Reaktionen auf FriedensnobelpreisWider den antieuropäischen Shitstorm

Hohn, Spott, Zorn sind die vorherrschenden Reaktionen auf die Friedensnobelpreis-Entscheidung. Die Kritik ist billig, kommentiert Ludwig Greven. von 

Kaum war am Morgen bekannt geworden, dass die EU in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhält, begann im Netz ein wahrer Shitstorm der Empörung. Der erste Kommentator unter der Meldung von ZEIT ONLINE schrieb vorausahnend "voller Vorfreude auf die gehässigen Kommentare, die hier im Anflug sind. Ich wette auf mindestens 500 innerhalb von 2 Tagen, davon 99 (Prozent) negativ".

Er sollte recht behalten, nicht was die (von ihm unterschätzte) Zahl der Reaktionen, aber was die Tendenz betrifft, selbst wenn die folgenden User-Kommentare zunächst noch durchaus wohlwollend waren. So schrieb der nächste User : "Schnell, schnell ... bevor wieder über die EU-Diktatur rumgemotzt wird: Glückwunsch", ein anderer: "Verdienter Preis, nach mehr als 60 Jahren Frieden in Europa !"

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Doch dann war, wie auch auf anderen Nachrichtenseiten und auf Twitter, kein Halten mehr: Die Europäische Union oder kurz " Brüssel " wird von Tausenden Usern und Twitterern, in Blogs und Foren als " Verwaltungskonstrukt " und "bürokratisches, undemokratisches Monster" verhöhnt, das auf die Bürger keine Rücksicht nehme, beziehungsweise sie "verarscht" und "neofeudalen Interessen der Regierenden" diene. Der Linken-Abgeordnete Niema Movassat twitterte : "Wer den Friedensnobelpreis an die EU gibt, kann ihn nächstes Mal auch gleich an die NATO oder Rüstungsfirmen geben."

Scherzbolde fragen: "Sind wir jetzt alle Obama?", in Anspielung an die ebenfalls heftig umstrittene Auszeichnung für den amerikanischen Präsidenten kurz nach dessen Amtsantritt, oder: "Wo kann ich die Kohle abholen?" Schließlich seien "wir alle EU".

  Winzige EU-Fangemeinde

Das alles ist eine noch harmlose Auswahl der ersten Reaktionen auf die Entscheidung des Osloer Nobelpreiskomitees (das – wie sofort angemerkt wurde – in einem Land residiert, das nicht zur EU gehört). Europas Fangemeinde ist nicht mehr sonderlich groß, diesen Eindruck muss man gewinnen. Kaum eine Negativentwicklung, die heutzutage nicht mit dem Staatenbund in Verbindung gebracht wird – von Kriegen in aller Welt, sozialer Verelendung, einer verfehlten Währungsgemeinschaft und der Euro-Krise, Arbeitslosigkeit, Internet-Zensur, Inflation bis zur "Diktatur des Finanzkapitals".

Europa ist, zumindest wenn es nach der überwiegenden Zahl derer geht, die sich im Netz und auch sonst zu Wort melden, als Friedensprojekt und überhaupt gescheitert.

Es mag heute im Internet, auf der Straße, in der Politik, auch in Redaktionen selbst führender deutscher Blätter angesagt sein, sich über "Eurokraten" und Anhänger einer angeblich veralteten proeuropäischen Ideologie lustig zu machen, die immer noch die "alte Erzählung" vom geeinten Europa als Bollwerk gegen Krieg und Not verbreiten. Und natürlich gibt die reale EU, insbesondere deren Verwaltung in Brüssel, reichlich Anlass zur Kritik, wie viele Institutionen und Regierungen. Aber die tiefe Verachtung, die der europäischen Idee heute entgegengebracht wird, ist völlig unangebracht. Ja, sie richtet sich gegen die Kritiker selbst.

Denn Europa ist keineswegs gescheitert. Auch wenn der alte Kontinent etwa im aktuellen amerikanischen Wahlkampf mal wieder als Inbegriff verfehlter, veralteter Politik abgetan wird, gilt die europäische Einigung vielen Menschen nicht nur in Europa bis heute als einzigartiges Beispiel, wie aus früheren, jahrhundertelangen Feinden Freunde und Partner wurden. Es ist gerade mal 70 Jahre her, zwei Generationen, dass sich der Kontinent im von Deutschland ausgelösten Zweiten Weltkrieg zerfleischte, mit 60 Millionen Toten.

