Ermittlungen des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung, Olaf , haben den EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz das Amt gekostet. John Dalli legte sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder, wie die Kommission mitteilte. Seit 2010 gehörte Dalli der EU-Kommission an.

Der 64-Jährige war zuvor Minister in Malta . Vor 20 Jahren zog er als Wirtschaftsressortchef erstmals ins Kabinett ein, später war er Minister für Sozialpolitik. Erfahrungen auf dem internationalen Parkett hat Dalli in den 70er und 80er Jahren als Jurist bei der Weltbank gesammelt. In Malta und im Ausland war er auch als Privatunternehmer tätig. Zudem beriet er Firmen.

Auslöser der Ermittlungen war eine Beschwerde des schwedischen Tabakunternehmens Swedish Match aus dem Mai 2012. Das Unternehmen gab an, ein Unternehmer aus Malta habe aufgrund seiner Kontakte zu Dalli versucht, finanzielle Vorteile zu erlangen. Der Unternehmer soll demnach angeboten haben, im Gegenzug für Bezahlung einen Gesetzesentwurf der EU-Kommission zu Tabakprodukten zu beeinflussen – der unter Dallis Verantwortung erarbeitet wurde.

Büro in Tripolis

Olaf stellte in einer Untersuchung fest, dass kein Geld zwischen der Firma aus Schweden und dem maltesischen Unternehmer geflossen sei. Auch habe es keine Beweise für eine Beteiligung Dallis gegeben, der EU-Kommissar habe jedoch womöglich von dem Vorgang gewusst.

Dalli wies dies der Erklärung der EU-Kommission zufolge "kategorisch" zurück, legte demnach aber sein Amt nieder, "um in der Lage zu sein, seine Reputation sowie die der Kommission zu verteidigen".

Nach 2004 hatte Dalli auch ein Beratungsbüro in Tripolis gehabt. Als EU-Kommissar zog er wegen Gaddafi-freundlicher Äußerungen Kritik auf sich.