TerrorismusViele Tote bei Anschlagsserie im Irak

Im Irak sind bei Anschlägen mindestens 36 Menschen getötet worden, viele der Opfer sind Schiiten. Der UN-Sondergesandte verurteilte die Gewalt während des Opferfestes.

Der Al-Bawia Markt in Bagdad nach der Bombenexplosion

Der Al-Bawia Markt in Bagdad nach der Bombenexplosion  |  © Ahmad al-Rubaye/AFP/Getty Images)

Im Irak sind bei mehreren Anschlägen mindestens 36 Menschen getötet worden. Allein im Großraum Bagdad gab es am Samstag drei Detonationen. Eine Bombe explodierte nach Polizeiangaben am Vormittag auf einem belebten Markt im Stadtteil Sadr City, der überwiegend von Schiiten bewohnt wird. Zwölf Menschen kamen ums Leben, 27 weitere wurden verletzt.

Wenig später tötete eine weitere Bombe an einer Bushaltestelle in dem Viertel sieben Menschen, neun weitere wurden verletzt. Nach Behördenangaben war unter dem Bus ein Sprengsatz angebracht. Darin saßen schiitische Pilger aus dem Iran. Sie seien auf dem Weg zu einem Schrein in der irakischen Hauptstadt gewesen, um dort das Opferfest zu feiern.

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Zudem wurden bei einer Bombenexplosion in einem Außenbezirk Bagdads acht Menschen getötet, darunter vier Kinder. Wer für die Anschläge verantwortlich ist, ist bislang unklar.

UN-Sondergesandter verurteilt "grausame Gewalt"

Auch im Rest des Landes gab es Übergriffe und Anschläge. In der nordirakischen Stadt Mossul überfielen bewaffnete Männer drei Häuser von Familien der religiösen Minderheit der Schabak und töteten fünf von ihnen, vier weitere wurden verletzt. Ein Sprengsatz nahe eines weiteren Hauses der Gemeinschaft, die unter dem Diktator Saddam Hussein verfolgt worden war, verletzte weitere sechs Menschen.

In der Provinz Salah al-Din nördlich von Bagdad gab es nach Polizeiangaben sieben Verletzte, als eine Autobombe vor einem schiitischen Agenturgebäude detonierte.

Der UN-Sondergesandte Martin Kobler verurteilte in einer Erklärung die "grausame Gewalt" während des islamischen Opferfestes Eid al-Adha. Es ist für Muslime ein hoher Feiertag, der das Ende der Hadsch-Wallfahrt nach Mekka in Saudi-Arabien markiert. Während des viertägigen Festes besuchen viele Menschen ihre Verwandten und die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen. Die Behörden hatten in mehreren Provinzen die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

Sunnitische Extremisten und Al-Kaida-Anhänger im Irak versuchen mit Anschlägen auf schiitische Ziele immer wieder, die Spannungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen des Landes zu schüren. Zuletzt war die Zahl der Opfer wieder stark angestiegen.

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Leserkommentare
  1. Frieden in den Irak, nach Afghanistan bringen.
    Was ist daraus geworden?
    Also war der Weg ein falscher.
    Ich kenne Iraker und Afghanen, die glücklich waren, in einem friedlichen Land mit allen Religionen zusammen zu leben.Ihre Auffassung von Demokratie entsprach zwar nicht immer unseren Vorstellungen, aber das muss es auch nicht.
    Doch dann wurden sie zur Achse des Bösen erkoren.
    WARUM???

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dpad, AFP, Reuters
  • Schlagworte Irak | Terrorismus | Saddam Hussein | Anschlag | Behörde | Bus
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