Im Kampf um den Sitz des internationalen Grünen Klimafonds (GCF) ist die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn leer ausgegangen. Der Exekutivrat des Grünen Klimafonds entschied sich für die südkoreanische Stadt Songdo. Das Sekretariat soll seine Arbeit 2014 beginnen und 300 Mitarbeiter haben. Die Entscheidung für Songdo muss Ende November auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Doha ( Katar ) bestätigt werden.

"Wir gratulieren Südkorea , auch wenn es aus unserer Sicht natürlich sehr schade ist, dass Bonn nicht zum Zuge gekommen ist", sagte Außenminister Guido Westerwelle ( FDP ). "Bonn hatte eine hervorragende Kandidatur." Auch die Schweiz , Polen, Namibia und Mexiko hatten sich für den Sitz des Klimafonds beworben. In Bonn ist das UN-Klimasekretariat beheimatet; im Mai fand dort eine Klimakonferenz der Vereinten Nationen statt.

Die Bundesregierung hatte intensiv für die Stadt am Rhein geworben: Mit Westerwelle, Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) engagierten sich drei Ressortchefs. Die Ansiedlung des Klimafonds in Bonn sei eine Herzensangelegenheit der Bundesregierung, sagte Westerwelle, der dort lebt und seinen Wahlkreis hat, im September zu Botschaftern.

Anerkennung und Respekt

"Die Bundesregierung hat eine ausgezeichnete Bewerbung abgegeben, der viel Anerkennung und Respekt gezollt wurde", sagte Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch ( SPD ). Bei einer solchen Bewerbung sei aber nicht immer nur die Qualität ausschlaggebend. Häufig gehe es um übergeordnete Faktoren wie die Klimapolitik der beteiligten Länder.

"Wir sind erfreut, das GCF-Sekretariat aufzunehmen", sagte Südkoreas Präsident Lee Myung-bak. Die neue UN-Behörde habe das Potenzial, zu einer der größten UN-Institutionen zu werden. Der Grüne Klimafonds soll Entwicklungsländern Geld zur Verfügung stellen, damit sie den Klimawandel bekämpfen und die Folgen der Erderwärmung besser bewältigen können. Die Staaten der UN wollen ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für Klimaprojekte aufwenden.

Die Umweltorganisation Germanwatch kommentierte, Bonn habe sich sehr engagiert und positiv präsentiert. Von Südkorea erwarte Germanwatch nun, dass das Land den Aufbau einer unabhängigen, offenen und transparenten Organisation unterstütze. Bonn sei vor allem mit den Argumenten der Energiewende angetreten. Dieses Engagement erwarte Germanwatch nun auch bei der Gestaltung dieses zentralen Elements der Klimapolitik.