Ehrung : EU erhält Friedensnobelpreis

Der Friedensnobelpreis 2012 geht an die Europäische Union. Sie habe, so das Komitee, 60 Jahre lang dazu beigetragen, Frieden und Demokratie in Europa voranzubringen.

Das Nobelkomitee in Oslo hat den Friedensnobelpreis in diesem Jahr an die EU vergeben. Die EU habe dabei geholfen, Frieden und die Demokratie in Europa voranzubringen, begründete das Norwegische Nobelkomitees in Oslo seine Entscheidung. Die Gemeinschaft stehe für "Brüderlichkeit zwischen den Nationen".

Zugleich verwies das Nobelpreiskomitee auf "tiefe wirtschaftliche Schwierigkeiten und beachtliche soziale Unruhen", mit denen die EU zurzeit zu kämpfen habe. Doch solle der Nobelpreis das Augenmerk auf das wichtigste Ergebnis legen: den erfolgreichen Kampf für Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte. "Die stabilisierende Rolle der Europäischen Union hat dazu beigetragen, ein ehemals zerrissenes Europa von einem Kontinent des Krieges in einen Kontinent des Friedens zu verwandeln", sagte der Vorsitzende des Nobelpreiskomitees, Thorbjörn Jagland .

Das Komitee aus fünf Mitgliedern hob in seiner Begründung auch die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg als herausragendes Ergebnis der europäischen Integration heraus. Beide Länder seien in drei Kriegen gegeneinander verwickelt gewesen. "Heute ist Krieg zwischen Deutschland und Frankreich undenkbar", hieß es weiter.

Musterbeispiel für friedliches Zusammenleben

Die Europäische Union bemüht sich seit Jahren auch außerhalb der eigenen Grenzen um die Verhinderung und Entschärfung von Konflikten. Die EU ist gemeinsam mit Russland , den USA und den Vereinten Nationen Mitglied des Nahost-Quartetts. Die EU sucht besonders enge Beziehungen zu den nordafrikanischen und den osteuropäischen Staaten. In vielen Fällen finanziert die EU Projekte zur Schaffung von Arbeitsplätzen vor allem für junge Menschen. Zur Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) gehört eine Reihe von zivilen und militärischen Einsätzen in Krisenregionen.

Die EU war schon mehrfach als Kandidatin für die Auszeichnung gehandelt worden. Die europäische Integration gilt als Musterbeispiel der friedlichen Zusammenarbeit von Staaten und als "erfolgreiches Friedensprojekt" nach dem Zweiten Weltkrieg. In der aktuellen Euro-Krise ist die Auszeichnung ein wichtiges Zeichen.

Die Entscheidung war bereits eine Stunde vorher bekannt geworden. Der gewöhnlich gut informierte Osloer Rundfunksender NRK hatte darüber berichtet. Bereits am Vorabend hatten sich Spekulationen verbreitet, wonach die EU mit dem weltweit hoch geachteten Preis ausgezeichnet werden soll. Der Komiteechef und norwegische Ex-Regierungschef Thorbjörn Jagland sowie der Direktor des Nobelinstitutes, Geir Lundestad, gelten seit mehreren Jahren als Verfechter der Vergabe an die EU. Allerdings ist das Komitee nach einem Parteienproporz zusammengesetzt, der auch zwei EU-kritische Parteien berücksichtigt.

Enttäuschung in Russland

Im Vorfeld war auch die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und deren inzwischen 70-jährige Mitgründerin Swetlana Gannuschkina als möglicher Preisträger gehandelt worden. Umso größer war die Enttäuschung in Russland. "Das Nobelpreis-Komitee hat die Chance verpasst, eine Rolle bei der Stärkung der Menschenrechte in Russland zu spielen", sagte die russische Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa, die selbst zum erweiterten Kreis der Favoriten gezählt worden war.

Die EU ist dabei nicht die erste Organisation, die mit dem Friedensnobelpreis geehrt wird. Bereits dreimal – 1917, 1944 und 1963 – erhielt die Auszeichnung das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Die Vereinten Nationen erhielten den Nobelpreis im Jahr 2000, nachdem zuvor bereits mehrere UN-Unterorganisationen ausgezeichnet worden waren. Ebenfalls den Friedensnobelpreis erhielten Amnesty International, der Weltklimarat (IPCC) sowie Ärzte ohne Grenzen.

