TerrorismusAl-Kaida ruft zu Entführungen auf

Al-Kaida-Chef Sawahiri fordert dazu auf, Bürger westlicher Staaten zu verschleppen. Das im Netz verbreitete Video gibt Hinweise, dass das Terror-Netzwerk unter Druck ist. von afp und reuters

Ayman al-Sawahiri in einer Videoansprache vom 8. Juni 2011

Ayman al-Sawahiri in einer Videoansprache vom 8. Juni 2011  |  ©Reuters TV

Der Führer des Terrornetzwerks Al-Kaida, Ayman al-Sawahiri , hat Muslime in aller Welt zur Entführung von Staatsangehörigen westlicher Länder aufgefordert. Damit solle die Freilassung von Gefangenen der Al-Kaida erreicht werden, sagte Sawahiri in Videos, die über islamistische Internetseiten verbreitet wurden.

"Ich rufe Muslime auf, Bürger aus Ländern zu verschleppen, die Kriege gegen Muslime führen", verlangte der Ägypter nach Angaben des auf die Auswertung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmens SITE. Als Vorbild für künftige Aktionen nannte Sawahiri die Verschleppung des Mitarbeiters einer amerikanischen Hilfsorganisation, der 2011 in Pakistan entführt worden war.

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Wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet, dauert die zweiteilige Videoansprache insgesamt zwei Stunden und zwölf Minuten. Sie sei bereits am Mittwoch auf islamistischen Internetseiten gepostet worden. Sawahiri sagte in der Ansprache, die Herstellung des Videos habe sich "aufgrund der Bedingungen des erbitterten Krieges" verzögert – laut Haaretz ist das möglicherweise ein Zeichen dafür, dass Al-Kaida unter Druck stehe.

"Mehrheit der Muslime will Scharia"

Seine Landsleute in Ägypten rief Sawahiri zu einem "Volksaufstand" auf, "um die abgebrochene Revolution zu vollenden". Die ägyptische Regierung unter dem aus der Muslimbruderschaft stammenden Präsidenten Mohammed Mursi bezeichnete er als korrupt. Die Mehrheit der Muslime in seinem Heimatland wolle das islamische Schariarecht, eine Befreiung vom Einfluss der USA und einen Sieg der Palästinenser über Israel : "Die Schlacht ist nicht vorbei, sondern hat begonnen."

Sawahiri appellierte an seine Glaubensbrüder in Syrien , sich dem Aufstand gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad anzuschließen. Der internationalen Gemeinschaft warf er vor, Assad eine "Lizenz zum Töten" gegeben zu haben. An dem Aufstand in Syrien beteiligen sich auch islamistische Gruppierungen.

Den US-Präsidenten Barack Obama nannte Sawahiri einen "professionellen Lügner". Obama stehe bereits auf der Seite der Verlierer, die Islamisten hingegen auf der Gewinnerseite.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 27. Oktober 2012 15:02 Uhr

    Man beachte die Sprache solcher Leute. Sie ist immer die Gleiche.

    Zit.: "Ich rufe Muslime auf, Bürger aus Ländern zu verschleppen, die Kriege gegen Muslime führen".

    Welche Länder führen Krieg gegen "die" Muslime? Da setzt ers chon mal Muslim gleich Muslim. Der Terrorist von Al Kaida ist gleich dem, der neben mir wohnt. Wer führt gegen den Krieg? Keiner. In keinem Land, dessen Soldaten z. B. in Afghanistan sind, wird Krieg gegen Muslime geführt.

    Also wär eine Lösung: Jedes Land, was woanders Krieg gegen Muslime führt. Aber wo? USA führt in Spanien keinen Krieg gegen Muslime. Also bitte mal präzise wo das ist.

    Und dann wird sich rausstellen, dass da Krieg geführt wird, wo muslimische Terroristen sind. Also mal wieder ein Beispiel dafür was Verallgemeinerung sagt: Nämlich das Falsche im Dienst der Propaganda. Wie üblich.

    • TDU
    • 27. Oktober 2012 15:11 Uhr

    Es ist doch wie auf dem Schuhlhof wenn sich die "einen und die Anderen gegenüberstehen: "Ihr seid doch alle gleich ihr (falsch)... Man sollte Euch...

    Dann weiss man, die Zeit der Verhandlungen ist vorbei. Jedes "stimmt doch gar nicht wir sind doch gar nicht alle gleich" wäre ein Zeichen von Anbiederung und Unterwerfung.

    Also ertönt "dann kommt doch her versuchts doch" und wnen kein Lehrer einschreitet, beginnt die Schlacht.

    Auch die Taktik der Herrn al-Sawahiri.

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    hat einen Fehler: Läuft die Prügelei wegen Anwesenheit von Sawahiris jungen "Brüdern" nicht aus einem für Prügelein üblichen Rahmen, bleiben selten bis nie Folgeschäden.
    Ich verweise somit auf den Fall Uka, wo solche Propaganda verfing - mehrfacher Mord die Folge war. Und ja, das hatte definitiv mit der besagten "Religion of Peace" zu tun!

