Friedensnobelpreis für EU: "Absage an die Kleinstaaterei"
Führende Politiker der EU haben den Friedensnobelpreis als große Ehre bezeichnet. Die Auszeichnung komme in einer schwierigen Lage genau zum richtigen Zeitpunkt.
© Georges Gobet/AFP/Getty Images

EU-Kommissionspräsident Barroso (l.) und EU-Ratspräsident Van Rompuy in Brüssel
Das Norwegische Nobelkomitee wird den Friedensnobelpreis in diesem Jahr an die Europäische Union (EU) vergeben. Sie und ihre Vorgängerorganisationen hätten mehr als sechs Jahrzehnte lang zur Förderung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beigetragen, begründete das Komitee die Ehrung. Politiker und Repräsentanten der EU und ihrer Mitgliedsländer zeigten sich hoch erfreut.
Herman van Rompuy, Ratspräsident der Europäischen Union:
"Wir sind alle sehr stolz, dass die Bemühungen der EU anerkannt werden, den Frieden in Europa zu bewahren. Europa hat zwei Kriege im 20. Jahrhundert erlebt, und wir haben dank der Europäischen Union Frieden geschaffen. Damit ist die Europäische Union der größte Friedensstifter in der Geschichte."
José Manuel Barroso, Präsident der EU-Kommission:
"Es ist eine große Ehre für die gesamte EU, alle 500 Millionen Bürger, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet zu werden. Das Nobel-Komitee hat eine sehr wichtige Botschaft nach Europa gesendet: Dass die EU etwas sehr Kostbares ist, dass sie in Ehren gehalten wird, zum Wohl der Europäer und der ganzen Welt."
Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments:
"Die EU ist ein einzigartiges Projekt, das Krieg durch Frieden ersetzt hat, Hass durch Solidarität. In der EU geht es um Versöhnung und damit kann sie als eine Inspiration dienen. Wir im EU-Parlament sind tief bewegt."
Angela Merkel, Bundeskanzlerin:
"Das ist eine wunderbare Entscheidung. Das ist Ansporn und Verpflichtung zugleich – auch für mich ganz persönlich."
Guido Westerwelle, Bundesaußenminister:
"Das ist eine großartige Entscheidung, die mich stolz und glücklich macht. Die europäische Integration ist das erfolgreichste Friedensprojekt der Geschichte. Aus den Trümmern von zwei schrecklichen Weltkriegen sind Frieden und Freiheit gewachsen, aus Erbfeinden sind gute Freunde und untrennbare Partner geworden."
Anders Fogh Rasmussen, Nato-Generalsekretär:
"Die Europäische Union hat eine entscheidende Rolle dabei gespielt, die Wunden der Geschichte zu heilen sowie Frieden, Versöhnung und Zusammenarbeit quer durch Europa zu fördern.
Elmar Brok, CDU-Europaabgeordneter:
"Die EU hat Krieg in Europa unmöglich gemacht. Der Preis ist gerade in der schweren Zeit ein wichtiges Zeichen der Ermutigung, dass wir die Finanzkrise bewältigen. Die Anerkennung ist lange verdient, denn die Einigung ist die erfolgreichste Friedensmission vielleicht in der ganzen Weltgeschichte."
Helmut Kohl, Altbundeskanzler:
"Als Europäer haben wir heute allen Grund, stolz zu sein. Der Preis ist auch eine Ermutigung für uns alle, auf dem Weg des geeinten Europa weiter voranzugehen."
Gerhard Schröder, Altbundeskanzler:
"Für das Zusammenwachsen Europas kommt sie zum richtigen Zeitpunkt und stärkt die Kräfte, die sich für eine weitere Integration der Europäischen Union einsetzen. Sie ist eine deutliche Absage an Nationalismus und Kleinstaaterei."