Im vergangenen Jahr wurden drei Frauen ausgezeichnet. Die Journalistin Tawakkul Karman aus dem Jemen teilte sich den Preis mit der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf und Leymah Gbowee , ebenfalls aus Liberia.

Der Friedensnobelpreis ist mit umgerechnet 930.000 Euro dotiert. Überreicht wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag von Stifter Alfred Nobel . Dieser hatte einst in seinem Testament verfügt, dass derjenige mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden soll, der im jeweils vorausgegangenen Jahr am meisten für den Frieden getan hat.

Verlagsangebot

Der Kult ums gesunde Essen

Nahrung soll Energie und Freude bringen. Doch immer mehr Lebensmittel werden zum Problem gemacht: Vom Salz bis zum Fleisch. Warum eigentlich? Jetzt in der neuen ZEIT.

Hier lesen

Kommentare

272 Kommentare Seite 1 von 39 Kommentieren

500 Kommentare und 99 davon negativ.

Das waeren dann immer noch mehr als 80% positiv - geht doch.

Im Prinzip finde ich den Preis OK, zum jetzigen Zeitpunkt riecht er aber ein bisschen nach "Bezahlt die Schulden der PIGS, sonst gibt es wieder Krieg", und ausserdem stoert mich, dass die Apologeten von Helmut Kohle jetzt sagen werden, dass er der eigentliche Preistraeger ist.

Im Umkehrschluss reduziert diese Preisverleihung natuerlich die Chancen, dass in den naechsten Jahren ein einzelner Politiker den Preis fuer die europaeische Einigung erhaelt, und damit ist dann die Gefahr, dass der Bimbes-Kanzler diese Ehrung erhaelt, wohl endgueltig gebannt.

Wie schade!

Natürlich braucht die EU Geld - Vielen Dank!
Warum kriegt Deutschland keinen Preis, wir waren doch immer die Bösewichte.
Den Frieden gibt es auch nur, weil man sich drauf geeinigt hat nur noch deutlich schwaechere Regionen der Welt auszubeuten.
Europaeische Entscheidungen betrohen tagtaeglch die Exsistens von Millionen von Menschen in der Welt. Man denkt nur mal an Waffenexporte, Fischerrei, Biosprit (Palmöl) und die Flüchtlingsströme aus der dritten Welt sind auch hausgemacht. Wenn es mal wieder nichts interessantes zu berichten gibt, ertrinken bestimmt mal wieder 60 Afrikaner vor laufenden Kameras für die gepflegte Abendunterhaltung in Wohnzimmern der EU.

Negativ genug für Sie?

Wie gerne würdemich mich darüber freuen...

wenn uns nicht:
1. Der letzte Preisträger bitterlichst enttäuscht hätte - war kein gutes Omen für den Frieden...

2. Wenn die europäische Union sich wirklich friedlich verhalten hätte - hat sie jedoch wirklich nicht: Frankreich unter Sarkozy stürzte sich in den Lybien-Krieg. Europäische Soldaten kriegen weiter gegen die Afghanen, ihr Kosovo-Auftritt ist längst noch nicht in trockenen Tüchern, man ruft Sanktionen aus ohne Ende und folgt ergeben dem Wildwest-Amerika.
Es verbleibt nur die Hoffnung, dass es die europäische Union nicht Obama nachmacht, der, kaum hatte er den Preis, anfing, wie wild aus der Hüfte zu schiessen.

Über gehässige Kommentare ...

... freue ich mich nicht.

Ärgerlich ist, dass zu viele Politiker wieder einmal die "Alternativlosigkeit" ihrer eigenen Rezepte zur Behebung des ökonomischen Ungleichgewichts in der EU herausstellen werden.

Erfreulich ist hingegen, dass an einem Tag wie diesem ">darauf hingewiesen werden darf, dass das Bild vom tugendhaft sparsamen Deutschen und dem Südeuropäer als Belastung, vorsichtig ausgedrückt, unvollständig ist. Der technischen Details halber empfehle ich der ZEIT allerdings, einmal den amerikanischen Ökonomen Michael Pettis zu interviewen (erreichbar in Beijing, an der Guanghua School of Management).

