Islamfeindlichkeit : Produzent des Mohammed-Videos zeigt keine Reue

Der Macher des islamfeindlichen Videos scheint ausfindig gemacht zu sein: ein vorbestrafter Kopte aus den USA. Er überlege, nun den gesamten Film zu veröffentlichen.
Ein Screenshot aus dem umstrittenen Film "Innocence of Muslims" © screenshot/You Tube

Der Macher des islamfeindlichen Schmähvideos ist Medienberichten zufolge ein koptischer Christ aus Kalifornien . Justizbeamte hätten bestätigt, dass es sich um einen dort lebenden Mann namens Nakoula Basseley Nakoula handelt, berichtete das Magazin Time . Er bediene sich verschiedener Decknamen und sei unter anderem wegen Bankbetrugs 2010 zu einer Haftstrafe von 21 Monaten verurteilt worden. Dabei sei ihm auch für fünf Jahre der Zugang zum Internet verboten worden.

Am Freitag meldete sich ein Nakoula Basseley Nakoula im arabischsprachigen US-Radiosender Sawa persönlich zu Wort. Er bereue sein Werk trotz der gewaltsamen Proteste nicht. Es tue ihm auch nicht leid, den Film gemacht zu haben, aber der Tod des US-Botschafters in Libyen stimme ihn "traurig", sagte er.

Er habe den 14 Minuten langen Ausschnitt aus dem Film ins Internet gestellt und überlege, "den ganzen Film zu veröffentlichen", sagte Nakoula. Niemand habe an seinem Film "herumhantiert". Nach eigener Darstellung fühlt sich der Mann "schuldig" an den Angriffen gegen US-Vertretungen in muslimischen Ländern. Die USA hätten mit dem Film nichts zu tun.

Der Film über den Propheten Mohammed basiere auf einem Buch, das er 1994 veröffentlicht habe, sagte Nakoula. Er sei dann von "bestimmten Personen" gebeten worden, einen Film aus dem Buch zu machen und dieser Bitte sei er nachgekommen. Er hoffe, dass die Menschen den Film in Gänze sehen, bevor sie ihn beurteilen. Sich selbst bezeichnete er als einen "arabischen Denker", der sich für islamische Themen interessiere.

Bewährungsstrafe dauert an

Dem Time -Magazin zufolge ist Nakoula vorbestraft, weil er Sozialversicherungsnummern gestohlen hat. Mit deren Hilfe habe er dann Geld von mehren Konten abgehoben und es auf eigenen Konten deponiert. Die New York Times bezeichnete Nakoula als "zwielichtigen Tankstellenbesitzer mit einer Geschichte von Festnahmen und geschäftlichen Pleiten". Er sei 55 Jahre alt und lebe gut 30 Kilometer südlich von Los Angeles .

Wegen seiner Strafe prüft der Nachrichtenagentur AP zufolge nun ein Bewährungsrichter, ob Nakoula gegen seine Auflagen verstoßen hat. Die Bewährung dauere noch an, deshalb könne er umgehend wieder ins Gefängnis geschickt werden, sollte ein Verstoß vorliegen.

Filmemacher unter Polizeischutz

Nakoula steht in den USA mittlerweile unter Polizeischutz. "Wir haben eine Bitte erhalten und wir antworten darauf. Wir sind die Garanten der öffentlichen Sicherheit", sagte der Sprecher des Sheriffs von Los Angeles. Offenbar handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die den Filmemacher vor allem vor den Medien schützen soll. "Es gibt keinen Aufstand, kein Verbrechen", sagte der Sprecher. Der Grund für die Anwesenheit der Polizei sei vielmehr die Presse.

Nakoula leitet nach eigenen Angaben die Produktionsfirma des Films und sei damit für die Logistik zuständig gewesen. Er bestritt, jener angebliche Autor des Films zu sein, der unter dem Pseudonym Sam Bacile auftritt. Ein Mann unter diesem Namen hatte Medien mehrere Interviews gegeben, in denen er sich als Israeli ausgab, der Geld von jüdischen Spendern für den Film bekommen habe. Bacile erklärte, Autor und Regisseur des islamfeindlichen Films zu sein.