Und es ist auch gerade einmal gut 20 Jahre her, dass der Kalte Krieg endete, der Europa in der Mitte teilte und 40 Jahre lang jederzeit zum "heißen Krieg" hätte werden können. Vor allem in Osteuropa ist das nicht vergessen. Auf einer Tagung junger Europäer aus Polen , Ungarn , Tschechien , Weißrussland, Frankreich und Deutschland im Frühjahr in der Nähe von Berlin waren es vor allem die Osteuropäer, die von Europa als Garanten des Friedens sprachen – ganz wie die alten "großen Europäer" Konrad Adenauer, Robert Schuman , Helmut Kohl oder Jacques Delors .

Bollwerk der Freiheit

Das geeinte Europa ist aber noch weit mehr als ein Schutzwall gegen die Schatten der Vergangenheit. Es schützt ganz konkret die Freiheit seiner Bürger: Ohne die EU gäbe es keine Reisefreiheit auf dem Kontinent, keine Niederlassungsfreiheit in allen 27 Mitgliedsländern. Es ist nicht zuletzt auch die EU, die Rechtsstaatlichkeit in den einzelnen Mitgliedsstaaten garantiert. Die Brüsseler Warnungen an die Regierungen in Ungarn und Rumänien sind noch in guter Erinnerung. 

Zum Euro mag man stehen, wie man will. Man kann mit gutem Grund bemängeln, dass er eingeführt wurde, bevor die Voraussetzungen in Form einer Wirtschafts-, Finanz- und politischen Union geschaffen wurden, und dass nicht alle heutigen Mitglieder der Euro-Zone die Bedingungen erfüllen, wie das Beispiel Griechenland zeigt. Und man kann erst recht die maßgeblich von Deutschland betriebene Sparpolitik angreifen, mit der Angela Merkel den Euro "retten" will.

Aber richtig ist auch: Dass heute mehr als 200 Millionen Menschen in Europa mit derselben Währung bezahlen und sie alle Scheine und Münzen mit den EU-Symbolen in der Tasche tragen, macht ihnen nicht nur das Leben, Reisen und Handel treiben leichter. Es ist auch ein Schutzmechanismus gegen zerstörerische Konflikte. Wer miteinander redet, sich besucht, miteinander Geschäfte macht, ist eher solidarisch.

All diese Vorzüge Europas nehmen die meisten Europäer, zumal im Westen des Kontinents und in Deutschland, die fast alle nur noch Frieden und Freiheit erlebt haben, wie selbstverständlich hin. Aber sie sind alles andere als selbstverständlich. Europa ist eine Insel der Seeligen, des Friedens, der Freiheit, der Demokratie und des Wohlstands in der Welt. Trotz alledem.

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Leserkommentare
    • war-hog
    • 12. Oktober 2012 18:06 Uhr

    Kollektiver, unreflektierter Freudentaumel.
    Und wehe dem der was dagegen hat.
    An was erinnert mich das bloß?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

    Europa:eine unsoziale Währungsunion, die Arbeitnehmer gegeneinander ausspielt und ihr Heil nun in einer eigenen Armee sucht um den heimischen Rüstungssektor zu stärken.Herzlichen Glückwunsch!

    "The EU has to act more united in international organizations; e.g. by delivering CFSP statements on behalf of the EU. There is a need to strengthen the Common Security and Defence Policy.We believe that we should in the long term aim for a European Defence Policy with joint efforts regarding the defence industry (e.g. the creation of a single market for armament projects); for some members of the Group this could eventually involve a European army."

    http://blogs.telegraph.co.uk/news/nilegardiner/100180784/eu-proposals-fo...

    ...beim Rest haben Sie die Realitäten allerdings umgedreht:

    "Kollektiver, unreflektierter Sturm der Entrüstung.
    Und wehe dem der was dagegen hat.
    An was erinnert mich das bloß?"

    ;-)

    Wir ollten us alle dazu gratuliren das wir es aus den Jahrhunderten wo eigentlich immer Grösere Kiege in Europa Tobten herraussind und nun in einen Jahrhundert angekommen sind wo unsere Probleme so klein geworden sind das wir sie auf Büssel und die EU schieben können.

    Ntürlich ist nicht alles Perfekt, und es hat auch Feindschaft gegeben in der EU, aber im Ganzen gesehen ist es doch einen erstaunlichen Wende das wir nach 2 Weltkrigen und der Zerstörung und den hass den sie hinterliesen und nach 1 kalten Krieg, nun meh oder weniger zusammen leben können und einander nicht mehr versklaven oder auslöschen oder besetzen wollen.