Aber so oder so: es gibt ihn eben doch noch, den Unterschied zwischen der ZEIT und der BILD-Zeitung. Und das freut mich.

Eine kleine Anmerkung:

Sanktionen sind politische Maßnahmen, keine militärischen!

Zur weiteren Bildung:

Einfach mal ne Zeitleiste anschauen mit Kriegen nur zwischen Deutschland und Frankreich. Wenn man bedenkt wieviele Konflikte in wie kurzer Zeit vor der EU-Gründung stattgefunden haben und das sie nur zwischen zwei der über zwanzig Mitgliedsstaaten ausgetragen wurden, war innereuropäischer Frieden damals völlige Utopie.

Außenpolitisch sehe ich auch viel Verbesserungspotential. Militärische Interventionen in fremden Ländern dürfen nicht stattfinden.

Trotzdem finde ich angesichts der vielen kritischen Meinungen, die überall zum Thema EU geäußert werden einen wichtigen Fingerzeig, den innereuropäischen Frieden als große Errungenschaft dieser Völkergemeinschaft herauszustellen, wo er doch scheinbar so oft völlig aus dem Blick gerät.

Die Pointe der EU

war vielleicht einmal so angedacht wie Sie das sehen. Umgesetzt wurde etwas ganz anderes. Und das fällt uns nun und in den kommenden Jahren heftigst auf die Füße! Die Politik wird nunmal leider nicht für die gesamte Bevölkerung gemacht, sonder nur für einen einflußreichen Teil... Und ob uns das den erhofften Frieden bringt lasse ich einmal dahingestellt. Verträge & Verbände gab es in der Geschichte schon zu genüge; wenn es hart auf hart lief haben sie keinen Krieg verhindert!

Warum so pessimistisch?

Man kann doch einfach mal die Fakten prüfen. Haben EU Mitgliedsstaaten in den letzten Dekaden Krieg gegeneinander geführt? Ja/Nein. Ist die Finanzkrise eine Folge der EU? Ja/Nein. Ist auf absehbare Zeit ein Krieg zu befürchten? Ja/Nein.
Und was die Politik betrifft, für "die da oben". Das die Sozialgesetzgebung an Grenzen stößt hat viele Ursachen, wie z.B. den demographischen Wandel, ein hoher Grad der Technisierung etc, aber nicht, "Die Politik wird nunmal leider nicht für die gesamte Bevölkerung gemacht, sonder nur für einen einflußreichen Teil".

Gerade jetzt sehr unpassend

In den Anfangsjahren hätte die Montanunion/EG den Preis vielleicht verdient.

Jetzt, wo die EU Politik ihre Mitgliedsstaaten polarisiert wie nichts, ist der "Friedens"-Nobelpreis sicherlich unangebracht. Ohne das EU-Prestigeprojekt "Euro" gäbe es keine konfliktgeladenen Spannungen zwischen Nordeuropa (allen voran Deutschland) und Südeuropa (allen voran Griechenland) - und auch keinen isolationistischen Kurs Großbritanniens.

Frieden gibt es übrigens auch in Norwegen und der Schweiz. Ohne EU.

Das ist mir zu einfach

Sie sollten aber auch nicht den Fehler machen, die Eu und die EU-Kommission zu verwechseln. Wenn man von Deutschland spricht, dann spricht man eben auch nicht von der Bundesregierung. Die EU ist erstmal nur der Verbund verschiedener Nationalstaaten, ein Einigungsprojekt, dass von der aktuellen Politik zu trennen ist. Ich halte in diesem Kontext den Preis für gerechtfertigt.

Warum so optimistisch?

"Haben EU Mitgliedsstaaten in den letzten Dekaden Krieg gegeneinander geführt?"
Es gab in diesem Zeitraum keinerlei Gründe für eine kriegerische Auseinandersetzung.
Zu Zeiten des kalten Krieges war es die gegenseitige Einschüchterung/Bedrohungslage, die ernsthafte Konflikte im Keim erstickt hat.
Oder war der ehemalige Ostblock auch schon in der EU...?!?

"Ist die Finanzkrise eine Folge der EU?"

