ProtesteTausende demonstrieren für mehr Demokratie in Jordanien

In dem Königreich sind 10.000 Menschen für mehr Demokratie auf die Straße gegangen. Sie wollen die Macht Abdullahs II. beschränken und mehr Rechte für das Parlament.

In Jordanien sind nach dem Freitagsgebet rund 10.000 Menschen für Reformen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten forderten Verfassungsänderungen, die die Wahl eines Regierungschefs möglich machen. In dem arabischen Land wird der Ministerpräsident noch vom König bestimmt. Zu dem Protestmarsch in der Hauptstadt Amman hatte die islamistische Muslimbruderschaft aufgerufen. Augenzeugen sprachen von einer der größten Demonstrationen in dem Königreich seit Beginn des Arabischen Frühlings.

Jordaniens König Abdullah II. hatte am Donnerstag das Parlament seines Landes aufgelöst und vorgezogene Neuwahlen angekündigt. Die Regierung muss innerhalb von einer Woche zurücktreten. Im Juli hatte der Monarch ein neues Wahlgesetz in Kraft gesetzt. Die Regelung sieht vor, dass nur 27 von 150 Parlamentssitzen an Parteilisten gehen. Der Rest ist für Kandidaten bestimmt, die überwiegend dem Königshaus nahestehen. Das nächste Parlament soll nach Plänen des Königs – wie auch das letzte – nur beschränkte Befugnisse haben.

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Eine Reihe von politischen Gruppen und Parteien hatten daraufhin angekündigt, die Wahlen zu boykottieren, falls das Gesetz in dieser Form in Kraft tritt.

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Leserkommentare
    • THAROS
    • 05. Oktober 2012 17:24 Uhr

    Was die zwei Kategorien der heutigen Gesellschaft "Arme und Reiche" auslöst, ist ein Vorgeschmack auf das was Europa noch bevorsteht.

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    • Mardi12
    • 07. Oktober 2012 11:14 Uhr

    Ist es nicht eher so, dass im arabischen Raum etwas nachgeholt wird, was Europa als Teil seines Modernisierungsprozesses schon lange hinter sich hat? Unsern Kaiser haben wir doch schon eine ganze Weile nicht mehr ... ^^

  1. ... sondern um Gebildete und "Bildungsferne".

    Das ist das grösste Irrtum der heutigen Zeit, insbesondere der politischen Linke, nochmal und nochmal die alte Leier zu probieren, wenn ich dem Reichen nehme, habe ich als Arme das Glück. Es gilt in Arabien, in den Anden aber auch in Kreuzberg.

    2 Leserempfehlungen
  2. Jordanien ist eines der wenigen (das einzige?) Nahostland mit einem vernünftigen Staatschef. Die Muslimbruderschaft rekrutiert sich va aus von Israel vertriebenen Palästinensern und mittlerweile mehr als die Hälfte der Einwohner in JO ausmacht.

    Die Urbevölkerung ist mittlerweile in der Minderheit, sie steht übrigen zum König.

    Fatal ist, dass sich Jordanien als einziges Land der Region bereit erklärt hat, den Vertriebenen die Staatsbürgerschaft zu verleihen, überall sonst haben die Palis noch Flüchtlingsstatus.

    Leider nutzen es die Leute nicht, sondern verharren in ihrem Beleidigtsein und wollen jetzt im Windschatten die Macht übernehmen. Ich sehe das sehr kritisch. Das Land würde zum neuen Gegner Israels werden und damit zum Gegenteil dessen, was es momentan ist: Ein vernünftiger Spieler in einem Spiel von Irren.

    Fällt JO, dann fliegt alles in die Luft. Darauf weist nicht zuletzt auch Abdullah2 selbst immer wieder hin.

    Hier noch Links zu guten Interviews:

    3-teiliges Interview von letzer Woche, einfach letzte Zahl im Link mit 2 oder 3 ersetzen: http://www.thedailyshow.c...

    auch 3-teilig mit Jordaniens UN Botschafter vom März 2011:
    http://www.thedailyshow.c...

    Interview mit Abdullah2 von Sep 2010:
    http://www.thedailyshow.c...