  1. 11. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie differenzierte Kommentare. Danke, die Redaktion/ls

  2. hat einen Fehler: Läuft die Prügelei wegen Anwesenheit von Sawahiris jungen "Brüdern" nicht aus einem für Prügelein üblichen Rahmen, bleiben selten bis nie Folgeschäden.
    Ich verweise somit auf den Fall Uka, wo solche Propaganda verfing - mehrfacher Mord die Folge war. Und ja, das hatte definitiv mit der besagten "Religion of Peace" zu tun!

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    • TDU
    • 28. Oktober 2012 10:10 Uhr

    So geshen haben Sie recht. Mein Bezug war allerdings das "Ihr seid alle gleich". Und das existiert schon seit es die Welt gibt und noch immer hat es Erfolg. Egal wo und egal, welche Weltanschauung zu Grunde liegt.

    Er hätte eben nicht sagen können: Entführt die Bürger, deren Länder Krieg gegen die muslimischen Terroristen führen. Dann hätte er ja zugegeben, dass es die gibt und wenig Beifall, auch aus muslimischen Kreisen bekommen.

    Und streng genommen ist Ihr Argument "Religion of Peace" auch Verallgemeinerung. Was "Islam" nun bedeutet sagt nichts aus über die Friedlichkeit oder Unfriedlichkeit ihrer Mitglieder.

    Würde ein Alien Deutschland als erstes kennenlernen auf der Welt, welchen Zweifel sollte er haben, dass Muslime grundsätzlich friedlich sind?.

    • TDU
    • 28. Oktober 2012 10:10 Uhr

    So geshen haben Sie recht. Mein Bezug war allerdings das "Ihr seid alle gleich". Und das existiert schon seit es die Welt gibt und noch immer hat es Erfolg. Egal wo und egal, welche Weltanschauung zu Grunde liegt.

    Er hätte eben nicht sagen können: Entführt die Bürger, deren Länder Krieg gegen die muslimischen Terroristen führen. Dann hätte er ja zugegeben, dass es die gibt und wenig Beifall, auch aus muslimischen Kreisen bekommen.

    Und streng genommen ist Ihr Argument "Religion of Peace" auch Verallgemeinerung. Was "Islam" nun bedeutet sagt nichts aus über die Friedlichkeit oder Unfriedlichkeit ihrer Mitglieder.

    Würde ein Alien Deutschland als erstes kennenlernen auf der Welt, welchen Zweifel sollte er haben, dass Muslime grundsätzlich friedlich sind?.

    Antwort auf "Ihre Schulhofanalogie"
  3. scheint das Ergebniss des Arabischen Frühlings doch nicht ganz so zu gefallen, wenn man jetzt schon den Agyptischen Präsidenten als Korupt darstellt. Auch wird es Schwierigkeinten mit der Unterstützung im Volk bekommen haben da auch in Syrien der Terror nicht fruchtet und die Rebellen lieber eine zivilisierte westliche unterstützung anstreben. Al-Quaida hat sich wahrscheinlich verrechnet und wird als Verlierer aus den Umbrüchen in der Arabischen Welt hervorgehen da das Volk schlicht keinen Terror entführungen etc. wollen auch die Scharia ist ein Unterdrückungsinstrument früherer Diktatoren mehr nicht und jetzt hat die Stunde der Demokratie geschlagen und nicht des Gottesstaates. Vielleicht laufen Al-Quaida auch so die unterstützer davon wo sich jetzt neue Koalitionen im nahen osten ergeben die mit den westen eher Sympatisieren.

    Gut so das man das erkennt und sich immer weniger Muslime diesen Menschenverachtenden Organisationen anschließen Al-Quaida ist politisch ehh ein Witz und bringt es nur noch mit solchen aufhetzenden Videos und Terror in die Schlagzeilen.
    Wahrscheinlich hätten auch die Syrer Längst das Volk hinter sich und Assad zum Rücktritt gedrängt wenn sich nicht in Syrien die Al Nusra Front durch Terror herrauskristalisiert hätte und zweifel an den Zielen der Revolution und den Mitteln ausgelöst hätte.

    Niemand möchte in einer Welt mit Terror leben und solche selbsternanten Gotteskrieger als Freunde haben die Zivile Opfer Quasi im Kampf einrechnen.

  4. Wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet, dauert die zweiteilige Videoansprache insgesamt zwei Stunden und zwölf Minuten.

    Ich hoffe die Kamera stand auf einem Stativ, sonst täte mir der Kameramann echt leid ....

    • nelson2
    • 22. Dezember 2012 22:40 Uhr

    Es wäre sehr interessant, mindestens die Körpersprache des neuen Anführers der Alqaida-Organisation live erleben zu dürfen. Hat jemand einen Link zu diesem Video?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, sc
  • Schlagworte Barack Obama | Terrorismus | Mohammed Mursi | Entführung | Muslimbruderschaft | Scharia
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