Eine Handynummer, unter der Sam Bacile ein Interview gab, hatte allerdings direkt zu Nakoula geführt, dessen mittlerer Name zudem Basseley lautet. Die Nummer war von der Nachrichtenagentur AP verfolgt worden, die sie von einem konservativen koptischen Christen namens Morris Sadek bekommen hatte. Sadek hatte auf seiner Website für den Film geworben und ihn dadurch erst richtig bekannt werden lassen.

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Kommentare

326 Kommentare Seite 1 von 35 Kommentieren

Kein Grund zur Besorgnis

"Die Ausschreitungen sind schlimm, aber wenn man ehrlich ist, wenn es bei uns nicht die effektiven Polizeieinsätze gäbe, würde es bei diversen Fußballspielen oder Mai-Demos auch Tote geben."

Wie anderer Stelle bereits von einem anderen Kommentator geschrieben:

Das sind nur ein paar vereinzelte Wirrköpfe und Unruhestifter ohne irgend ein Gewicht. In Deutschland gibt es sogar die eine oder andere Partei dafür.

Gibt es nicht das gute alte Sprichwort:

Was interessiert es einen Elefanten wenn ein Schwein sich an ihm reibt?

Die Ausschreitungen,

die auf dieses MAchwerk von einem Film folgten, sind nicht als zufällige Zusammenrottungen von "Wirrköpfen", wie Sie meinen, zu erklären. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Brandschatzung der deutschen Botschaft im Sudan von langer Hand vorbereitet war. Ohne die Duldung des dortigen Regimes wäre das gar nicht möglich gewesen. Das dortige Regime steht seit Jahren auf der Fahndungsliste wegen ethnischer und religiöser Übergriffe. Der dortige Präsident kann sich in Europa nicht blicken lassen, weil er sonst nämlich vor den Gerichtsschranken zu Den Haag landen würde. Kurzum: Die Reaktion auf diesen Film ist zumindest in Sudan von der dortigen Regierung gesteuert und somit ein feindlicher Akt. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Sudan von Seiten Deutschlands samt Ausweisung des sudanesischen diplomatischen Korps aus Deutschland ist überfällig.

Abwägung der Vor- und Nachteile

Die Beendigung der diplomatischen Beziehungen samt Abzug der Botschafter macht nur dann einen Sinn, wenn der Zweck einer Botschaft in der Unterhaltung freundschaftlicher Beziehungen liegt. Botschaften dienen aber normalerweise viel tiefergehenderen Zwecken. Sie sind extraterritoriales Gebiet, d.h. die nationalen Gesetze des Landes in dem sie stehen, gelten nicht. Das läßt sich "kreativ" nutzen. Man würde also viel aufgeben, wenn man sich aus verletztem Stolz oder etwas ähnliches zurück zöge.

Unter zivilisierten Bedingungen

haben Sie Recht. Nur wurde die Exterritorialität im konkreten Fall missachtet. Dass dies in etlichen muslimischen Ländern seit geraumer Zeit geschieht (den unrühmlichen Anfang setzte seinerzeit der Iran), ist ja das Problem. Erst wenn die Missachtung der Exterritorialität wieder schwerwiegende Konsequenzen für die Staaten hätte, in denen das geschieht, würde das Prinzip auch wieder geachtet werden. Da aber die westlichen Staaten sich vor solchen Konsequenzen scheuen, und eben kein Exempel gegen solch flagranten Bruch des Völkerrechts statuieren, wird das Prinzip der Exterritorialität von Botschaften zumindest in muslimischen Ländern keine Geltung mehr haben. Der Westen könnte die Botschaften in diesen Ländern eigentlich dichtmachen. Sie sind dort ihrer wesentlichen Eigenschaft, eben nicht zum Staatsgebiet zu gehören, in dem sie stehen, beraubt.

VERRÜCKT 1

Wenn irgendwo in der Welt Moslems so unterdrückt würden wie in Ägypten die Kopten und eines der Opfer würde deshalb einen Terroranschlag machen, würde alle Welt entsetzt sein über die Unterdrückung von Muslimen und deren sofortige Beendigung verlangen.

Wenn die Opfer aber Christen sind und keine Terroranschläge machen sondern einer sich nur mit einem Kritik- oder Schmäh-Video wehrt woraufhin von muslimischer Seite Terroranschläge gemacht werden, ist jedermann entsetzt über das Kritik- oder Schmäh-Video und fordert dessen sofortige Unterbindung, aber über die Unterdrückung der Opfer redet niemand.

