Grenz-Scharmützel Dritter Tag Beschuss zwischen Syrien und Türkei

Die Provokationen an der türkisch-syrischen Grenze gehen weiter. Die türkische Armee hat einem Medienbericht zufolge erneut einen Artilleriebeschuss aus Syrien erwidert.

Eine Mörsergranate aus Syrien sei nahe dem Dorf Güvecci in der südosttürkischen Provinz Hatay eingeschlagen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Das Geschoss habe ein ländliches Gebiet getroffen, Opfer habe es nicht gegeben. Dem Bericht zufolge wurde die Granate von der angrenzenden syrischen Zone Chirbet al-Dschos aus abgefeuert, wo sich die syrische Armee Gefechte mit Aufständischen liefert.

Am Mittwoch waren durch syrischen Artilleriebeschuss in der Ortschaft Akcakale fünf Zivilisten getötet worden. Die Türkei hatte daraufhin Vergeltungsangriffe gestartet, bei denen unbestätigten Berichten zufolge mehrere syrische Soldaten getötet wurden. Auch am Freitagabend gab es türkische Gegenangriffe als Reaktion auf Artilleriebeschuss aus Syrien.

Das türkische Parlament hatte der Regierung am Donnerstag ein Mandat für eine weitere militärische Intervention in Syrien erteilt. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte am selben Tag den Beschuss türkischen Gebiets durch Syrien.

Trotz der Spannungen mit der Türkei gehen die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen in Syrien auch in den grenznahen Gebieten mit unverminderter Heftigkeit weiter. Umkämpft ist zudem weiterhin die Großstadt Aleppo. Die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Samstag von Luftangriffen und Gefechten in Aleppo 50 Kilometer von der Landesgrenze entfernt.

Auch in der nördlichen Provinz Idlib, die an die Türkei angrenzt, lieferten sich Regimetruppen und Rebellen stundenlange Schusswechsel in der Nähe eines Militärflughafens. Kämpfe wurden darüber hinaus erneut aus dem Großraum Damaskus sowie aus Homs und Daraa gemeldet. Am Freitag waren in dem seit fast 19 Monaten andauernden Konflikt den Angaben nach mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen. Berichte aus Syrien sind wegen der Medienblockade von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

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Leser-Kommentare
    • zorano
    • 06.10.2012 um 10:55 Uhr

    Warum versuchen die Türken die Rebellen in Syrien, wo die immer die her kommen, zur Verhandlungen mit der syrischen Regierung zu zwingen? Wenn die helfen würden, den Frieden für alle Menschen in Syrien zu bringen, dann wären sie die Größten. Nur einmal versuchen. Nur einmal so richtig versuchen.

    2 Leser-Empfehlungen
  1. welche die Syrer einhalten wollten? Mit einer Tiefe von 10 km, womit automatisch "Fehlschüsse" mit den meisten Glattrohrmörsern nur noch af syrisches Gebiet fallen dürften?

    MfG KM

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    Wenn die Granaten nicht von der syrischen Armee, sondern von den involvierten Gegengruppierungen abgefeuert wurden?

    Wenn die Granaten nicht von der syrischen Armee, sondern von den involvierten Gegengruppierungen abgefeuert wurden?

  2. Stell Dir vor es ist Krieg und niemand von uns 99% geht hin.

    3 Leser-Empfehlungen
  3. die festgestellten Koordinaten der Feuerstellungen?

    MfG KM

    7 Leser-Empfehlungen
  4. ständig wird hier der Vergleich mit Sarajevo und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs gezogen, ohne auf die Stimmung im damaligen und heutigen Europa/Rest der Welt einzugehen. Wer die Kriegsbegeisterung des damaligen Militärs, der Regierungen und der Bevölkerung genauer studiert hat, wird sich niemals zu der Aussage hinreißen lassen, dass das heute noch genauso ist.
    Die Bevölkerung JEDES "bedeutenderen" Landes hat kein Interesse an Krieg nach Afghanistan und dem Irakdebakel (Umfragen lassen angesichts der kurzen Zeitspanne wohl übertragen + ökonomische Gründe sind wichtiger). China ist nach wie vor an Aufbau und Erhaltung von Macht interessiert, nicht an militärische Konflikten, die USA angesichts der Truppen in Afghanistan, der Stimmung in der Bevölkerung und der Finanzlage will ebenso einen weiteren, v.a. langwierigen Krieg vermeiden(siehe bisherige Haltung) und die europäischen Länder sind sowieso eher zurückhaltend, insbesondere wenn eine langwierige Intervention anstünde. Türkei, Iran und Russland sind angesichts der Regierungen eher schwer einzuschätzen.
    Ich bin mir der vielen Generalisierungen (Mangels Platz) bewusst, schließe auch einen Krieg nicht aus und bestreite nicht die Vielzahl der Kriegstreiber.
    Dennoch ist klar, dass die Vergleiche mit der Situation 1914 hinken und über Syrien nicht der Dritte WEltkrieg ausbrechen wird!