    5 Leserempfehlungen
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    "Die Muslimbruderschaft rekrutiert sich va aus von Israel vertriebenen Palästinensern und mittlerweile mehr als die Hälfte der Einwohner in JO ausmacht.

    Die Urbevölkerung ist mittlerweile in der Minderheit, sie steht übrigen zum König."

    Jordanien ist der östliche teil des ehemaligen Mandatsgebiets Palästina, daraus folgt dass theoretisch alle Jordanier Palästinenser sind. Aber auch ohne diese Spitzfindigkeiten war die herrschende Klasse der selbsternannten "reinrassigen" Araber, die sich für was Besseres hält, schon immer in der Minderheit.

    Die Bezeichnung "Jordanien" sowie die hauptsächlich willkürliche Unterscheidung zwischen Jordaniern und Palästinensern dient nur der Verschleierung der Tatsache, dass es schon einen palästinensischen Staat gibt. Das hilft, die eigenen Pfründe auf Kosten der palästinensischen "Bürger zweiter Klasse" zu sichern. Auch hilft es, das Palästinenserproblem weiter akut zu halten. Seit jeher ein willkommenes Druckmittel der arabischen Potentaten gegen den Westen.

    Aber wie sie schon richtig sehen, sind die Muslimbrüder die Falschen für eine Revolution in Jordanien. Die Situation in NO würde sich nur verschärfen.

    • uwilein
    • 05. Oktober 2012 19:10 Uhr

    an Luxus repräsentierte - und nicht im entferntesten den eindruck erweckte "das Volk zu repräsentieren" bzw. "Dazu zu gehören"

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    In derselben Gegend, dar nicht so weit weg.

    Damals gab es dann eine Internetbotschaft von Huberta von Voss-Wittig, die ja nicht weniger als die Gattin eines der höchsten deutschen "Diplomaten" ist, an Asma Assad.

    In früheren Zeiten, als das Wort Diplomatie noch mehr bedeutete als einen angenehmen Job in einer aufregenden Stadt wie New York, hätte man einen solchen Beamten umgehend aus der Position entfernt.

  3. aus den Freitagsgebeten strömen die Gläubigen spontan und fordern "Demokratie"?
    Man sieht es, man staunt - und man ahnt, was da aus den Moscheen strömt. Wie bereits geschrieben; was nützt es, Freiheiten zu geben - es wird genutzt, um Glaubensstaat zu errichten.
    Jordanien, Libanon - solange wie die Unbelehrbaren nicht zur Ruhe kommen, Ruhe geben, solange werden sie ihren Machthunger mit Vehemenz (kämpferisch) durchsetzen - so man sie lässt.
    Jordanien hat das schon einmal durchmachen müssen; die Ruhe im Libanon wird wohl auch nur noch von kurzer Dauer sein - dann werden die alten Unruhegeister zu neuem Leben erwachen - was heißt: neuen Tod bringen.

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  4. "Die Muslimbruderschaft rekrutiert sich va aus von Israel vertriebenen Palästinensern und mittlerweile mehr als die Hälfte der Einwohner in JO ausmacht.

    Die Urbevölkerung ist mittlerweile in der Minderheit, sie steht übrigen zum König."

    Jordanien ist der östliche teil des ehemaligen Mandatsgebiets Palästina, daraus folgt dass theoretisch alle Jordanier Palästinenser sind. Aber auch ohne diese Spitzfindigkeiten war die herrschende Klasse der selbsternannten "reinrassigen" Araber, die sich für was Besseres hält, schon immer in der Minderheit.

    Die Bezeichnung "Jordanien" sowie die hauptsächlich willkürliche Unterscheidung zwischen Jordaniern und Palästinensern dient nur der Verschleierung der Tatsache, dass es schon einen palästinensischen Staat gibt. Das hilft, die eigenen Pfründe auf Kosten der palästinensischen "Bürger zweiter Klasse" zu sichern. Auch hilft es, das Palästinenserproblem weiter akut zu halten. Seit jeher ein willkommenes Druckmittel der arabischen Potentaten gegen den Westen.

    Aber wie sie schon richtig sehen, sind die Muslimbrüder die Falschen für eine Revolution in Jordanien. Die Situation in NO würde sich nur verschärfen.