Die EU ist ein Teil dieser Krise. Die Art & Weise wie die EU mit der Krise "umgeht" ist katastrophal! Das zeigt sich nicht heute & morgen. Aber wenn es denn mal so weit sein wird kann es ernsthafte Konflikte , auch innerhalb der EU geben.

"Ist auf absehbare Zeit ein Krieg zu befürchten?"

Es ist auf jeden Fall nicht auszuschließen. Schon gar nicht nur weil es eine EU gibt. Anbei, Bürgerkriege & massive Unruhen zählen für mich nicht zu Friedenszeiten...

"Und was die Politik betrifft, für "die da oben". Das die Sozialgesetzgebung an Grenzen stößt hat viele Ursachen, wie z.B. den demographischen Wandel, ein hoher Grad der Technisierung etc, aber nicht, "Die Politik wird nunmal leider nicht für die gesamte Bevölkerung gemacht, sonder nur für einen einflußreichen Teil"."

Stimmt, die Banken & Versicherungen haben keine Lobby...

Wie ich schon einige mal geschrieben habe..

Freiheit und Frieden (genau in dieser Reihenfolge bitte) in Europa stehen auf 2 Säulen:
1. Demokratische Grundordnung
2. Westbindung
Mit beidem hat die EU nichts zu tun. Schon gar nicht mit dem ersten.
Man versucht uns eine überbordende Bürokratie als Friedensprojekt zu verkaufen, statt dessen ist das nur ein Endlager für Politiker die zu Hause keiner mehr will. Damit Homo-Verwaltikus eine Arbeit zu verrichten hat.
Wenn demokratische Nationalstaaten sich auf Augenhöhe begegnen, dann ist der Frieden sicherer, als wenn eine zentralistische Behörde Zwang und Druck ausübt.

Frieden...

Man sieht besonders gut in Griechenland, Spanien, wie die EU friedenstiftend wirkt. Definitiv der soziale Frieden hat sich aus diesen Ländern schon verabschiedet(, u.a. bekommen die Separatisten vermehrt Unterstützung von der katalanischen Bevölkerung).
Ach und der Frieden, den die EU zwischen Ländern wie De, GB und GR gestiftet hat ist auch sensationell, wo die Boulevardpresse gegen den anderen hetzt.
Das europäische Projekt wäre ein Kandidat für den Friedensnobelpreis vor Euroeinführung, vor der Bologna-Reform, nach dem Schengenabkommen und der Wiedervereinigung Deutschlands.
Aber zurzeit werden mit den Bankenrettungen, Boulevardmedien, Unterstellungen, wie "der faule Grieche, ehrgeizige Deutsche" die Völker Europas gegeneinander ausgespielt. ALles zum Wohle der Finanzindustrie, die uns die Krise eingebrockt hat, weil sie Kreditexzesse mitgemacht haben...

Natürlich gibt es

Lobbyismus. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. ABER, wir leben nunmal in einem schwer zu finanzierenden Sozialstaat, genauso wie andere Länder der EU. Wenn Ihre Behauptung richtig wäre, dann bräuchte man keinen Sozialstaat, denn was interessiert es schon die Banken etc.
Und was die Motivation zum Frieden angeht. Es gibt keinen Krieg und ein wichtiger Grund dafür ist die innereuropäische Versöhnung.
Man kann die Nobelpreisentscheidung sicher kritisch hinterfragen, aber dazu gehört es auch, das Positive an der EU zu sehen.

interessanter Gedanke! Aber oberflächlich.

und um den von ihnen genannten Frieden können wir ganz ehrlich auch alle sehr froh sein!

Doch wenn man sich genau umsieht, dann ist der Frieden nur eine Illusion. Den Krieg gibt es immernoch, nur haben wir den - den Gesetzen der Globalisierung entsprechend - "outgesourced".

Jedes zweite "Ding" was wir tagtäglich kaufen, und auch jeder zweite Geldschein den wir dabei in den Händen halten, haben irgendwie, im Laufe ihrer Herkunfts und Entwicklungsgeschichte, mit Unterdrückung, Ausbeutung, Raubbau, Sklaverei, Tierquälerei oder nicht zuletzt mit Krieg zu tun. Nur passiert dies eben selten im sichtbaren öffentlichen europäischen Raum.