Wäre es nun anders gewesen, wenn der Video-Hersteller besser kein Video gemacht sondern selbst Bomben gelegt hätte? Da müsste man ja erwarten, dass dann über die Gründe für sein Bombenattentat gesprochen und diese Gründe verurteilt würden. Eine schreckliche Vorstellung, dass es immer erst so schlimm werden muss um mittels Gewalt Aufmerksamkeit zu erzeugen, aber ein provokatives Video nicht genügt. Tatsächlich würde die Aufmerksamkeit für Gewalt an Christen durch ein Bomben-Attentat wohl gar nicht entstehen, entweder weil dem Attentäter der irgendwie immer im Recht befindliche Islam-Bonus gefehlt hätte oder weil einem Einzeltäter sowieso nicht so viel Aufmerksamkeits-Recht zugestanden wird, wie gewaltbereiten Massenaufständen wie im islamischen Raum.

Würde ich nicht einseitig dem Islam verschreiben,

auch die anderen Religionsgemeinschaften haben eklatante Mangelerscheinungen in Toleranz und Aufklärung,

sonst würden Menschen nicht auf die Idee kommen, andere gezielt mit Schmähfilmchen und dem Hochhalten von Karikaturen zu Gewaltexzessen zu provozieren, in deren Verlauf unschuldige Menschen zu Tode kommen.

Fehlende Aufklärung macht doch das Geschäft Religion erst zum Erfolg.

Nein, es wäre Zeit

Die Welt entgültig zu säkularisieren!
Religion ist Privatsache...

Käme ein ähnliches Video heraus über das Judentum würde es sofort heißen: "Antisemitismus!"
Man schaue sich nur einmal derartige öffentliche Diskussionen über z.B. Beschneidungen an um zu verstehen, wie krank diese Welt eigentlich wirklich ist.
Dann predigt man hierzulande ja so großartig die Menschenrechte, aber für Religionsvertreter soll sie bei der Beschneidung nicht gelten?
Oder kurz gesagt: Diese Religionen kommen ohne Körperverletzung nicht aus?

Man kann sich darauf hin nur das Ausmaß dieses Wahnsinns denken. Das es Ausschreitungen gibt ist doch nur das Symptom einer überideologisierten Welt in der Religion immer noch einen viel zu hohen öffentlichen Stellenwert hat.

Pauschalisierung?

Bislang dachte ich, dass die penible Unterscheidung von Islam und Islamismus absolut korrekt ist. Doch mir kommen in diesem Fall Zweifel.
Sogar noch angenommen, dass es sich bei den Gewalttätern ausnahmslos um Islamisten gehandelt hat, frage ich mich, warum kein einziger politischer oder religiöser (Meinungs-)Führer dre muslimischen Welt ganz klar Stellung gegen diese Auswüchse bezieht. Ich habe von keinem Präsident, Ayatollah oder anderen Führeren gehört, dass er die Geschehnisse in Lybien offen als das verurteilt, was sie sind:

Kaltblütiger Mord aus religiösem Eifer, der durch überhaupt nichts zu relativieren ist!

Klären Sie auf wen Sie wollen,

aber fangen Sie dabei am besten bei sich selbst an. Der >Mob<, wie Sie ihn hier bezeichnen, ist eine Gruppe tiefreligiöser Menschen, die sich zu Recht in ihren religiösen Gefühlen zutiefst gekränkt fühlen. Dieses üble Machwerk begeht eine miese Blasphemie nach der anderen; es verhält sich mit der Intensität der Beleidigung wahrscheinlich ungefähr so, als würde man Ihre Mutter dort zeigen, wie sie vergewaltigt und danach massakriert wird. Sollte es sich bei dem Video um eine geplante Provokation handeln, dann waren die Reaktionen vorhersehbar! Vielleicht sollte man sich ersteinmal fragen, warum ein Mitglied der westlichen Zivilisation es nötig hat, sich auf die unterste Ebene der zwischenmenschlichen Beziehung zu begeben, und jegliches Menschenrecht und die Achtung vor dem anderen mit Füßen tritt!