Ronald S. Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses:
"Als der Eiserne Vorhang niedergerissen wurde und die diktatorischen Regime in Zentral- und Osteuropa weggeschwemmt wurden, war es die EU, die den neuen Demokratien eine Perspektive geboten und von chauvinistischen Verlockungen abgesehen hat. Heute bleibt die Europäische Union trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise ein Vorbild für andere Regionen in der Welt."
Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen:
"Freude, schöner Götterfunken"





...never...!
was beinhaltet denn 'kleinstaaterei'?
ein sowohl wirtschaftlich als auch 'politisch' vereintes europa wuerde so lange -zusammen-halten wie das roemische imperium...
hoffentlich ist die headline keine anweisung, noch mehr ueber die koepfe der buerger zu bestimmen und 'noch mehr' in ein nanny-state system zu verfallen...
cheers
>ein sowohl wirtschaftlich als auch 'politisch' vereintes europa wuerde so lange -zusammen-halten wie das roemische imperium...
Was jetzt nicht schlecht wäre, wenn man bedenkt das dies rund 1000 Jahre hielt und seit dem letzten Krieg in Europa nicht einmal 70 Jahre vergangen sind.
Das Beispiel ist aber auch daher ungeeignet, weil die EU ihre Gebietsexpansion nicht durch Krieg und Unterdrückung vollzogen hat, sondern durch Politik und Wirtschaft.
Vergleichbar wäre die EU von der Größenordung, wenn auch nicht von der Fläche, mit der USA - nur halt mit einem stärkereren historisch-kulturellen Hintergrund und deutlich mehr geschichtlichen Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen (Bundes-)staaten.
Das die EU in ihrer aktuellen Ausprägung noch Fern vom Optimum ist sei dahin gestellt. Die Idee dahinter ist aber Klasse und verdient den vergebenen Friedensnobelpreis!
>ein sowohl wirtschaftlich als auch 'politisch' vereintes europa wuerde so lange -zusammen-halten wie das roemische imperium...
Was jetzt nicht schlecht wäre, wenn man bedenkt das dies rund 1000 Jahre hielt und seit dem letzten Krieg in Europa nicht einmal 70 Jahre vergangen sind.
Das Beispiel ist aber auch daher ungeeignet, weil die EU ihre Gebietsexpansion nicht durch Krieg und Unterdrückung vollzogen hat, sondern durch Politik und Wirtschaft.
Vergleichbar wäre die EU von der Größenordung, wenn auch nicht von der Fläche, mit der USA - nur halt mit einem stärkereren historisch-kulturellen Hintergrund und deutlich mehr geschichtlichen Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen (Bundes-)staaten.
Das die EU in ihrer aktuellen Ausprägung noch Fern vom Optimum ist sei dahin gestellt. Die Idee dahinter ist aber Klasse und verdient den vergebenen Friedensnobelpreis!
man sich doch in die Tasche lügen kann. Zusamenbruch mit Friedensnobelpreis ist wie Untergang mit wehenden Fahnen. Wir sind also für den Frieden gestorben und nicht an selbstsüchtigen fortgesetzten kolonialen Machtansprüchen der Vorkriegsära gescheitert. Das mildert den Schwerz ungemein.
Zumindest besser als an Helmut Kohl oder einen anderen Politiker. Da der Preis sich NUR auf das "Friedensverhältnis" der EU in Europa bezieht kann es ein Zeichen sein.
Das Verhältnis der EU außerhalb Europas hätte diesen Preis zur Zeit wahrhaftig nicht verdient.
Eine Warnung an Russland, China und den Iran!
Der Friedensnobelpreis wird immer lächerlicher, erst Obama jetzt EU. Die EU ist als Treuer US Vasalle war bei jedem Konflikt dabei! Selbst für Angriffskriege war man sich nicht schade!
... schlecht ist das.
Die EU hat also Krieg geführt ... sogar einen Angriffskrieg.
Donnerwetter.
Wo lassen Sie denken?
