KosovoDe Maizière sieht sich von Nato-Partnern im Stich gelassen

Der Verteidigungsminister fordert die Nato-Partner auf, mehr Truppen in den Kosovo zu schicken. Die Lage in dem Land überfordere die Kapazität der deutschen Armee. von dpa und dapd

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière auf der Internationalen Luftfahrtausstellung nahe Berlin

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière auf der Internationalen Luftfahrtausstellung nahe Berlin  |  © Johannes Eisele//AFP/GettyImages

Die deutsche Regierung fühlt sich von ihren Nato-Partnern im Kosovo-Konflikt allein gelassen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière fordert, dass entweder die Aufgaben der Nato-Schutztruppe für das Kosovo (KFor) geändert werden oder dass andere Nato-Partner mehr Soldaten für die Truppe bereitstellen. Bei den Beratungen der Nato-Verteidigungsminister will er die militärische Führung anregen, Alternativen zu entwickeln.

Die KFor verfügt nach Nato-Angaben derzeit über 6.148 Soldaten. Davon gehören 700 zu einer Reserve, die von Deutschland, Österreich und Italien gestellt wird. Deutschland ist mit rund 1.300 Soldaten der größte Truppensteller und führt das KFor-Kommando. Die benötigte Truppenstärke werde derzeit nur durch den nahezu permanenten Einsatz von Reservekräften erreicht, sagte de Maizière: "Es kann nicht sein, dass wir eine feste Zahl von Soldaten haben und die Probleme nur mit Reserven lösen können. Das ist nicht in Ordnung."

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Eine Möglichkeit sei es, die Präsenz der KFOR in den ruhigen Teilen des Kosovos zu reduzieren und stattdessen im von Serben bewohnten Norden des Landes zu erhöhen. Eine solche "Umgruppierung" sei überfällig. Anderenfalls brauche man dauerhaft mehr Soldaten: "Das würde bedeuten, dass die Last nicht alleine auf den Schultern von Deutschland, Österreich und Italien liegt."

Unzufrieden zeigte sich der Minister auch mit der reduzierten EU-Polizei- und Justizmission Eulex im Kosovo: "Wenn die Nato-Reserve aktiviert wird, können nicht gleichzeitig Polizeikräfte abgezogen werden." Eigentlich sollten bei Gefahrensituationen primär kosovarische Sicherheitskräfte ausrücken, alternativ Eulex-Polizisten und erst im Notfall Nato-Soldaten . Mittlerweile habe sich diese Reihenfolge aber umgekehrt, sagte de Maizière. Auch die seinem Eindruck nach mangelnde Akzeptanz der kosovarischen Sicherheitskräfte und der Eulex-Mission in der einheimischen Bevölkerung bereite ihm Sorge.

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Leserkommentare
  1. vergangene Schlachtfelder der Amerikaner vor der Haustüre Europas sind also Europas Problem. Das ist ja mal was ganz neues. Dann lass mal Syrien angreifen übder den Proxy Türkei, einen kurdischen Staat aufbauen, Iran bombardieren und Al-Kaida in Norafrika weiter finanzieren. Deutschland hat kein Konzept und kein Rückgrat gegenüber den USA mal einfach Nein zu sagen wenn wieder mal ein Nachbar mit abgereichertem Uran eingedeckt wird und Unmengen an Waffen Milizionäre herangezüchtet werden um tollkühne Umstürze herbeizuführen. Wenn Deutschland einen Funken Verstand hat kümmert es sich jetzt um den Kosovo ALLEIN, AUF SEINE WEISE, OHNE NATO und lässt das Zündeln in Syrien ein für allemal bleiben. Syrien und der Islam sind nicht der Kosovo!!!

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    Es wird keinen "kurdischen Staat" geben, dass wird die Türkei niemals dulden.

    Das maximale wären "mehr oder minder" autonome Kurdische Siedlungsgebiete, in denen sich die Türkei "stillschweigend" ein Interventionsrecht vorbehält.

  2. ...darf sich über probleme nicht wundern!

    vielleicht sollte man den serbischen Teil des kososvo den serben zurück geben, und den "unabhängigen" (mafiösen)rest sich selbst überlassen? dann kann die bw auch wieder nach hause, und unser kriegsminister kann sich etwas neues zum "spielen" suchen - evtl. weniger "personalintensiv".

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    • fatmir
    • 04. April 2013 22:55 Uhr

    Hab grade alle komentare gelesen,und ehrlich gesagt finde ich es sehr zu bedauern das man,als mensch irgenwie nicht klüger werden kann,bzw.will!
    Frau_Bruck,wenn Sie sich ,bivor Sie diesen komentar geschrieben haben,nur bischen mühe gemacht hätten um richtige gründe des Kosovokrieges zu verstehen dann,hätten Sie nie ein solches banales vorschlag gemacht!
    Der Krieg hat über 10.000 Ziewiel-Leben gekostet!davon über 90% Albanische Bevölkerung!Davon die meissten Frauen,Altemenschen und Kindern.Es sind heute noch über 3,5tausende vermisste.Man hatte uns über 100 Jahren,(mit ein oder zwei kurze ausnahme zeiten)alle rechte verweigert.Wärend in Kroatien und anderen teile Jugosllawiens noch die Deutschen und andere Europäern als Turisten reisten,bei uns in Kosovo war die Hölle auf Erde.Man hat uns von Schulen,Arbeitsplätzen und schlisslich auch aus unseren Häusern vertrieben.Das haben uns nicht irgendeine Gruppe von Nationalisten angetan sondern das ganze Jugosllawische Stattsmacht!Von Europäern defacto Ignoriert.
    Und denn sind Sie auch noch so frech und nenen ein ganzes land als Mafiöse.
    Albaner wollen doch nichts anderes als in Freiheit zu Leben und,das ist doch das mindeste was wir als eine der ältesten Indoevropianisches Volk verdient haben.!!!
    Zumschluss,für all die,die es wagen vorurteile über anderen,bivor ihr über anderen herfallen,schaut erstmal vor euren Türen,und dann denkt Ihr über eure vorgeschichte nach!!!
    Es heisst;Geld ist nicht alles und doch regiert die Welt!!!