Sachlich

über Religion, und damit meine ich ausschließlich organsierte Religion, zu diskutieren, fällt mir wegen eigener Erfahrungen mit dieser in diversen Ausprägungen sehr schwer.
Ich halte Menschen, die sich oder andere wegen ihres Glaubens verletzen oder sogar töten, bzw. für so etwas auch nur geringes Verständnis aufbringen, für behandlungsbedürftig.
Es gibt sicher außer der organisrten Religion noch anderen Fanatismus wie z.B. Nationalismus etc. Aber die Religion hat die wohl längste Tradition in Intoleranz und Unterdrückung.
Sorry, aber das ist meine Meinung. Eine Diskussion hierüber halte ich für sinnlos, da sie meinen Standpunkt nicht ändern könnte. Dafür ist darüber in meinem Leben schon zu oft und zu lange diskutiert worden.

Andererseits

Wenn man sich die Reaktionen auf die Papst-Veralberung der Titanic von Seiten der Christenheit (bzw. Teilen davon, ebenso wie bei den Randalen) anschaut - inklusive Morddrohungen und Wunsch von Theokratie - so sieht man, daß das Christentum da auch nicht weiter ist.

Ähnliche Beispiele ließen sich in jeder Glaubensrichtung und bei jeder anderen dogmatischen Weltsicht finden.

Darum geht es nicht

Wenn einige Foristen hier >Aufklärung< fordern, die wie Mana über den islamischen Ländern vom Himmel fallen soll, und dabei selbst sich menschenverachtender Ressentiments bedienen; blind auf die Religionen einschimpfen, und dabei alles andere als weltanschauliche Toleranz walten lassen; die vermeintliche >Unaufgeklärtheit< und >Zurückgebliebenheit< der dort lebenden Menschen aus einem Zivilisationsgefälle heraus erklären, aus dessen Denkkonstrukt es von Rassismus nur so trieft - dann bin ich der Meinung, dass sich die besserwisserischen Kommentatoren besser selbst behandeln lassen sollten, wie Sie sagen, denn solch eine Aufklärung vorschützende Ignoranz und Intoleranz ist mehr als schizophren!

Ich bin...

Buddhist.

Und ich weiß dass es gerne als Religion gesehen wird, aber ich selbst lebe es als eine Art von Lebensweg.

Ich preise niemanden an, dass mein Weg der Richtige wäre. Ich tue lediglich das, was ich für richtig halte und auch ich mache Fehler.
Vielleicht liegt da ja der große Unterschied: Ich lebe durchaus nach diesen Regeln nur muss ich sie niemand anderem aufzwingen?

Werter ST_T

Meine Antwort bezüglich Ihres Kommentars wurde mittlerweile von der Redaktion gelöscht, mit der Begründung, dass er unsachlich sei. Ich werde mein Anliegen daher nun noch einmal "sachlich" formulieren:

Ich habe Sie in meinem vorangegangenen Post als >Heuchler< bezeichnet, da mir die gedanklich unüberwindbare Diskrepanz zwischen Ihrer Aussage im Post 43:

"es wäre Zeit, die Welt zu säkularisieren! Religion ist Privatsache..."

und Ihrer Aussage in Post 127:

"Ich preise niemanden an, dass mein Weg der Richtige wäre. Ich tue lediglich das, was ich für richtig halte und auch ich mache Fehler. Vielleicht liegt da ja der große Unterschied: Ich lebe durchaus nach diesen Regeln nur muss ich sie niemand anderem aufzwingen?"

auffiel. Wären Sie deshalb so freundlich, mich über diese augenscheinlich so divergierenden Aussagengehalte in Kenntnis zu setzen?

Da ist kein Widerspruch.

Ich habe da einen Vorschlag gemacht mit der Begründung, dass meiner Meinung nach die Welt viel zu über-ideologisiert ist.
Zweitens: Hindert mein Vorschlag irgendjemanden daran seine Religion ausüben zu dürfen?
Nein, also wo liegt das Problem?

Und fragen wir einmal umgekehrt: Wenn Religion nicht Privatsache ist, was ist sie dann?
Staatssache? Öffentliche Sache?
Ich denke sie wissen wohin das führt...

Nachfrage

Halten Sie Religionsfreiheit auch für ein Menschenrecht?