    Wenn wir so weiter machen werden wir unsere Problem auch in der Zukunft lösen und zu einer besseren Geselschaft werden. Wer nun sag das die EU zu grosse Probleme hat, der soll sich auf den kalten Krieg und die 2 Weltkrige besinnen, da hatten wir in Europa grosse Probleme.

    So würde ich sagen sind wir auf einen guten Weg, wenn auch noch nicht al ziel angekommen.

    • ribera
    • 12. Oktober 2012 19:19 Uhr

    Ich emfinde den diffamierenden Stil des Artikels gegenüber Anderdenkenden unerträglich.
    Ich halte die Nominierung angesichts der Tatsache, dass in den letzten Jahren die EU zunehmend undemokratischer geworden ist, für deplaziert.
    Das Kapital regiert, Parlamente dürfen nur noch abnicken, nicht demokratisch legitimierte Institutionen gewähren sich selber Immunität und wollen Transparenz verweigern.
    Wenn es hoch kommt, soll ein kleines Gremium im Geheimen tagen. Ein Mann, 1 Stimme außer Kraft gesetzt, usw.

    • cornus
    • 12. Oktober 2012 21:04 Uhr

    empfinde ich als unangemessen und auf billige Effekte zielend.

    Europa hat ein Image-Problem, o.k. Nichts desto trotz bin ich -wie der Autor wohl auch - über die Errungenschaften der EU dankbar.
    Allerdings sehe ich i. Ggs. zum Autor des Artikels die Sache mit der schnell gestrickten europäischen Währungsunion als gravierenden Fehler an - wie diese Währung spaltet, erlebt man nun tagtäglich.
    Nichts desto trotz kriege ich langsam die Krätze, wie viele Leute im Internet ihren sehr subjektiven und wahrscheinlich auch unbegründeten Unmut so heraus posten. Ist ja auch viel einfacher, noch einfacher ist es, den Like-Button zu aktivieren. Da geht es dann mal einfach nicht mehr um Inhalte.

    Und diese Haltung finde ich zutiefst undemokratisch! Das ist noch nicht einmal mehr Bildzeitungsniveau.

    und, bei einer Staatengemeinschaft muss ich das wohl sagen, die jeweiligen Teilnehmer.

    Nur kurz die letzten 15 Jahre ungenau reflektiert:

    - Kosovo
    "...wird...als einer der ersten „humanitären Kriegseinsätze“ bezeichnet und als Reaktion auf Menschenrechtsverletzungen der jugoslawischen Sicherheitskräfte dargestellt. Andererseits erfolgte der Angriff der NATO gegen die souveräne Bundesrepublik Jugoslawien ohne UN-Mandat."
    >> http://de.wikipedia.org/wiki/Kosovokrieg
    >> http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Allied_Force

    - Irak
    "Der Irakkrieg (auch: Zweiter Irakkrieg oder Dritter Golfkrieg; siehe zur Begriffsklärung „Golfkrieg“) war eine Invasion in den Irak durch die Streitkräfte der Vereinigten Staaten und ... des Vereinigten Königreichs mit militärischer und politischer Unterstützung verbündeter Staaten, der sogenannten Koalition der Willigen. [...] Der Krieg wurde von der US-Regierung als Prävention eines angeblich vorbereiteten Angriffs des Iraks auf die USA mit Massenvernichtungsmitteln begründet, aber ohne UN-Mandat geführt.
    >> http://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg

    - Libyen
    "Vertreter des libyschen Übergangsrates versprachen demnach der französischen Regierung bei der Londoner Libyen-Konferenz vom 29. März 2011 35 Prozent der libyschen Ölreserven dafür, dass Frankreich die Rebellen als legitime Vertreter Libyens anerkennt und im Kampf gegen Muammar Gaddafi unterstützt."
    >> http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg_in_Libyen#Europ.C3.A4ische...

    Angesichts der Tatsache, dass die Negativ-Kommentare über die Entscheidung des Nobelpreiskomitees bei weitem überwiegen und sich gegenseitig an Polemik und Sarkasmus überbieten, kann man wohl kaum von einem "unreflektierten Freudentaumel" reden. Es sei denn, man hat die Kommentare vorher nicht gelesen.

    Als eine Art fiebersenkendes Mittel einfach mal einen Blick hier hinein werfen:

    http://verfassungsblog.de/ein-hoch-auf-das-weltweit-erfolgreichste-fried...