Die "Welt" in der wir Europäer leben, oder eben das was wir von ihr mitbekommen ist größtenteil friedlich, sauber und moralisch einwandfrei.

Es handelt sich quasie um einen Nobelpreis fürs "Oberflächensauberhalten". Fürs Probleme verbergen und Drecksarbeit ausfrachten.

Stimmt.

Da haben Sie nicht ganz unrecht. Mir ging es aber eben darum das schöne Bild des harmonischen Friedens - der ja (und das lobe ich auch) Mitverdienst der EU ist - ein wenig zu hinterfragen.

Andererseits sind es in vielen Fällen die Gesetze der EU welche gegen die von mir beschriebenen (auch globalen) Misstände etwas ausrichten könnten, aber dann doch umgehbar oder industrienah formuliert werden.

Ich weiß noch wie die Nato

vor inneren Unruhen in Europa warnte.

Und Frieden... naja, ich weiß nicht.
So friedlich sieht mir das in Griechenland nicht mehr aus.

Ich weiß auch nicht ob ein grieschicher Patient sich so Richtig über diesen Preis freuen kann, wenn er zwischen den Todesarten verhungern und Blutwäsche bezahlen, oder Blutwäsche nicht bezahlen und daran sterben entscheidet.
Erst neulich in einer Reportage gesehen auf Phoenix gesehen.

Sorry das ich den Spaß verderben muß, aber Frieden haben wir in vielen Teilen Europas nicht mehr und da die aktuellen Regierungen nicht für nachhaltigen Frieden sorgen, finde ich den Preis unverdient "."

Genau diese Maßnahmen sind die Geschichte der EU

Nach zwei Weltkriegen, die von Europa ausgegangen waren, beschloss man nicht mehr gegeneinander zu arbeiten, sondern miteinander. Wenn das kein Erfolg ist. Als mein Vater geboren wurde war Frankreich noch der Erbfeind, alles was östlich der Oder-Neisse-Linie wohnte waren Untermenschen etc. Die Weltwirtschaftskrise verschärfte sich dadurch, dass jeder seine nationalen Interessen gegen den anderen zu schützen versuchte und am Schluss alle verloren hatten. Grenzen existieren heute vor allem in den Köpfen, doch auch dort werden sie eines Tages keine allzugroße Rolle mehr spielen.

Wenn Sie nicht dafür geschaffen ist,

wie kann sie dann dafür geehrt werden, keinen Krieg geführt zu haben?

Es sind vielmehr so viele andere Dinge, die die Menschen stören; mich persönlich ganz konkret die Tatsache, dass wegen der Austeritätsmaßnahmen Europas, die natürlich in letzter Konsequenz mit Gewalt durchgesetzt werden würden, hier in Spanien auf der Straße Menschen Prügel von der Staatsgewalt kassieren.
Schöner Frieden!

Ja, und?

Trägt die Tatsache, dass hier nur ein paar Nationen statt aller in der EU Krieg wollten, dazu bei, den Preis für die EU zu rechtfertigen? Wie ich schon sagte, die Tatsache, dass die EU nicht für Kriege geschaffen wurde (nur für die Aufrüstung der Nationen, wenn man sich die Gründung der EGKS und der EWG ansieht, vgl. Rosato 2011), und daher keine Kriege geführt hat (zumindest nicht selbst) ist mitnichten ein Argument.

Mir ist nicht ganz klar, inwiefern ihr Beitrag eine Erwiderung auf meinen Kommentar ist.

Ganz einfach...

trotz EU Mitgliedschaft macht jedes Land das was es für richtig hält. Es spricht so gut wie nie in gemeinsamer Spache. In Krisenzeiten wird nur das Eigeninteresse verteten & zeitnahe/richtige Entscheidungen werden so verhindert. Kriege hat die EU und deren Mitglieder auch nicht verhindert, war allerdings schon in einigen verwickelt. Sei es durch Waffenhandel oder durch direktes Eingreifen...
Die EU hat schon viele Vorteile gebracht & ist auch von der Grundidee eine sehr gute Sache. Allerdings wurden viele Dinge dieser Grundidee pervertiert und aufgrund von Interessen falsch oder gar nicht umgesetzt. Diese reine Lobhudelei auf die EU passt im Gesamtbild einfach nicht.