NordafrikaLibysche Milizen sollen Gaddafis Sohn getötet haben

Ein Jahr nach dem Tod des libyschen Machthaber sucht die Regierung noch immer nach dessen früheren Anhängern. Nun soll einer der Söhne in einem Gefecht gestorben sein.

Libysche Milizen fahren von ihrer Zentrale in Tripolis zur Wüstenstadt Bani Walid.

Libysche Milizen fahren von ihrer Zentrale in Tripolis zur Wüstenstadt Bani Walid.

Genau ein Jahr nach dem Tod des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi soll sein Sohn Chamis getötet worden sein, berichtete der Fernsehsender Libya TV am Samstag. Den Angaben zufolge starb der Sohn bei einem Gefecht zwischen Milizen in der Stadt Bani Walid. Der stellvertretende Ministerpräsident Mustafa Abu Schagur twitterte, die Leiche sei in ein Krankenhaus in der Stadt Misrata gebracht worden.

Chamis al-Gaddafi hatte während der Herrschaftszeit seines Vaters eine Brigade der Regimetruppen kommandiert. Schon während des Bürgerkriegs im vergangenen Jahr wurde er einmal totgesagt. Gaddafi war am 20. Oktober 2011 nach einen Nato-Bombardement der Stadt Sirte von Rebellen getötet worden.

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Auch ein weiterer Vertrauter des ehemaligen Machthabers wurde festgenommen. Wie die libysche Regierung mitteilte, wurde Gaddafis ehemaliger Sprecher, Moussa Ibrahim, am Samstag in der Ortschaft Tarhuna 70 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tripolis gefasst. Ibrahim wurde nach Tripolis gebracht, wo er vernommen werden soll.

Neun Tote und über 100 Verletzte bei Angriff auf Bani Walid

Welchen Vorwürfen sich der ehemalige Regierungssprecher stellen muss, wurde nicht bekannt. In der Vergangenheit hatten Regierungsvertreter aber angedeutet, dass er wegen Volksverhetzung und Verbreitung falscher Informationen angeklagt werden könnte.

Ibrahim hatte den Posten des Gaddafi-Sprechers im März 2011 kurz nach dem Beginn der Revolte gegen den Machthaber übernommen. Über Monate lieferte er der internationalen Presse die Interpretation der Regierung zu den Ereignissen im Land. Gerüchte zufolge war er nach der Einnahme von Tripolis im August 2011 mit seiner deutschen Frau und seinem kleinen Sohn nach Großbritannien geflohen.

Die Armee begann am Samstag mit Angriffen auf Milizen in der Wüstenstadt Bani Walid. Wie Staatsmedien berichteten, gab es dabei fünf verletzte Soldaten. Nach Krankenhausangaben wurden mindestens neun Menschen getötet und über 100 verletzt. Seit zwei Wochen wird Bani von Milizen belagert, die Befehle erhalten sie aus der Stadt Misrata.

Bani Walid gehörte während der Revolution im vergangenen Jahr zusammen mit Sirte, der Heimatstadt von Gaddafi, zu den letzten Städten, die hauptsächlich zu Gaddafi hielten. Zwar warBani Walid am 17. Oktober 2011 von den Gaddafi-Gegnern eingenommen worden, in den vergangenen Monaten gewannen aber die Anhänger Gaddafis dort wieder die Macht. Auch jetzt sollen sich in der Stadt noch viele von der Justiz gesuchte Anhänger des gestürzten Machthabers aufhalten.

 
Leserkommentare
  1. Ich entnehme diesem Artikel, dass Bani Walid von Milizen besetzt ist und von anderen Milizen (aus Misrata) belagert wird. Dieses Konglomerat wird von der libyschen Armee angegriffen? Ist das richtig?

    Was ist denn an den Informationen dran, dass dabei Gas eingesetzt wird? Und was ist das für eine libysche Armee? Wieder die alte? Oder noch weitere Milizen?