Die Vergabe an Obama fand ich auch schwachsinning, da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Der Rest ist allerdings nicht nachvollziehbar. Einfach nur polemisch. Die EU besteht aus 27 Staaten und davon sind mit Sicherheit nicht alle US-Vasallen. Oder wollen Sie z.B. behaupten das Frankreich ein US-Vasall ist? Welche Angriffskriege soll den die EU geführt haben? Auch gibt es in der EU Staaten, die in er Neuzeit, mit Sicherheit noch nie einen Angriffskrieg geführt haben.
Was hier ausgezeichnet wurde, ist ein politisches Friedens -Projekt für EUROPA, was meines Erachtens ein voller Erfolg geworden. Ich meine, wenn Sie mal die letztens Jahrhunderte betrachten, wieviel Kriege und Auseinandersetzungen es in Europa gab. Und heute? Deutschland und Frankreich sind kein Feinde mehr, sowohl West- als auch Osteuropa, nach dem kalten Krieg in einem Verbund, unter einer Flagge. Der Beitritt des Balkans steht kurz bevor. Das wäre alles bis vor wenigen Jahrzehnten noch unvorstellbar gewesen. Man kann schon behaupten, dass dieser Kontinent nach zwei fürchtlichen Kriegen mit diesem Projekt befriedet wurde. Daran kann auch die momentane Krise nichts ändern. Meines Erachtens kann die EU auch als Modell für andere Regionen in der Welt als Vorbild dienen.
... schlecht ist das.
Die EU hat also Krieg geführt ... sogar einen Angriffskrieg.
Donnerwetter.
Wo lassen Sie denken?
Die Vergabe an Obama fand ich auch schwachsinning, da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Der Rest ist allerdings nicht nachvollziehbar. Einfach nur polemisch. Die EU besteht aus 27 Staaten und davon sind mit Sicherheit nicht alle US-Vasallen. Oder wollen Sie z.B. behaupten das Frankreich ein US-Vasall ist? Welche Angriffskriege soll den die EU geführt haben? Auch gibt es in der EU Staaten, die in er Neuzeit, mit Sicherheit noch nie einen Angriffskrieg geführt haben.
Was hier ausgezeichnet wurde, ist ein politisches Friedens -Projekt für EUROPA, was meines Erachtens ein voller Erfolg geworden. Ich meine, wenn Sie mal die letztens Jahrhunderte betrachten, wieviel Kriege und Auseinandersetzungen es in Europa gab. Und heute? Deutschland und Frankreich sind kein Feinde mehr, sowohl West- als auch Osteuropa, nach dem kalten Krieg in einem Verbund, unter einer Flagge. Der Beitritt des Balkans steht kurz bevor. Das wäre alles bis vor wenigen Jahrzehnten noch unvorstellbar gewesen. Man kann schon behaupten, dass dieser Kontinent nach zwei fürchtlichen Kriegen mit diesem Projekt befriedet wurde. Daran kann auch die momentane Krise nichts ändern. Meines Erachtens kann die EU auch als Modell für andere Regionen in der Welt als Vorbild dienen.
Es ist wohl auch als ein Zeichen an die Mitglieder zu verstehen, dass die EU eben mehr ist als nur der EURO - das wurde in den letzten 2 Jahren leider mehr und mehr vergessen.
Ausgerechnet das schwächste Stück aller hier zitierter Kommentare wird als Überschrift ausgewählt. Europäisches Miteinander und Integration bedeutet noch lange nicht, national Identität und Staatlichkeit aufzuheben. Umso weniger, je zahlenmäßig kleiner die Mitgliedstaaten sind.
Schon beginnt man, den Friedensnobelpreis für seine spezielle Sicht auf Europa in Anspruch zu nehmen. Und so wird 's wohl weitergehen.
an das Wort "Kleinstaaterei". Es wird mir mittlerweile zu oft mit dem Ziel benutzt, polemisch regionale Identitäten ohne Rücksicht plattzubürsten.
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