Aus dieser Antwort wird doch direkt klar, dass man hier zwei grundlegende Menschenrechte gegeneinander abwägen muss.
Und an der schieren Menge der Empörten bei diesem Thema bei gleichzeitiger Akzeptanz von Abtreibungen oder schönheitskorrekturen an Kindern (Abstehende Ohren, Hasenscharte etc.) kann man zu dem Schluss kommen, dass es einigen Empörern nicht um das Kind sondern um einen Fundamentalatheismus geht.

p.s. ich sehe Budhismus auch nicht als Religion ;)

Noch eine zweite Sache:
Was verstehen Sie unter "Religion muss Privatsache sein"
1. Das es keine staatliche Vorschrift gibt, wer was zu glauben hat
und/oder:
2. Das Gläubige in der Öffentlichkeit nicht missionieren dürfen und die Werte ihres Glaubens öffentlich nicht vertreten dürfen?

Provokation - Regression - Schwarz-Weiß-Denken - Erkenntnis?

"denn auch im Westen bewegen wir uns teilweise immer weiter von den Werten der Aufklärung weg. Diese ist ja nicht nur auf die Religion beschränkt."

Danke, genau diese Aussage möchte ich noch mal bestärken.

Die eigentliche Frage lautet: Was passiert mit einem ursprünglich in seinem Rahmen aufgeklärten Menschen wenn er zunehmend unter Druck gerät ohne die Ursache dafür zu erkennen?

Aufklärung mit der Peitsche

Ich hebe die Peitsche. Du vertraust mir. Ich treffe dich.
Ich hebe die Peitsche. Du blickst irritiert. Ich treffe dich.
Ich hebe die Peitsche. Du wirst wütend. Ich treffe dich.
Ich hebe die Peitsche. Du weichst aus. Ich treffe dich nicht.
Ich sage dir: "Ist das nicht eine wunderbare Fähigkeit"
Du antwortest: "Hättest du mich nicht gepeitscht, hätte ich nicht ausweichen lernen müssen"
Ich hebe die Peitsche und du warst gelehrig.

Nein,

Ich halte Freiheit für ein Menschenrecht, solange man damit den anderen nicht in seiner Freiheit einschränkt oder bedrängt.

Damit erklären sich glaube ich alle Fragen von selbst:
Im Falle von Abtreibung ist es die Entscheidung der werdenden Eltern,
Im Falle der Schönheitsoperation ist es sicherlich nicht deren Verantwortung, da das Kind wohl selbst im Alter entscheiden darf (außer es handelt sich um medizinische Notwendigkeit, was aber wohl fast nie der Fall ist), und das mit 18 Jahren. Wo ist da das Problem bis dahin zu warten?

Und zum Thema Privatsache:
Es ist vollkommen meine Sache, an was ich wo glaube. Kein Staat hat das Recht, mir meine Auslebung des Glaubens zu verbieten es sei denn ich beschränke damit andere in ihrer Freiheit.

Öffentliche Missionierung ist so eine Sache, die ich für sehr grenzwertig halte. Auf der einen Seite wird es immer Menschen geben, die dagegen sind, mit so etwas konfrontiert zu werden. Somit empfinde ich ein Verbot als durchaus gerechtfertigt. Jeder Mensch kann sich erstens in verschiedenen Quellen über eine Religion informieren und zweitens selbst entscheiden, z.B. in eine Kirche, Moschee oder Synagoge oder ein Haus einer solchen Glaubensgesellschaft zu gehen. Es sollte aber auf Basis einer eigenen freien Entscheidung geschehen. Indem ich aber diesen Raum betrete muss ich mich auch an die Regeln des Gastgebers halten ebenso wie sich Menschen bei mir zu Hause an meine Regeln zu halten haben.
Prinzip ist simpel oder?

Warum Stellung beziehen....

... nur weil wir von den 95 Prozent Vernünftigen auf beiden Seiten nichts hören, die weder bekloppte Filmchen drehen noch deswegen Botschaften stürmen, müssen sie sich doch nicht für eine von beiden Seiten entscheiden. Das ganze hat weder mit Pressefreiheit noch mit Religionsfreiheit zu tun. Wenn überhaupt, sind hier Ärzte zuständig. Und bei den besonders Engagierten erstmal Polizei und Gerichte.