    5 Leser-Empfehlungen
  5. und die türkische Unterstützung der Rebellen ungehindert weiter läuft, können wir sicher sein, dass diese Aktionen weitergehen.

    Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum dieser Beschuss jetzt noch vom syrischen Militär kommen sollten.

    9 Leser-Empfehlungen
  6. eine sachliche Bewertung führt nur zu einer Schlussfolgerung, der, dass man schlicht nicht weiß, wer da einzelne Schüsse aus mobilen Granatwerfern abschießt. Es gibt keine Beweise, aber auch in der FSA gehören solche Waffen zur Standardausrüstung wie sich aus diesem Video zumindest ersehen lässt(ab 1:02):

    http://www.youtube.com/wa...

    Insofern beruht jegliches Agieren der Türkei auf der Abwägung politischer Interessen, so wie es die türkischen Behörden vorher gestattet hatten, dass die syrischen Grenzübergänge von Bewaffneten gestürmt wurden, die ungehindert von der türkischen Seite der Grenze heranspazierten. Das wurde von türkischen Fernsehteams gefilmt:

    http://www.youtube.com/wa...

    11 Leser-Empfehlungen
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    des Mörsers im angesprochenen Video!

    So wie die Jungs rumhampeln haben die das noch nicht oft gemacht...

    Und besonders pfleglich gehen die mit dem schon beim Aufstellen montierten (ist Unsinn, da viel zu beschädigungsempfindlich!) Richtaufsatz nicht um. Kein Wunder, wenn man dann wegen Fehljustierung nichts mehr trifft.

    Wirkt irgendwie wie schlecht einstudiert.

    Aber für einen provozierenden Einzelschuss auf fremdes Territorium reicht schon ein eingegrabenes Wasserrohr passender Länge.

    MfG KM

    des Mörsers im angesprochenen Video!

    So wie die Jungs rumhampeln haben die das noch nicht oft gemacht...

    Und besonders pfleglich gehen die mit dem schon beim Aufstellen montierten (ist Unsinn, da viel zu beschädigungsempfindlich!) Richtaufsatz nicht um. Kein Wunder, wenn man dann wegen Fehljustierung nichts mehr trifft.

    Wirkt irgendwie wie schlecht einstudiert.

    Aber für einen provozierenden Einzelschuss auf fremdes Territorium reicht schon ein eingegrabenes Wasserrohr passender Länge.

    MfG KM

    • M16
    • 06.10.2012 um 11:41 Uhr

    In syrien werden seit bald einem Jahr die Menschen geschlachet. Frauen verstümmelt, gefoltert und Kinder als Schutzschilde genommen. Die ganze Welt sieht zu, redet und redet und keinen interessiert es ! Erinnert Sie das jemanden an vergangene Tage ? Damals hat die ganze Welt auch zugesehen und die sogannenten Befreier wurden erst erst zum Befreier, als sie selber angegriffen wurden. Schöne Befreier!

    Die Situation ist heute keine wesentlich andere. Türkei wird angegeriffen und verteidigt sich, andere werden nachziehen (z.B. NATO o.ä) und sich später von der Geschichte als Befreier Syriens feiern lassen. Würde die Türkei nicht unmittelbar an der Grenze zu Syrien liegen, würde das Abschlachten der syrischen Bevölkerung genauso wenig interessieren wie in Europa.

    Ein Hoch also auf die alliierten Befreier!

    Eine Leser-Empfehlung
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    Weil die Türkei den Konflikt auch durch das unterstützen der Rebellen (mit Waffen und bereitstellen von rückzugsgebieten) verschärft! Auf Phönix wurde mehrfach berichtet, dass die Rebellen zugegeben haben, dass diese die Türkei beschossen haben.

    Weil die Türkei den Konflikt auch durch das unterstützen der Rebellen (mit Waffen und bereitstellen von rückzugsgebieten) verschärft! Auf Phönix wurde mehrfach berichtet, dass die Rebellen zugegeben haben, dass diese die Türkei beschossen haben.

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