt zu sagen. Der Vergleich mit europäischen Verhältnissen im Mittelalter ist nicht sehr weit hergeholt.

    Natürlich kann man das auch nicht entschuldigen, es ist wie es ist und wie man es ändern kann, ist auch klar. Sich zu echauffieren ist doch affig.

    Jesus zäht auch im Islam als ein Prophet. Wäre wohl nicht sehr Weise, sich ins eigene Fleisch zu schneiden.

    In Deutschland gibt es ja immerwieder ähnliche Grunddebatten mit Karrikaturen über christliche Symbole oder Personen. Meiner Meinung nach, darf man gegen solche Medien gerne vorgehen - aber nur gerichtlich im Rahmen eines rechtsstaatlichen Verfahren und im Rahmen der staatlich garantierten Bürgerrechte.

    Mit Gott hat das nichts zu tun.

    er ist alles in der Welt, dieser Gott. Wenn die Menschen lernen könnten, auf ihn zu hören, stünde die Menschheit heute besser da. In Liebe zueinander.

    Übrigens ging es in dem Video nicht um den Propheten Mohammad? Im übrigen kennt der Islam Jesus als Propheten an. Dann sollte man sich mal überlegen, wieso die Anhänger dieses Mannes heute dort verfolgt werden. Es werden mehr Christen verfolgt, ermordet, ausgerottet als andere Anhänger von Religionsgemeinschaften.

    Und wir schauen zu, weil es keinen Gott gibt?

    • toyak
    • 15. September 2012 13:42 Uhr

    ist bereits im Ansatz falsch, weil es nicht um eine Darstellung eines Muslims in dem Film geht, sondern um die wichtigste Person des Islam, Muhammed.

    Können Sie mir von Verbrennung der Bibel oder Verunglimpfung des Jesus berichten, die - wie Sie meinen - stattfinden?
    Dass die Verfolgung von Christen ein Verbrechen ist, wie jede Verfolgung von jeglichen Minderheiten, bestreite ich nicht.

    • WolfHai
    • 14. September 2012 19:12 Uhr

    Dieser Film könnte wiederum die Reaktion eines US-amerikanischen Kopten auf die Feindseligkeiten gegenüber koptischen Christen sein. Denn wenn ich das richtig sehe, gab es in letzter Zeit einige Berichte über solche Feindseligkeiten in der Presse, z.B. hier: http://www.dradio.de/dkul... Das Gesamtbild ist also nicht erfreulich.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Mardi12
    • 14. September 2012 19:30 Uhr

    Wenn es so wäre, hätte der Herr Filmemacher seinen Glaubensfreunden im Orient wohl keinen größeren Bärendienst erweisen können.

    • AndreD
    • 15. September 2012 1:31 Uhr

    erst seit gestern verfolgt, sondern (der Aussage einer Bekannten nach, die ein Jahr in Ägypten gelebt hat) schon unter Mubarak.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, DAPD, Reuters
  • Schlagworte Film | AP | USA | Bewährungsstrafe | Libyen | Logistik
Service