    • R_IP
    • 13. Oktober 2012 9:16 Uhr

    Der Artikel ist nach dem gleichen Muster gestrickt, wie es in letzter Zeit häufiger hier zu finden ist:

    - die berechtigte Kritik an Institutionen, Personen, gesellschaftlichen Entwicklungen wird kurz expliziert, um hiernach mit einer überraschenden Volte zu kontern ("Aber die tiefe Verachtung, die der europäischen Idee heute entgegengebracht wird, ist völlig unangebracht.")

    - sodann kündigt sich eine intellektuell tiefgründige Begründung dieser Gegenargumentation an, die beweisen soll, dass die Kritiker sich wie häufig irren und dass sie ihre Kritik eigentlich gegen sich selbts richten ("Ja, sie richtet sich gegen die Kritiker selbst.")

    -was folgt ist die einfache, unreflektierte, und vor allem aber: Wiederholte und abgekupferte Aufführung der Gegenposition der Kritiker, welches deren Argumente gebetsmühlenartig wiederholt und dadurch kaum einen Eigenwert hat, geschweige denn die oben angekündigte Volte rechtfertigt.

    Sehr geehrter Herr Greven und allen anderen ZEIT-Redakteuren, die sich dieses Musters bedienen:

    So sieht kein Qualitätsjournalismus aus, sondern nur ein in 5min heruntergeschriebener Artikel, der Ihnen vielleicht einige Klichzahlen bringen, aber Ihr Klientel nachhaltig enttäuscht.

    Kollektiv ja, Freudentaumel - wo bitte ? Ich sehe nur Nörgelei, wohlstandsverwöhnte, vielleicht.

    Unsachliches und Reflexe auch in Ihren weiteren Kommentaren - die Stabilisierung des europäischen Friedens, Reisefreiheit gehört dazu, ist die Errungenschaft der Europäischen Union.

    Es sind nocht nicht einmal alle unter der Erde, die den Krieg noch erlebt haben, und doch scheint man schon alles vergessen zu haben.

    Ganz gleich, worauf Sie da anspielen, kollektiver Freudentaumel ist nicht das heutige Problem. Wäre doch auch einfach zu beheben, wenn das jeder durchschnittliche Zeitungsleser durchschaut.

    Das aktuelle Problem ist der kollektive (!) Ablehnungsreflex, oder wie auch immer man das nennen will.

    Überlegen Sie doch einmal, woran es Ihnen im Moment fehlt.
    Das ist Schritt (1). Danach, Schritt (2), stellen Sie die gleiche Überlegung an, jedoch nehmen Sie jetzt an, es wäre nicht 2012, sondern 1945.

    Wenn Sie das noch geeignet auflisten, müssen Sie danach, Schritt (3), nur vergleichen, wo mehr steht.
    Das ist dann auch noch höchst Zeit-ökonomisch.

    Geht fast so schnell, wie so eine Regeung des Kommentar-Reflexes, und ist im Ergebnis gleich viel weniger billig.

    • Bommel
    • 13. Oktober 2012 11:45 Uhr

    Ich finde den Nobelpreis für die EU toll!
    Nach Jahrhunderten von Krieg und Zerstörung in Europa haben wir zumindest in Mitteleuropa seit über 60 Jahren Frieden.
    Wir sind schon so daran gewöhnt, dass wir das gar nicht zu würdigen wissen. Außerdem finde ich es super, innerhalb der EU frei zu reisen und fast überall mit dem Euro zu bezahlen.
    Gut erinnere ich mich an die Ressentiments zwischen Deutschen und Franzosen noch vor etlichen Jahren. Letztlich traf ich einen Franzosen auf einem anderen Kontinent, der sich freute: "Dann kommen wir ja beide aus dem gleichen Land: Europa!"
    Gibt es ein besseres Argument für Europa?

    • Psy03
    • 14. Oktober 2012 12:37 Uhr

    Hier befinden sich unter den Kritikern fast nie Leute, die gegen den Europäischen Gedanken sind, so wie er mal ursprünglich gedacht wurde.

    Zu ca. 99% handelt es sich um Leute wie mich, die es einfach nicht vertretbar finden, dass der europäische Grundgedanke zur Bereicherung weniger geführt hat.
    Das Klientel, dass Sie und die Zeit so eifrig vertreten.

    Das wissen Sie aber alles schon, nicht war Herr Greven?
    Und wir wissen das auch.
    Denken Sie aber ruhig in der ein oder anderen Minute mal daran, wieviel Arbeitslosigkeit, Hunger, Tod und Elend dieses Handeln auf der Welt mit sich gebracht hat, wenn Sie nicht schon so voreingenommen sind, dass Sie das nicht mehr können.

  1. 2. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  2. und schon gar nicht in einer Überschrift. Verlange ich zuviel?

