AusschreitungenZehntausende demonstrieren in Kuwait gegen Wahlrechtsreform

Die Polizei ist in Kuwait-Stadt gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Sie hatten gegen vorgezogene Neuwahlen und eine Änderung des Wahlrechts protestiert. von dpa

Anhänger der Opposition in Kuwait flüchten in Kuwait City vor der Polizei.

Anhänger der Opposition in Kuwait flüchten in Kuwait City vor der Polizei.  |  © Yasser Al-Zayyat/AFP/Getty Images

Zehntausende sind am Wochenende in Kuwait-Stadt gegen eine Wahlrechtsänderung auf die Straßen gegangen. Die Polizei reagierte mit Gewalt. Dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera zufolge hätten die Beamten Gummigeschosse und Tränengas eingesetzt. Das Innenministerium teilte mit, die Protestierenden hätten die Ordnungskräfte mit Steinen beworfen. Zahlreiche Demonstranten und elf Polizisten seien verletzt worden. Die kuwaitische Nachrichtenagentur Kuna berichtete unter Berufung auf das Ministerium, es habe Festnahmen gegeben.

Die islamistische und nationalistische Opposition hatte zu den Protesten aufgerufen. Sie richten sich gegen die Regierung, die in der letzten Woche vorgezogene Wahlen für den 1. Dezember angekündigt hatte. Es wären die zweiten Wahlen in diesem Jahr. Sie würden zu einer Auflösung des Parlaments führen, in dem die Opposition derzeit die Mehrheit hat.

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Bei Al Jazeera war die Rede von der größten Kundgebung, die Kuwait jemals erlebt habe. Die Opposition geht von 100.000 Teilnehmern aus, Beobachter schätzten ihre Zahl weit geringer ein.

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Leserkommentare
  1. Zitat: "Sie würden zu einer Auflösung des Parlaments führen, in dem die Opposition derzeit die Mehrheit hat."
    ist sachlich falsch.

    Das Parlament wurde bereits am 7. Oktober aufgelöst, vom Emir: " the emir is seen as untouchable and is referred to as "immune and inviolable" in the constitution."

    Die Opposition hat die Mehrheit im Parlament, ist jedoch in der Opposition, denn die Regierung wird vom Emir bestimmt.
    http://articles.chicagotr...

    Um einen Flächenbrand in der Region zu verhindern, sollte Herr Westerwelle "Die Freunde Kuwaits" sammeln, damit die Demokratie fördern und die Opposition stützen.

    Hinweis: Kuwait hat 3 Mill. Einwohner, davon 60% ausländische Arbeitskräfte. Ca. 5-10 % der Kuwaiti haben protestiert. Auf Syrien übertragen wären das ca. 1-2 Mill.

    Eine Leserempfehlung
    • TDU
    • 22. Oktober 2012 13:36 Uhr

    Da muss man offenbar eine Menge Vorkenntnisse haben, um sich ein Urteil zu bilden. Wie kann eine solche Entscheidung gefällt werden, wenn die Opposition die Mehrheit hat und welche Wahlrechtsänderungen sind denn jetzt geplant?.

    So belibt vermutlich wieder USA, Oel usw.

  2. ...dass sie nicht auf einen Kartätschenprinzen wie den Junior Assad getroffen sind, bei den Regierenden in Kuweit.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warum behaupten Sie, dass Assad bei den Regierenden in Kuqwait ist? Bitte qualifizierte Quellenangabe.

  3. Warum behaupten Sie, dass Assad bei den Regierenden in Kuqwait ist? Bitte qualifizierte Quellenangabe.

    • xpol
    • 22. Oktober 2012 22:01 Uhr

    ... nach Hintergrundinformationen zum Verständnis des Artikels führt mich zu der Einschätzung, dass die Wahlrechtsänderung die Islamisten massiv benachteiligt.

    Damit kann ich leben.

  4. 6. Kuweit

    ist nicht weit von Saudi Arabien entfernt. Beide Diktaturen kann man schon alleine aus gesellschaftlicher Sicht in der Steinzeit ansiedeln. Mehr erhellendes finden Sie bei HRW:

    http://www.hrw.org/by-iss...

    Schon alleine das Kritisieren eines "gekrönten" Hauptes aus dem Nachbarland kann einen für locker ein Jahrzehnt ins Gefändnis bringen. Schläge, Folter und Vergewaltigung durch die "Sicherheitskräfte" scheinen dort nicht unüblich (siehe Human RIghts Watch oben).

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Innenministerium | Kuwait | Gewalt | Ministerium | Opposition | Parlament
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