Was hier auf diversen Wegen an Substanz hineindiskutiert wird in klar als solche zu erkennende Idiotie und kriminelle Energie, bis den Foristen selber der Schaum vorm Mund steht, ist der Triumph der Doofen, und wenn das nicht das Jahrhundert der Doofen werden soll, müssen wir ganz schnell aufhören, dergleichen mit Aufmerksamkeit zu belohnen.

Hölle auf Erden

Hallo Hennig Wehrlich,
.
es wird auch unaufgeklärte Versionen des Islam geben, deren Anhänger trotzdem keine US-Botschafter lynchen. Es spielt nur eine Minderheit der Moslems so verrückt. Trotzdem: Wenn das so weitergeht, ist in den Ländern, wo viele Moslems leben, bald die Hölle auf Erden. Der Flächenbrand mag von einigen Leuten aus dem Westen geschürt werden, aber die eigentlichen Ursachen kommen nicht von denen.

"Untergang der islamischen Welt"

»Es wird auch Zeit für eine grundlegende Korankritik.« Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr. Die Defizite sind zu gewaltig...
»Hamed Abdel-Samad schaut nüchtern auf die islamischen Gesellschaften überall auf der Welt und beklagt, wie zurückgeblieben die islamischen Staaten im Vergleich zu vielen anderen Gesellschaften sind. Darüber hinaus kritisiert der Verfasser die masochistische Lust an der Kränkung: "Ich bin ein Moslem, also bin ich beleidigt.”« Quelle: http://www.welt.de/kultur...

Doch, natürlich

ist das ein Widerspruch. Sie tätigen einmal eine Aussage mit normativem Geltungsanspruch:

"es wäre Zeit, die Welt zu säkularisieren! Religion ist Privatsache..."

Auch wenn Sie es nicht explizit schreiben, steckt hier eindeutig ein >sollte< drin, und zudem ist der Satz beinahe imperativistisch formuliert. Sie sprechen sich hier eindeutig dafür aus, dass die Welt säkularisiert werden >sollte

Versuch Nr. II

Doch natürlich ist das ein Widerspruch. Sie tätigen einmal eine Aussage mit normativem Geltungsanspruch:

"es wäre Zeit, die Welt zu säkularisieren! Religion ist Privatsache..."

Auch wenn Sie es nicht explizit schreiben, steckt hier eindeutig ein >sollte< drin, und zudem ist der Satz beinahe imperativistisch formuliert. Sie sprechen sich hier eindeutig dafür aus, dass die Welt säkularisiert werden >sollte

Versuch Nr. III

Doch, natürlich ist das ein Widerspruch. Sie tätigen einmal eine Aussage mit normativem Geltungsanspruch:

"es wäre Zeit, die Welt zu säkularisieren! Religion ist Privatsache..."

Auch wenn Sie es nicht explizit schreiben, steckt hier eindeutig ein >sollte< drin, und zudem ist der Satz beinahe imperativistisch formuliert. Sie sprechen sich hier eindeutig dafür aus, dass die Welt säkularisiert werden >sollte

Da sie Voltaire als Aufklärer hinstellen,

muss ich auf Sie auf weitere Aussagen von diesem "Aufklärer" hinweisen.
„Ich spreche mit Bedauern von den Juden: Diese Nation ist, in vielerlei Beziehung, die verachtenswerteste, die jemals die Erde beschmutzt hat.“ so Voltaire in Le Dictionnaire philosophique Kapitel I.

Eine Aufklärung von solchen Leute brauche ich nicht. Lieber bleibe ich da, wo ich bin.

Antwort an Rojass

-> Als der ehemalige US-Präsident Truman die Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki abwerfen ließ, tötete er nicht zur zig-Tausende Menschen, sondern viele hatten Qualen durch die Spätfolgen.
-> Hitler
-> Johnson hat 2 Millionen Vietnamesen und 56.000 eigene Soldaten auf dem Gewissen.
-> Golfkrieg = mindestens 500.000 Tote
-> Nixon + William Calley = Massaker von My Lai
-> Dazu kommt die beinahe-Ausrottung der Indianer
Selbst wenn wir die Kreuzzüge und andere Kriege unerwähnt lassen, dürfte schon die Einwohnerzahl von Europa zusammenkommen, oder?

Nicht ganz

Wir beide halten Freiheit für ein Menschenrecht, solange man damit den anderen nicht in seiner Freiheit einschränkt oder bedrängt.