    • flojo
    • 10. Oktober 2012 11:29 Uhr

    Diese beiden Bevölkerungsgruppen werden niemals zusammen leben können. Man sollte nicht künstlich versuchen diese beiden Teile zusammen zu halten, sie sind faktisch bereits jetzt geteilt.

    Kein Serbe geht in den albanischen Teil und umgekehrt.

    Die einzige sinvolle Lösung m.M. nach ist, den "serbischen Teil" des Kosovos an Serbien anzugliedern und den "albanischen Teil" an Albanien. In Albanien haben sie wenigsten eine Regierung, der man keinen Drogen- und Organhandel nachsagt.

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    aber wie so oft: sinnvolle lösungen scheitern immer an "beratungsresistenten" politikern.

    der restkosovo wäre bei albanien sicher gut aufgehoben - ist albanien gegenüber dem kosovo doch geradezu ein "muster an staatlicher ordnung".

    p.s. es könnte aber auch sein, daß der "status quo" im kososvo von manchen stellen "gewünscht" ist?

    *buhuuuuuu_eine_verschwörungstheorie_zieht_durch_die komentare* ;-)

    • zorano
    • 10. Oktober 2012 11:37 Uhr

    Die militärische deutsche Präsenz in Serbien ist und war seit eh und je unhaltbar. Die Deutschen sind als Touristen und Investoren und als normale Gäste in jedem serbischen Haus sehr willkommen. Dort ist es wirklich wesentlich schöner:

    http://www.youtube.com/watch?v=9ArNLVTn9x0&feature=player_embedded#

    Als erster Schritt zur Wiedereingliederung Kosowos und Metochien in Serbien soll ein Antrag Deutschlands auf schrittweise Übernahme des Nordens durch die serbische Polizei und Arme sein, was ganz im Einklang mit der relevanten UN Resolutionen wäre. Deutschland wird hoffentlich mit dieser bisherigen, unglücksseligen Kontinuität falscher Politik auf Balkan einmal, wahrscheinlich nicht bald, für alle Zeiten aufhören.

  3. 5. danke!

    aber wie so oft: sinnvolle lösungen scheitern immer an "beratungsresistenten" politikern.

    der restkosovo wäre bei albanien sicher gut aufgehoben - ist albanien gegenüber dem kosovo doch geradezu ein "muster an staatlicher ordnung".

    p.s. es könnte aber auch sein, daß der "status quo" im kososvo von manchen stellen "gewünscht" ist?

    *buhuuuuuu_eine_verschwörungstheorie_zieht_durch_die komentare* ;-)

    Antwort auf "Frau Bruck hat recht"
    • ottoNor
    • 10. Oktober 2012 12:03 Uhr

    Ziehen Sie doch die deutschen Truppen aus Afghanistan ab und schon hat ein Teil Ihrer Probleme gelöst?

  4. Es wird keinen "kurdischen Staat" geben, dass wird die Türkei niemals dulden.

    Das maximale wären "mehr oder minder" autonome Kurdische Siedlungsgebiete, in denen sich die Türkei "stillschweigend" ein Interventionsrecht vorbehält.

    Antwort auf "Ach so,"
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    die türkei wird sich in zukunft noch "warm anziehen" müssen.
    mit der aktiven "teilnahme" am bürgerkrieg in syrien - evtl. auch bald mit regulären truppen - haben sie eine entwicklung hin zu einem freien kurdistan beschleunigt.

    die türkei kämpft gegen die kurden im nordirak, gegen die kürden innerhalb der türkei, und sieht sich jetzt noch mit autonomen kurdischen regionen im norden syriens konfrontiert.
    herr erdogan ist außerdem fast schon versessen auf einen regulären krieg gegen den syrischen staat.
    ob man sich hier - auch mit hilfe der nato - evtl. etwas "verhebt"?
    wie lange wird die türkei einen zermürbungskrieg ala syrien - auch auf eigenem territorium - aushalten?
    was werden wol die "arbeitslosen" djihadisten zukünftig treiben?

    die türkischen hegemonibestrebungen "wandeln" auf dünnem eis.

    • atipic
    • 10. Oktober 2012 12:25 Uhr

    Der Verteidigungsminister soll nicht mehr von Nato verlangen, weil nicht alle Nato-Länder den Mafia Staat Kosovo anerkannt haben; Deutschland aber schon
    Also, weiter deutsche Steuergelder verpulvern!

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    Deutschland hat die Republik Kosova anerkannt,
    warum leben Sie noch in Deutschland und nicht in Griechenland, China oder Russland...? Die sind ja bekanntlich serbische Verbündete..
    Wenn Ihnen die deutsche Sicherheitspolitik gefällt, müssen Sie nicht in Deutschland leben und Ihr Land nicht den Beitritt in die EU erbitten...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd
  • Schlagworte Kosovo | Bevölkerung | Minister | Soldat | Verteidigungsminister | Italien
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