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    Mit der Definition mit Jordanien=Palästina stimme ich nicht überein. Das frühere Mandatsgebiet Palästina war ja um einiges größer und hat alle möglichen Gruppen und Stämme in NO umfasst.
    Die Reduktion auf Jordanien als einzig legitimen Siedlungsraum für Westjordanpalästinener ist daher etwas schwammig und sehr nett gegenüber israelischen Hardlinern.

    Das ist in etwa so als würde man urteilen, Polen sind Slawen und Slawen siedeln ja bereits in Weissrussland, der Ukraine und östlich davon, weshalb sie alles westlich von Warschau eigentlich nicht brauchen. (jetzt mal in außerachtlassung historischer Zusammenhänge..;p)

    Was ich sagen will: Jemand aus Ramallah hat sehr wenig mit jemandem aus Akaba im Süden, oder jemandem aus der Wüste im Osten zu tun. Sie alle mögen sich mit Palästinenser umschreiben lassen, aber es ist doch eine etwas seltsame Sache, die einen Leute deshalb umzusiedeln und sie zwangsweise mit Leuten anderer Mikromentalität und -tradition in ein Land stecken zu wollen.

    Wäre das nicht problematisch, dann hätte Jordanien auch kein Problem mit den bereits jetzt eingebürgerten Westjordanesen. Dem ist ja aber bekanntlich nicht so. Man zeigt gern, dass man anders ist. Sowas birgt letztlich nur sozialer Sprengstoff. Israel und wer auch immer dort sonst noch Grossraumplanung betreibt wirds irgendwann merken.

    • Mardi12
    • 07. Oktober 2012 11:29 Uhr

    Jordanien ist nicht mit Palästina gleichzusetzen, und das britische Mandatsgebiet existiert seit Jahrzehnten nicht mehr.
    Und die Verhältnisse zwischen der angestammten arabischen Bevölkerung und den nach JO geflohenen Palästinensern waren leider nicht immer eitel Sonnenschein.
    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_September_(Aufstand)

  5. In derselben Gegend, dar nicht so weit weg.

    Damals gab es dann eine Internetbotschaft von Huberta von Voss-Wittig, die ja nicht weniger als die Gattin eines der höchsten deutschen "Diplomaten" ist, an Asma Assad.

    In früheren Zeiten, als das Wort Diplomatie noch mehr bedeutete als einen angenehmen Job in einer aufregenden Stadt wie New York, hätte man einen solchen Beamten umgehend aus der Position entfernt.

  6. Mit der Definition mit Jordanien=Palästina stimme ich nicht überein. Das frühere Mandatsgebiet Palästina war ja um einiges größer und hat alle möglichen Gruppen und Stämme in NO umfasst.
    Die Reduktion auf Jordanien als einzig legitimen Siedlungsraum für Westjordanpalästinener ist daher etwas schwammig und sehr nett gegenüber israelischen Hardlinern.

    Das ist in etwa so als würde man urteilen, Polen sind Slawen und Slawen siedeln ja bereits in Weissrussland, der Ukraine und östlich davon, weshalb sie alles westlich von Warschau eigentlich nicht brauchen. (jetzt mal in außerachtlassung historischer Zusammenhänge..;p)

    Was ich sagen will: Jemand aus Ramallah hat sehr wenig mit jemandem aus Akaba im Süden, oder jemandem aus der Wüste im Osten zu tun. Sie alle mögen sich mit Palästinenser umschreiben lassen, aber es ist doch eine etwas seltsame Sache, die einen Leute deshalb umzusiedeln und sie zwangsweise mit Leuten anderer Mikromentalität und -tradition in ein Land stecken zu wollen.

    Wäre das nicht problematisch, dann hätte Jordanien auch kein Problem mit den bereits jetzt eingebürgerten Westjordanesen. Dem ist ja aber bekanntlich nicht so. Man zeigt gern, dass man anders ist. Sowas birgt letztlich nur sozialer Sprengstoff. Israel und wer auch immer dort sonst noch Grossraumplanung betreibt wirds irgendwann merken.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Demokratie | Jordanien | Frühling | Hauptstadt | Königshaus | Ministerpräsident
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