Aber in allen aufgezeigten Beispielen wägt man zwei Rechte gegeneinander ab.

Im Falle von Abtreibung ist es die Entscheidung der werdenden Eltern die über tod oder Leben des zukünftigen Kindes entscheidet. Und ein Todesurteil ist wohl die fundamentalste Einschränkung der Freiheit des Kindes.

Im Falle der Schönheitsoperation sprach ich von OPs, die im Kindesalter wohl bei den meisten Kindern mit (z.B. Ohren anlegen mit 7 oder 8 jahren) gemacht werden. Sie dürfen selbst überlegen, wie medizinisch nötig sowas ist.
Interessant ist, dass sich hier keine breite Volksfront gegen die Ops ausspricht und auf das Grundrecht des Kindes beruft.

Wir stimmen darüber ein, dass es vollkommen privatsache ist, an was ich wo glaube. Kein Staat hat das Recht, uns ein Ausleben des Glaubens zu verbieten oder vorzuschreiben.

Öffentliche Missionierung ist für mich eine einfache sache, da es Meinungsfreiheit ist. Ob ich über religiöse oder über politische Vorstellungen (auch Privatsache) spreche ist letzten Endes egal - ich muss sie äußern dürfen.

Würden Sie da mitgehen?

Sicher?

Zitat von Hennig Wehrlich: "Nicht der Westen ist schuld an den Ausfällen des Mobs.
Vielmehr gibt es im Islam viel zu wenig Theologen, die eine Antwort auf die Herausforderungen der Moderne finden."

Sind Sie da sicher? Vor dem Medienzeitalter, nachdem Fernsehen, Computer und Internet sich weltweit verbreiteten, da kümmerten sich insebsondere die einfältigen Mehrheiten auf der Welt noch um ihre eigenen Probleme, lasen weder Zeitung noch Bücher und lebten hinter dem Mond. Jetzt kann jeder Depp ohne Bildung, der gerade mal lesen und schreiben kann, zu Facebook-Flashmobs im hintersten Zipfel der Welt aufrufen, seine Ideologien, Meinungen und Verschwörungstheorien einem Milliarden-Publikum mitteilen und aufhetzen - wie wir hier auch im Forum.

Irgendwelche Taliban o.ä. Islamisten hätten vor 60 Jahren hier niemanden interessiert, die wären gar kein Thema gewesen und die hätten es zumindest nicht bekommen, was Deutsche von Muslimen und Islam hielten. Man stelle sich mal vor, die Zeit wäre nur 40 Jahre zurückgedreht, aber es gäbe Computer und Internet, und die kriegten mit, wie Muslime hierzulande häufigst behandelt und geringgeschätzt wurden. Erstaunlicherweise haben die Muslime hierzulande aber sogar schon damals noch Angehörige nachgeholt.

Das kann man so nicht stehenlassen!

Der "zivilisierte" Westen kann doch weder vorschreiben, wo die Schmerzgrenze für sich beleidigt fühlende Religionsanhänger zu verlaufen hat, noch was die Religionslehrer in welcher Anzahl zu lehren haben.
Es gibt Dinge, die man einfach nicht macht, wenn man nur einen Funken Anstand hat. Der Verriss religiöser Figuren gehört in diese Gruppe. Man muss nicht mit Persiphlagen auf den Knopf drücken, der das ohnehin schon (aus welchen Gründen immer) komprimierte Hasspotential zur Explosion bringt!
Leben und leben lassen - leider aber ist es dafür seit vielen Jahren nun zu spät...

Zeit für Korankritik ?

Es findet bereits eine harte Auseinandersetzung über die Interpretation des Koran und die Gewichtung seiner verschiedenen Begleitschriften statt, aber natürlich INNERHALB der Glaubensgemeinschaft. Zwischenrufe von außen sind da wenig hilfreich.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die ganze Orchestrierung der letzten Gewaltaufmärsche ein Teil dieser Auseinandersetzung ist, bei der Saudi-Arabien und die anderen Vertreter des extrem konservativen Islam ihre geballte Finanzmacht aufbieten, um die Vertreter eines modernen Islam in die Defensive zu drängen, nach dem Motto: "Wer nicht genau auf unserer Linie ist, muss wohl ein Ungläubiger sein."

Es wird Zeit, dass auch der moderne Islam wehrhaft wird.