  2. zumal sich der ehemalige Regierungssprecher inzwischen gemeldet hat und keineswegs festgenommen ist.

    http://www.youtube.com/wa...

    Direkt neben der Leiche von Chamis Gaddafi sollen auch Osama bin Laden und Martin Bormann gesehen worden sein. Im übrigen hätte es bestimmt keine Siegesfeieren in Bani Walid gegeben, wenn der Gaddafi-Sohn tatsächlich gefallen wäre.

    http://www.youtube.com/wa...!

    Mir stellt sich nur die Frage, weshalb die "Zeit" diesen Propaganda-Mist der Marionetten-Regierung in Libyen, der inzwischen auch von CNN dementiert wurde, veröffentlicht und weshalb sie Angehörige der Misurata-Banden dem Publikum als "Soldaten" verkaufen möchte.

    https://twitter.com/Joman...

    6 Leserempfehlungen
  3. Und wenn man sich das Foto oben ansieht, gibt es auch noch Milizen mit "Zentrale in Tripolis", die da mitmischen. In schön einheitlichen Fahrzeugen, bis an die Zähne bewaffnet, aber natürlich in Zivilkleidung.

    Wollten die nicht die Waffen niederlegen?

    3 Leserempfehlungen
    • WiHi
    • 21.10.2012 um 11:23 Uhr

    Muammar Gaddafi wurde nicht getötet, er wurde auf bestialische Art und Weise ermordet mit Unterstützung der NATO, die seinen Begleitkonvoi durch Bomben verkohlt hat.

    Die gleichen heruntergekommenen Charaktere treiben sich auch in Syrien herum. Heute Nacht wurde im französischen Hospital in Aleppo durch eine Autobombe ein Blutbad angerichtet und gerade eben ging in Damaskus eine Autobombe in der Innenstadt in die Luft, genaueres ist noch nicht bekannt. Mal schauen was der Sondergesandte der UN, Herr Brahimi, der zur Zeit in Damaskus ist dazu zu sagen hat.

    Englische Übersetzung zur oben eingestellten Rede von Dr. Moussa Ibrahim vom 20.10.12

    https://www.facebook.com/...

    MfG WH

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  4. Dass Libyen keinesfalls befriedet ist, liegt auch damit zusammen, dass Gaddhafi verdammt viele Anhänger hatte. Man kann die ja nicht einfach alle wegsperren wegen ihrer politischen Gesinnung. Eine Befriedung kann nur erreicht werden, wenn man diese Leute in den Aufbau mit einbindet. Ansonsten wird der Bürgerkrieg noch lange dauern.

    Aber ich fürchte dass die Sieger (Nato) alles tun werden, um diese politischen Ansichten zu verhindern. Immerhin läuft das Öl und keiner will wissen, wo die Einnamen hinfliessen. Ist doch perfekt.

  5. Libyen ist zurzeit immer noch eine große Gerüchteküche, was da in der Twittersphäre alles gemeldet wird, ist teilweise unglaublich.

    So schön es für die Leute ist, zum Jahrestag der Befreiung wieder etwas Großartiges zum Feiern zu haben (gestern war dann auch Riesenparty auf den Straßen von Tripolis, mit großem nationalistischen Elan), ich rate zur Zurückhaltung:

    Nach Eingang der ersten Berichte ohne Konjunktiv wäre immer noch früh genug gewesen für einen Artikel.

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    ja, laut spiegelonline sollen tatsächlich einige hundert menschen in tripolis strassen öffentlich gefeiert haben.

    ja, laut spiegelonline sollen tatsächlich einige hundert menschen in tripolis strassen öffentlich gefeiert haben.

  6. die libyschen milizen sind doch laut berichten der Zeit online & anderer medien aufgelöst worden. wie können die denn noch in einem großen konvoi schwerbewaffnet von ihrer zentrale in tripolis aus nach bani walid fahren?

  7. ja, laut spiegelonline sollen tatsächlich einige hundert menschen in tripolis strassen öffentlich gefeiert haben.

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