Afghanische Soldaten auf dem US-Stützpunkt in Bagram nördlich von Kabul © Shah Marai/AFP/GettyImages

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Militärstützpunkt in Afghanistan sind mehr als 50 Menschen verletzt worden, darunter mindestens 45 einheimische Soldaten. Der Vize-Gouverneur der Provinz Paktia, Gul Rahman Mangal, sagte, der Attentäter habe seine Autobombe vor den Toren der US-afghanischen Kaserne gezündet. Nato-Soldaten seien nicht unter den Opfern, sagte eine Isaf -Sprecherin.

Ärzte im Distrikt Surmat sprachen von sieben verletzten Zivilisten. Zu dem Angriff bekannten sich die radikal-islamistischen Taliban .

Die Gewalt in Afghanistan hat vor dem geplanten Abzug der internationalen Truppen 2014 zugenommen. Seit Jahresbeginn sind im Durchschnitt insgesamt 537 einheimische Polizisten und Soldaten pro Monat getötet oder verletzt worden. Das geht aus einer Statistik der Internationalen Schutztruppe Isaf hervor.

Afghanische Polizei und Armee sind 2013 einsatzbereit

Die Polizei (ANP) hat 2012 demnach bislang durchschnittlich 292 Tote und Verwundete zu beklagen, die Armee (ANA) inklusive der jungen Luftwaffe 245. Zahlen zu Verwundeten unter den ausländischen Truppen liegen nicht vor.

Insgesamt verfügen die afghanische Polizei und Armee inzwischen über 337.187 Angehörige. Damit seien 96 Prozent des Ziels von 352.000 Sicherheitskräften erreicht. Polizei und Armee seien Ende 2013 voll einsatzbereit, teilte die Isaf mit. Die Luftwaffe mit dann 8.000 Soldaten solle Ende 2017 folgen.

85 Prozent der Ausbildung der Sicherheitskräfte erfolge inzwischen durch die Afghanen selber . Bei der Armee seien 100 Prozent der 2.709 Ausbilder im Dienst, bei der Polizei 74 Prozent der 1497 Ausbilder. Bis Ende 2014 sollen die afghanischen Sicherheitskräfte im ganzen Land von der Nato-geführten Isaf übernommen haben.