Bei der Wahl-Siegesfeier der Separatisten in Kanadas Provinz Québec ist nach Polizeiangaben ein Mensch erschossen und ein weiterer verletzt worden. Ein 50 Jahre alter Mann eröffnete während der Rede von Pauline Marois, der Vorsitzenden der Parti Québécois, in einem Konzertsaal von Montréal das Feuer.

Der Mann wurde kurz darauf festgenommen. Dabei rief er in gebrochenem Französisch "Die Engländer wachen auf". Laut Polizei versuchte der Mann zudem, den Saal in Brand zu setzen. Die Hintergründe des Zwischenfalls sind noch völlig unklar. Marois, die bei der Wahlparty zunächst von Bodyguards in Sicherheit gebracht wurde und bei dem Zwischenfall unverletzt blieb, trat anschließend wieder ans Mikrofon und forderte ihre Parteifreude auf, den Saal ruhig zu verlassen.

Die Separatistenpartei, die eine größtmögliche Souveränität vom übrigen, englischsprechenden Kanada befürwortet, war bei der Wahl als stärkste Kraft hervorgegangen: Mit 54 Sitzen verpasste sie aber die absolute Mehrheit im Parlament um neun Mandate. Marois will eine Minderheitsregierung bilden. Auf Platz zwei kamen nach Angaben der Wahlkommission die bisher regierenden Liberalen mit 50 Sitzen. An dritter Stelle folgte mit 19 Sitzen die konservative Koalition für Québecs Zukunft

In Québec leben etwa acht Millionen Menschen, von denen knapp sechs Millionen wahlberechtigt sind. Die meisten sprechen französisch. Es ist die einzige der zehn Provinzen, in der nicht Englisch die Hauptsprache ist.