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    "Bitte, nicht mehr dieses Wort! und schon gar nicht in einer Überschrift. Verlange ich zuviel?"
    -----------------------
    Wenn schon keine Argumente vorliegen, dann eben Kampfbegriffe.

  3. "United we stand" vom Dezember 2002 muss unbedingt den Preis entgegennehmen - und er muss in seiner Rede begründen, warum er damals für diesen völkerrechtswidrigen, durch falsche Daten über nicht vorhandene Massenvernichtungswaffren vor der UNO begründeten Angriffskrieg gewesen ist

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    <em>„Barroso [...] muss [...] begründen, warum er damals für diesen völkerrechtswidrigen, <b>durch falsche Daten über nicht vorhandene Massenvernichtungswaffren vor der UNO begründeten</b> Angriffskrieg gewesen ist“.</em>

    Ich glaube, Sie haben die Begründung in Ihrer Frage gleich mitgeliefert...

  4. Gehebelter Friedensnobelpreis

    Damit der Friedens-Nobelpreis nicht ganz im Satireloch verschwindet, wird er von den EU-Patronaten gehebelt (Genügend Erfahrung hat man bereits in Sachen ESM gesammelt).

    Schlagen allerdings die Selbstbeweihräucherungsversuche fehl, wird außer Lothar Matthäus und Guido Westerwelle niemand mehr einen Friedensnobelpreis annehmen.

    • war-hog
    • 12. Oktober 2012 18:11 Uhr

    <em>"...Ohne die EU gäbe es keine Reisefreiheit auf dem Kontinent..."</em>

    Ich wusste gar nicht, dass Brüssel für den Fall des "Eisernen Vorhangs" verantwortlich war?

    Ich dachte, das waren mutige zu allem entschlossenen Bürger der damaligen DDR.

    Aber wahrscheinlich bin ich da völlig falsch informiert.

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    • TddK
    • 12. Oktober 2012 18:12 Uhr

    Auch falsch, alleine Gorbatschow hat das ermöglicht!

    • cb81
    • 12. Oktober 2012 21:46 Uhr

    Was hat denn der Mauerfall mit der Reisefreiheit in Europa zu tun?

    • Nizze
    • 12. Oktober 2012 23:05 Uhr

    Ist doch nicht so schwer zu begreifen. Ohne das gute Vorbild des westeuropäischen Zusammenwirkens in der EU wäre es gar nicht zu einer ostdeutschen und osteuropäischen Selbstbefreiung gekommen. Der Osten war rigide nur im Vergleich zur westeuropäischen Dynamik, d.h. der EU.

    ... in eine andere Richtung reisen. Immer nur über die ehemalige Grenze zur Ostzone und zurück ist doch recht eintönig. Frankreich, Österreich, Dänemark, Nieserlande, Belgien ... es gibt wirklich eine Menge schöner Länder, die man als Europäer Dank EU bereisen kann.

    • Psy03
    • 14. Oktober 2012 12:42 Uhr

    Die Wiedervereinigung wurde nur Geduldet, weil man sich dazu bereit erklärt hatte die EU zu gründen.
    Der damalige französische Präsident meinte zu Kohl dies ginge nur wenn man (wörtlich) die "Atomwaffe" abschaffen würde.
    Mit der Atomwaffe war die Deutsche Mark gemeint.

    • TddK
    • 12. Oktober 2012 18:11 Uhr

    Damit verkommt der Friedensnobelpreis immer zur einer Perversion!

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    • bmovie
    • 12. Oktober 2012 20:29 Uhr

    möglicherweise noch Pol Pot in Frage.

    Lebte Ghandi noch, würde er diesen anrüchigen Preis sofort zurückgeben - ich bin sicher.

    http://www.facebook.com/photo.php?fbid=478131515554251&set=a.26828812320...

    Schauen Sie mal in die Europäische Geschichte und zählen Sie wie viele Kriege zwischen den heutigen EU-Mitglieder waren.
    Dies was wir heute erleben ist definitiv kein Normalzustand.
    Ich finde es schade - vor allem für die Schreiber dieser negativkommentare - dass sie all dies nicht zu würdigen wissen. Vermutlich nie einen Krieg erlebt und von der Couch aus alles besser gewusst.

    • TddK
    • 12. Oktober 2012 18:12 Uhr

    Auch falsch, alleine Gorbatschow hat das ermöglicht!

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    • war-hog
    • 12. Oktober 2012 18:16 Uhr

    Und nötigte damit Gorbatschow unter gefährdung der eigenen unversehrtheit und leben eine historische Entscheidung ab?

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